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«r Ml Donnertlag, den 1 Mai 1884. Die „Bautzener Nachrichten" erscheine» (außer Sonn- u. g«Ii- lags) täglich abends 7 Uhr slir den folgenden Tag. Voraus- zucntrichIender Ädonne mcutspreis »i«r(-IjahrU»-«t JnsertionSdetraa für den Iia»mciNkl'PcIil-Zi>aI!jcUeI2^ NachwetSgrdühr p. Inserat io itzeb:i d r sür briciü Aus runstscrtcilu>ig to<f <u»dPorioi. ikieiltere, dis o Udr eingedende Inserate ündcn in den, abends 'audjUgedeildenBialletziusnahmc. VautzmeeMMchHiU Alle al» solid bekannten An- nonrendureau» nelnnen, ohne PretscrMuna. Inserate sür die .Bautzener Nachrichten" ent gegen l de«gl.dieHerrenTeinper in Bautzen iLaucu^rdv. Aniiic in NabatN üippilsch IN Schirgis walde, HUben, in Weidenberg, Döring in EberSbach, Buhr in Königshain bei Duritz, I M. Reudner in Ober Eun,lcrsdorf, », v Eindena» in Pulsnitz und E. E, Wiedrnlan» in Reichen bach O.-L. Vermönuunsbltttt Zer Kreishauptmrnuschaft Vruttzen zugleich als Äonsiftorialbehörde der Oderlausitz. A m L s ti l n L t der Amtshmlptmannschaften Bautzen und Löball, des Landgerichts Bantzen und der Amtsgerichte Bautzen, Schirgiswalde, Herrnhut, Bernstadt und Ostritz, des Hauptsteueramtes Bantzen, ingleichen der Stadträte zu Bautzen nnd Bernstadt, sowie der Stadtgemeiuderäte zu Ostritz, Schirgiswalde und Weiszenberg. Orgn « der H «r :r d c l s - und G e w e r d e k c, rn rn c r z » Zittau. MOMM Bekanntmachung, das Finanzvcrmessungsbüreau betreffend, vom 25. April 1884. DaS s«icheri,e Finanivnm-sitlnzSbüreau wird mit Ablauf dieser MonalS ausgelöst. Die Geschäfte desselben gehen, soweit sie die Landesvermessung und die Grundsteuer betreffen, aus das Centraibüreau sür Steuerveimessung, tm Uebrigen auf bas DomänenvermesiungSdüreau über. Beide Bureaus Haden ihren Sitz tm Cansleigebäude des Finanzministeriums. Es wird dies hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Dresden, den 23. April 1831. Finanz-Ministerium. von »önneritz. Wls. Betanntmach u n g. Bezug von Privatcxemplarcn der neu ausgcgcbenen Postportotaxe. Von der Portotaxe (Verzeitniß der Postanstalten in Deutschland und Oesterreich-Ungarn, mit An gabe des Taxqaadrats und der Zone zur Berechnung des Fahrpost-Porto u. s. w.) ist eine neue Ausgabe erschienen. Exemplare derselben nebst der zugehörigen Tabelle der ausgerechneten Portosätze werden an das Pabiüum käusl-ch abgelassrn. Etwaige Anträge sind an dis Kaiserlichen Postaiistalten oder an die Kaiser lichen Oder-Postdirectionen zu richtm. Der Erlaßpreis setzt sich zusammen aus den Drucktasten von 1,80 für das Stück, den Kosten für dm Einband und den Schreibg-dühren für das Auefüllen der Poitotaxe, wüche letzteren für jeden Fall von den Kaiserlichen Ober-Postdirectioncn festgesetzt werden. Berlin ^v., 21. April 1834. Der Staatssecretair des Reichs-Postamts. In Vertretung, Sachse. Bekanntmachung. Zufolge Protokolls vom 28. April 1884 ist beute aus Folium 62 des Handelsregisters für den hiesigen Amtsbezirk die Firma: August Wenjel'S Wittwe in Obcroderwitz, und als deren Inhaberin: Frau Marit Louist geschieh. Tietze verw. gewes. Wenzel geb. Mcke daseloft eingetragen worden. Herrnhut, den 29. April 1834. Das Königliche Amtsgericht das. m. Wauer. Bekanntmachung. Bei gegenwärtiger Wiederaufnahme des weiteren Renovations-Baues zunächst im katholischen Theile der Petrikirche macht sich