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WW /Anzeiger für öas Erzgebirge mit -er wöchentlichen Unterhaltungsbeilage: Muer Ssnntagsblatt. b»!»" u»» Nu»ii-d^»U'n?f»»'< Eprechgunü» »»r N»Sakti»n mit flusnahm» -»» Senniag» nachmittag« 4—S Uhr. — T»l»gramm-st-r»ffr, Tag«bl«tt ftueirzgrbtrg». Zrrnsprrchrr SS. !»hm'.«'°'o«st"ü"n",«n Jür un»,rl««igr rtngrsandtr Manns»,t»» kann »rwäh, nicht grlrift« »rrtrn. Nr. 271 Donnerstag, cien 22. November wir 12. Jahrgang vis große englischevmchbmchsschiachl bei eambrai Neue Skurmerfohe zwischen Srenta und Piave. - Zwei englische Kriegsschiffe un- Tonnen versenkt. - Llop- Georges Ne-e im Unterhaüs. - Llemenceaus Krieg-Programm. Erweiterung äer äeutschen Seesperre. Die Vergewaltigung der neutralen Europäer durch unsere Feinde haben sich in verschärfter Form fortge setzt. Nicht genug damit, datz die feindlichen Regieru» gen seit einiger Zeit neutrale Schiff«, denen sie in ihren Hasen oder auf hoher See habhaft werden konn ten, mitgenommen haben, um die durch die Tätigkeit unserer U-Boote bedrohlich gelichteten Bestände ihrer Handelsflotte aufzuftillen und um ihre eigene Flotte zu entlasten, versuchen sie jetzt durch.Anwendung von zahl, reichen Dcuckmi.ieln, besonders aber durch Verschärfung der Blockade gegen die neutralen Länder den vor ihren gewaltsamen Zugreisen bisher in die eignen schätzenden Häfen geretteten und dort aufgelegten neutralen Schi st s- raum heraus zupresjen und in ihre Dienste zu zwingen. Un'er Handelskrieg aus dem Meere richtet sich gegrn die Zufuhren über See nach feindlichen Ländern uud da mit ge^eu feindlichen und für feindliche Inrcresten fast rinden Schiff.waunr. Ta dieser SchifsSr'aum durch Ge- wiuunas-regeln ergänzt wird, so sieht sich chie deutsch: Regierung im Kampfe gegen die rücksichtslos über al e Rechte, besonders die der kleineren Nationen, h-nw.'g- schreitenden Gewaltherrschaft Englands genötigt, dar O P e ra li o n S se l d ihrer Unterseeboote zu der. größern. Die Erweiterungen erstrecken sich in der Hauptsache auf eine Ausdehnung des um Eng land gelebten Sperrgebietgürtels nach W.e^ stcn, um den für England zunehmend wichtiger werde» den Verkehr aus dieser Richtung zu treffen und auf ein neues Sperrgebiet um die Azoren, die -u einem wirtschaftlich und militärisch wichtigen feindlichen Stützpunkt des atlantischen Seeverkehrs geworden sind, außerdem auch die Schließung des bisher im Mittel mee r freigelassenen Kanals nach Griechenland, da dieser von der venezilistischen Regierung nicht sowohl zur Versorgung der griechischen Bevölkerung mit Le ben rmitteln als vielmehr zur Beförderung von Waffen und VNunilion verwendet worden ist. Die deutsche Regierung hat den' Regierungen der verbündeten, neutralen und feindlichen Staaten die neuen Grenzen der Sperrgebiete mitgeteilt. Sie treten am 22. November in Geltung. Neutrale ^Schiffe und Schiffe der belgischen Unter- fsützungskomlnission, die zur Zeit der Veröffentlichung dieser Erklärung in Häfen innerhalb des neuen Sperr, gcbietss teils um die Azoren und in griechischen Häsen liegen, können dieses Gebiet noch verlassen, ohne datz das für das Sperrgebiet angeordnete militärische Ver fahren Anwendung findet, wenn sie bis zum 29. No- vember auslaufen und den kürzesten Weg im freien Ge biet nehmen. Es ist Vorsorge getroffen, datz gegen neu trale Schiffe und Schiffe der belgischen Unterstützungs kommission völlig ausreichende Schonfrist des für da) Sperrgebiet angeordnete militärisch« Verfahren keine Anwendung findet, wenn sie in die neuerklärten Sperr, asbietsteile geraten, ohne datz sie Kenntnis der vorli-> genden Erweiterung haben und haben erhalten können. Hein aeuttcker Minenrucher verrenltt. Nach dem amtlichen Bericht der englischen Admiralität fall bei dem Gefecht vor der Deutschen Bucht am 17. d. M. von den Engländern ein deutscher Minen- facher versenkt worden sein. Die Behauptung ist unz» treffend. Es ist keinS unserer Minenfahrzeuge von den Engländern versenkt worden. Demgegenüber wird