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Donnerstag» den 25. Zanuar 1917. Auer Tageblatt SW Mzeigrr für das <krz-ebir-e ^ÄWLÄLÄ« mit der wöchentlichen Ünterhaltungsbeilagr: Furr Sonnta-rölntt. . 1^," Vn» nu»o°d«W""w^ «pr'chstimS» e.r N»Sakti»n mit Ausnahme e», «'NNW,, nachmitta,« 4—» Uhl. - , ««,»«« f»unrn»»tr«». gsrosprmh« «.,E Zür unv»rla»g1 »In^fonSt, Manolkrl»,» knn, Mvühr nicht o»>«iN»t Nr. 20. Donnerstag, äen 25. Januar Idir. 12. Jahrgang. Vs; öroMur vom Klemen streur an Mackensen verliehen. Siegreicher Vorstoß unserer kuppen in Hirlsna. 17HH Russen gefangen. — Der Eindruck -er Wilson-Note bei Zelnden und Neutralen. — Steigerung -er ruMhe« Krise. Wilsons Note für äen Weltfrieden. lIiIINIIlllliIIiIUIII»iIiiIIiIlIlIIIUMIIIiiIiiiiiI!IIiiIiiiII,iIIIiIIIIIIiIIIIIIiIIINIII!IIMIIUIIIIWI«IIiiI Tie Antwortnote de» Zehnverbandes, welche doch in !krem Inhalt und Wortlaut «in« blutig« Verhöhnung der Wilsonschen BermittlungSaktion und seiner Welt- j srredenSgedanlen darstellt, vennochte den Präsidenten Wilson nicht von der Fortsetzung seiner FrtedenSaktton! abzuschrecken. Jetzt hat er sein übervolle» Herz in einer ; Botschaft ausgeschüttet, die er dem amerikanischen Sc- nar zngeheü ließ und deren Wortlaut gleichzeitig den "riee,führenden Mächten übermittelt worden ist. Man mich dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zuerkennen, das; er ebenso zäh wie hofsnungs- sreudig ist. Nach allein, was wir -bis jetzt von Am« rika uuo seinenr Präsidenten erfahren haben wundert eS uns nicht, daß er auch in seiner jetzigen Botsnjafi von der England,reunLlichkeit beherrscht wird. La» dr- Wmdbmcht iibk tzk ürirgslsgr Der amtliche deutsch« Abendbericht vom 24. Ja nuar laute.t r Deutsche Angriffe beiderseits der Aa ent rissen den Russen beträchtlich Gelände. Bisher sind über löOO Gefangene xtngebracht. WW»W»«WM>S«a»»«M««»bWBlMtz»««PWW-WlSMBW»WM^ MMtWMMiWlWk (Ldntlich.) Großes Hauptquartier, SS. Jammer. Westlicher KriegSscha«Pl«tz. weist er in ;ewen Aeusterungen über die Noten der bei den kriegführenden Gruppen. Tie Mittemächte hätten nur einfach ihre Bereitwilligkeit zu einer Konfwenz erklärt, um die Friedensbedingungen zu erörtern, WW doch uns das Wichtigste zu sein scheint. Ten Mächler der Enterrte aber rühmt er nach, daß st« viel ausführ licher geantwortet und. wenn auch nur in allgemeinen tlmrisfen die Vereinbarungen, Bürgschaften und Wieder herstellungen angegeben hätten, die ihnen als die un umgänglichen Bedingungen einer befriedigenden Lösung erscheinen. Hat sich Wilson wirklich eingeredet, das, diese Bedingungen ernst zu nehmen sind? Ist ihm bei spielsweise entgangen, daß die Forderung der Zurück gabe der den Alliierten entrissenen Provinzen sogar die Rückkehr der Nordamerikanischen Union unter britische Herrschaft bedingen würde? Was Wilson in seiner Botschaft an den Senat der Vereinigten Staaten darlegt, soll allerdings weniger der Herbeiführung des Friedens im gegenwärtigen Krieg dienen, als vielmehr einen allgemeinen Zustand dauern- Im ArtoiS zwischen Auere