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Frankenberger Tageblatt Anzeiger Dienstag, veu 24 April Ivi 7 Königliches Amtsgericht. Flöha, d,P 21. April 1917. Lke Königliche Amtshauptmannschast. -- denn hier ist die unter englischem Einfluß stehende Bour- goisie mit allem Eiser bemüht, das Feuer des Krieges zu schüren. Die Arbeitermassen dagegen sind friedlich gesinnt und wirken nach bestem Vermögen für eine Einstellung der Feindseligkeiten. Würde das wohl der Fall sein, wenn inan von der sogenannten Demokratie eines Lloyd Georgs Frieden und Heil für die Welt erwartet? 4 Endlich sei auch das Benehmen der Deutschen im Aus land als Zeugnis dafür angeführt, wie sich die auswärtigen Verhältnisse zu den unsrigen, von den Gegnern so arg ver leumdeten, verhalten. Die zahlreichen Deutschen im Aus land, im besonder» in jenen sogenannten Demokratien, haben die Zustände hier und dort aus eigener Anschauung kennen gelernt und können ermessen, wo wahre Freiheit zu finden ist. Wären di- Zustände wirklich so bei uns, wie Lloyd George sie zu schildern sich erdreistet, so müßten wir erwarten, das, sie froh seien, einem sülchen Kerker entronnen zu sein; in Wahrheit haben sie mit seltenen Ausnahmen ihrem Vater lande die vollste Treue bewahrt und sind oft unter ungeheuren Schwierigkeiten von weiter Ferne herbeigeeilt, um ihm im Kampf für seine Selbsterhaltung beizustehen. Kurz, das alles stimmt nicht zu der Karikatur, welche Lloyd George von uns entwirft. Daß aber ein Mann von so kläglicher Denkart bei unsern Gegnern eine so hervorragende Stellung erlangen konnte, das kann uns nur in dem Ent schluß und dec Zuversicht stärken, unsere gerechte Sache gegen alle Widerstände tapfer aufrecht zu erhalten. Denn wie es in den, alten Worte heißt, „groß ist di- Wahrheit und sie wird siegen!" Der Mllkmg Westen Des Kaisers Anerkennung w (Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser richtete an läßlich der siegreich abgewrhrten Angriff« an der Aisne und in d«r Champagne folgendes Telegramm an Seine Kai serliche und Königliche Hoheit den Kronprinzen: Die Deinem Befehl unterstellten Truppen aller deutsche» Stämme haben in ftahlhartem Willen und kraftvoll geführt den großen französischen Durchbruch an der Aisnr und in der Champagne zum Scheitern gebracht. Die Infanterie hat ausch dort wieder da» schwerste zu tragen gehabt und Große» in todesmutigem Ausharren und in unwiderstehlicher Angriffsdauer der unermüdlichen Hilse der Artillerie und der anderen Waffe« geleistet. Führern und Truppe« übermittele Meinen und d:s Vater landes Dank. Die Schlacht an der Aisne und in der Champagne ist noch nicht zu Ende, aber alle, dir dort kämpfen, solle» wissen, daß ganz Deutschland ihrer Taten gedenkt und mit ihnen festen Willens ist, den Daseinskampf bis zu» sieg reichen Ende durchzufechten. Dqs walte Gott! Wilhelm. I.R. Erinnert wird an die Bekanntmachung der Königlichen Amtshauptmannschast vom 14. Apnl . 18M, wonach die Besitzer vo« Gärten, Baumschulen und Obstanlagen aus Grund be stehender Vorschrift cm Interesse der Obstbaumzucht und zur Anwendung von Schaden die m ihren Anlagen auftretenden Maikäfer sorgfältig zu sammeln und zu vernichten haben. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 M. beziehentlich Haststrafe bis zu 14 Tagen geahndet werden. < Die Drtsbehörden und Polizeiorgaste wollen daraus sehen, daß der Anordnung nach- gekommen werde. Das Aufgebotsverfahren zum Zwecke der Kraftloserllärung der am 31. August 1889 aus gestellten Mie Nr. 208 der Aktiengesellschaft Bereinsbank zu Frankenberg hat sich durch Rücknahme des Antrags erledigt. Frankenberg, den 14. Apnl 1917. 