abermals eine zeitweilige Verlegung der Gottes dienste und kirchlichen Handlungen nöthig und wird dies genau wie im vergangenen Jahre, also geordnet, daß die Früh-Gottesdteuste und die Commnnionen an Sonn- und Festtagen zu den gewohnten Stunden (8 und resp. ^8 Uhr) in der Taucherktrche, die Mittags- und Abend-Gottesdienste aber, ferner die Betstunden, die Wochen-Com- mnntoneu (früh 7 Uhr) und endlich sämmtliche Trauungen in der Marien-Marthen- Ktrche gehalten, bez. vollzogen werden. Kirchtausen finden nach wie vor in der Sakristei der Petrikirche statt. — Mit diesen Einrichtungen wird vom 1. Mai a. c. an vorgcgangcn. Bautzen, 30. April 1884. Der Kirchenvorstand zu St. Petri. p pe. Kuhn, Bors. Von dem unterzeichneten Amtsgerichte soll den 10. Mai 1884 das dem Nahrungsbesitzer Karl Gottlieb Schulze in Wessel zugehörige Bauergnt Nr. 10 des Brandcatasters, Folium 2 des Grund- und Hypothekenbuches für W-ssel, welches Grundstück am 20. Februar 1881 ohne Berücksichtigung der Oblasten auf 6300 Mark—- gewürdert worden ist, nochwmdiger Weise versteigert werden, was unter Bezugnahme auf den an hiesiger Gerichtsstelle aushängenden Anschlag hierdurch bekannt gemacht wird. Bautzen, am 21. Februar 1884. Königliches Amtsgericht. Brühl. ' Schl. Von dem unterzeichneten Königlichen Amtsgericht soll den 15. Mai 1884 das zur Konkursmasse des verstorbenen Lobgerbermeisters Heinrich Adolph Rietzschel gebörige, zum Betrieb der Lvbgerberet eingerichtete Hausgrundstück Nr. 200 des Katasters in Bischofswerda, No. 196 des Grund- und Hypothekenbuchs für Bischofswerda, welches Grundstück am 2. April 1881 ohne Berücksichtigung der Oblasten auf 12350 Mark gewürdert worden ist, nothwendiger Weise versteigert werden, was unter Bezugnahme auf den an hiesiger Gerichtsstelle aushängenden Anschlag hierdurch bekannt gemacht wird. Bischofswerda, am 8. April 1884. Königliches Amtsgericht. Küchler. Auctions Bekanntmachung. Durch Unterzeichneten gelangen Freitag, de» 2. Mai 1884, Nachmittags 5 Uhr, bei dem Bäcker Riedel in Lehn 1 Handwagen, 1 Zughund, 1 Schwein, verschiedene zum Bäckereibetriebe gehörige Utensilien, 49 Stück Brode, 1 Kanarienvogel mit Bauer und verschiedene andere Grgenstände gegen sofortige Bezahlung zur Versteigerung, was andurch zur öfsentlrchen Ksnntmß gebracht wird. Bautzen, am 30. April 1884. Der Gerichtsvollzieher des Königlichen Amtsgerichts daselbst. Hänsch. Anettons-Bekanntmachung. Durch Unterzeichneten gelangt Dienstag, den 6. Mai 1884, Vormittags 11 Uhr, bei dem Hausbesitzer Kruschwitz in Berge eine Kuh gegen sosortige Bezahlung zur Versteigerung, waS andurch zur öffentlichen Kennlnisi gebracht wird. Bautzen, am 29. April 1884. Der Gerichtsvollzieher des Königlichen Amtsgerichts daselbst. Hänsch Telegraphische Korrespondenz. Wien, 29. April. Kronprinz Rudolf ist mit seiner Gemahlin heute mittag wieder hier eingetroffen; unter den zur Begrüßung des kronprinzlichen Paares auf dem Bahn hofe Erschienenen befand sich auch der türkische Botschafter. Im Abgeordnetenhause wurde heute von der Re gierung das mit der Nordbahn getroffene Übereinkommen eingebracht. Bern, 29. April. Der Bundesrat hat die Direktion der Gotthardbahn aufgefordert, innerhalb Jahresfrist technische und finanzielle Ausweise zum Bau der Bahnen Luzern-Jmmensee und Zug-Goldau vorzulegcn. Rom, 29. April. Der „Moniteur de Rome" demen tiert, daß