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K 13/01 Nr. 24. Königliches Amtsgericht Königliches Amtsgericht KCA. II 137/02. Geißler. vr. Polster. Geißler. die Stadtverwaltung man nur mit 5000 die in nächster Zeit sichtsrathsmitgliedern der Leipziger Bank unsere Bücher voll zur Verfügung gestellt. Wir wollten uns nur nicht die Kontrole von Wuthe gefallen lassen. — Staatsaliw.: War Dr. Gentzsch auch über alles unter richtet ? — Schmidt: Ich bin der Meinung, daß Dr. Gentzsch ebenso unterrichtet war wie Exner. Auf Befragen des Vorsitzenden bemerkt Schmidt, er habe allerdings einmal gesagt, er habe die Leipziger Bank mehr als Agiobank betrachtet, da er überzeugt war, Königin-Wittwe, sowie Georg, die Mittrnuer bracht hat. Dann tritt man Auf Blait 325 des Handelsregisters für Hohenstein-Elstthal ist heute die am 14. Juli 1902 unter der Firma GrÜNthal Co. mit dem Sitze in Hohenstein-Ernstthal errichtete offene Handelsge sellschaft und weiter eingetragen worden, daß die Kaufleute Sally Grünthal und Emil Schuller, beide in Hohenstein-Ernstthal, die Gesellschafter sind. Angegebener Geschäftszweig: Trikotagen- und Strumpfwaarenfabrikations- und Handelsgeschäft. Hohenstein-Ernstthal, am 15. Juli 1902. Handlungen zwischen beiden Theilen habe man sich dahin geeinigt, daß im gegebenen Falle die Stadt mit 6000 Mark zu entschädigen sei. Allerdings, fügte 1902), Mark 17 424,46 auf die Beyer-Stiftung (Zinsen bis 1901), Mark 11 374,50 Ernstthaler und Mark 8 647,89 Hohensteiner Hospitalfoud (mit Zinsen bis Ende 1902), sowie endlich Mark 4692,42 als Conrad Anton Clauß.Stiftung. — Das Kollegium beschließt, einen Ausschuß niederzusetzen, und wählt in denselben die Herren Stadtvo. Reinhold I, Anke, Harzer, Reinhold II und Schellenberger. 6. Ein Gesuch des hiesigen Schutzmanns Barthold um Anrechnung anderwärts verbrachter Dienstjahre wird in der Form genehmigt, daß man ihm sieben Monate Dienstzeit in Oederan in Ansatz bringt. Maßgebend ist das gute Zeugniß, daß der Herr " Bürgermeister dem Schutzmann Barthold ausstellt. Aus Anregung des Herrn Vorstehers Redslob beschäftigt sich nunmehr das Kollegium mit einer dringlichen Angelegenheit, die nicht auf der Tages ordnung verzeichnet war. ES handelt sich um den Umbau der zur Webfchule z-hörenden Aborte. Der Herr Vorsteher schildert die Nothwendigkeit baldiger Abhilfe, und er bemerkt weiter, daß eine Neubewilli gung garnicht erforderlich sei. Die Position 20 der Schulkasse sei mit 2100 Mark zum Zwecke des Ab putzens und Abfärbcns der Schulen ausgestattet. Da nun in diesem Jahre ein Abfärben der Altstädter Schule nicht nöthig ist, können die auf 770 Mark veranschlagten Baukosten gleich hiervon bestritten werden. — Die Herren Stadtvv. Grießbach, Layritz, Meisch, Schönherr und Schellenberger knüpften daran Mei- nungs-Aeußerungen, schließlich wird die Angelegenheit mit dec Genehmigung des Umbaues und der Kosten deckungsart erledigt. Die vom Herrn Stadtv. Layritz nachgeprüfte Gasanstaltskassenrechnung aus das Jahr 1900 wird einstimmig richtig gesprochen. Herr Stadtv. Grießbach bringt endlich zur Sprache, daß nach seinem Wissen die hiesigen Hausweber zu hoch zu Staats- und Gemeindesteuern eingeschätzt worden seien. Man müsse bei der Prüfung des Einkommens in Betracht ziehen, daß der Hausweber für Treiberlöhne u. dergl. 