ein Frschdampfer vermißt, um den es sich in der englischen B. laanlmachung handeln dürfte. Die Kiesdurchsuhr gesperrt! .19 Schiffe, die am 15. November au» Deutschland mit Sand- und KteSiadnngen für Belgien in Lobit ein. trafen, mußten nach Deutschland zurückkehren, da seit dem 1b. November die Durchfuhr hollündischersettS gesperrt worden ist. Ti» amerikanischer Torpedtjägrr im Sperrgebiet gesnnkeu! Neuter meldet aus Washington: Da» Marinedepar tement meldet: Der amerikanische Torpedojäger Ehauneoy ist infolge eines Zusammenstoßes am Dienstag morgen im^ Sperrgebiet gesunken. Man glaubt, daß 21 Man« umgekommen sind. (W. T. B.) MMlilhMMilhtWW (Amtlich.) Großes Hauptquartier, 22, November. «orglicher -»rieg-sMauptaq. »» m'»eroNet»i„*rjld«tt« ^r-nprtnzen Oi^pprschi uou Bayern. Irr Flandern beschränkt« sich der Artilleriekampf' aus Zerstörnngsfcuer, das erst am Abend zwischen Poel- 'apelle und Pasfchendaele an Heftigkeit zunahm. Vvrüöß- englisher Ableitungen nördlich von Lenr und südlich von der Scarpe wurden abgewiesen. Ter starken Feuer steigern ng am gestrigen Morgen bei Rle» court folgten nur schwache englische Angriffe, die in unserem Feuer zufammenbrachen. Tie Schlacht südwestlich von Cambrai dauert an. Durch Masseneinsah von Panzerkraftwagen und In fanterie und durch Bortreiben seiner Kavallerie sucht« der Feind den ihm arn ersten Angrisfstage versagt ge- büebenen Durchbruch zu erzielen. Es ist ihm nicht ge lungen. Wohl konnrc er über unsere vorderen Linien hinaus geringen Boden gewinnen. Größere Erfolge vermochte er nicht zu erzielen. Die von unserer Artillerie und den Maschinenge wehren wirksam gefaßten und stark gelichteten Verbände traf der Gegenstoß unserer tapferen Infanterie. Auf dem westlichen Ufer der Schelde warfen sie den Feind aus Amnenx und Fontaine, auf dem östlichen Ufer in seine Ausgangsstellungen südlich von Rumillh zurück. Vor und hinter unseren Linien blieben, aus dem Schlachtfeld verteilt, die Trümmer zerschossener Panzer kraftwagen. An ihren Zerstörungen hatten auch unsere Flieger und Kraftwagengeschütze hervorragenden Antet». Mit Einbruch der Dunkelheit ließ die Gefechtstätrg- keit aus dem Sch lacht selbe nach. . Südlich von Venbhuille hat der Feind seine An griffe nicht wiederholt. Eine starke französische Abteilung drang in die süd liche Front voil Sc. Quentin ein. Im Gegenstoß wuVn sie hinan sgeworftn. Front »es »en,schri, Kronprinzen. . Im Zusammenhang mit dem englischen Angriff ha: auch der Franzose zwischen Craonne und Berry-au-Bac mit starken Vorstößen gegen unsere Stellungen begon nen. Heftiger Feuerangrifs, der vom frühen Morgen mit kurzer Feuerpause den ganzen Tag über anhielt, gingen Ihnen voraus. Nördlich von La Bille aux Bois haben wir den Feind im Feuer-, und dort wo er ein gedrungen, im Nahkampf zurückgetrieben. Eigene Unternehmungen harten Hrfolg und brach ten Gefangene ein. Leutnant Böhm errang durch Abschutz eines feind, lichen Fliegers seinen 22. Luftsieg. Auf dem restlich«« Kriegsschauplatz und an der Maz«P»»isch«u Arnnt nicht- Besondere». Leutnant Aschweg brachte einen feindlichen Fessel, ballon zum Absturz und errang damit seinen 20. Lust sieg. Atatieuisch« Ar««t. ' Tiroler Kaiserschützen und württembergische Truste Pen erstürmten zwischen Brenta und Piave den Rücken des Mont« Fontana und de» Monte Schtnneela. Der erste «eueralqnartiermeiste» <W. L «.) L Nb ««dorff. Die Deutsche« an« Washingtnn aungewiese«. , Central New» melden an« Washington: Alle Deut schen haben den Befehl erhalten, Washington vor dem 1V. Dezember zu verlassen. Die Suglönder 12 Meilen »or Jernsale»? , Nach dem amtlichen Bericht des britischen Befehls habers in Palästina Haden die britischen Truppen am 18. November Belntratha, zwölf Meilen nordwestlich von Jerusalem, besetzt.' Die britische Infanterie erreichte eine Linie 15 Meilen westlich von Jerusal« «. Lloyä Georges Reäe. Nachdem Asquith am Dienstag im englischen Unterhaus«, wie von uns schon berichtet, gesprochen hat te, nahm Lloyd George das