8. «vS 147./I5. Beka »ntnraekun« für Ounnrrsdvrl In Gemäßheit der bestehenden Vorschriften werden alle Personen, welche am hiesigen Orte ihre Einkommensteuerpflicht oder ihre Ergänzungssteuerpflicht zu erfüllen haben, denen aber bis jetzt die Steuerzettel nicht haben behändigt werden können, hiermit aufgefordert, wegen Mitteilung des Einschätzungsergebnisses sich bei der hiesigen Gemeindebehörde zu melden. Gunnersdors, am 23. April 1917. Bunge, Gemeindeoorstand. (Geräucherte und Salzheringe 4. „ „ 3-6 „ Rachm. in der städt. Niederlage, Baderberg 6. zum Verkauf. — Fleischausweiskarten sind vorzulegen. — Die Bezahlung hat mit Kleingeld zu erfolgen. Stadtrat Frankenberg, den 23. April 1917. gelangen den Deutschen Gegenstöße, die ihm», wie südlich von Cerny, Eeländegewinn einbrachten. Auch östlich von Craonne, im Raume zwischen Craonne und dem Bach Miette, scheiterte ein heftiger französischer Angriff, der nach starker Artillerie vorbereitung, die am Nachmittag zu rasendem Trommelfeuer anwuchs, unter Unterstützung von Panzerwagen gegen 6 Uhr abend erfolgte. Größtenteils wurden die Angriffs noch vor unseren Gräben niedrrgeschmettert .An emze.mn Abschnitten kam es zu blutigen Nahkämpfen und heftigen Gegenstöße». Nach abflauendem Feuer in der Nacht lebte heute morgen starke; feind.iches Feuer, auch schwerer Kaliber, an einigen Stellen wieder auf. Der Block Brimont, der Drehpunkt der Schlachtfront, wurde ebenfalls wieder angegriffen, aber vergeblich unter schweren französischen und russischen Verlusten. Nördlich von dem wenige Kilometer von Reims entfernten Betheny wurden feindliche Grabsnteile vor unserer Front gesäubert und dabei 2 Unteroffiziere und 14 Mann gefangen genommen. Nord westlich Auberive im nördlichen Flügel der Schlachtfront im allgemeine» ruhig. Feindliche Angriffe gegen die von uns gehaltenen Höhenstellungen wurden blutig abgeschlagen. An einigen Stelle» gewannen wir im Gegenangriff Raum. Feind liche Teilangriffe, die gegen Abend einsetzten, wurden gleich falls zurückgewiesen. An der belgischen Front scheiterte in der Nacht zum 20. April ein englisches Unternehmen gegen Wytschaete. Eine breite Schützenlinie ging in mehreren Wellen gegen die Front einer Einheit vor. Die erste Welle wurde bei dem Versuche, die drei Hindernisse zu zerschneiden, im Handgranatenkampf vernichtet, die folgenden Wellen von Maschinengewehr- und Artilleriefeuer gefaßt. 50 bis 60 tote Engländer wurden vor unseren Gräben gezählt. Beiderseits des La-Bäste-Kanals heftiges Minenfeuer. Von nördlich Lens bis südöstlich Arras mit Unterbrechungen starke; Artilleriefeuer, auch schwerer Kaliber. - Für uns gün stige Patrouillenkämpfe westl ch Lens ustd westlich Roaur. Zwischen Arras nnd Aisne kerne bedeutende Arkillerie- tätigkeii. Dis Kathedrale von St. Quentin erhielt 10 Voll treffer, wie überhaupt das vermutlich englische Feuer in den letzten Tage» grundsätzlich in der Gegend der Kathedrale und des Marktplatzes liegt. Feindliche Heeresberichte w Im sranzöfischen Heeresbericht-vom 21. April nach- mitlags heißt es u. a.: Nördlich der Aisne ziemlich hef tiger Artilleriekampf in der Gegend von Nanteuil, La Foss« und Hurtebise. Wir machte» gestern an 100 Gefangene auf diesem Frontteil. In der Champagne schlugen wir mit Verlusten für den Feind einen Angriff gegen den „Hohen Berg" ab. Westlich von Maisons de Champagne drangen unsere Abteilungen in di- deutschen Linien ein und brachten 40 Gefangene zurück. w Im französischen Heeresbericht vom 21. April abends heißt cs u. a.: Zwischen Somme und Oise heftige Kämpfe der beiden Artillerien, besonders in der Gegend von St. Quentin. Ein Handgranatenkampf hat uns im Abschnitt von Hurtcbise ermöglicht, Gelände zu gewinnen. Unser Sperr feuer hat viermal verschiedene Versuche des Feindes vereitelt, aus den