und Somme und an der UiSne-Front nahm die Kainpftätigkeit der Artillerie und Minenwerfrr zeitweise zu. Mehrfach kam eS im Vorfeld der Stellungen zu Zusammenstößen von Erkun- dungsabteilungen. Südöstlich von Berrh-Au-Bas (nord westlich von ReimS) drangen preußische und sächsische Stoßtrupps in die französischen Gräben und kehrten nach erbittertem Kampf znit einem Offizier, SO Ge sungenen und zwei Maschinengewehren zurück. Kreut de» deutschen Krenprinze«. Lurch forsche» Zufassen gelang es an der CombreS- höhe zwei Erkundern eines hannoverschen Reserveregi- ment» «inen an Zahl dreifach überlegenen Posten der Franzosen zu überwältigen und mit einem Maschinenge wehr in die eigenen Linien zurückzudrängen. In den Vogesen scheitert« am Htlsensirst dex Vor stoß einer französischen Ktreifabteilung. Klare» Wetter begünstigte die beiderseitige Flieger tätigkeit. den Friedens nach dem Kriege anbahnen. Ins rollende Nad der Begebenheiten einzugreifsn, liegt nicht jn der Absicht des Präsidenten. Ja, der Eingang seiner Bot schaft läßt zum mindesten die Deutung zu, al» beabsich tige er auch nicht, irgendwelchen Anteil am eigentlichen Friedensschlüsse zu "haben oder irgendwelchen Einfluß darauf auszuüben. Was Wilson für die dauernde Be friedigung der Welt nach dem Krieg« zu tun gedenkt, ist riesenhaft in seins» Ausmaßen und eröffnet schier unabsehbare Fernsicht^». Sein Plan ist «in echte» Kind de» Landes der unb«gr«nzten MSglickMten, und w«nn unser Vertrauen in di« Durchführbarkeit de» Planes be- Oestlicher Krie»»schau»l«tz. Freut de» GeurrelfelbmerschestS Prinz Leepelb »en Betzeru. Beiderseits der Aa brachten unsere Angriffe meh rere russisch« waldstellungen in lO^Kilvme^er Breite mit 140 Offizieren, 1700 Mann und iT Maschinen gewehren in unser« Hand. Starke Wegenstößs heran- geführter Reserven konnten unsere Fortschritte nicht hin dern. westlich von Luck bmchen Sturmtrupp» rheinisch»« Regimenter in die TiorfstMring von venwriüktz ei« und männer de» Bierbund«» einig. Ferner, w«nn Wilson von dem Recht jede» großen Volk«» aus einen direkten AuSgang zu den großen Heerstraßen der See spricht, will er sich damit etwa für Rußland» Streben nach den Dardanellen in» Zeug legen? Und weiß er nicht, daß Franzosen und Engländer den Russen den Besitz Ko»»- jstanttnopel» garantiert Haden? Wenn ferner Wslson die Freiheit dar Meere al» ein« conditio sine qua non ftür den Frieden Lszeichnet, weshalb verschließt er sich yolten 14 Gefangen» heeau». Freu« de» «enereloberst-u Erzherzog Loses. Gesecht« von Jagdabteilungen und pur vereinzelt stärkere» Arttlleriefeuer wiederholen sich täglich in dem verschneiten Gebirge. Zwischen stasinu, und Putna tal wurden dem Gegner öS Gefangen« abgenommen. Front de» GeneralfeldmarschaüS von Mackensen In der ruMnischen Eben» Herrscht bei streng« Läng» der Donau Geschützseu« von Ufer zu User und PostengepILnkel. Mazedonische Fron». Yeuerüberfälle im Lernabogen und Gefecht« »hn« Belang in der Ttrumaebene. De» erste Generalquarttrr meiste» (W. T. B). Ludendorsf. IiNMttI1IiM»ttIiIIN!»ttN!»