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Veit Sder 2800 »IHM«, Idwniil«! e Vßrse rr«minLV unrfertzt s Keiiten > ,zi /' K i'Dchtl« pauMeitd dit I Moittt 1«che, lothaftt der sich in die Hand der französischen Werber für di« Fremden legion gibt. Trotzdem wird der Prozentsatz der Deutschen in der Fremdenlegion von den verschiedenen Gewährsmännern auf 45 bis 52 Prozent angegeben. Die Zahl der Reichsdeutschen, die für eine fremde Sache in Afrika, Tonkin und Madagaskar in Schande und Elend zugrunde gehen, soll jährlich etwa 400 be tragen. Ein nicht unerhebliches Kontigent zur Fremdenlegion stellen die deutschen Deserteure aus den Grenzgarni sonen, denen di« günstige Gelegenheit das Desertieren, auch aus unerheblichem Anlaß, nahelegt. Ebenso gibt es noch gewisse Kreise in der elsässischen Jugend, die glauben, sie seien es der französischen Vergangenheit ihrer Väter schuldig, sich der deut schen Heerespslicht von vornherein zu entziehen. Sind sie erst einmal über die Grenze gekommen, so nimmt sie der Werber in die Mache, heizt ihnen ordentlich ein, was Schlimmes sie zu er warten hätten, falls sie wieder nach Deutschland zurückgingen, malt ihnen das Leben in den französischen Kolonien in den rosigsten Farben aus und veranlaßt sie, das Handgeld zu nehmen. Zu diesen Opfern jugendlichen Leichtsinns kommen dann noch die vielen, die durch eigene oder fremde Schuld, ohne Glück und Stern gewesen sind, die Abenteurer, die Derangierten und die Verbrecher, die mit dem Eintritt in die Fremdenlegion eine neue Aera ihres Lebens beginnen wollen. Hat die französische Regierung die cochons allemands erst einmal in dem Sammelstall zu Marseille, von wo die Ueberfahrt nach Afrika unternommen wird, so sind ihre Opfer dem fast sicheren Tode verfallen, obenein auch noch der furchtbar st en Schma ch. Tenn wenn es sich um einen ehrenvollen männlichen Tod nach einem abenteuerlichen Leben handelte, so könnte man wenigstens ethisch mit dem französischen System sich Halbwegs aussöhnen, da nun einmal das Leben der Güter höchstes nicht ist. Alle Schrecken der Wüste toben gegen den Fremdenlegionär los, das Fieber, die Ruhr, der Typhus, Hitzschlag, Sonnenstich, die wilden Tiere, der Durst und der Hunger — das sind die Feinde, denen die Verführten erliegen, sofern nicht ein« barmherzige Araberkugel sie erlöst, ehe sie alle diese schlimmeren Feinde 'ken nen gelernt haben. Die Verwaltung der Fremdenlegion zahlt den Gemeinen einen Tageslohn von Pfennig, gibt ihnen aber nicht ausreichend Trinkwasser und macht bei der Besorgung des Proviants so erhebliche Unterschlagungen, daß den Soldaten entweder Nichts oder nur Ungenießbares geliefert wird. Wenn es nur alles dieses wäre, so mag ein abenteuerliches Leben mit einem schweren Tode nicht zu teuer bezahlt sein; schlimmer aber ist die furchtbare Sklaverei, die durch die Niedertracht und zweifellos perves-sadistische Entartung der Vorgesetzten über die Soldaten kommt. Die Berichterstatter einfacher Bildung aus diesen Höllen Afrikas sind darüber einig, daß di« Grausam keiten, die an den Soldaten begangen werden, nur Ausflüsse rein persönlicher Niederträchtigkeit sind; die Gebildeten aber durch- Sprechstunde der Redaktion mit Ausnahme der Sonntage nachmittags von 4—5 Uhr. — Telegramm-Adreffe: Tageblatt Aue. — Fernsprecher Für unverlangt eingesandt« Manuskripte kann Gewähr nicht geleistet werden. In der gestrigen Sitzung der W a h l r c ch t S d c p n t ci t i 0 n haben sich die K 0 n s c r 0 a t i v e n i in Prinzip mit der H e i n k' s ch e n W a h I k r e i s e in t e i l u n g einverstanden erklärt, die Erklärung der N a t i 0 n a l l i b e r ci l e n st e h t noch aus. (S. Art. i. Hptbl.) In