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H 74 Dienstag, dsu IS. April 1924 Ianrs. 89 Der Stadtrat Adorf, den 13. April 1924. wurde der Ver in dcr »cstellt, Lösun« aeueigt, iugnissc daß sie riue praktische Grundlage für die rasche de» ReParationSproblems bilden. Tic ist deshalb schau jetzt im Rahmen der ihr zustehendcu Bc- die Schlußfolgerungen zu billigen uud Montag qeändert sind die worden. Japan hat an das Staatsdepartement einen scharfen FEgen den Vorschlag des Kongresses betreffend weiter« Kränkung der japanischen Einwanderung gerichtet. vertragen auserlegten Charakter als Neparationspro- vinz grotz-e Opfer zu bringen hat. Es ist gut möglich, daß die unter dem Zwang der Verhältnisse übernom menen Micum-Lasten noch außer den allgemeinen Re parationslasten aus der Industrie des besetzten Ge bietes hängen bleiben. Gerade deshalb aber muß die Industrie des besetzten Gebietes jetzt Festigkeit zei gen, um sich nicht zu Leistungen zwingen zu lassen, die sich später als untragbar herausstellen. Diese Festigkeit ist nötig, damit die Regierung bei ihren Verhandlungen die nötige Sicherheit hat. Ein zu weitgehendes Entgegenkommen in der Verlängerung der Micum-Verträge würde den Eindruck erwecken, als ob auch unter ihnen noch verdient werden könnte^ denn das Ausland sucht ja oft nach solchen Scheingrün den. Es handelt sich hier um Probleme, von dererk Gestaltung die Entwicklung der wirtschaftlichen Ver, tzältnisse im besetzten und unbesetzten Gebiet abhängh Ei«« warmmvc Stimme. Man darf sich durch diese Stimmungsmache na türlich nicht beeinflussen lassen, sonst könnte es unSl leicht wieder so gehen, wie seinerzeit bei den 14 Punk ten Wilsons. Daß man auch im Ausland die Mängel des Gutachtens kennt, zeigt ein Aufsatz von Professor verschoben worden war, konnte nicht mehr, werden. Zu dieser neuen Kabinettssitzungf Ministerpräsidenten der Länder eingeladeir? Gegen den seinerzeit zugefertigten Bescheid über die für die Wohnungsbauabgabe festge setzten Nutzungswerte steht dem Steuerschuldner erneut der Einspruch zu und zwar dis zum 15. Mai 1924. Durch die Einlegung dieses Rechtsmittels wird die Erhebung der Steuer nicht aufgehoben. Wird die Steuer nicht rechtzeitig entrichtet, so ist für jeden auf den Zeitpunkt der Fälligkeit folgenden ang-fangenen halben Kalendermonat ein Zu schlag von fünf vom hundert des Rückstandes an Steuer und Zuschlag zu zahlen. Es wird den Grundstückseigentümern im eigenen Interesse dringend empfohlen, die Entrichtung der am 15. April 1924 fälligen Mietzinssteuer persönlich zu bewirken, damit etwaige be stehende Unstimmigkeiten im Verhandlungswege mit dem Stadtsteueramt erledigt werden können. tkx. Bet den dänischen Volketlngswahlen der Deutschen in Nordschleswig, Pastor Schmidt- "er, wiedergewählt. WMMWWM W «M SEM (Wielzinssteuer) öelr. Di- in Gemäßheit der ersten sächs. Notverordnung zum Vollzüge der Dritten Steuer- ^verordnung und des Finanza isgleichsgesetzes vom 28. März 1924 zu entrichtende ^chmssteuer ist erstmalig am 15. April 1924 und dann jeden 5. des Mouats ^Mühren. Ein Steuerbescheid wird richt erteilt. Die Grundstückseigen» F^er als Steuerschulduer haben vielmehr auf Grund des ihnen anläßlich derEr- der Wohnungsbauabgabe b?kanntgegebenen Nutzungswerles ihrer Gebäude den gütlichen Steucrbetrag nach einem Achtzigstel des Nutzungswertes selbst zu berechnen aus volle 10 Pfennig nach unten abgerundet an die städt. Steuerkasse abzusühren. HesteiMcheSIMverordnetenlihung Mittwoch, den 16. April 1924, abends 7 Uhr. Tagesordnung: Grundslücksankauf. Adorf, den 14. April 1924. Der Stadtverordnetennorsteher. Die Maul- und Klauenseuche im Klauenviehbestande des Gutsbesitzers Emil Dölling Rebersreuth und des Gasiwirtes Paul Ruderisch 1« Leubetha ist erloschen. Die deshalb erlassenen Vorschriften werden aufgehoben. Oelsnitz i. V. und Adorf i. V., 12. April 1924. ^12 ck 8. Die Bmtshauptmauufchaft «ud der Stadtrat. Die Mmn-VerlkSse. Franzosen wollen Deutschland