^ grenzt ist, so hängt da» zusammen mit der Art, wie wir zu arbeiten gewöhnt sind. Wir Deutschen bilden un» ein, auch mancherlei für den Frieden dieser Welt getan zu haben, aber freilich nur im Rahmen de» Wir, tungSkretses, der uns zug«wies«n worden, zugewtesen von einer geheimnisvollen Macht, die un» in ihrs letz ten Absichten nicht eingsweiht hat. Ter Herr Präsident erkennt denn auch selbst an, daß all« diese Tinge, fall» sie überhaupt jemals zu verwirklichen wären, erst nach dem FriedsnSschlutz in Frage kommen. Wie sieht es _ .... aber damit au»? Freilich, Wilson saugt aus jeder! Et^im.allgemeinen Ruh«. Blume Honig, sogar au» der Antwortnote de» Zehnder- bandes. Nach seiner Behauptung haben beide Völker-; gruppen erklärt, daß sie ihre Gegner nicht vernichten, wollen. Gewiß, der Vterbund hat e» erklärt. Aber! bedeutet da» Verlangen d«s' Zehnverband«» nach Rück- j gäbe aller jemal» den Alliierten entrissenen Provinzen; ferner die Abtrennung der Gebiete mit slawischer, Kalte- i irischer und rumänischer Sprach« von der Tvnaumonar. j chte, die Vertreibung der Türken au» Europa usw. nicht f die Absicht der Vernichtung? Und wenn Wilson die Losung auSgibt, daß e» Frieden werden müsse ohne Sieg, so erinnern wir daran, daß e» in der Note der Alliier ten hieß, sie seien jeder einzeln und gemeinsam ent schlossen, mit ihrer ganzen Kraft zu handeln und alle Opfer zu bringen, um^ven Streit zu einem siegreichen Ende zu führen. Ta Wird Herr Wilson nicht verlan gen und erwarten können, daß wir un» durch seine Bot schaft von unserem festen Willen abbrtngen lassen Wer den: durch Kampf »um Sieg! So, wenn er meint, daß die Staatsmänner überall darin einig sind, '! ... .. . , daß e» ein einige», unabhängige», selbständige» Polen pvabet der Tatsache, daß England da» Hindernis dieser geben sollte. Larüb« lind ab« biOh«» nur di» Staat». Artthett G» Britannien bHu»M> Hst, «ogM», ß» Lus ¬ ter John Bull» Losung, und die «britische Seeräuberei, die Aushebung der London« Deklaration, die Gewalt herrschaft gegen alle Neutralen sollten doch bi« Wdn» rikaner darüber belehren, gegen wen sie, 'die Freiheit der Meere zu verteidigen haben. Und wenn dte Bot schaft weiter den ununterbrochenen, freien und unbw droyten Verkehr von Volk zu Volk al» wi-ftntltchrn Dell de» .Friedens und des Entwicklergsprozesse» bezeichn« so müssen wir doch dem. Herrn.,Präsidenten vorhatten, daß seine lieben Amerikaaer in dieschn Weltkrieg« nur auf den ununterbrochenen, freien und unbsdrohtvu M»o- nitionsverkehr zu den Alliierten Wert gelegt, so Wert gelegt haben, daß sie unsere F-Bovt« al» Bedrohung empfanden und.empfinden, während st« nicht» getan haben, um den durch den britischen Kaperkrieg völker rechtswidrig unterbrochenen Verkehr mit Leutschlaatz wiederherzustellen, obwohl «S <ich btt 'diesem B«kÄKr von Volk zu.Volk nur um Nahrungsmittel, um di« Verhinderung der völkerrechtswidrigen, Unmenschlichen AuShungerungStakti? handelt«. i 0!r häibsmttche Aeslmivst-l Sstrette r»r Mr»v-v-re. Ten Trundgedanken Lvr