den n ä ch st j ä h r i g c n Etat wird eine Forderung von KP/, Millionen Mark für den Bau von Unter st e b o 0 c n eingestellt werden. Verantwortlicher Redakteur: rritz llrobela Für die Inserat« verantwortlich: Walter strau, beide in Aue i. Lrzgeb. Mts Jahren.netgtt zustimmend das Haupt: Sie haben recht, mein« Gnädige! Jeden falls steigt bei ihrem Anblick die Erinnerung an jene Zeit und das Land lebendig aus der Vergangenheit hervor —. Und die sicher Schätze birgt an erzählenswerten Episoden! scholl es durch einander. Sagen wir, die vernommenen Klänge waren die Ouvertüre zu dem Lebensbilde, das unser verehrter Baron vor uns entrollen wird, während unsere braunen Freund« sich mit Tokayer stärken. — Aber, meine Herrschaften, Sie überrumpeln mich ja geradezu, lachte Baron Leskow. Wenn unsere Damen nicht gar zu sensible Nerven haben, so reicht dir kleine Pause wohl hin zu dem Räuberstückchen, das ich auf dem Repertoir habe —. Aber, Herr Baron, Sportlerinnen wie wir, und — Nerven!? verteidigten sich die Damen. Beginnen Sie, bitte, bitte, und je verwegener Ihre Geschichte lautet, desto echter wer den wir uns unter d«n Zzyganes fühlen! Der Bestürmte sah in sein Glas, gerade als sehe er in dem flüchtigen Eolde darinnen längstentschwundene Gestalten auf leben, während er begann: Die wilden Raren des Menschen geschlechts gehen allmählich ihrem Ende entgegen. Wie aber noch immer die Zigeuner nicht vom Erdboden verschwunden und namentlich in Ungarn und SüdrußlaNd zu finden sind, so findet man in ersterem Lande auch noch jene Spezies, die bei der Be völkerung «ine panische Furcht erweckt — die Banditen, oder Räuber. Die Verwegenheit dieser armen Jungen, wie sie sich nennen, und die sich zu Banden zusammentun, ist tatsächlich so groß, wie der Volksmund erzählt. Es war im Herbst vor zehn Jahren, und ich Gast de» Grafen Loßy, auf seinem herrlichen Besitztum am Ufer des Teme«. Seit einiger Zeit kursierte in der Umgegend da» Gerücht, der wegen seiner Verwegenheit be rüchtigt« Räuber v..... mit seinen Grnossen sei gesehen worden. Man wußte zu erzählen von den Trinkgelagen, die der Bandit und sein« Land, in d«n Weinbergebefitzungrn reich«, Ungarn Von der Fremdenlegion. ' ne Vorgänge in Casablanca, hinsichtlich ihrer diplomatischen uenzen vielleicht nicht belangreich, lenken mit durchaus hter Schärfe die Aufmerksamkeit der Kulturnationen auf urchtbare System weißer Sklaverei, das unter dem " . Fremdenlegion die Ehre des französischen Namens slynnoet und Jahr aus Jahr ein Tausenden von unbedachten - jungen Leuten zum Ruin des Lebens wird. Alle Nationen Europas sind daran interessiert, daß auf diesen Schandfleck fran zösischen Staatslebens stets aufs neue mit Fingern gewiesen wird, vor allein aber Deutschland, das den größten Zoll von ' Blut und Lebensgliick an diese fluchwürdige Institution der Nhchbarrepublik zahlt. M Seit Jahrzehnten erscheinen in kurzen Zwischenräumen U Proschüren und Flugschriften, in denen desertierte Fremden- > legionäre ihren Mitbürgern zur Warnung ihre Erlebnisse M schildern. In der Presse Deutschlands finden diese Warnungen ein reiches Feld, auch das Auer Tageblatt hat mehr als einmal die ganzen Schrecknisse dargelegt, die den Unbedachten erwarten, Das Wichtigste vom Tags. Das sächsische Ministerium erließ Verordnungen gegen die Gefahr der Chsleraein schlepp ung, in dessen liegt kein Grund zur Beunruhigung vor. Am User des Temes. Kriminalnovellette von A. Porgas. Nachdruck orrbotrn. Auf der internationalen Industrieausstellung, die Scharen on Fremden aus allen Zonen in die Hauptstadt gelockt, konzer- ert« eine Zigeunerkapelle. Gerade der eleganteste Schwarm er Gäste war es, der