Volltext Seite (XML)
Für die Dies Blatt enthält die amtlichen Bekanntmachungen der Vmtshauptmannschaft Oelsnitz, des Amtsgerichts, dec Amts.' anwaltschaft und des Stadtrates zu Adorf. A«zeige«preise: bgespaltcne Petitzeile oder' deren Roum 15 Geldpsennige, bei auswärtigen Anzeigen 20 Goldpfemnge, für die o.wt! ck ZeOe 40 Gcltpsenmae, Retlommezeile, 60 Goldpsennige- Dicse Zeitung «Lscheint Montag», Dienstags, Donnerstags, Freitags ». Sonnabends nachmittag mit dem.Datum des folgende« Tages. Fernsprecher Nr. 14 F 36. Verantwortlicher Schriftleiter und Verleger Otto Meyer in Adors. SovnabeAd, dmi k. War; 4924 Postscheck-Kto. Leipzig 373 69 M!- Ml AMMk III WL»L 2m Ri"dsrbejtande des Landwirtes Arno Mick in Böfenbrmm, Ortsreit Antertriebel- bach, ist die Maul- m d Mauensruche feftgesteilt worden, dis Sperrbezirk wird der Orlsteil Untertuedelbach und als BevÄachtungs- Stbict dis üdrige Bösenbrunn «nd Obertriebelbach bestimmt. Ferner wird eine Gesahrevzoue aus den Gemeinden: Schönbrunn, Lauterbach, und Oberhermsgrün, Untsrtriebel, Bovrumutirchen, Dechengrün und Dröda gebildet. Auf die früher -in Maul- uud Klauenjeuchefällsa erlassenen Vorichrften, die j derzeit dn Amishoupimennschaft und den Gemeindebehörden eingcsehen werden lönnrn, wird ^osiesen. Zuwiderhandlungen werden bestraft. l I- 5 ll/24. veknitz i. V^ 28. Februar 1924. Die Amtshauptmanufchaft. Die Maul- und Klauenseuche in Blosenberg ist erloschen. Die darauf bezüglichen Maßnahmen in der Bekanntmachung vom 22. Zanuar 1924 werden ausgehoben. Orlsnitz i. V, den 28. Februar 1924 l b 4» U 24. D e Amtshanptmannschsft. Aus Blatt 232 des Handelsregisters, die Firma Porzellanfabri! B ambach, Franz Neukirchner iu Brambach betreffend, ist heute eingetragen worden: Die Prokura des Direktors Fritz Rubner in Bad Brambach ist erloschen. Auirsqericht Adorf, am 28. Februar 1924. Der Kammerjäger Alwin Nllmann aus E°ysr beabsichtigt, in Adorf die Vertilgung von Rotten und Mäustn vorznvehmen. Diejenigen Grundstücksbesitzer, die eine olche Ver tagung vornehmen lassen wo!le>>, haben dies bis zum 6. Marz 192t tn der Polizeiwache zu melden. Die Kosten fallen den Antragstellern zu und betragen 1,50 G.-M. für das Grundstück. Adors, den 2«. Februar 1924. Der Stadtrat. Was Ml es Neues? «o " Reichstag hielt Außenminister Dr. Stresemann "«e große Rede über unsere außenpolitische Lage. "I 3m HMerprozeß wurde am Donnerstag zum ersten- «ale die Ocfsentlichkeit ausgeschlossen. Die Bvlschafterkonferenz beschäftigte sich mit der oo.?,rkontroile in Deutschland und setzte die Antwort "A^die deutsche Note vom 8. Januar fest. - Tte Besprechungen über den Abschluß eines deutsch, pichen FreundschaftsoertrageS werden nächste Woche in zwischen dem deutschen und dem türkischen Dele- '^ten beginnen. dn-.- Die belgische Negierung bat von der Kammer ein «Wrauensvotum erhalten und ist zurückgetrcten. Tie letzte Woche. § Im Brennpunkt des Interesses steht der tn Mün» ^"begonnene Prozeß gegen Hitler-Ludendorjs wegen Putsches ini vorigen November. Noch läßt sich, da Urade erst die Vernehmung der Angeklagten im Gange > > über den Prozeß und sein voraussichtliches Ergeb- nichts Voraussagen. Nur da» schält sich heute 'M mit aller Deutlichkeit heraus, daß es wohl we- Tlnn Prozeß gegen Hitler als ein öffentliches d),„M.evcrfc!hren gegen den bisherigen Generalstaats. Missnr von Kahr werden wird. »..Interessant ist weiter der Sturz des belgischen Anetts Theunis durch die Kammer, die den vor- ^Magenen Wirtschaftsvertrag mit Frankreich glatt h./Mte, da sie der Ansicht ist, daß hier wirtschaftliche ^en Interessen Belgiens aus rein politischen Erün- M Interesse Frankreichs geopfert werden soll- dürste auch nicht gerade zur Befestigung der "ung Poincares beitragen. Kampf zwischen der Nelchsreaierung und dem leiw« "N wegen der ans Owund des ErmächtigungSge- bx.?, dom Reichskanzler Tr. Marx vollzogenen Not- gxMonungcn hat sehr lebhafte Erörterungen hcrvor- da sofort, das schwere Geschütz der Vornahme sxxM°uwahlen und der Auflösung der jetzigen Volks- ^tt-u Mifgcsehrcn wurde. Neben dem Kanzler Nis 0 besonders der Außenminister Tr. Stresemann Ülib? g gelegt, während von feiten der Parteien alle djx V .spracht, Die Regierung ist überzeugt, daß »le Abänderung oder Ablehnung der Verordnungen ^w°^^^b)rung der finanziellen und materiellen Ne- ^erschüttern oder unmöglich machen werde. ^sz?