unabhängig Ui« Bedingungen des Sachvcrständigen-Gutachtenü versuchen dazu durch die Erneuerung der Äkk Verträge möglichst bald gegebene Tatsachen zu sjhM. Dies ist der Grund der verhüllten Drohungen Hen Rall einer deutschen Weigerung. Nach verläß- Meldungen bestehen die geplanten Gegenmaß- Kir im Falle der Nichtunterzeichnnng darin, daß ^tr^whungsmüchte die Betriebe in eigene Regie ^ p^hmen und widerstrebende Angestellte und Arbei- ^ or ein Kriegsgericht stellen oder ausweisen lassen Trotz dieser durch Drohungen unterstrichenen nchtlichielt der Besatzungsmächte scheint ihnen wohl zumute zu sein. Noch am Mittwoch' ^^reiteten maßgebende feindliche Stellen deutschen er» die Bitte, auf den deutschen Bergbau einen ft z. Lur Unterzeichnung der Verträge äuszuüben. selbstverständlich, daß der Bergbau, der schon V A Reparationslieferungen und an Kohlensteuer Millionen Mark für die Micum-Verträge mgen mußte, dazu nicht ohne weiteres bereit Fen 67 bisher abgeschlossenen Micum-Ver- i>i» "Efen 21 bis zum 15. Januar: alle enthalten ss^ufel, durch die die deutschen Gcwerbetrei» sich zur Lieferung von Reparationsleistungen auch für im Versailler Vertrag nicht ?. ichene Waren. Nach dein 15. Januar sind Verträge geschlossen worden, ll von ihnen Ficht,, außer der erwähnten Klausel noch die Vcr- »"58 zur Zahlung der Umsatzsteuer, während in u fen meist Zuschläge zur Ausfuhrabgabe sest- 'wd, die sich oft auf 4 bis 5 Prozent belaufen. N' N - Oiele von diesen Verträgen erneuert wer- Me s- Verbandlunaen hierüber sind staatsvo- .Wägungen unbedingt den privatwirtschafr- Fressen voranznstellen, denn erst »ach der Er- Mt, g °es Staates kommt die Erhaltung der Wirt- U Sp»!? wenn der einzelne sehr darunter zu leiden Wtati sind für alle Leistungen Gutschriften auf lFihtz^wnskonto zu fordern und das automatische " der Verträge nach der allgemeinen Rcgc- Reparationen. Die Verträge dürfen nicht Mstig sein, »m nicht der allgemeinen Repara- vsv Schwierigkeiten zu machen. Auch bei ^s d^"M"stiger" Regelung darf man nicht vergessen, ^ltkt ist letzte Gebiet gegenüber dem unbesetzten vor ist und da.ß es durch den ihm mit den Micum- Was gibt es Aeues? Der Reichskanzler wird in diesen Tagen mit den der Neichstagöfraktioncn über die Sachverständiaen- »chten Besprechungen führen. *7 Die englischen Werftbesitzcr haben die Aussperrung " «WOW Werftarbeitern beschlossen. Zustand Lloyd Georges, der an einer schweren erkrankt ist, soll nach Londoner Meldungen die borge sch lagen rn Methoden anzunehmen, .lm die Turchführnu« der Vorschläge der Sachverständige» >u erleichtern und zn beschleunigru, beabsichtigt die Rc- baratiouskommission, de« interessiert n Rcg crnngen dl« Enl- lchlicßnugen der Berichte, die der Kompetenz de» Regie rungen unterstehen, zu»' Au-alMr zu empfehlen. Jedoch sicht sich die Rcpa»at»onakomuiissrou jn die vonrcndigieit versetzt, ihre Zustimmung und ihre Jni- tiatibe z u» U ck z u st e l l c n, bis di- deutsche Regierung bereit ist, ihre Mitarbeit an den Plänen der Sachver ständigen sicherzustellcn. Zu dicsrm Zwecke wird die Repa- rationstommissio» die Telegicrtcn de» deutschen Negierung am Donnerstag, dem 17. April, anhören, es sei denn, daß die deutsche Regierung es vorzieht, eine schriftliche Antwort t« erteilen." Man darf wohl auuehmen, daß der Wiedergut- machungsausschuß die Sache deshalb so beschleunigt, weil er noch vor den deutschen Reichstagswahlen eine Entscheidung herbeisühren will. Die Reichsregierung, der die Entschließung nach Schluß eines Kabinettsrats am Freitag abend Mgegangen ist, hatte sich in dieser Kabinettssitzung mit der Frage beschäftigt, ob sie ohne Befragung des Reichstags die Verantwortung für eine der weittragendsten und größten Entscheidungen auf sich nehmen könne oder ob das gegenwärtige Ka binett diese Entscheidung in die Hände der Regie rung legen müsse, die sich auf der Grundlage der Neichstagswahlen ergeben wird. Das Reichskabinett hat beschlossen, die Verantwortung für die