nach der ungarischen Abteilung flutete, sarda, einem einfach aufgeführten Häuschen, wo auf einer die Musikanten, ein Häufchen schwarzäugiger Gestalten, , nächtige Burschen, deren Haar wie Rabengefieder an den hrannten Wangen herabfiel, in reichoerschnürten Röcken, oeren silbernen Kugelknöpfen, und roten gespannten Zauberklänge waren es, die sie ihren Fiedeln und Cym- »lockten. regellose Melodien, und doch so fesselnd, so herz- , tznd in ihrer wilden Romantik. War der Csardas, der ^on der Magyaren, verhallt, folgten die National- .».. pkamarsch, Hunyady Laszlo, Rokoczy und wie sie alle hi« von der Kriegsgeschichte Oesterreichs, seinen Schlach- f Stegen erzählen. Begeisterung fürs Vaterland verlieh chtkbogen hinreißendes Leben; die schwermütigen Augen teler flammten auf — die Zuhörer schienen nur eine tz haben. Gleichviel ob sie Oesterreicher waren, ob Deut- llttn oder Franzosen, es wurde mit Händen und Füßen N mttgeschlagen, die Melodie mitges-'naen und Eljen! au» Hrer begeisterten Mitt«. 's z-einem der Tisch« saß eine Gesellschaft von Herren und kder vornehmen Kreise plaudernd beisammien. Dunkel- M'Ungarwein blinkt« iy ihren Gläsern; al» jetzt di« MSHitler pausierend die Akdekn ssitten ließet nahm ein« WWoittt jung«, lebhafte Blondine, da» Wort: Barem DWGritune« Gesellin und ihr« Lieder mute« «te gewiß Bezugspreis: Durch unsere Boten frei ins Haus monatlich »0 pfg. Bei der Geschäftsstelle abgeholt monatlich pfg. und wöchentlich 10 pfg. — Bei der Post bestellt und selbst abgeholt vierteljährlich 1.50 Mk. — Durch Briefträger frei ins Baus vierteljährlich 1.-2 Mk. — Einzelne Nummer 10 pfg. — Deutscher Postzeitungs katalog. — Erscheint täglich in den Mittagsstunden, mit Ausnahme von Sonn- und Feiertagen. M' General d'A m a d c verweigert endgültig die Aus- licscrung der d e u t s ch e n L c g i 0 n ä r e in Casablanca ,)(S. Leitart. u. pol TgSsch.) Jin v ä p st l i ch c n S t a a t s s e k r e t a r i a t soll sich, Blätter- .Meldungen zufolge, ein Wechsel v 0 r b er c i t e n. (S. Pol. TM.) mit der wöchentlichen Unterhaltungsbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt. vr>.»."^ä'Ler^^«LW m. b. H. in Aue i. Erzgeb. Annahme von Anzeigen bis spätestens g -/» Uhr vormittags. Für Aufuahnte von größeren Anzeigen an Stellen kann nur dann gebürgt werden, wenn sie am Tage vorher bei uns eingehen. Insertionspreis: Die siebengespaltene Aorpuszeile oder deren Raum 10 psg^ Reklamen rs Psih, Bei größere» Aufträgen entsprechender Rabatt. schauen es sehr wohl, daß dabei ein gutes Stück Sadisistux Wstib' Perversität mit im Spiel ist. Am besten sind noch dis sulchen s Leute dran, die von vornherein keine Bedenken tragens in tzi Reihen der männlichen Prostitution zu tketen. Einige Berich! erstatter behaupten, daß, wer sich der Preisgabe.an die Vst gesetzten und alten Afrikaner weigert, überhaupt kein« Ehancs.. habe, lebend aus der Fremdenlegion herauszukommen. LMM Strafsystem, wie es durch Regulativ festgestellt ist, ist art, daß man Menschen ohne jede Verantwortung wegE Kleinigkeiten töten kann. Ein halbverhungerter SoHrW namens Müller, ein Pommer, wird wegen Mundraubes zEM^ fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilt, die ersten" dr-i dieser Strafzeit mutz er in einem in die Erbe gegraben<E - trichterförmigen Loch verbringen. An seinem ganzen " zeigen sich Geschwüre und Haütdefekte. — Ein Elsässer, M Reiter, bricht beim Exerzieren zusammen, sr wird in W spanischen Vock, die sog. Krapaudine, gespannt, derart,.