Wort und sagte, er bestätige es auch heute, daß England infolge de» Man- ' oels einer einheitlichen Zusammenarbeit sehr gelitten habe, und seine Kritik, die er an der Vergangenheit ge übt habe, sei nicht gegen irgendeinen Generalstab oder den Hüchstkommandierenden der englischen oder einer anderen Armee gerächter gewesen. Er hätte nur ein« gewisse Beleuchtung des Umstandes geben wollen, daß der Mangel an Zn sammenarbeir bei den Atli, texten ein Unglück zur Folge gehabt hätte. Man habe dies für einen Versuch der Zivilisten erklärt, sich in die Angelegenheiten des Milirärs zu mischen, aber dav Plan stamme schon von Kitchener. Im Juni 1917 sei der Plan betreffend eine gemeinsame Leitung gefäß worden bei einer Tagung der verschiedenen Generalstabs» c)efs, wobei England, Frankreich und Italien vertrete« gewesen seien. Der Ernennung eines Generalissimus habe er sich aufs äußerste widersetzt; sie würde keine» Nutzen schaffen, vielmehr Reibungen bewirken. Schwer sei es, Asquiths Fragen hinsichtlich der italienische» Front sowie hinsichtlich Cadornas Erklärungen zu beant worten. Man könnte sehr viel sagen über das, was Ca dorna gesagt hätte, und darüber, was man in England denke. England sei für die italienische Front nicht ver antwortlich; die englische Regierung hab« mancher!« gewußt, geglaubt oder vermutet, und die italienische Re gierung habe einiges davon gewußt, aber Sir William Robertson habe die Angelegenheit in betreff einer an deren Front als der englischen nicht mit Nachdruck be treiben können. Wenn es jedoch einen gemeinsamen Ra in Versailles gegeben hätte, so hätte Robertson sein« Ansichten mit Hilfe der Vertreter der Regierung nach- .rücklich vertreten können und würde ihnen so Beach» ung.verschafft haben. Lloyd George sagte: Die ita lienische Front ist von Wichtigkeit für unsere Front tn vcr italienischen Front hat ein Zusammenbruch ftattgesun»««, und Wir sind dorthin geeilt zusammen mit den Fra» osen, um diese» Unglück wieder gutzumachen. Leei» lußt das unsere Lperationspläne an unserep Front nicht ebenso stark? Wir sind zu dem Er gebnis gekommen, daß ein System von Verbindungsoffi zieren und gelegentlichen Zusammenkünften der Minister und der Generalstabschef» durchaus unwirksam und un genügend für dis Sicherung «ine» wirklichen Zusammen wirkens sein würde. Wir brauchen «ine stä n big« Kör pers.ha st, die andauernd auspaßr, Anregungen gibt und an die Regierung berichtet, unabhängig davon, ob unsere oder die französische, italienisch« oder russisch« Front in erster Linie in Betracht kommen. Me Mög- ltchkett von Reibungen mußte ausgeschaltet werden, und wenn Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ratgebern unserer Armee und denen anderer Armeen äustreten, so wird diese Körperschaft der Regierung halfen, Tra gen und abweichend« Gesichtspunkte, welche unserer Re gierung oder anderen Regierungen zur Beurteilung un terbreitet werden, miteinander in Einklang zu bringen. Asquith hat gesagt, die endgültige Entscheidung müsse der Regierung verbleiben. Tas ist bis jetzt der Fall ge wesen und würde sich auch nicht ändern, wenn dies« Ein richtung getroffen wird. Ich mag nichts oon militä rischer Strategie verstehen, doch ich verstehe eini ges von Polt ttscher Strategie (Lachen und Bei, fall) und davon, wie man die öffentliche Meinung bez einem sie angehendem Vorschlag« gewinnt, und wie ma» sie von seiner Erwünschtheit überzeugt. Ich hab« mich entschlossen, eine unangenehme Red« zu halten (Beifall); das mutzte alle Welt zwingen, oon diesem Plan zu sprechen, und man hat davon ge sprochen, In zwei, in drei Erdteilen. Ta» Ergebnis mei nes Schrittes ist, daß Amerika, Italien, Frankreich und England eingewetht sind, und daß die öffentliche Mei nung cingeweiht ist; da» ist don äußerster Wichtigkeit. (Beifall.) All das Gerede über Ostler und Westler ist bloßes Gewäsch; unser Schlachtfeld ist im Norden und Süden, im Osten und Westen, und unsere Sache ist e», den Feind von allen Richtungen der Windros« der unter