20 Prozent seines Ver dienstes und mehr noch auszugeben hat. Es sei sehr zu wünschen, daß eine entsprechende Entlastung der Hausweber herbeigeführt werde. — Herr Stadv. , Griesbach erreicht, daß dem Rechts- und Berfassungs- , ausschuß aufgegeben wird, die angeschnittene Frage > im Auge zu behalten und sich mit ihr zu beschäftigen, > damit etwa durch Bestimmungen im Anlagen-Regulatio eine Aenderung veranlaßt werde. Hierauf Schluß der Sitzung. dem neuen Landesherrn, König der Stabt zum Ausdruck ge° in die Tagesordnung ein. Zu Leipziger Bauk-ProzeK. Leipzig, 14. Juli. (24. VerhandlungStag. Fortsetzung.) Die Vernehmung Schmidts wird fort gesetzt. Bors.: Wie kam es nun, daß die Treber- gesellschast schließlich in Konkurs gerieth und Passiven von 183 Millionen nur 2 Millionen Aktiva gegen überstanden? — Schmidt: Die Werke wollten nicht recht in Betrieb kommen und erforderten viel Geld. Infolge der ungeheuerlichen Preßangriffe wurde unsere Aktienemittirung von der Zulassungsstelle der Berliner Börse zurückgewiesen. Ich machte Herrn Direktor Exner aus diese Situation aufmerksam. Dieser sagte mir, wenn uns die Mittel ausgehen sollten, dann würde uns die Berliner Großfinanz Helsen. Da aber die Hilfe ausblieb und die Leipziger Bank zusammen brach, so mußten wir selbstverständlich auch sollen. Dadurch sanken unsere Werthe, unsere Garantien wurden werthlos, wir mußten unseren Verpflichtungen nachkommen, während die Zeichner von jungen Aktien von ihren eingegangenen Verpflichtungen zurücktraten. Es kommt außerdem hinzu, daß das Fallissement in die allerungeeignetste Zeit fiel, in der Hilfe von keiner i Seite zu erlangen war. — Staatsanw.: Wie kam es > nun, daß Sie an Exner schrieben, Sie hätten für die Engagement» mir ver Leipziger Bank ein Geheimbuch angelegt? — Schmidt: Das war kein eigentliches Geheimbuch. Ich wollte aber nicht, daß jeder junge Buchhalter von den Engagements volle Kenntniß er hielt. Ich habe ja auch den Direktoren und den Auf- Im Sinne eines vom Rathe unterstützte» Antrages des Finanz"Ausschusses saßt das Kollegium zu Punkt 2. Verkauf von Areal an der äußeren Dresdner straße Beschluß. H.rr Vorarbeiter Pester war dem Rathe mit dem Gesuch nahegetreten, man möchte ihm ein an sein Grundstück stoßendes städtisches Areal käuflich atlassen. Bei den Vermessunasarbeiten stellte sich heraus, daß auch noch ein Theil des von Pester schon oenutzten Grundstückes der Stadt gehört. Pester hat sich dort jedoch das Benutzungsrechr ersessen. Dieser Theil des städtischen Areals, etwa 61 Quadratmeter, tollen dem Herrn Aster nach dem aefaßten Beschlusse zum Preise von einer Mark pro Quadratmeter ver- kaust werden, dagegen wird ihm gegen ein jährliches Bezeugungsgeld von Mark l.50 die äußere Spitze des Grundstückes, die Herr Pester kaufen wollte, nur mr Benutzung überlassen. 3. Ucbernahme eines Theiler Ser fiskalischen Goldbachstraße in städtisches Eigenthum. In seinem Referate über diese Angelegenheit bemerkt der Herr Vorsitzende u. A., daß der Bahn-Fiskus die Stadt ersucht habe, den oberen Theil der Goldbachstraße in städtische Unterhaltung zu nehmen. In den Ver- an die hiesige Stadtsteuereinnahme — Nachhalls, Zimmer Nr. 2 — abzusühren. Hohenstein-Ernstthal, am 16. Juli 1902. Der Stadtrath. Dr. Polster. doch nicht ohne Weiteres beschließen könne. An Mitteln seien bis jetzt insgesammt Mark 53 386,95 vorhanden. Davon entfallen Mark 17 247,68 auf die König Albert-Stiftung (mit Zinsen bis Ende !