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an» 12. Jahrgang Montag» äen IS. Oktober ISN Ur. 240 >0"n. Ukr »»»- >yl«t Im «ns kam» -«leistet »erteil» ad« »er Nnzel-e er »efolat »Ser Sa, Sextllch t«»dar Ist Mse TsgMatt MW/LnZeiger Mr -as CrZgebirge W '" NLL-i-NL mit -er wöchentlichen Unterhaltungsbeilage: /Mer Sonntagsblatt. M-KS ^g«r""°n» Nuoand^!oi!-n,°'"!v!-' Sprechstunü« der Neüaklidn mit -tusnahme -er Sonntage nachmittags 4—s Uhr. — Telegramm-fl-resse r Tageblatt flueerzgebirge. Zernsprechrr S3. aUe posiaustatten u>>» orlcl»r,ig-r zür unverlangt eingrsanüte Manuskript» kann Gewähr nicht geleistet weröen. MnmeMptn'chÜ Ungestümes Borwärtsdrangen deutscher Truppen auf dec Insel Oesel und der deutschen Flotte im Rigaischen Meerbusen. Starke Artilleriekümpse an der Westfront. Neue Angriffe der Engländer abgewiesen. DiS äeutsche kemäung auf äor Insel Oesel. Trotz drr fortgesetzten gewaltigen englischen Angriffe kN der Flandern-Front, an drr fast die gesamte englisch« Armee unter Aufbietung aller Kräfte um die Entscheidung ringt, hat die deutsche Führung von neuem, sich völlig Handlungsfreiheit bewahrend,im Osten die Initiativ ergriffen. Im Verein mit der Mari»? wu.-^-< ader als Ltüstvirnkt stark ausgcbautcn russischen Insel Oesel Tmppcn standet. Die Vorbereitungen zu diesem Unternehme r w i'e, mustergültig. In schwieriger, harter Arbeit gelang die Räumung des Minenfeldes, und sofort, nachdem diese Arbeit beendet war, setzte am l2. Oktober unser konzentriertes Feuer gegen die Befestigungen auf der Halbinsel Zworbe, bei Kielkond, an der Taggabucht und am Soelesund ein Die Wucht unseres Feuers kämpfte in kurzer Zeit die feind lichen Batterien der Befestigungsanlagen nieder. Na»h vollendeter Ausbootung warfen sich unsere Landungstruppe > in frischem Ansturm den feindlichen Resatzungstruppen ent gegen, brachen ihren Widerstand und sind in unaufhalt samem Vordringen in südöstlicher Richtung. Die Halbinsel Zworbe bildet den südlich-» Teil d Insel Oesel. A» ihrer äiis;ersten Spitze liegt der Ort Zereh der nach dem Bericht der Obersten Heeresleitun, in Flam men stellt. Kiclkoud liegt an der Jilselbnchl, die der Insel Fielsand vorgelagert ist DieTaggabucht, auf den meisten Keulen als Taggelabucht cingezeichnct, liegt etwas weiter nördlich, der Soelesund endlich trennt die Insel Oesel von der Insel Dagö. Oesel hat 2617,9 Quadratkilometer Flächeninhalt. Die fast sämtlich protestantischen (Einwohner gehören, mit Ausnahme des Adels, der Geistlichkeit und der Bürger, die deutscher Abkunst sind, sowie einiger Schiveden und Nüssen, zur- estnischen Nation. Bet der einzigen Stadt der Insel, Arensburg, befindet sich die grvhe russische Flug- zeugslation, und wiederholt haben unsere Marinelnftschiffe -zum Zielpunkt ihrer Angriffe diese gewählt. Dagoe liegt nördlich von Ochel am Moonsnnd, dem östlichen Eingang der Nigabucht und hat 960,1 Quadratkilometer Flächenin halt. Die Einwohner bestehen zu drei Bierteln ans Esten, zu einein Viertel ans Schweden und Deutschen. Die beiden kleinen Hafenplntze, in denen sich der Handel konzentriert, find Hohenholm und Tiefenhafeu. Die Petersburger Tel-chzrapben-A^entur meldet zu diesem neuen Erfolg der Deutschen ?, linier h.'m tz'chrrtze yv-r Seestrrütk» ästen, die un seren Lertsidigrtngssnlugek weit überlegen waren, führten die Deutschen am 12. eine Landung in d-r Bucht von Tagelcuht im Norden der Insel Oesel und an den benachbarte« Ufern-aus. Andere Kräfte lan deten bet dem Torfe Serrö im Südwesten der Insel Dagö. Tie Küstenbatterien wurden durch das mächtige Feuer der feindlichen Großkompfschlfs? zum Schweigen gebracht. Ne Unternehmung beS MndeS wurde durch dichte Nebel und schlechte Sicht begünstigt. Tie Gar nison der Insel Oesel nahm den Kamps gxgen Lan dungstruppen auf. Alle möglichen Maßnahmen sind ergrijsen, um die Landung zurückzuschlagen. Das angebliche deutsche Marineaufgebet. (Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.1 Nach einer Meldung des