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Hr Amtsblatt für den Gtadtrat zu Adorf rß sr Tageblatt für Adorf Lß und das obere Vogtland D« Gren^>o1« «tcheint Uglich m2 ^l»»- «ahme de» den Sonn- und Feiertagen fönenden Lage» und lostet vierteljüyrlich, V0klw»dezahl- L« f)fg. Vestsllungen verden in dm Geschäftsstelle, von den ÄurkSgern de» Akutes, sowie von allen Kaiserliche» anstaltea and Postboten angenommen »s»am«» diePK- Ndorfer Grenzbote ftrühm- Der Grenzbot«) Verantwortlicher Schriftleiter. Drucker and Verleger, Gtto Meye» i» Ndorf Gsraiprscher M Le^ ^Le-i 266. Temeinde^trs-Konw 118 Kvnntag, deN 16. Uavember ^919. Poftscheck-Konto Leipzig 37369 Hahrg. 84. Alle in Adorf wohnenden Kriegerwitwea, Kriegselterngeldempsänger und Vormünder oon Kriegsvollwaife» werden zwecks Eintragung in die Listen des bei dem hiesigen Stadtrat errichteten Ortsamtes für Kriegerfürsorge aufgefordert, am Montag, den 17. November 1919, d, nachstehender Reihenfolge im Buchstabe — - 6 - , Ll — 's' 2 „ 1^7 7 Reatenbefcheide und Lebeusmittelausweis sind mitzübrtnge». Adorf, den 13. November 1919. Der Stadtrat. — Ortsamt für Kriegerfürsorge. — MW « «MW W Zur Bermeidung unnötiger Rückfragen und Schreibarbeit fordern wir hierdurch oll« Arbeitgeber, -ie erwerbslose Personen einstellen, auf, die in dc« Händen der Erwerbriosen befindlichen Kontrollkarten am Einstellungstage abzunehmen, in die Kontrollkarte an dem dafür freigelassenen Platz den Einstellungrlag zu bif-ütigen und die Karte hierauf an den hiesigrn Arbeitsnachweis — alte Schule — umgehend abzugeben. Der Arbeitsnachweis wird sodann die betreffenden Personen aus seiner Liste streichen und die erforderliche Abmeldung beim hiesigen Erwerbrlosenfürsorgeamt mit «'ledigen. Jeder Erwerbslose, der eine Arbeitsstelle antritt, ist verpslichtet, dem Arbeitgeber Rathause zu erscheinen, nachmittag 5 - Uhr I- ° 'L6- 6 „ 8 .. 6 — »L7 ohne Aufforderung die in seinen Händen befindliche Kontrollkarte abzugeben. Der Ar beitgeber ist sodann für die weiteren Meldungen verantwortlich. Adorf, am 13. Noormber 1919. . Der Siadtrat. M» M WMW Moatag, den 17. dfs. Mts, nachm. 2 Uhr i« der — Schulturnhalle. — Pünktliches Erscheinen aller Erwerbslosen ist Pflicht. "WM Adorf, den 15. November 1919. Der Stadtrat. KM 61NUMIIS, Vkll 1S. MM. MM 'lL M WkUWWe SiW des Stadtrats u. der Stadtverordneten. Tagesordnung: 3. Nachtrag zur Bsmsindesteueroidnung. Adorf, den 15. November 1919. Der Stadtrat. I. A. Bürgermeister Vr Lange. I. n»tl privat- SvLwt608vdÄs LA Ss^vr. 8täät Vüsdseimls, sse^rünäst I89I, bsrvitet tür äio OemeinckebeÄmrevlautbLfi» ror. ^umeläuvASll tür Ostern 1820 bis Luäo ^«nuar erdeten SteUennaedvois üer ALNASsedüler. ^uiuLbmebeäluFunxen versenäsi kostentre! äie LebuIwitunA. Sie Weltlage. Die Bolschewisten und ihr« Gesinnungsgenossen kn Deutschland haben aus eine Weltrevolution gerechnet, die ihre Ziele aus der ganzen Erde verwirklichen würde, skwet Anfänge dazu find gemacht worden, in Buda pest und in München, und beide Versuche sind in sich selbst zusammengebrochen. Im Auslande traten wohl »roße Streiks ein, aber die kommunistischen Gedanken plieben dabei saft ganz aus dem Spiel, und heute bat die Lage sich so gestaltet, datz die Sowjetregierung rn Moskau ernstlich an Frieden denkt, sodaß sie sogar Pie Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen der weheren Regierung übernehmen will. Wenn sie das pusführen kann, muß man allerdings hinzufügen. Auch pie große Streikbewegung, die jetzt in den Bereinigten Staaten in