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Allgemeiner Anzeiger. Amtsblatt für die Ortsbehörde und den Gemeinderat zu Bretnig. Lokal-Anzeiger für die Ortschaften Bretnig, Hanswalde, Großröhrsdorf, Frankenthal und Umgegend. Der Allgemeine Anzeiger erscheint wöchentlich zwei Mal: Mittwoch und Sonnend. Abonnementsprei« inkl. de« allwöchentlich beigegebenen „Illustrierten Unterbaltungsblattes" vierteljährlich ab Schalter 1 Mari, bei freier Zusendung durch Boten in« Hau« 1 Mark LV Pfennige, durch die Post 1 Mark exkl. Bestellgeld. Auserate, die 4gespaltene Korpuszeile 10 Pfg., sowie Bestellungen auf Sen All gemeinen Anzeiger nehmen außer unserer Expedition auch unsere sämtlichen Zettunzvbote« jederzeit gern entgegen. — Bei größeren Aufträgen und Wiederholungen gewähren wir Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate bitten wir für die Mittwoch-Nummer bi« Dien»tag vormittag '/,n Uhr, für die Sonnabend-Nummer bi« Freitag vormittag l/,11 Uhr einzusendea Lchriflleiluttg, »ruck «nö Verlag von A. Lchurig, Bretnig Rr. 101. Mittwoch den 19. Dezember 1900. 16. Jahrgang. vertlickes und «Lckstsche- Bretnig. Am Sonnabend fand hier- selbst Gemeinderatswahl statt. Gewählt wurden sämtliche Au«scheidenden wieder und zwar au« der 1. Klasse der Ansässigen die Herren Ernst Gebler mit 88, Hermann Schölzel mit 82 Stimmen, au« der 2. Klasse der Ansässigen Herr Adolf Philipp mit 90 und au« der Klaffe der Unansäffizen Herr Adolf Zschiedrich mit 108 Stimmen. Von den ansässigen stimmberechtigten Gemeinde gliedern hatten 93 von ihrem Wahlrechte Gebrauch gemacht. Die Zahl der Unansäffigen, die Stimmzettel abgaben, betrug 120. Bretnig. Am 25. Januar 1907 wird im Gasthof zur goldnen Sonne hierselbst nach langer Zeit wieder ein öffentlicher Maskenball abgehalten werden. Bretnig. Von unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt, daß der bisherige ver dienstvolle Vertreter des 3. sächsischen Wahl- kreise«, Herr Etadtverordnetenvorsteher Hein- rich Gräfe in Bischofswerda, die ihm seitens der deutschen Reformpartei, de« Bundes der Landwirte und der konservativen Partei wieder angetragene Kandidatur angenommen hat. — Je näher Ostern heranrückt, desto brennender wird für viele Eltern die Frage nach einem geeigneten Beruf ihrer Söhne. Aber nicht nur für die Zukunft der Söhne gilt e» zu sorgen; bei den heutigen Leben«. Verhältnissen werben in vielen Fällen fürsorg liche Ellern auch solcher Mädchen, die nicht von vornherein nach Verlassen der Schule auf Erwerbstätigkeit angewiesen sind, gut tun, ihre Töchter auf einen bestimmten Be ruf vorzubereilen, damit sie gerüstet find, wenn im späteren Leben einmal die Notwen digkeit an sie herantritt, für sich selbst zu sorgen, und hier ist die richtige Wahl oft noch schwieriger als dei den Knaben. E« ist des halb vom König!. Ministerium de» Innern darauf aufmerksam gemacht und soll auch an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, daß im Eommissionsverlag von Alex Köhler in Dresden, Weiße Gasse, 2 die Berufswahl der Männlichen und weiblichen Jugend betreffende Schriften erschienen sind, die der Beachtung aller Eltern, Geistlichen, Lehrer und sonstigen Personen, denen die Erziehung der Heran wachsenden Jugend, obliegt, «ngelegentlichst empfohlen werden können. „Wa« werde ich? Ratgeber für die Berufswahl der männlichen Jugend mit Volksschulbildung" betitelt sich die eine im Auftrage der Zentrale für Jugendfürsorge zu Dre«den vom Schuldirektor