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1884: Nr. 78. «tttwsch, »«« r. April ! AMtzemWMMm. >»I«rtI»,»dktraa bis Bautzen, den 1. April 1884. Der Königliche Gewerbe-Jnspector. G. B. Glafey. Die Expedition der Königlichen Gewerbe-Inspektion zu Bautzen befindet sich auf Weiteres I^so. 29, I. bei Leisnig beauflagt. Dresden, am 25. Mür> 1884. Ministerium des Innern, IV. Abtheilung. Jävvett. Geyb. I«4 (>«5V»rt»>. I / I M M ».». »wd««« A »UlMtz mi» »«»««. dt, » Uhr et»g«y«»« V / ff ff «. «. M »A«« >«!«»«<« g»d<u t» d«m « R o.-L. WAMMGopTRÄlLA<ULsMtH»r. BerorduungSblatt »er KreiSH»icht«a»»sq«st Bautzen zugleich aw «onsiftorialbehSrbe »er Oberlaasitz. Amlsötall der Amtshauptmannschaften Bautzen und Löbau, des Landgerichts Bautzen und der Amtsgerichte Bautzen, Schirgiswalde, Hermhut, Bernstadt und Ostritz, des Hauptsteueramtes Bautzen, ingleichen der Stadträte zu Bautzen und Bernstadt, sowie der Stadtgemeinderäte zu Ostritz, Schirgiswalde und Weißenberg. Orga« der HandelS» u«d Gewerbekammer zu Zittau. Quittung. Für di« Eeatralkaffe zur Unterstützung beurlaubter oder entlaffrner Pfleglinge der Lande» Jrreuauftalten sind in Folge dir unter dem 2. November vorigen Jahre» verLffentlichlen Bitte im Jahre 1883 die nachbemerkten Gaben eingegangen: bei der iitaffenberwaituog de» Ministeriums des Innern 10 von 0. v. k.; bei der Kaflen»«rwalmng der LandrSauftalt Sonnenstrtu 10 von Herrn Archidiaconu» Th. Steglich in Hainichen; bet der staffenverwaltung der LaudeSauftalt Eoltttz 5 ^l von Herrn k. Reichardt in Schönbrunn und 3 von Frau Meauberl in Hannover; b,i der Kanzlet der SretShauptmannschgst Zwickau 5 von Herrn Bürgermeister und Rechtsanwalt R. Schneider in Thum ; bei der Kanzlet der A«tSßauv1»«u»s»ast DreSden-Altstadt 2 55 - von der Gemeinde Wölfnitz, 26 50 von der Gemeinde Briernitz, 7 >l von der Gemeinde Mockritz, 5 >l von der Gemeinde Strehlen, 12 von der Gemeinde Obergorbitz, II ^l von der Gemeinde Gohlis, 7 15 H. von der Gemeinde Pohrsdorf, 13^» 35^ von der Gemeinde Förbergersdors, 3 70 von der Gemeinde Lübau, 16 ^l 85 von der Gemeinde Großopitz. 5 ^l 80 H. von der Gemeinde Schweinsdorf, 50 von der Gemeinde Niedersedlitz, 16 30 von der Gemeinde Somsdorf mit Coßmannsdors, 5 von der Gemeinde Kemnitz, 3^1 von der Gemeinde Zaukerode, 100 ^l von der Gemeinde Deuben, 14^ 15^. von der Gemeinde Naußlitz, 5 X 30 von der Gemeinde Kleinölsa, 1 ^l 50 von der Gemeinde Zschermiß, 10 >l 50 von der Gemeinde Kleinopitz, 9 95 von der Gemeinde Braunsdorf, 9 ^l 63 von der Gemeinde Hinter« gersdorf, 4^» von der Gemeinde Dors am, 10 ^l von der Gemeinde Kaitz, 18^4 «0 Z von der Gemeinde Sliederhäslich, 7 75 von der Gemeind« Obernaundorf, 3 ^l von der Gemeinde Eaalbausen, 2 von der Gemeinde Weißig b. Döhlen, 13 5 H. von der Gemeinde OberbermSdorf, 10 >l 50von der Ge meind« Birkigl; bei der kanzlri der UmtSdauptmannschast Pirna 7 75 von der Gemeinde Ostrau, 10 ^l von der Gemeinde Falkenhain mit Ploschwitz; bei der Kanzlet der AmtShauptmannschaft Frei- U, MLLWS 7 ZS' F" r:DÜS L L Kons !! ^/bauv"tm^ 20 von Herrn Gemeindevorstand TbomaS in Leubetha? ke? är 15 >4 von Herrn Nr. msä hagspihl, 10 von Herrn Maior «s»k? "bei der^(»rvrdtt tön der .Leipziger Zeitung- 20 ^l von Fräulein Marie Schwarz IN Leipzia ^ndem über diese Gab" hiermit dankend "mtlirt