Nord-Amerika, mag sie gleich bedeutende Schwierigkeiten in Handel und Wandel im Gefolge haben, ist nicht danach angetan, in eine kommunistische Agitation auszuarten. In allen ausländischen Staaten, selbst in dem schwer erschütterten Italien, ist die be stehende Staatsgewalt viel zu stark, als daß sie rot« «revolutionäre Putsche zu befürchten brauchte. In Frank- xeich und England richtet sich die militärische Strömung direkt gegen jede radikale Auffassung. Tort ist der Militarismus mehr zu Hause, als es in Teutschland früher der Fall gewesen sein soll. Es ist nichts mit der Weltrevokution, und es ist auch nichts mit dem Weltbankerott, an den manche Leute gedacht haben, weil sie darin ein Mittel sehen wollten, durch welches Deutschland von den harten Lasten seiner Kriegsentschädigungszahlungen befreit wer den könnte. Höchstens kann uns dies Schicksal erwachsen, doch hoffen wir noch immer vor dem finanziellen Zu sammenbruch bewahrt zu bleiben. Wenn man allerdings jemand bankerott nennt, der mit Unterbilanz arbeitet, van« sind wir schon im Konkurse. Wir Wirtschaften Leute mit dem letzten Rest von Vertrauen, den das Keich noch besitzt. Ob und welche Wendung eintritt, das wird sich in voller Deutlichkeit erst zeigen, wenn die heute noch unbekannte Gesamtforderung der Entente »ns mitgeteilt werden wird. Tie heutigen Schulden Deutschlands in Höhe von rund 200 Milliarden sind jlaum höher, als diejenigen, die auch Frankreich und Italien haben. Tort hat man aber noch nicht an Ane Vermögensabgabe gedacht und wird auch nicht zu kolcher übergehen. Woran man aber namentlich in Paris sehr stark denkt, das sind Lie deutschen Kriegs- vutschädigungszahlangen. Ter französische Finanzmi- »ister Klotz hat zugestanden, daß wir keine unbegrenzte Summe bezahlen können, aber er hält daran fest, daß wbr große Beträge bezahlen müssen. * s An einen Bankerott von Frankreich MIÄ Italien fft heute schon deshalb nicht zu denken, weil die sieg reichen Franzosen und Italiener sehr viel sparsamer Wirtschaften, als wir besiegten Deutschen. Das Amüso- mentsleben in Paris steht weit hinter dem zurück, was sich Berlin leistet. Und nun gar England? Llohd George, der ganz gewiß kein schlechter Rechner ist, stellt seinen Landsleuten einen Aufschwung in Aussicht, wie Großbritannien ihn noch niemals erlebt hat. Und das ist keine Prahlerei. England hat im Kriege ge waltige Vorteile errungen, hat nach allen Seiten hin freie Hand und sieht die deutsche Konkurrenz schon wegen des Mangels eigener Handelsschiffe für abseh bare Zeit ausgeschaltet. Unter solchen Umstünden muß es florieren, es braucht auf den Völkerbund wenig zu geben, sondern kann abwarten, was er tut. Als Lieferant von Kolonialprodukten wird England unter allen Umständen ein Riesengeschäft machen. ? Amerika, das in noch viel höherem Matze wie England ein Weltlisferant ist, kann bei der Festigkeit i seiner Regierung iHne Scheu mit der Bezwingung de» inneren Krisen rechnen. Es bezahlt nicht einmal die finanziellen Kosten dieser inneren Krisen, sondern legt sie in Form von höheren Preisen den Abnehmern seiner Erzeugnisse auf. Tas Wirtschaftsleben mag im Ausland also noch etwas hin und hergestoßen werden, auch eine Beule bekommen, aber an seinen Zusammen bruch ist nicht zu denken. Man tut dort, was viele Deutsche nicht tun, man spart und arbeitet. Der bri tische Ministerpräsident Lloyd George hat den siegreichen Engländern zugerusen, zu arbeiten und Vertrauen zu haben. Wenn das für dort das beste Gesundungsmittel ist, so ist es das für uns erst recht. Wer glaubt, sich darüber hinwegsetzen zu können, der wird die Folgen spüren. Tie Welt hilft niemandem, der sich nicht selbsr zu Helsen weiß. .kta». Aus Frankreichs Barterlageru. Bestialische Behandlung deutscher Gefangener. Mitüooch kam in Berlin ein Transport von ."