>. MW Am dkl vIMmiimtkn z« MHÄ4MW am 15. Juli 1902. Vorsitzender: Herr Vorsteher Redelob. Anwesend: 17 Mitglieder. Waffersteurr. Die Wafferstener auf die Monate April bis mit Juni lfd. Js. ist längstens bis zum 81. Juli dss. Js. bei Vermeidung der zwangsweisen Beitreibung an unsere Stadtsteuer-Einnahme — Rathhaus, Zimmer Nr. 2 — abznsühren. Hohenstein-Ernstthal, am 16. Juli 1902. Der Stadtrat h. Das Schulgeld, Fortbildungsschulgeld und vasjenige für fremdsprachlichen Unterricht auf das 3. Vierteljahr (Monate Juli bis September) 1902 ist längstens bis zum 31. Juli dss. Js. Die heutige Sitzung wird vom H.rrn Vorsteher Redslob, der nach längerer Onsabwesenheit wieder zurückgekehrt ist, eröffnet und geleitet. Bevor das Kollegium die Äerathuvg aufniwmt, erinnert der Herr Vorsitzende an das Hinscheiden Sr. Majestät des hoch seligen Königs Alberts. Das Kollegium erfährt, daß die Stadtverwaltung in besonderem Schreiben der Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Gutsbesitzers Robert Adolf Schubert in Oberlungwitz wird nach Abhaltung des Schlußlermins hierdurch aufgehoben. Hohenstein-Ernstthal, am 14. Juli 1902. Freitag «nd Sonnabend, öen 18. M 18. M 1882, bleiben sämmtliche Geschäftsräume des Rathhauses (Altstadt) wegen Reinigung geschloffen. An diesen Togen werden nur dringliche, iOmn Aufschub duldende Sachen erledigt. Hierzu, sowie zur Entgegennahme der standesamtlichen Anzeigen von Todesfällen ist das Wacht- lokal (Zimmer Nr. 9) an beiden Tagen Vormittags von 11 bis 82 Uhr geöffnet. Die Sparkaffe (Stadthaus) ist Sonnabend, den 19. Juli 1902, ebenfalls wegen Reinigung der Geschäftsräume für den öffentlichen Verkehr geschloffen. staitrath Hchchin-Wthl, den 11. Ui 1882. I)r. Polster, Bürgermeister. die Bank mache in der Hauptsache Geschäfte des Agio- gcwinneS wegen. Verth.: Sie sollen einmal für 3^ I Millionen Aktien zwecks Intervention an der Berliner Börse aufgekauft haben. — Schmidt: Das ist voll- ständige Unwahrheit. — Verth.: Sie sollen außerdem die Aktien an Bantlin widerrechtlich verkauft haben. — Schmidt (heftig): Widerrechtlich? Ich war voll- ständig dazu berechtigt. Die Konkurrenz war aller dings damals bemüht, uns vollends zu vernichten. Dr. Bantlin sagte auch zu mir, daß gegen uns ein Vernichtungskampf geführt werde. Sachverst. Plauth: Herr Schmidt, Sie haben am Eingang Ihrer Vernehmung gesagt, meine Firma habe auch in Reitwechseln gemacht, wie kommen Sie dazu? — Schm-dt: Ich habe Sie vor einigen Jahren einmal nm ein Darlehu ersucht, da haben Sie einen Wechsel ausgestellt. —Sachverst.: Das ist vollständig unwahr. Wir haben niemals aus Sie Wechsel ge zogen. Sie haben einmal, als Sie noch sehr klein waren, von uns ein Darlehn von 75000 Mack ver langt. Das haben wir Ihnen gegeben aus ein von Ihnen und Sumps ausgestelltes Accept und gegen Ver pfändung von Hypotheken. Sachverst. Schlieper: In den Büchern ist eine Anzahl niemals gemachter Bestellungen aufgeführt worden, daher war es möglich, hohe Gewinne heraus zurechnen, wählend in Wirklichkeit eine Unterbilanz vorhanden war. Die Bilanz war in geradezu vollendeter Weise aufg stellt. Die Aktiva waren in einer Weise g uppirt, daß man annehmen mußte, es seien großartige Abschreibung m vorgenommen worden und man habe es mit einer ganz soliden und gut sundirten Gesellschaft zu thun. Wenn Bücherrevisor Nordmann die Bücher in Ordnung gefunden hat, so ist dies dadurch zu erklären, daß Nordmann alles, was Schmidt sagte, für richtig hielt. Schmidt hat er- klärt, die Kasseler Sachverständigen hätten von seinem Geschäft nicht das nöchige Berständniß, es hätten dies Herren aus der Großindustrie sein müssen. Ich er- kläre, daß ich, solange ich Kaufmann bin, stets als kaufmännischer