wird, wird zugleich die «Ute um Förderung des IIdurch weitere milde Gaben erneuert. Zur Empfangnahme von solchen sind außer den nbenn^ au» die Kanzleien der übrigen Kreishauvlma mschaiten und «inlshauptmannschasten, d« Lande,"nstatten züsubertusburg bei Wermsdorf und zu v°chw-.tzs«-u Telegraphische Korrespo«de«z. Wien, 31. März. Die „Neue Freie Presse" meldet den Ausbruch eines Aufstandes in Dschakowa (Ober, albanien); 3000 bewaffnete Muhamedaner drangen in die Stadt ein und drohten, den Kommandanten, sowie die Gar nison niederzumetzeln, falls sie die Stadt nicht räumten. Weitere Nachrichten fehlen. Rom, 30. März, abends. Das Mini sterium hat sich nunmehr konstituiert und wird noch heute den Eid leisten. Als neue Mitglieder treten in dasselbe ein: Brin (Marine), Coppino (Unterricht), Grimaldi (Ackerbau) und Fcrracciu (Justiz). Depretis, Mancini, Magliani, Genala und Ferrero bleiben auf ihren bisherigen Posten. — Die D e p u t i er t e n - kammer, deren Session voraussichtlich bis Anfang Mai verlängert werden wird, soll am Donnerstag zusammen treten. Eine der ersten Maßnahmen des Ministeriums dürfte die Ernennung von Unter-Staatssekretären an Stelle der General-Sekretäre sein. Rom, 31. März. Das amtliche Blatt veröffentlicht das neue Ministerium in der bereits gemeldeten Zu sammensetzung. Paris, 31. März. Die „Röpubliquefranyaise"fordert daS Ministerium auf, der großen republikanischen Ma jorität des Landes durch eine festere Haltung in der all gemeinen Verwaltung Genugthuung zu gewähren. In einem zweiten Artikel bezichtigt die „Räpublique franyaise" die Orleanisten der Konspiration; der Graf von Paris er teile nicht gerade ausdrücklichen Befehl, der Regierung Hin- dernisfe und Erschwerungen zu bereiten, aber er rege sie doch unaufhörlich dazu an. Die Regierung müsse Maßregeln gegen die Orleanisten ergreifen. Nach einer Meldung auö Lille dauert die Streik- Bewegung inAnzin noch immer fort. Heute wurden zwei Häuser, in denen Grubenarbeiter auö Wallers wohnten, welche die Arbeit wieder ausgenommen hatten, von den Streikenden in Brand gesteckt und vollständig niedergebrannt. Paris, 31. März, abds. Deputiertenkammer. Die von dem Senate zu dem Munizipalgesetze beschlossenen Modifikationen wurden ohne Debatte genehmigt. Der be antragte Kredit von 3 Millionen zur Weitersührung der Eisenbahn am Senegal bis Bufoulabe wurde bewilligt. Im Laufe der Debatte erklärte der Marineminister, daß nicht be absichtigt wäre, die Eisenbahn über Bufoulabe hinaus zu verlängern. — Die Deputiertenkammcr beschloß ferner, den Antrag, die 80 Munizipalräte von Paris vermittelst des ListenskrutiniumS zu wählen, in Erwägung zu ziehen. Schließlich begann die Kammer die Beratung der Finanz konvention mit Tunis. Der „TempS" bezeichnet eö alsunrichtig, daß General Millot erklärt habe, eS seien 18 000 Mann zur Occupation von Tonking erforderlich und meint, 6000 französische Truppen, unterstützt von den aus Eingeborenen gebildeten Hilfstruppen, deren Organisation ihren Fortgang nehme, würden genügen. Cannes, 31. März. Der Prinz von Wales ist heute früh hier eingetroffen und von dem Grafen von Paris empfangen worden. London, 31. März. Gestern traf der Prinz von Battenberg in Windsor ein, um der Königin persön lich seine Teilnahme an dem Hinscheiden des Herzogs von