Markncmintfteriums nahmen 6 GroßkamPfschiffe, 12 leichte Kreuzer, 4o Torpedoboote, :. o Minensucher an der deutschen Landung auf Oesel teil. Diese unwahrscheinlich hohen Zahlen'gibt das russisch« Martneministertum wohl nur bekannt, um die russische Niederlage als Folge deutscher lieber macht hinzustellen und sich selbst damit zu entschuldigen. LI. R. Der kintllM in peielZburg. Tie Nachricht von der Landung der Deutschen wurde von der Bevölkerung der Hauptstadt mit vollkomme ner Ruhe (?) ausgenommen. Ne Abendblätter ver öffentlichen zahlreiche Unterredungen mit Ministern und anderen militärischen Fachleuten, dis einmütig feststeh len, daß die Landung der Deutschen, obwohl es sich da bei um eine ernste Unternehmung Mr die allge. ineine strategische Lage Rußlands Handels keine unmit telbare Bedrohung Petersburg darstslle. NMhMht Ml die ÄliWiW Amtlich wird aus Berlin gemeldet vom Abend des 14. Oktober: Im Westen wechselnd starker Feuerkampf in Flandern und nordöstlich von Soissons. Die Ope rationen aus der Insel Oesel verlaufen planmäßig. MWWWWUUe westlicher Kriegsschauplatz. Front des «eueralkeltzuiarschalls Kronprinzen »npprecht von Bayer». (Amtlich.) Großes Hauptquartier, 15. Oktober Die Kampftätigkeit der Artillerien in Flandern war ab wechselnd stark. An der Küste und in einzelnen Abschnitten der Front zwischen Lys und Deule wurde das Feuer zeit- § weiiig zu heftigster Wirkung zusammengefaßt. In den aus- ' gedehnten Trichterfeldern kam es mehrfach zu Erkundungs- - gefechten. Im Artois griffen die Engländer mit starken Kräften zwischen "der Scarpe und der Straße Canrbrai--Arras in 4 km Breite an. Auf den Flügeln scheiterte der Ansturm im Feuer. In der Mitte drang der Feind in unsere .Linien. Von dort wurde er nachts durch Gegenstoß i wieder vertrieben. Bei St. Quentin lebte das Feuer vorübergehend auf. IDie Kathedrale erhielt wieder 15 Granattresfer. Front des deutschen Kronprinzen. Zwischen dem Ailette-Tal und Braye sowie im mitt leren Zeile des Chemiu des Dames spielten sich tagsüber , heftige Artilleriekämpfe ab. - Auch nördlich von Reims, in der Champagne und an der Maas steigerte sich zeitweise das Feuer. .' , vestlichcr Kriegsschauplatz. Auf der Insel Oesel wurden schnelle Fortschritte er zielt. In ungestümen Vorivärtsdiäugen warfen unsere Znsantcrieregimeuter und Nadsahrbntaiiloue, vielfach ohne ! das Herankmumen der Artillerien zu erwarten, den Feind, ! wo er sich stellte. Die Halbinsel Sworbe wurde von Nor men her abgeschuürr, während das Feuer unserer Schiffe - die Landbatterien niederhclt. W'r stehen vor dem trennenden Virerwburg und sind ' im Bordrängen im östlichen Teile der Insel, nach deren Qstküste die russischen Kräfte eilig zurückroeichen, um über den Damm der Oesel mit der Jnstt Moon verbunden, zu entkommen. Unsere Torpedo-Bovte sind in das Binnen-Fahrwasser zwischen Oesel und Dagö eingedrungen und haben in wiederholten Gefechten die russischen Seestreitkräfte in den Moon-Sund zurückgedrängt. Von der russischen Laudfront und aus Rumänien sind größere Kampfhandlungen nicht zu berichten. MazcvoNische Front. Ne Lage ist unverändert. Der erst« Gcneralqnartiermeistrr stkü. D. B.) Luvendorsf. Illlllllllllllllllllllllitltlllllllllllltllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllltllllltll ^erenrkir verrweMung. Kerenski hat an de» Obelbefehlühaver der Nordfrout- armeen folgendes Telegramm gerichtet: Sagen Sie der Ostseeflotte, daß die furchtbare Stunde der Prüfung ge kommen ist. Rußland erwartet zu >einer Rettung eine tapfere Tat der Marine, und ich als oberster Befehlshaber forderte von dm Mannschaften und von der Fümung, daß sie sich opfern. Es naht die Stunde, wo die Ostsee flotte die Ehne des Vaterlandes, seine großen Ueberltefe- rungen und die Freiheit der Revolution verteidigen kann. ES ist Zeit, erustltch zu bedenken, wie man sich dem Feinde stelle Tie Besatzung von Kroustadt hat eS durch ihre Haltung schon erreicht, daß die Verteidigungsmittel dieser Festung nicht