Leiter der Großindustrie thälig war. Es wird sodaun allerseits auf die weitere Ver nehmung des ZecHPii Adolf Schmidt verzichtet. Der Vorsitzende eröffnet demselben, daß von seiner Ver eidigung gemäß ß 56 Abs. 3 Abstand genommen werde, da der Verdacht besteh-, daß er an den zur Anklage stehenden Handlungen betheiligt sei. Er I von den Sitzen geehrt. Herr Vorsteher Redslob ver- f weist auf die beträchtlichen Zuwendungen, durch die der Verblichene seltenen Gemeinsinn bekundet habe. — erforderlichen Ausbesserungsarbeiten an dem betr. Straßentheile einen Aufwand von etwa 1000 Mark verursachen dürften. Trotzdem jedoch erscheine das Gebot annehmbar. — Davon mochte wohl auch das Kollegium überzeugt sein, denn es erklärte sich mit der Uebernahme des Straßentheils in städtische Unter haltung, sowie mit der festgelegten Entschädigung ohne Debatte einverstanden. 4. Berkaus des Kemptehauses. Herr Friedrich Wilhelm Wagner hat sich, wie die Erläuterungen des Herrn Vorstehers besagen, verpflichtet, daß der Stadt gehörige sogen. KemptehauS für 15 000 Mark zu kaufen, die Zustimmung der städtischen Kollegien natür- lich vorausgesetzt. Das Haus hat der Stadt im Jahre 1895 12 500 Mark gekostet. — Herr Stadtv. Grießbach bittet, bevor man den Verkauf genehmigt, ! zu erwägen, ob sich in dem Hause nicht, falls es uoth 1 thue, Unterrichtszimmer sür die Neustädter Schule ein- ' richten ließen. — Herr Vorsteher Redslob hielt es sür ausgeschlossen, daß dazu jemals eine behördliche Genehmigung zu erlangen sei. Eine ähnliche Meinung vertraten im Lause der Aussprache noch die Herren Stadtvv. Layritz, Schellenberger und Reinhold II. Ohne Gegenstimmen wird der Beschluß gefaßt, das Haus sür 15000 Mark an Herrn Wagner zu ver- kausr». 5. Errichtung eines König Albertstiftes. Der Herr Vorsitzende tritt mit dem Anträge, eine Kommission zum Zwecke der weiteren Verfolgung dieses Projektes zu bilden, an das Kollegium, da man in dieser Frage 1. Kenntnißnahmen, beantwortet der Herr Vor- sicher aus Grund einer Erklärung des Herrn Bürger meisters das von Herrn Stadtv. Griesbach beim Nach prüfen einer Rechnung zugezogeue Monita. Herr Griesbach war in einer der letzten Sitzungen der Meinung, daß die Kosten für die Möblirung eines besonderen Zimmers im Krankenhause zu Unrecht mit Zinsen der Gottfried Bogel-Stifiung gedeckt worden sein. Der Herr Vorsitzende weist noch, daß die seiner zeit erfolgte Verfügung des RatheS nach Maßgabe der Stiftungsurkunde vollständig in Ordnung ist. — uuuu wcan zu cmiqumgen «ec Ferner wird das Andenken des am vorigen Freitoglhier der Vorsitzende hinzu, könne verstorbenen Privatiers, Herrn Dörfelt durch Erbeben! Mark Gegenleistung rechnen, da HMElllMl WM Donnerstag, den 17. Juli 1902. 52. Jahrgang. Nr. 163. Inserate nehmen außer ver Expedition auch die Austräger auf dem Lande entgegen, auch befördern die Annoncen - Expeditionen solche zu Originalpreisen Erscheint feden Wochentag abends für den folgenden Tag und kostet durch die Austräger pro Quartal Mk. 1^o durch die Post Mk 1,82 frei in's HauS. Hohenstein Ernstthal, Oberlungwitz, Gersdorf, Inga«, Hermsdorf, Kernsdorf, Ämgenberg, Falken, Langenchursdorf, Meinsdorf, Rußdorf, Wüstenbrand, Grüna, Mittelbach, Ursprung, Erlbach Nrchberg, Pleißa, Reichenbach, Callenberg, Tirschheim, Kuhschuappel, Grumbach, St. Egydien, Hüttengrund u.s.w, für das Königliche Amtsgericht und den Stadtrath zu Hohenstein - Ernstthal. Organ aller Gernernöe-Verwaltnngen der: ninlregenöen Ortschaften. Anzeiger für