Albany zu bezeigen. Ein Telegramm der „Times" auö Khartum be- stätigt die (bereits in vor. Nr. gemeldete) Niederlage der Truppen des Generals Gordon in allen Stücken. Angeblich soll dieselbe durch die Verräterei zweier ägypti schen Offiziere herbeigeführt worden sein. Wie verlautet, wird Suakim eine Garnison von 2 Bataillonen der ägyptischen Armee erhalten, die von englischen Offizieren kommandiert werden; außerdem soll ein englisches Kriegs schiff bei Suakim stationiert werden. London, 31. März, nachm. Der Premier Glad stone ist heute nachmittag 2 Uhr wieder hier eingetroffen und in seiner Amtswohnung in der Downing Street ab gestiegen. — Die Beisetzung der Leiche deö Herzogs von Albany wird in der St. GeorgeS-Kapcllc in Windsor stattfinden und zwar wird die Feierlichkeit am Sonnabend um 1^ Uhr nachmittags beginnen. Madrid, 30. März, abends. DaS für die deutsche Kronprinzessin bestimmte A l b u m ist nunmehr fcrtiggestellt; alle größeren spanischen Maler sind in demselben vertreten; die hauptsächlichsten Blätter sind auf Wunsch deS Kron prinzen noch nicht gebunden, damit dieselben auf der Aus stellung spanischer Kunstgegenstände in Berlin einzeln auS- gelcgt werden können. — Prinz Reuß XXVII. ist hier eingetroffen. — Am Dienstag wird das Dekret, betr. die Auflösung derCortes, erscheinen. DieWahlen sollen am 27. April stattfinden. — In hiesigen Blättern wird konstatiert, daß die gesamte spanische innere Schuld, sowie 33^ Prozent der äußeren Schuld sich in spanischem Besitz befinden, und daß hieraus auf einen steigenden Wohl stand deö Landes geschlossen werden dürfe. Christiania, 31. März. Das Reichsgericht hat den Staatsrat Schweingaard, auf den sich der erste Punkt der Ministeranklage nicht mit erstreckt, gleichfalls zu einer Geldstrafe von 8000 Kronen und zu den Prozeßkosten im Betrage von 200 Kronen verurteilt. Belgrad, 31. März. Radovic, früher Justiz minister im Kabinett Pirotschanatz, ist zum Präsidenten des KaffationShofeS ernannt worden. Alexandrien, 30. März. Nach auö Khartum eingegangenen Nachrichten verließ General Gordon Khar tum am 16. ds. mit 3000 Mann Infanterie, 2 Ge schützen und einigen berittenen Bashiboschuks, um die Auf ständischen zu zerstreuen, die die Stadt bedrohten. In der Nähe von Halfiyah stieß Gordon auf den Feind; seine Bashiboschuks wurden von etwa 60 Reitern der Aufständischen angegriffen und flohen eilig davon; die Infanterie Gordons, von einer Panik ergriffen, begab sich unter Zurücklassung der Geschütze gleichfalls auf die Flucht und wurde von den Reitern des Feindes verfolgt. Dieser Schlappe ungeachtet soll General Gordon erklärt haben: für Khartum sei durchaus keine Gefahr. Washington, 30. März. Der HandelSauSschuß des Repräsentantenhauses hat die Bill, welche die Prüfung des für den Export bestimmten Fleisches anordnet und die Einfuhr gefälschter Nahrungsmittel und Getränke untersagt, der Hauptsache nach in der vom Senate beschlossenen Fassung angenommen, jedoch die Bestimmungen über die Repressalien fallen gelassen. Cincinnati, 30. März. In der vergangenen Nacht ist eö zu neuen Ruhestörungen gekommen. Die Volks menge umringte das Gefängnis, welches Polizei- und Militär mannschaften besetzt hielten, steckte das GerichtSgebäude und andere Gebäude in Brand und verhinderte die Feuerwehr