-SS deutschen Sanitätsmannschasten aus französischer Ge fangenschaft an. Ter Zu stand und das Befinden der Leute war ausnahmslos autz erordentlichschlecht. Tie Heimgekehrten gaben so grauenvolle Schilde rungen ihrer Leiden, datz ein Schrei der Entrüstung durch das ganze deutsche Volk hallen müßte. Berli ner Blätter Dringen Aussagen dieser Gefangene«, dar« wesentlichen Inhalt wir hier wiedergeben: Im Lager Fontaine bestand die Eri»ähruug aus Wasser und Kartoffeln oder R«is ohne jeden Zu-fatz. selbst ohne Salz. Eine ganse Kompagnie dm» 1Ä Mann hatte im ganzen acht Kochgeschirre zim» Ess«« — diese waren auch die «iuz-g« WasthgetzMrrot DHv Behandlung war b.e Ai»ZjLM. ,S t r aL» .LSvV' Sen darin, daß Li« Leut« 14 Tage in einem kleine» Zelt barfuß zubringen mutzten. Als Verschärfung Is men tägliche Prügelstrafen hinzu, bis W 20 Schlägen mit dem Ochsenziemer auf den nackten 'Körper. In den offenen Unterkunftsbaracken war maL sämtlichen Unbilden des Wetters ausgesetzt. Im Lager Candor sind in den Monaten Novemver- Dlezember 1918 , i dreihundert Gefangen« buchstäblich vrrftungert. Untergebracht waren die Leute auch im Winter tu off enen Zelten. Ihre Wäsche mußten sie 14 Wo chen am Körper behallen, so daß ihnen die Hemdeos vom Körper herunterfaulten, und sie derartig mit Läu fen übersät waren, datz nicht eine Stecknadel auf ihrem Körper noch Platz gefunden hätte. Zwei Chauffeure, die aus dem Lager entwichen waren, wurden nach ihrer Festnahme zu den berüchtigsten Strafen im offenen Jnfanteriezelt verurteilt und dort zu Tode ge peitscht, -i Als der Transport jetzt endlich der Heimat zurollte, Wurden schwarze Franzosen zur Bewachung mitgegeben. Als der Zug in die Nähe Kölns gelangt war, spieen die Marokkaner als „letzte Ehrung" die Gefangenen an und bewarfen sie mit Schmutz und Unrat. Die Heimkehrenden konnten schließlich sich dieser Gemein heit nicht anders wehren, als datz sie einige Marokkaner in die Wagen zogen, und verprügelten. Zur Strass sollte Ler gesamte Transport nach Frankreich zurück- befördert werden. Nur dem Eingreifen der deutschen Behörde im Rheinlands war es zu danken, daß die neue Zurückführung in französische Sklaverei unterblieb. Tie Rücktransporte, die jetzt eben eingesetzt hat ten, sind unterbrochen worden, weil bei einem der näch sten Transporte bei einem ähnlichen Krawall zwei Fran zosen ums Leben kamen. Tie Gefangenen erklärten alle, ihre Aussagen zu Protokoll geben zu wollen, wobei noch Hunderte vn ähn lichen Fällen zur Sprache gebracht werden sollen. Sie werden nicht eher Ruhe geben, bis auch i,re 400 000 noch in Frankreich geknechteten und mißhandelten Ka meraden der Heimat zurückgegeben sind. Frankreich, die Nation der Kultur, Lenkt nicht daran, die in seiner Hand befindlichen Deutschen gut willig zurückzugeben. Alles, was noch irgendwie krie chen kann, wird zur härtesten Sklavenarbeit verwen det. Nur die Kranken und die Sanitäter werden jetzt so langsam nach und nach zurückgeliefert. Es muß immer und immer wieder darauf hinge- wiesen werden, daß noch Hunderttausend« von Lands leuten unter den grausamsten Martern in Frankreich schmachten und dort körperlich und seelisch für ihr gan zes Leben zugrunde gerichtet werden. Und wenn auHr