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A-orkcr Wochenblatt. Mittheilnngen über örtliche und vaterländische Angelegenheiten. Dreizehnter Jahrgang. Preis für den Jahrgang bei Bestellung von der Post: I Thaler, bei Bestellung des Blattes durch Botcngelcgcnhekt 20 Ncugroschen. 6. v Februar 1 848« Blicke in die Landtagswahlen des Xll. und XIU. städtischen ^Wahlbezirks Durch den Austritt Vossens und die Uebcrsiede- küiig Schumann's nach Dippoldiswalde sind, wie be- kangt, die beiden Abgcordnetcnstellcn des XU. und XIU. städtischen Wahlbezirks in der U. Kammer zur Erledigung gekommen. Die neuen Wahlen sind, wie gleichfalls bekannt, angeordnct und der Amrshaupr- «iamr von Welk in Zwickau ist zum Wahlkommiffar für beide Wahlbezirke ernannt. Die Fertigung und Einreichung der Wahllisten, die Sache der Sladträche ist, Hal bis Mitte Januar erfolgen sollen. Daß Trvz dgp Früssjabr heraukommeu wird, ehe Lie Namen der neu zu wählenden Volksvertreter aus der Wahl- .Alne hervvrgehen, unterliegt kaum einem Zweifel, und »aß in der langen Zwischenzeit, während der Winter abende, be.'m Glase Bier, wir in anderen trau- licheg Zirkeln, über beide Wahlen manches Wörtchen gesprochen wird, und jede Partei dabei die Vorzüge rhrcs Kandidaten, dem sic in der Kammer einen Platz wünscht, hcrvorzuheben pflegt, liegt in dem Gange der Dinge selbst. Und wie die Menschen und ihre An sprüche an Negierung und Kammern, wie — ihre Ne benabsichten., die sie mir Abgabe ihrer Stimme für diesen.oder jenen Wahlkandidaten zu erreichen streben, verschieden sind, so sind es natürlich auch die Urtheilc über die Wahlkandidatcn selbst. Das ist von jeher so gewesen, und wird auch künftig so bleiben, so lan ge cs Wahlen giebt und das Publikum Theil daran nimmt. Ist auch, wie bemerkt, die eigentliche Deputirten- wahl noch ziemlich fern, so haben sich dych bereits einige Blätter, namentlich die „Ameise" und die „Staatsbürger-Zeitung" mit dieser Angelegenheit be schäftigt, und, wie dort gesagt ist, guten Rach sehr tvohlfeil auf den Markt der Oeffentlichkeit gebracht. Dt» Wahlmaüncr dürfen also zu jenen Vorschlägen nur Ja! sagen und das Kindlcin ist sofort getauft. Darf man aber verschiedenen Mittheilungen ans den Bezirken selbst Glauben beimessen, so wäre daS, waS sie beiden genannten Blatter über die eigentli chen Absichten, die man dort hat, gebracht haben, blo- scs auf den Strauchschlagen gewesen '?). Dcmgcmäs wird es wol gerechtfertigt sein, wenn auch dieses Blatt, das ja längst in verschiedenen Städten der be- thciligtcn Wahlbezirke Boden gewonnen und ohnehin an den Bcgcgnissen deS Erzgebirges freund-nachbarlich Theil genommen hat, den schwebenden Wahlfragen, „sowkit thunlich", einige Spalten widmet. Der Xll Wahlbezirk, mit zusammen ungefähr Ä,0t)0 Bewohnern, besteht bekanntlich aus ,den neun Städten: Eibenstock, Johanngeorgenstadt, Elterlein, Schwarzenberg, den beiden Wicsenthalen, Scheiben berg, Grunhain und Aue, wie wir sie auf den Eirund von Bose'S statistischem Handbuche für Sachsen nach der Zahl ihrer Bevölkerung der Reihe nach anführcn. Won diesen Städten sind es aber ihrer Lage nach kaum drei, deren Bewohner sich so genau kennen, daß von der -Mehrzahl der Stimmberechtigten ein völlig „vorurtheilSfre'es" Urtheil über den rechten Mann zu erwarten steht. Eibenstock, als die erste Wahlstadt dieses Bezirks, wird, wie man erzählt, in der Mehr zahl, seinen allen Kandidaten von drei Jahren her wieder auf der Liste haben; den nämlichen diesmal vielleicht auch Johanngeorgenstadt, als die zweite Stadt des Bezirks (wenn dort die Wahlen für die Wahl männer nickt gar zu „ultraliheral" aussallcn) nachdem es bei drr vorigen Wahl so traurige Erfahrungen ge macht hat. Dagegen laßt sich in Voraus nicht be stimmen, ob die anderen Slädte, aus welchen der Oberförster Thiersch vor drei Jahren Stimmen erhielt, ihrem Urthcil über ihn gleich geblieben sind. Schwar zenberg, die vierte Stadl des Wahlbezirks, hat durch die Theilung der beiden früher dort bestündene n Aem-