Schützengräben nördlich von Braye hervorzubrechs». Die Zahl der vom 9. bis 20. April von den französischen und englischen Truppe» gemachten deutschen Gefangenen über steigt 33 000; die Zahl der in der gleichen Zeit erbeuteten Geschütze übersteigt 330. w Englisch«! Heeresbericht vom 21. April. Gestern abend nahmen mir das Dorf Gonnelie» und machten dabei Gefan gene. Ein feindlicher Angriffsversuch in der Nachbarschaft von Fauquisart wurde vereitelt. Der g-fchritert« französische Durchbruchspla» w Aus anfgesundenen französischen Befehle», die durch Gefangencllaussagen ergänzt werden, ergibt sich immer klarer der großangelegte französische Durchbruchspla». Die deutsche Front sollte am 16. April durch de» umuiderstehlichen An- klosO Seorg« rügemeae - Von Rudolf Eucken. Der Premierminister oder vielmehr Diktator von Eng land, Lloyd Georg«, hat in diesen Tagen wieder einmal eine Rede gehalten, worin er in seiner gewohnten Art einen un würdigen Ton anschlägt und mit gröbsten Entstellungen ar beitet. Die Tendenz dieser Rede-geht dahin, unsere Gegner als di« Vorkämpfer wahrer Freiheit, uns aber als Gegner dieser Freiheit darzustellen und zugleich das, was die Gegner Demokratie nennen, als eine sichere Gewähr des Friedens und als die Herbeiführung eines allgemeinen Völkerglückes auszugeben. Sich mit diesen Gedankengängen näher aus- einanderzusetze», hat keinen Zweck; wer die Hohlheit und Unwahrhaftigkeit des Ganzen nicht selbst durchschaut, dem können keine Gründe helfen. Aber es ist doch vielleicht nicht überflüssig, einige Hauptpunkte gegenüber jenem Lügen gewebe festzustellen. 1. Was Lloyd George Demokratie nennt, ist alles eher als ein Freiheits- und Volksstäät. Was in England, wie auch in Frankreich, Italien und Amerika herrscht und die Politik nach seinen Interessen lenkt, ist in Wahrheit das Kapital in seiner mannigfachen Verzweigung. Dies Kapital weiß sich mit Hilfe einer großen, oft bestochenen Presse den Schein der Freiheitsliebe und Volksfreundlichkit zu geben. Aber unter dem Scheine der Freiheit gerät dort der Einzelne als Arbeiter, Lehrer, Beamter in weit größere Abhängigkeit als es bei , uns der Fäll ist. Auch die Fürsorge für wirt- schaftkich Schwächere ist in alle« jenen Länder» geringer als bei üNs. Erst äüf das Boratzgehen Deutschlands hin hat mäst sich dort entschloss«», eine Sozialpolitik positiver Art zu !tr«ib«N; wir wüten init unseren sozialen Gesetzen die Führet, jeste sifid, öst recht zögernd, erst nachträglich gefolgt. Wie fetn mä» i» Viesen Ländern davon ist, den wirklichen Willen des Bölkes auszuführen, das zeigt das Beispiel Jtäliens. Es wird jetzt von allen Seiten zugrstanden, daß nur «ine Minderheit dieses Volkes den Bruch und Kamps mit seinen bisherigen Bundesgenossen wollt«, aber diese Min derheit hat mit rücksichtslosen Mitteln, bisweilen mit brutaler Gewalt, die Mehrheit zurückgedrängt und ihr den Krieg auserlegt. Ist das ein Freiheitsstäat zu nennen, verdient das den Namen Demokratie? Wie steht es endlich mit der Volksbildung hier und dort? Die Zahlen zeigen hier un widerleglich, wie weit hier Deutschland seit langer Zeit jenen falschen Demokratien übe/legen ist. . 2. Lloyd George stellt di« Sache so dar, als ob die Demokratien in seinem Sinn, die Scheindemokratien Vor kämpfer des Friedens wären; die neueste Geschichte bekundet das gerade Gegenteil. Wer anders hat denn mit der be rüchtigten Einkreisungspolilik den ungeheuren Weltkrieg her- oorgerusen als die englische Regierung? Wer hat, als in Rügland Vas Zünglein an der Wage zwischen Krieg und Frieden noch schwankte, für den KNeg. den Ausschlag ge geben als die englische Politik? Wer wär es ferner von den europäischen Staaten, der eine Eroberung forderte? Frank reich