Heyde in Dresden bearbeitete Schrift (Preis 75 Ps.), während das andere — „Ratgeber für die Berufswahl der weiblichen Jugend Dresdens" — vom Dresdner Lehrerinnen- Verein bearbeitete Schrtftchen (Preis 15 Pf.) zwar zunächst für die Dresdner Verhältnisse berechnet, aber in seinen wesentlichen Punkten von allgemeinem Werte ist und für die darin behandelten Berufszweige überhaupt Giltigkeit beansprucht. — Am 25. Januar 1907 haben die Reichstags - Neuwahlen stattzufinden. Die Auslegung der Wählerlisten hat spätestens am 28. Dezember 1906 zu erfolgen. Großröhrsdorf. Am Freitag nach- mittag in der dritten Stunde entstand in einer der Firma C. G. Boden u. Söhne ge hörigen Scheune ein Brand, der jedoch durch rechtzeitiges Eingreifen hilfsbereiter Personen baldigst wieder gelöscht werden konnte. Das Feuer ist durch Warmlaufen eine« Lager» der elektrisch betriebenen Dreschmaschine ver ursacht worden. Nieder steina. An den Folgen eine« Schlaganfalle«, den Herr Fabrikbesitzer und Gemeindevorstand Friedrich Wilhelm Günther hier am Donner«tag morgen auf dem Wege nach Bahnhof Bischheim erlitten hatte, ist derselbe am Abend de«selben Tage« gestorben. Die Beerdigung de» für hiesigen Ort äußerst verdienstvollen 72jährtgen Manne« fand am Sonntag unter großer Teilnahme statt. Kamenz. Montag in der 11. Vormit tagsstunde brach im Hutberghotel ein Brand au», der da« der Stadt gehörige komfortable Gebäude in die Gefahr völliger Vernichtung bracht«. Durch Umfallen einer Laterne war im Keller Feuer entstanden, welche» durch Explosion einer eisernen Petroleumtonne, die unter gewaltiger Detonation erfolgte, eine bedeutende Dimension annahm. Auf sofortigen telephonische» Hilferuf trafen zuerst an dem Waffecleitunz»dau in der König»dcückerstraße beschäftigte Kommunarbeiter an der Brandstelle ein, welche unter Lebensgefahr rn das Gebäude eindrangen und mittel» Schnee erfolgreiche Löschardeiten vornahmen. Mittel» de» neuen Feueralarmapparate» waren weiter 20 Mann der fretw. Feuerwehr alarmiert worden, welche mit ihrer Spritze darauf auf dem Berge an- langten. Der Brand erzeugte eine bedeutende Nauchentwickelung, die al» dunkle hochempor- steigende Rauchwolke weithin sichtbar war. Der Keller ist völlig ausgebrannt und von da au» das gesamte Treppengedäude arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Türen im Keller sowie die hölzerne Treppe und Türen de» Treppenhauses find verbrannt, viele Scheiben zersprungen, sowie Gardinen verdorben. Der Aufgang ist durch dicken Ruß bi« unters Dach in völlig schwarzes Gewand gekleidet. Dar wertvolle GebirgS- verein»- sowie die Fremdenzimmer sind glück licherweise so gut wie unversehrt. Auch Saal und Restauration«zimmer sind nicht in Mit leidenschaft gezogen, sodaß der Restauration» de trieb in vollem Umfangs aufrecht erhalten bleibt. Die Hotelbewohner wurden durch da« Feuer in nicht geringen Schreck versetzt. Nur den großen Bemühungen der Kommunarbeiler ist es zu danken, daß da» Hotel nicht ein Raub der Flammen wurde. Als die freiw. Feuerwehr eintraf, war die Hauptgesahr be reits beseitigt, doch traf dieselbe sofort die noch erforderlichen Rettung-maßnahmen. Der Schaden ist ziemlich beträchtlich, auch der Telephonbetrieb ist gestört. Zittau. Der hiesige Rabatt-Spar- Verein kann an seine Mitglieder diese» Jahr 103,900 Mark verteilen. Dresden, 15. Dez. Frachtermäßigung für Fleischtransporte. Die Direktion der Königl. Sächs. Staat»eisenbahnen hat soeben beschlossen, vom 