Stellung nahme, zu de» Süchvcrständigengutachtcn zu überneh Hn./" Der Delegierte der italienischen Vinierung '»Eommrssion, Senator Salogo Raggt, ist nach gereist, um mit Mussolini über die Sachverständigen- zu beraten. Amerikanischer Optimismus. Aus New Mork wird berichtet: Die führenden Bankkreise in Wall Street zeigen optimistische Stim mung betreffs der möglichen Wirkung des Dawes-Be richtes. Die Zustimmung Deutschlands wird als gewiß angenommen, wenn nur Frankreich mit England und dem nnterstützungsbereiten Amerika auch weiter in der Einheitsfront bleibt. Eine Folge dieses Optimis mus ist eine weitere leichte Verbesserung des Mark kurses. Vas Gutachten als Verhandlungsbasis. Die Entscheidung dos WiMersutmachunM,Ausschusses. Der Wiedergutmachungsausschuß hat in Sachen >es Sachverständigengutachtens schnelle Arbeit gelei tet. In einer Entickliekuna bezeichnet er das Gut achten als eine praktische Grundlage für die Lösung des Neparationsproblems; gleichzeitig spricht er den Wunsch aus, am 17. April deutsche Delegierte zu hären. Die Entschließung, die der deutschen Kriegs lastenkommission bereits zugegangen ist, hat folgrn- den Wortlaut: „Tie Reparatwnskommissio» hat nach KkuutniSnahmc der Berichte der Sachverständige»« sich ans de»» Standpunkt me n, die durch den Ablauf der Micumverträge in we nigen Tagen nur noch dringender wird. Die Disposi-.- tion, wonach die Weiterberatung des Gutachtens aufs Was will poincare? Das NuhrUobiet bleibt Trumpf Durch den einstimmigen Beschluß des Wiedergut i machungsausschusses, das Sachverständigen-Gutachter« zur Grundlage einer Regelung des Reparationspro-- blems zn nehmen, darf man sich nicht täuschen lasse». Man kennt ja die Taktik Poincarös zur Genüge-rj Wenn er einmal der öffentlichen Meinung in den be--' freundeten Ländern nachgeben muß, so weiß er doch nachher jeden Beschluß, der ihm unbequem ist, zu sa-! votieren. Ein Reuterbericht aus Paris weist auch schon aus die Schwierigkeiten hin, Einstimmigkeit zwischen den Regierungen über die Anwendung Pe8 Sachverständigsnplanes herzustellen. Es scheine, dahj das Ruhrgebiet die Trumpfkarte Frankreichs bei dem interalliierten Verhandlungen bilden solle. Der Sach- verstandtgenplan setze die wirtschaftliche Räumung de« Ruhrgebietes voraus, und Frankreich werde dem un ter folgenden Bedingungen zustimmen: 1. Tas Vcrsprcchcn d-c Alliierte», Arankrcich», sich Frankreich bet der Aufrrlegung von Sanktionen »nzuschlie- jen, falls Tentfchland verfehlt, den Plan ansznführ «: 2. teilweise, wenn nicht vollkommene Ltrcichi uz dec internlliiertcn Schulden, besonders dec Schuld Frankreichs an Großbritannien. Poincare ließ in London initteilen, daß er bereit »ei, Macdonald jederzeit zu treffen oper an einer Kon-, ferenz der englischen, französischen, belgischen und italienischen Premiers teilzunehmen, sobald die R. K.- zum Bericht Stellung genommen habe. Macdonalds Auffassung. Im Unterhaus führte der Kolonialsekretür John, Thomas aus: General Dawes und seine amerikanischen Kollegen hätten bessere Arbeit geleistet, als sie selbst wüßten. Ministerpräsident Macdonald sehe in den» Be richt einen Weg, die europäischen Schwierigkeiten zu! überwinden. Es sei jetzt Sache Deutschlands, d«n B«-' richt so schnell als möglich anzunehmen, wodurch es am »esten Frankreich den Wind aus den Segeln nehmen; !ö»ne. Adorfer Grenzoore Dies Blatt enthält die amtlichen Bekanntmachungen der Amtshauptmannschaft Oelsnitz, des Amtsgerichts, der Amts- anwaltschaft und des Stadtrates zu Adorf. AnzeigeNpreise: W dik bgespaltene Petitzeile oder deren Roum 15 Gvldpfennige, bei auswärtigen Anzeigen 20 Goldpfennige, für die amtliche Zeile 40 Eoldpfcnnige, Rcklammczeile 60 Goldpsennige- Liese Zeitung erscheint an jedem Wochentage nachmittag mit dem Datum des folgenden Tages. Sonnabends liegt die 8seitige Roman-Beilage „Neue Illustrierte« bei. Femprecher Nr. 14 Verantwortlicher Schriftleiter und Verleger Otto Meyer in Adorf. Postscheck-Mo. Leipzig 37369