wollte das Elsaß, Italien wollte österreichische, nur ZU)» kleineren Teil von Italienern bewohnte Gebiete, Ruh land wollte Konstantinopel, aber auch der Erbittertste unserer Gegner könnte kein Land aussühren, das Deutschland er obern wollte. w Trotz der heftigen Kämpfe, di« am gestrigen Tag« im Raume Aisne—Champagne stattfanden und sich an manchen Stellen zu äußerster Wildheit steigert«», weist die gewaltige Linie, wie schon in den letzten Tagen, nicht mehr das Bild einer einheitlichen, izpch großen strategischen Gesichtspunkten geleiteten Schlacht auf, vielmehr löst sich die Schlacht in heftig« vereinzelte Kampfhandlungen auf, die auf rein örtliche Erfolge Hinzielen. Auch gestern erneuerten die Franzosen ihre verzweifelten Versuche, den Aufstieg ans der Aisne-Ebene zur Höhe des Chemin des Dames- zu erzwingen. Bier Angriffswellen bra -^n, wie am gestrigen Tagen, im deutschen Feuer zusammen, rstlich von Craonne gerieten die französischen Sturmhanfe» Verkauf von Graupe« und Haferflocken Dienstag, den 24. d.M., von Nachm, 4 Ahr ab bei sämtlichen Materialwarenhändlern gegen Rückgabe der Lebensmittelmarken Är. 49 ie 1V0 Gramm i Graupen ^r Haferflocken. Pi»: «--MN MLibbMW.. ' Stadtta^rankenberg, den 23. sipril 1917" Amtsblatt str die KSnigl. AmtshmchtmamWst MhchdasKüM -md den Stadtrat zu Fraukmbers . , i Sa. — Druck und ««lag von «. «. Roßberg tu Frankenberg i. Sa. Verantwortlicher Redakteur: Ernst Roßberg s-»- M Frankenberg . MaHreaeln zur Bekämpfung der Blutlaus. - Die,Amt. , .. weist die Besitzer von Obstbiinmen erneut auf die ihnen ob ¬ liegende Verpfli ma hin, diese Bäume auf oas Vorhandensein der Blutlaus zu unterfuchen und gegebenenfalls die Ver ieses Schädlings energisch zu betreiben. . lleber das West« der und die wirksamsten Bekümpfungsarten enthalten dw in den Gemeindeämtern und Schulest befindlichen Aushange das Nötige. Hiernach ist die Blutlaus am leichttlten und wirksamsten km Mhkahre sin der Zeit bis mit Mai, in der der blattlose Zu stand der Bäume das Erkennest der befallenen Stellen besonders erleichtert) zu bekämpfen und m deshalb den Besitzern der durch die Blutlaus gefährdeten Obstbäume (als solche kommen die Apfelbaume und in. geringerem Grade auch die Birnbäume in Betracht) anzuempfehlen, sofort mit der Untersuchung, der betreffenden Bäume zu beginnen. Die Ortspollzeibehürhen und übrigen Polizeibehörden erhalten Anweisung über die Be folgung vorstehender Anordnungen zu wachen und Zuwiderhandlungen anher anzuzetgen. Auch,wird sofottiget.Anzeigeerstattuna in solchen Fällen entgeaengesehen, wenn die Blut laus austreten oder schon em Verdacht des Austretens derselben begründet sem sollte. Die Amtshauptmannschast behält sich vor- mit der Revision der gefährdeten Obstbaume einen Sachverständigen zu beauftragen. Flöha, den 21. April 1917. Die Königliche Amtshauptmannschast. 7V. Javrftantz 3.. Daß jene von den Gegnern vertretene Politik nicht di« wahren Interessen der Völker vertritt, sondern die ein zelner Ksässen, an erster Stelle die des Großkapitals, das zeigt mit voller Deutlichkeit das Verhallen der Arbeiter klassen. In Italien waren die Arbeiter von Anfang an bis jetzt entschiedene Gegner des Krieges. In Frankreich ist wenigstens ein erheblicher Teil so gesinnt, er würde noch Hehr zur Gehung kommen, wenn man nicht gleich nach Aufbruch Kr» Krstaes seinen besten Führer Iaurös in feiger chen Weis« «Wroet HÄte. In, Englgnd ist wenigstens «in Teil , West»», vv« »raonne gerieren o« sranzoiylyen isturmyaufen K^sfeiMch. MWch sin Mnettka ist es dk Mldemo. m flankierendes Artilleriefeuer, das sie reihenweise nh-derwarf. kratie. Das deuttichste Beispiel aper liefert jetzt Rußland, i Im Gegensatz zu den erfolglosen Angriffen der Franzosen