der Papst die Demission Ledochowskis an genommen habe. Turin, 28. April, abends. An dem von der hiesigen Munizipalität zu Ehren der hier anwesenden Bürgermeister Italiens veranstalteten Bankett nahmen auch der Minister des Auswärtigen, Mancini, die hier anwesenden Mitglieder der diplomatischen Corps und die Mitglieder der Behörden teil. Nach dem von dem Bürgermeister von Turin ausgebrachten Toast ergriff der deutsche Botschafter v. Keudell im Namen des diplomatischen Corps in italienischer Sprache das Wort, um sür die von der Stadt Turin erwiesene Gastfreundschaft zu danken und daran unter Hinweis auf die politische und wirtschaftliche Entwickelung Italiens die besten Wünsche sür das stetige Fortschreiten Italiens zu knüpfen. (Stürmische Beifallsrufe.) Der Minister Mancini dankte dem Botschafter v. Keudell und brachte im Namen der Regierung einen Trink spruch auf die Vertreter der auswärtigen Staaten bei der italienischen Negierung aus. Paris, 28. April, abends. Der hiesigen haitischen Gesandtschaft zugegangene Nachrichten bestätigen, daß in der Republik Haiti vollkommene Ruhe herrsche. Der Prä sident habe den Aufständischen Amnestie gewährt, auch habe keine Hinrichtung stattgefunden, namentlich seien die von havannesischen Zeitungen verbreiteten Berichte über grau same Vorgänge in Haiti gänzlich erfunden. Paris, 29. April. Der Ministerpräsident Ferry hatte heute vormittag mit dem ersten Sekretär der spanischen Botschaft eine Unterredung, bei welcher, wie verlautet, die jüngsten Vorgänge an der spanischen Grenze besprochen wurden. Eingegangener Nachricht zufolge ist der Admiral LeSpös gestern an Bord dcr„Galissonniöre" inShangai eingetroffen. Paris, 29. April. (N.-Ztg.) Der Ministerrat, Welcker sich mit der Konferenz-Angelegenheit be- chäftigt, wird erst am Donnerstag stattfinden. Mehrere Blätter berichten, daß auch der französische Botschafter in Wien, Graf Foucher de Careil, an den Besprechungen teil- nchmen werde, welche Ferry mit den Botschaftern Wad dington und de Courcel bezüglich der ägyptischen Frage ab zuhalten gedenkt. Ebenso verlautet, daß der französische Botschafter in Rom,Decrais, welcher unter dem Ministerium Freycinet Direktor der politischen Abteilung war, gleichfalls zu jenen Besprechungen hierher berufen worden sei. London, 28. April, abds. Der Prinz von Wales ist mit seiner Familie heute abend über Vlissingcn nach Darmstadt abgereist. London, 29. April. Unterhaus. Der Antrag, auf die Einzelberatung der Resormbill cinzugehen, wurde von dem Deputierten Raikes mit einem Amendement be kämpft, nach welchem die Einteilung der Wahlbezirke in die Bill ausgenommen werden soll. Das Amendement wurde mit 174 gegen 147 Stimmen abgelehnt. Tomlinson be antragte darauf ein weiteres Amendement, wonach die Wahlgrenzen der Stadtbezirke ausgedehnt werden sollen Auch dieses Amendement wurde mit 158 gegen 132 Stimmen abgelehnt und die Debatte hierauf vertagt. Bei der heute fortgesetzten Einzelberatung der Vieheinfuhrbill wurde der von dem Minister des Ackerbaues, Dodson, ge stellte Unterantrag zu Artikel 1, welcher das von der Re gierung vorgeschlagene Kompromiß-Amendement, wodurch der Regierung bei dem Vieheinfuhrverbote gewisse diskretionäre Befugnisse gewährt werden sollen, umfaßt, mit 357 gegen 48 Stimmen angenommen. Der Artikel 1 wurde hierauf mit 343 gegen 50 Stimmen genehmigt. Ein Telegramm der „Daily News" aus Alexan drien von gestern sagt, von den Einnahmen für die unifi zierte Schuld blieben nach Entnahme der Beträge, welche zur Vervollständigung der am 15. April d. I. fälligen Coupons der Prioritätsschuld und zur Zahlung der am 1. Mai d. I. fälligen Coupons der unifizierten Schuld erforderlich waren, eine halbe Million Pfd. St. Überschuß. Madrid, 29. April. (N.