am Löschen, bis das Militär letztere unterstützte. Bon der Volks menge, wie vom Militär wurde von Schußwaffen Gebrauch gemacht, wobei über 50 der Ruhestörer getötet wurden. Die Volksmenge erbeutete eine Kanone, jedoch ohne Munition; die Polizei nahm die Kanone später wieder und zerstreute die Tumultuanten. New-Jork, 30.MLrz. Die Ruhestörungen in Cincinnati erregen allerorten in der Union großes Auf sehen. In einer Depesche aus Cincinnati wird die Zahl der Toten auf etwa 100, die Zahl der Verwundeten auf etwa 300 angegeben. Die Truppen sollen mit einem Gat- linggeschütz auf die Menschenmasse geschossen haben. Als Ursache der Ruhestörungen wird wiederholt angegeben: in dem Gefängnisse von Cincinnati sei eine größere Anzahl von Personen detiniert gewesen, die wegen mehrerer Mordthaten angeklagt gewesen seien; die Bevölkerung hab- im Hinblick auf ein in einem früheren Prozesse ergangenes Urteil ge fürchtet, daß die Angeklagten nicht die Strafe erhalten würden, die sie verdienten, und sie habe dieselben deshalb lynchen wollen. New-Jork, 31. März. Nach weiteren Meldungen aus Cincinnati fanden auch gestern abend noch thätliche Zusammenstöße zwischen dem Militär und der Bevölkerung statt, wobei von den Schußwaffen Gebrauch gemacht wurde, eS sind abermals mehrere Personen getötet worden. Seit heute früh beginnt die Volksmenge sich zu zerstreuen. In der Stadt befinden sich jetzt gegen 3000 Mann Truppen. Eine von angesehenen und einflußreichen Bürgern abgehaltene Versammlung beschloß die Organisation einer besonderen Polizeimacht zur Aufrechterhaltung der Ruhe. Deutsches Reich. L Bautze», 31. März. An die Stelle des mit dem 1. Mai d. I. in den Ruhestand tretenden Kantor Becker zu Slt. Michael allhier wurde heute von den drei von der obersten Schulbehörde zur Probe designierten Herren, nachdem sie die selbe in der Kirche und Schule abgelegt hatten, Hr. Kappler, Lehrer an der hiesigen Waisenhausschule, vom Schulvorstande im Einverständnis mit dem Kirchenvorstandc gewählt. Dresden. Se. Majestät der König haben geruht, dem Direktor der Landes-Jmmobiliar-Brandvcrsichcrungs-Kom- mission, Geheimen Regierungürat Edelmann zu Dresden, das Komturkreuz 2. Klasse vom Berdienstorden zu verleihen, den Landgerichtsdirektor bei dem Landgerichte Plauen, Bruno Viktor Jahn, zum Geheimen Justizrate bei dem Justiz ministerium zu ernennen, und den staatsanwaltschaftlichcn Assessoren Robert Bruno Bachmann in Chemnitz, Albrecht Johannes Wolfram in Dresden und I)r. Paul Arthur Nagel in Leipzig den Charakter eines Staatsanwalts bei zulegen. — 31. März. Auf allerhöchsten Befehl wird wegen er folgten Ablebens des Prinzen Leopold von Großbritannien, Herzogs von Albany, Herzogs zu Sachsen, am Königlichen Hofe die Trauer auf eine Woche, vom 31. März bis mit 6. April d. I., angelegt. Berlin, 3l. März. Der Kaiser empfing gestern vor mittag« den Prinzen Heinrich, den General-Adjutanten, General der Kavallerie Grafen von der Goltz, den Vice- Ober-Stallmeister von Rauch, den Oberst-Kämmerer Grafen zu Stolberg-Wernigerode sowie den Obersten von Lindcguist, Kommandeur des 1. Garde-Regiments z. F., und unternahm nachmittags eine Spazierfahrt.' Heute vormittags nahm Se. Majestät militärische Meldungen und darauf den Vortrag des Wirklichen Geheimen Rats von Wilmowski entgegen.