vollständig sind! Mögen alle Karan denken, s»aß das Vaterland verbrecherischen Leichtsinn oder übel» Kull ade Aufreizung nicht verleihen wico! Da s abscheu- siche Verbrechen d e s P a u z e r s ch i s f e S Petro- lp cwlowsk muß guigemacht werden. Möge die Flotte un'er Führung ihrer Offiziere, deren Vaterlandsliebe ganz Rußland bekannt ist, den Feind zurückwerfen. . Ministrrrat in Petersburg. Nach einem Petersburger Telegramm fand im Winter pol st ein Ministerrat statt, der sich ausschließlich mit d> Anarchie im Reiche beschäftigte. Sämtliche Regie rungsmitglieder waren darin einig, daß die Bauernunruhen Mit den schärfsten Mitteln bekämpft werden müßten. Milirär- und Regierungsbehörden sollten angewiesen werden, gegen die Anarchie aufs strengste vorzugehen und selbst nicht vor Anwendung der Militärgewalt zurückzuschrecken. Aaifer Wilhelm in Sofia. (Meldung der Bulgarischen Lelegraphen-Agentur.) Bei der Galatafel, die am Sonnabend in Sofia statt- fLnd. hielt König Ferdinand eine Rede, in der er u. a. sagte: Euer Majestät! Der heutige Tag, an dem es mir vergönnt ist, den mächtigen Herrscher des edlen deutschen Volkes in Sofia willkom men zu heißen, ist ein Ereignis von hoher geschichtlicher Bedeutung. Mit mir begrüßen mein« Armee und mecn Volk den erlauchten obersten Kriegsherrn des mächtigen deutschen Volkes, treuen Bundesgenossen und aufrich tigen Freund Bulgariens. In meinem Namen und im Namen aller nunmehr vereinigten Bulgaren sage ich Eurer Majestät tiefgefühlten Tänk für die hohe Ehre dieses Besuches, der erneut die innigen Beziehungen un serer Länder zueinander verstärkt. Das aus den Schlacht feldern geknflpste, Lurch gemeinsam vergossenes Blut be siegelte Bündnis wird unseren Völkern auch in der kom menden Zeit des Friedens, für den wir bis zum end gültigen Siege zu kämpfen entschlossen find, zum Segen gereichen. Wir kämpfen für die freie Entwicklung der Völker und die Bereinigung aller Bulgaren. 'In diesem unerhörten Ringen hat daN deutsche Volk mit einer bewunderungswürdigen Aufopferung 'die ganze Welt in Erstaunen gesetzt. Nesss glänzende Beispiel wird seinem treu Verbündeten Bulgarien für alle Zei ten ein leuchtendes Vorbild sein. Möge der Segen des Allmächtigen auch fernerhin auf unseren heldenhaften Streitern ruhen. Von ganzem Herze-n wünsche ich, daß Eure MiZestä» befriedigende Eindrücke und gute Er--, innermrgen mit in die WWtsche Heimat nehmen mögen. Ich erhebe mein Glas auf die kostbar« Gesundheit Eurer Majestät, meines mächtigen Verbündeten und treuen Freundes, sowie auf den Ruhm der glorreichen deutschen Armee und die verheißungsvolle Zukunft des deutschen Volkes. Der Deutsche Kaiser antwortete stüt einem Trinkspruch, in dem er zunächst seinen tiefempfundenen Tank für die herzliche Bewtll. kommnung äusdrückt. Er gedacht« sodann in tiefer Be- wegung der verewigten Königin, die sich als wahre Lan desmutter ^erwiesen habe und sagte dann u. a.: Sttt langem waren wir bewundernde Zeuger. Les restlosen zielbewussten Strebens, das, von llngcr Hand gelenkt, das kraftvolle Volk der Bulgaren von Stise zu Druse aufwärts geführt hat. Mit aufrichtiger Teilnahme be obachteten Mir das tief aus dem Herz u des Velkev ent springende Sehnen und Drängen nach national« Eini gung. Seit zwei Jahren stehen Deutschland, und Dul. garten im Bunde mit Oesterreich-Ungarn und Osmanien Sette an Seite im Kampf gegsn eine Welt von Feinden. ' Dieser Kampf hat Bulgarien nach- glorreichem Ringen vie Erfüllung seines Sehnens gebracht. Ich bin stvlz- darauf, daß es Meinen,Truppen vergönnt war, zur Er ringung dieser Erfolge betzutragen. Aus dieser Waffen brüderschaft erwächst eine unwandelbar« Treue, an der die Ränke der Feinde kläglich -«schellen und gegen die die Geister des Zweifeln» und Mißtrauen» niemals Macht gewinnen können. So stehen wir Hand m Hand unlösbar verbunden. Doch ist di« Zeit der Prüfung noch nicht vorüb«. Der Hochmut und der Frevelstnn un serer Feinde, di« Butzariens ZrLmft neidisch Zerstören