^den den Debatten im Reichstag dauerten die wngen der Sachvcrständigenausschnsfe der Re- kr,"Mskommission, die in Berlin getagt hatten, un- Teilnahme deS Neichsbankpräsidenten Dr. der dann nach Deutschland zurückgekehrt ist, in W Prinzipiell waren die Herren schon ziem- Primiz, aber diese allgemeinen Grundsätze in die übertragen, wird noch ein schweres Stück rHellen und nicht so bald erledigt werden. klingt eS, daß die Ausschüsse nachdrücklich feiM^ Mben, daß in ihre Beratungen keine Politik At werden dürfe, sondern man sich einfach an ?b P .eschaftliche halten müsse. ES fragt sich nur, oehi. '*ware sich daran halten und nicht in seinen alten zurüüfallen wird, gerade die Politik auch künftig on die Spitze zu stellen. tzeseKs ^r von den Beschlüssen der Ausschüsse im neuen Steuern zu erwarten haben, aus alkoholische Getränke, Tabak und In Paris machten sich inzwischen wiederholt An- ! reichen bemerkbar, als ob Poincarös letzte Stunde ge schlagen hätte, abes er ist noch mit genauer Not herum »ekommen, obwohl seine Mehrheit in der Kammer be denklich zusammengeschmolzen war. Tis französische Steuervorlage ist in der Deprrtiertenkammer genehmigt, und dann dem Senat überwissen worden, der sie aber nicht mehr vor den Neuwahlen erledigen kann, so daß Poincare um die Gefahr, die ihm hie.x drohte, herum kommt. Verdient hat er es nicht, denn sein Verhalten tn der Pfalzangeleaenheit ist wieder einmal derart gewesen, daß es keine Entschuldigung dafür gibt. Die Zurückweisung der deutschen Protestnote, die eins Un höflichkeit ersten Ranges ist, bedeutet ein starkes Stück. Englands Ws Punkte. Die ewige Militärlontrolle. Die über Deutschland verhängte MiUtLAontroUe, die nach dem Wortlaut des Friedensvertrages schon längst hätte verschwunden sein müssen, soll anscheinend auf dem Umweg über einen „kleinen Ausschuß" ver ewigt werden. So macht jetzt England zur „Beruhi gung" seines französischen Bundesgenossen einen da hingehenden Vorschlag unter folgenden fünf Bedin- zungen für Deutschland: 1. die Umvaudluvg von Munitionsfabrik«« für AriedenSprovukte ist i« kurzer Zeit zu vollenden, 2. die Ablieferung von Kriogsmatcral ist voll ständig dnrchzuführen, 3. eine vollständige Statistik über das Kriegs material, das in Tentfchland vorha-Gen ist, ist «uf- zustellen, 4. Einfuhr und Ausfuhr von Waffen von und nach Teutschland ist zu verhindern. Tie Negierung hat die genauen Vorschriften des Frie-cnSvertrages zu beachten, sowie die Trennung zwischen der Reichswehr «nd der Polizei genau durchzusühre«, S. der neue», Kernen, interalliierte» Kourmissiou ist jede Möglichkeit zu geben, ihre Tätigkeit ohne jede Behinderung auszuübeu. Mit diesen fünf Punkten hat sich inzwischen auch die Pariser Bot-chafterkonferenz befaßt. Tis Konferenz nahm Kenntnis von dem englischen Memorandum über die neue Form der Militürkomrolls durch ein beson deres GarantlekomUee. Tie Konferenz überweist die- ses Memorandum zur näheren Prüfung dem interalli ierten Militärkomitse in Versailles, das unter dem Vor sitz von Marschall Foch tagt. Das englische Memoran dum fordert vor allen Dingen eine genaue Neber- sicht der deutschen Bewaffnung. Ter Gedanke der Ein setzung eines solchen Earantie^omiteeS ist übrigens nicht neu, sondern stammt schon aus dem