15. Dezember bis einschließlich 31. Dezember 1906 für bis Beförderung von Fleisch von frisch geschlachtetem Vieh eine Frachtermäßigung insofern eintreten zu lassen, al» bei Aufgabe derartiger Sendungen die Abfertigung mit Eilfrachtbriefen erfolgt. — Ein überaus frecher Raudanfall wurde Freitag vormittag an der Zeithainer Butter frau Gute, al» diese sich auf dem Wege zu ihren Kunden befand, in der Nähe des Zeit hainer Wasserturmes verübt. Genannte Frau, welche ahnungslos mit ihrem Hundegeschirr ihres Wege» ging, wurde plötzlich von einem aus dem Waldesdickicht hecausspringenden, eine Frauenlarve tragenden Manne mit dem Rufe: „Do» Geld oder da» Leben!" ange fallen. In der Hand de« Verbrecher» blitzte ein Messer, mit dem er der zu Tode er schrockenen Frau die um ihren Leib geschnallte Ledertasche, m welcher Frau Guke einen Teil ihrer Barschaft mit sich führte, abschnitt. Der Verbrecher, welcher wohl mit den Eigen heiten der Frau bekannt sein mußte, zwang die Aermstr durch Würgen am Halse mit einem Stück Zeug zu dem Geständni«, daß sie den übrigen Teil ihres Gelbe» auf dem Wagen in einer mit Lederriemen umschnürten Butterkiste aufbewahrt habe. Beim Durch schneiden der Riemen schnitt sich der Räuber in einen Finger, war vielleicht ein Merkmal zur Entdeckung de» Verbrechers sein könnte. Nach geschehener Tat verschwand dieser wieder im Dickicht. Die Behörde bemüht sich eifrig, in die Sache Licht zu bringen. In der Butterkiste befanden sich 75 Mark. — Ein seltenes Mißgeschick widerfuhr einer 50 jährigen Restaurateurswitwe in Chemnitz. Die Frau kam infolge der Glätte auf der Kaßbergstraße zu Fall und brach den Arm. Sie begab sich sofort zum Arzt, der den Arm verband. Kaum hatte sie die Wohnung de» Arztes verlassen, al» sie abermal« ausglitt und nun noch einen Fuß brach. — Unter Beteiligung einer hervorragenden Gesellschaft fand am Sonnabend mittag die feierliche Einweihung de» Krematorium« in Chemnitz, des ersten in Sachsen, statt. Plauen i. V., 17. Dez. Wie dem „Vogtl. Anz." aus Lobenstein in Reuß ge- meldet wird, sollten die beiden Kroaten, die unter der Anschuldigung, den Hetnersdorfer Raubmord begangen zu haben, im dortigen Amtsgerichtsgefängnis untergsbracht worben waren, nach dem Tatorte geführt werden, weil sie immer noch leugnen. Dabei ist einer der mutmaßlichen Mörber, der Arbeiter Zawatje, in der Nähe von Heinersdorf seinem Tran» porteur entsprungen und konnte nicht wieder eingeholt «erden. — In Zwickau hält sich seit einigen Tag«n ein junger russischer Anarchist auf, der in den Meutereien der Schwarzmeerflotte eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hat. Er ge hörte zur Besatzung der „Kurosna", Vie im April 1906 in den bulgarischen Gewässern kreuzte. Furchtbare Durstqualen trieben die Besatzung dazu, vom Befehlshaber Wasser zu fordern. Al» die» verweigert wurde, erstachen sie den Befehlshaber und warfen ihn in» Meer; die übrigen Offiziere zwangen sie, ins Wasser zu springen. Um sich vor „Sibirien" zu retten, versuchten Isie in den Hafen Bul gariens zu kommen und hatten bei diesem Versuch einen 3^/z Tage währenden Seekampf zu bestehen, der mit der Wegnahme der „Kurosna" endete. Der hiesige „Gast" hat dabei zwei schwere Wunden, einen Schuß durch den linken Oberschenkel und die rechte Wade davongetragen. Von dem bulgarischen Spital au» flüchteten sie über Oesterreich nach Deutschland. — Ins Getriebe geraten! Ein beklagens werter Unglücksfall, dec ein junges Menschen- leben