-"»^ ' Hände und Füße auf dem Rücken zusammenliegen, dann^kegt^H man ihn auf die bloße Erde. Als man nach 14 Tagen di« Kan», -i? > > den löst, fand man ihn tot. — Schlimmer erging es eiiiE^^ ^ '^ ' wissen Huber, der wegen eines leichten Vergehens in die H paudine gespannt und in die Sonne gelegt wurde; während dort lag, machten sich Offiziere und Unteroffiziere das Vergnüg ihn mit Kolbenstößen und Fußtritten zu r«galirren. Als nach einigen Tagen noch nicht tüt war, ließen die Offiziere ih nackend (!) auf einen Ameisenhaufen legen, wo dann starb. — Es bedarf kaum eines Hinweises auf die Na der Trieäe, die zu solchen raffiniert ersonnenen Erausamkel: führen. Die französische Militärverwaltung, die gegen dEZM Morphinismus und die Homosexualität in den höheren Arm^M. stellen einen Kampf führt, wird nie zum Ziele kommen, sofe sie nicht den Herd des Uebels in den Kolonien zerstört. In den letzten Jahren sind 27 Deutsche in der Fremde legion geisteskrank geworden, oder vielmehr als geisteskri ärztlich anerkannt worden. Die übrigen, die im ersten Wah.. sinnsrausch Disziplinarwidrigkeiten begehen, unterliegen deMW- f" M Militärstrafgesetz. Als milde Strafe gilt 5 Jahre Zwangsarbeit,'?^" nur daß es wenige gibt, die diese Strafe überleben. Di« Todes-,: strafe wird wegen verhältnismäßig leichten Vergehen ver» , ' hangt, ist aber nach Lag« der Verhältnisse für Viele eine Er< lösung. Weil dieser Ausgang in der Hölle Afrikas keine Schre cken mehr hat, werden die Desertionen mit betßrielloser Kühn heit unternommen. Weil der Tod von den meisten herbeiM sehnt wird, sinh auch die Fremdenlegionäre im Gefecht ohM Furcht. Das ist der eigentliche Quell der Geschichte der Fremden» legion. Frankreich täte gut, auf diese Ruhmstruppe zu v e x- , Ä; zichten, bevor die Kulturmächte sich ins Mittel legen. Einst«« weilen kann nur jedermann davor gewarnt werden, in dich- Fremdenlegion einzutreten. Nirgends kann es ihm so Übel er- daß seine Weigerung ihm das Leben kosten würde, hatte be« '' M dingungslos willfahrt. - Aber können denn die Behörden nicht dem Unwesen steuern? warf die junge blonde Dame aufgeregt ein. — Steuern wohl — ein Ende machen schwerlich. Mehr als einer dieser armen H Jungen hat auf dem Galgen geendet; dauernder Landfrieden M aber ward damit nicht erreicht. — Und wie kam es nun weiter» M Baron? — Fünfhundert Gulden waren auf den Kopf des Räu» Ä. Hers gesetzt, sie zu verdienen aber konnte nur geschehen durch MK Verrat, oder besondere Bravour, denn das Waffenverbot, da» «t dazumal in Ungarn herrschte, schloß aus, den Gefürchteten durch einen Schuß niederzustrecken. Wie überall im Umkreis, so hatte auch beim Grafen Loßy, meinem liebenswürdigen Gastgeber, die Nachricht von der Nähe des gefürchteten Banditen und seiner Schar die Gemüter auf das höchste erregt, nicht minder aber die Köpfe durch di« Aussicht, sich fünfhundert Gulden verdienen zu können. Mundkoch und Küchenjunge, Beschließer, Kammerdiener und Stalljunge, alle waren davon angdsteckt, und die Kombi- nationsgabe und Tollkühnheit, die dazu gehört«, die Aufgabe zjl lösen, reizte die erhitzten Köpfe nur noch miAr. Dieses Hangen und Bangen -wischen Sicherheit und Gefahr Mrtte natürlich auch auf Gastgeber und Gastfreund, und ich mMWehen, daß es nicht gerade erquicklich war, wenn wir beim MÜHWck säßen und da« Aufwirbeln mächtiger Staubwolken in der gern« «st» da. 1 Herannahen ein«» Menschentroß verriet, deftn dir Banditßn fÜrch-1 ' ten nicht den Hellen Tag, sie wissen, sie herrschen, «» fi« sich zeigen, und erleichtert atmeten wir aus, wenn Näber Nnd Näher «»erscholl: ' Rein» frei zu zieh'n durch Flur «Nd Fell», Zu rnh'n beim Waldesfetier) Die wett al» -au», d«n HtkNmel Zett — Solch' Leben ist on, teuer! Hur»»! Solch Leben ist na» teuer! Gottlob! r» waren nur Higonn« ^Donnerstag, 1. Oktober LVM Huer ^agel und Anzeiger Mr das Erzgebirge