Jahre 1922. Seitens der Neichsregierung muß auch diese Kon trolle in anderer Form unbedingt abgelshnt werden, da sie mit dem Friedensvertrag nicht im Einklang steht und nur eine weitere Schikane darstellt. Themis gestürzt! belgische Kammer gegen den Wirtschaftsvertrag mit Frankreich. DoS belgische Kabinett Theunis wurde in der Kammer bei der Abstimmung über dis Regierungsvor lage eines Wirtschaftsvertrages zwischen Frankreich und ! Belgien gestürzt, indem 95 Stimmen gegen den Ent» - Wurf und nur 79 dafür abgegeben wurden. Tos Ka>» binett gab seine Demission. Die Ablehnung des Wirt schaftsvertrages erfolgte, weil die Mehrheit der Kam mer der Ansicht war, daß die Regierung aus rein po litischen Gründen im Interesse Frankreichs wirtschaft liche Lebensinteressen Belgiens geopfert habe. Ter so plötzlich erzwungene Rücktritt der Regie rung Theunis-Jaspar ist im Grunde genommen gar nichts anderes, als ein glattes belgisches Eingeständ nis des Fiaskos des Ruhreinbruches, der gerade über Belgien eine schwere wirtschaftliche Krisis gebracht hat. Einsichtsvolle belgische Volkswirtschastler waren sich darüber längst klar, daß das neue französisch-belgische , Wirtschaftsabkommen keine Rettung aus dieser schwks» eigen Lage bringen könnte. Dieses Abkommen mußte allein schon deswegen scheitern, weil es die Schutzpoli-. tik, dis Frankreich nach dem Kriege immer mehr be-- trcibt, mit belgischen Freihandelsgrundfätzen Verein;-, gen wollte. Ties war um so schwieriger, als die grü ßen französischen und belgischen Industrien sich nicht mehr, wie vor dem Kriege, einander ergänzen, sondern jetzt scharf miteinander konkurrieren. Hinzu kommt vor allen Dingen noch, daß die wirtschaftliche Lage des bel gischen Exporthandels über Antwerpen, der für Bel gien bekanntlich eine überragende Rolle spielt, infolge der Ruhrbesetzung tn den letzten Monaten sich immer schwieriger gestaltet hatte. So richtet sich dieses fran zösisch-belgische Wirtschaftsabkommen, das ursprünglich gegen den deutschen Warenhandel geplant war, gegen , die belgischen Machthaber selbst. Dieses neue Wirt- j schaftsabkommen war so abgefaßt worden, daß es eigent lich Belgien nur Nachteile, die meisten Vorteile aber dem wirtschaftlich stärkeren Frankreich bringen mußte. Deutsches Aeich. — Berlin, den 29. Februar 1924. ° Tie unzulänglich«« Veamiengehälter. Das ba dische Staatsministerium hat beim Reichsjustizmtrt e- rium eindringliche Vorstellungen wegen alsbaldiger Er höhung der Beamtenbezüge erhoben. Selbstverständlich sollen die Ruhegehälter, Wartegelder und Witwengehal ter automatisch an der Erhöhung tellnchmen. ° Ziviler Ansnahmczirstand? Im Reichstag ver lautet, daß Regierung und Regierungsparteien beab sichtigen, die durch die Aufhebung des militärischen Ausnahmezustandes am 1. März entstandenen Schwie rigkeiten auf dem Wege zu lösen, daß eine Art von zivilem Ausnahmezustand geschaffen wird. In diesem Falls würde der Reichsminister des Innern besondere Vollmachten zum Schutz der öffentlichen Sicherheit erhal- ' ten. Man hält eine Einigung auf dieser Grundlage i nicht für unwahrscheinlich/ ° T4r SkeAerleistttNLsfahigkcit der Landwirtschaft, i Angeregt durch die Große Anfrage der Deutschen Volks- ; Partei im Landtag hat der Preußische Landwirtschafts- Minister die landwirtschaftliche Steuerleistnngssähig- - kett mit Vertretern der Parteien und der großen agra rischen Organisationen eingehend besprochen. Erörtert' wurde besonders auch die Frage, wie die Produktion aufs äußerste gesteigert werden kann. Ueber die werk vollen Ergebnisse der Aussprache sollen demnächst noch nähere Mrtteilungrn gemacht werben. * Stuttgart. In einem würtlemdergischeu Städtchen hat dieser Tage ein Ingenieur seiner Tockter den sonder baren, aber zeitgemäßen Vornamen Radio! a ins Scan- SeWkMrfMer eintragsn lassen. ,