forderte, ereignete sich am Freitag nach Mittag in einer Maschinendauanstalt in der Merseburger Straße in Leipzig - Lindenau. Der 9 Jihre alle Knabe Friedrich Walter ^na, AareUenstcaße 13 vei dem Pflegevater vohah ut, war in jener Fabrik in einen Raum mngetrerea, in dem eine Hobelmaschine ausge stellt ist. Die Maschine war abgestsllt und niemand in der Nähe. Der Knabe stellte di« Maschine an und machte sich daran zu schaffen. Hierbei geriet er in da» Getriebe, wobei ihm die Schädeldecke eingedrückt wurde. Der Tod trat sofort ein. Leipzig, 17. Dez. Heute Vormittag 9 Uhr wurde hier der 35 Jahre alte Geld briefträger Ernst Emil Rübner, wohnhaft in Altschünebeck bei Leipzig, verheiratet und Vater von vier Kindern schwerverletzt und besinnungs los auf der Treppe de» Grundstücke« „Deut- richshos" in der Nikolaistmße aufgesunden. Beide Taschen waren ihm ausgeschnitten wor den. Er wurde in die nahegelegene Sanität»« wache gebracht, wo schwere Verletzungen am Kopfe, die von einem scharfen Instrumente herrühren, darunter eine lebensgefährliche Verletzung desSchädelknochen» festgestellt wurde. Rübner, der später wieder vernehmungsfähig war, wurde in da» städtische Kranlenhau» ge schafft. Die geraubte Summe soll 7000 Mark betragen. Der Täter ist noch nicht er mittelt. Leipzig. Der 15jährige Arbeitsbursche Richard Kautzsch, in Anger-Crottendorf wohn haft, wurde aus dem Heimwege in der Kohl« gartenstraße in Reudnrtz von einem anveren Burschen, mit dem er in Streit geraten war, so fürchterlich geschlagen, daß er einen Schädel bruch erlitt und in» Krankenhaus gebracht werden mußte, wo er am Donner»tag gestorben ist. Nach dem Täter wirb eifrigst gefahndet. — Die Leipziger NeujahrSmeffe beginnt am 3. Januar und endet am 1k. Januar. — In der Nacht zum Sonnabend hat die Frau de» Direktor« dc» Stablgymnasium« Vrofeflor Dr. Friedersdorff in Halls a. S. ihre 20 Jahre alte Tochter und sich selbst erschaffen. Schwermut dürfte der Beweggrund zur Tat gewesen sein. — Herr Gendarm Rostock au» Gera, der von dem Einbrecher Ludwig in Stübnitz am Mittwoch abend mit einem Revolver durch die rechte Augenhöhle in den Kopf geschossen wurde, ist am Freitag abend gestorben. Der Beamte war nicht wieder zur Besinnung ge kommen. Von einer Operation hatte man abgesehen, lieber die Schreckenstat selbst ist zu berichten, daß sich der Genoarm Rostock mit seinen zwei Begleitern auf den Scheunen boden b-gad, wo sich der Verbrecher versteckt hatte. Der Begleiter Rostocks, Diener, Ser die Laterne trug, sah Ludwig zuerst und machte den Gendarmen auf den aus dem Stroh kineende» Menschen aufmerksam. In demselben Augenblicke krachte auch oer erste Schub, woraus die Rostockschen Begleiter die Laterne auslöschten und durch den Scheunen laden auf den Hof sprangen. Rostock wurde dann von einigen mutigen Leuten von dem Scheunendoven ysruatergeholt uno in ern Zimmer gebracht. Dresdner Tchlachtvtehmartt vom 17. Dez. 1906. Zum Auftrieb kamen: 4306 Schlachtliece und zwar 884 Rinder, 1077 Schafe, 2095 Schweine und 250 Kälber. Dre Preise stellten sich für 50 Kilo rn Mark wie folgt: Ochsen: Lebendgewicht 46—48, Schlachtge- wicht 85—87; Kalben uns Kühe: Lebens, gewicht 43—47, Schlachtgewicht 78—82, Ba-ien: Lesenogswichl4ä—47, Schlachtgewicht 79—82; Kälber: Lesrstsgewichl 53—»5, Schlachtgewicht 84—88; Schife: 86—89 Schlachtgewicht; Sy weine: Lebendgewicht 52 —53, Schlachtgewicht 70—72. Er find nac Sie Preise für Sie se ien Z.egiocun oer,-ich iei.