Bötschast dch PrLstbekta« ! Wilson zusammensassend, fragt Westminster Gazette» Würden Sie, Herr Präsident Wilson, wenn Sie sto unserer Lage gewesen wären und gelitten hätten, Watz wir seit 1914 gelitten haben, noch geduldig «us Lin« dritte Partei gehört haben, die Ahnen sagte, Sie milch ten zufrieden sein, den Krieg zu beendigen, ohne ihn zu gewinnen, Sie müßten auf Bestrafung «ine» FetadW verzichten, der Sie mit Krieg überzogen, Verträge ge brochen und unerhörte Verbrechen gegen dl« Mensch lichkeit begangen hat, Sis müßten für die Zukunft b«» reit sein, in großem Umfange auf den Gebrauch der Waffe zu Verzicht»», dis sich al» Ihr sicherster Schatz für die Verteidigung und a!» dir Hauptbürgschaft für die Welt erwiesen hat gegen den aggrrsswen Militari», ! mu»? War Lincoln bereit, seinsn Krieg zu beendige«, ohne ihn zu gewinnen, Demütigte «r ein« Einmischung Europa» Irr den amerikanischen Kamps? Wir nehmen an, Präsident Wtlssn hat einen praktischeren Zweck t« Auge, al» nur in seinem Senat über die gsnze Welt und über abstrakt« Grundsätze der Menschlichkeit «ius Betz, schäft zu richten. Mn Man« von seiner Melluntz und mit seinen Machtmitteln verharrt nicht dabei, kjn Bee. gehen zu versolgm, da» alle« GHEK MschM »ach keine Ermutigen« seitens he« Gsupibeteilizt«» «hält, wofern er nicht irßenb tt»ren Pls^ Mr sein Verseh:« gefaßt hat. Und wls, die wir Wilson» Shsrakter ken nen, würden suß«L«rdLntlich Mktug sein, anzunehmen, er hätte nur einen rhetorischen Zweck verfolgt. Wi» inüßten Wilson nahelegen, daß der praktischste nächst» Schritt wäre, und wenn er «S Weitz, zu sagen, wa» die deutschen Bedingungen sind, oder wenn « sie nicht kennt, dte Deutschen dazu zu bringen, sie zu enthüllen. Wir werden dann den wahren Sinn der jetzt »an- »n- bestimmten und abstrakten Wort» und Phrasen begrei fen und entdecken können, »b der vsrgeschlagen« Fried« ohne Steg ein Fried« ist, d«r unser« notwüindigDn Ziel« unerfüllt lätzt, oder ein Fried«, der nur d« Absicht Halt gebietet, d«n Feind zu zermalm»» im Sinn« po litischer Vernichtung, wa» wir garntcht beabsichtigen. Bis zur notwendigen Auftlärung dies« Dinge werd«» wir gut tun, nicht laut zu schreien, bevor wir verletzt sind. Die Ideal«, welche Wilson uns vvr Augen führt, sind soweit entfernt von dem preußischen Milttarttzvm», daß ihre Verwirklichung notwendigerweise dt« Vernich? tung der deutschen Tyrannei mit sich bringt. Wilf»«» Grundgedanke von der Wett im Frieden unter der Herr, schäft de» Rechte» und der Freiheit und Sicherheit do» Leb«n» aller Nationalitäten, großer und klein«, ist «i» solcher, daß Wilson nur befriedigt s«tn kann, wenn wi, e» sind. Offen herausgesagt r Wir wissen nicht, wa» er mit Freiheit der Meer« meint, ad« in j«d« and», ren Hinsicht sind sein« Ziel« unser« Ziel«, sein« Ideal« unsere Ideale. Kein Mensch, der an vleftn Zielen »nd Idealen beteiligt ist, kann uninteressiert sein an den Bedingungen de« Friedens. Kein Fried« kann sie nach unserer Meinung sichern, der nicht dte Niederlage mo ser«» FetndW in sich ßtzüatzt. »