-Z.) Dreißig spanische Flüchtlinge, welche in Angoulvme interniert waren, sind gestern unter dem Befehle eines ehemaligen Offiziers Man- gado bewaffnet über den Flecken Val carlos (s- vor. Nr.) in die spanische Provinz Navarra eingerückt. Die Gendarmerie verfolgt diese Bande. Madrid, 29. April. Die spanischen Flüchtlinge unter Führung des Offiziers Mangado werden von zahlreichen Truppen verfolgt und dürften genötigt werden, über die Grenze zurückzugehen, oder in die Hände der Truppen fallen. Aus Santa Coloma sind 6 Offiziere flüchtig geworden, man hält dieselben an den Umtrieben für verrühr «»6 st-hätten die Aufdeckung ihrer Teilnahme befürchtet. Petersburg, 28, April. Die Festvorstellung im Theater zu Ehren des neuvermählten Großfürstenpaars, welcher auch der Kaiser und die Kaiserin beiwohnten, war außerordentlich glänzend, das Theater war auf das präch tigste drapiert und mit Laub und Blumen geschmückt. Petersburg, 29. April. Das „Journal de St. POtersbourg" sagt, daß die meisten Großmächte die Ein ladung Englands zu der Koufercnz, welche über die Frage der Revision des ägyptischen Liquidationsgesetzes beraten soll, zustimmend beantwortet hätten. Auf die neue 5prozcutige konsolidierte Anleihe sind hier ca. 70 Mill. Pfd. Sterl, gezeichnet worden, so daß die Subskribenten 7 bis 8 Prozent erhalten dürften. In Riga beträgt die Zeichnung nach ungefährer Schätzung 600000 Pfd. Sterl. In Odessa sind 409000, in Taganrog 500000, in Charkow 280000 und in Warschau 450000 Pfd. Sterl, gezeichnet worden. Wie die „Moskauer Ztg." meldet, ist der Fmanzminister behufs Herabminderung der außerordentlichen Kredite mit den übrigen Ministerien und mit der Reichskontrolle in Re lation getreten und es sollen dem zufolge außerordentliche Kredite künftig nur in den allerdringendsten Fällen zulässig sein. Der Finanzministcr beabsichtige, für außerordentliche Kredite eiu gewisses Pauschale im Reichsbudget auswerfen zu lassen. Libau, 29. April. Von dem Hasenpotschen Oberhaupt mannsgericht wurde gestern das bestätigte Ürteil gegen die Mörder des Baron Nolde verkündet. Nach demselben werden von zehn Angeklagten fünf zu Zwangsarbeit in Bergwerken resp. Fabriken und einer zu Gefängnis verurteilt, während zwei Angeklagte unter Verdacht belassen und die übrigen freigesprochcn werden. Jekaterinoslaw, 28. April. In dem Prozesse wider den wegen Widerstands gegen die Behörden, gelegent lich der im vorigen Jahre hür vorgekommenen Excesse gegen Israeliten, angeklagten Bäcker Alypow haben die Geschwo renen den Angeklagten für schuldig erkannt, aber demselben mildernde Umstände zugebilligt. Das Gericht hat den An geklagten infolgedessen zu einer Gcfängnishaft von 8 Mo naten verurteilt. Belgrad, 28. April, abends. Nach dem Dejeuner begaben sich der König und die Königin mit dem öster reichischen Kronprinzenpaare nach der Festung. Var dem Triumphbogen bei der Hochschule hatten die Mannschaften der Feuerwehr Aufstellung genommen, das Musikchor der»