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L Der G rsnzdots erscheint täglich mit Aus- Amtsblatt für den Gtadtrat zu Adorz Verantwortlicher Schriftleiter, Drucker und Verlegers Otto Meyer in Abort Fernsprecher Nr. 14 Ts. ^Grenzbots der Geschäftsstelle, von den Austrägern de» Vieltes, sowie von allen Kaiserlichen Post- anstalten und Postboten angenommen sr Tageblatt für Adorf und das obere Vogtland ! Anzeigen von hier und au »dem Amtsgericht»- s ! bezir? Adorf werden mit1öPfg„von auswärts , ! mit 20 Pfg. die 5 mal gespaltene Grundzeit« « : oder deren Raum berechnet und bis Mittags : 11 Llhr für den nächstfolgenden Tag «beten s KsNamen die 40 Pfg. Adorfer Grenzbote (früher: Der Grsnzbote) nähme des den Sonn-undFsiertagen folgenden Tages und kostet vierteljährlich, vorausbezahl bar, 2 1v Pfg. Bestellungen werden in 57. Gemeinde-Giro-Konto 118 Sonntag, den 9. Mar; 2M9 Postscheck-Konto Leipzig 37369 Jahrs 84 An die Landwirte im Bezirke Oelsnitz i V. In den nächsten Tagen findet im Bezirke Oelsnitz wieder Schlachtoirhmusterung statt. Sie ist unbedingt erforderlich, damit für die so schwer darbende Bevölkerung wenigstens die ihr zustehende geringe Fleischmenge sicher gestellt wird. Den vom Kommunaloerbande bestellten Ausschüssen (Anschneidekommissionen) sind von uns beauftragte Vertreter beigegebcn, deren besondere Aufgabe es ist, die Auswahl des Schlachtviehes zu kontrollieren und darüber zu wachen, daß sie streng unparteiisch und nach gerechten Grundsätzen erfolgt. Es ist dadurch alle Gewähr geboten, daß nicht etwa die größeren Viehbestände zum Nachteile der kleineren geschont werden. An alle Viehbesitzer ergeht die dringende Mahnung, der Musterung nicht etwa, wie hier und da bereits angedroht ist, sich zu widersetzen und den Musterungsausschüssen keinerlei Schwierigkeiten zu bereiten. Es ist weiter hier bekannt geworden, daß eine große Zahl von Kartosfelerzeugern die nach Herabsetzung der Kartvffelration abzugebende Menge Kartoffeln noch nicht an die Gemeindebehörde abgelrefert hat. Die Säumigen werden aufgefordert, ihrer Ablie ferungspflicht nunmehr ungesäumt nachzukommen. Kraft der uns zustehrnden Kontroll befugnis werden wir darauf hasten, daß gegen Jeden, der nicht alsbald die Kartoffeln abliefert, mit Nachdruck eingeschritten wird. Wir machen eindringlich darauf aufmerksam, daß die große Notlage, in der sich die Bevölkerung befindet, es zur gebieterischen Pflicht macht, gegen alle Landwirte mit der vollen Strenge des Gesetzes einzuschreiten, die den behördlichen Vorschriften über Lieferung von Lebensmitteln nicht gewissenhaft nachkommen, oder die es etwa unterneh men, die Frühfahrsstldbestellung nicht ordnungsmäßig auszuführen. Wie ernst die Lage ist, muß für Alle daraus heroorgehen, daß der Herr Volksbeauftragte für das Wirtschafts- Ministerium in der Sächsischen Volkskammer ««gekündigt hat, es werde gegen jeden Land- wirt, der sich in der Feldbestellung säumig zeige, unnachsichtlich mit Enteignung des Grund besitzes vorgegangen werden. Landwirte, begeht keine Unbesonnenheiten und gebt keinen Anlaß zu Anzeigen und zu Zwangsmaßnahmen, wodurch Eure Lage nur verschlechtert würde. Oelsnitz i. V., 7. März 19t9. Der für de» Bezirk Oelsnitz bestellte Arbeiter» «nd Soldatenrat. Küfner, Martin, Wagner. Markenausgabe für Brennfpiritus. Nr. 1 — 200 Montag, den 10. dss. Mls„ vorm. 8 — 10 Uhr im Gintvphnermeldeamt. Aushändigung nur gegen Vorlage des Lebensmttrelausweises. Adorf, den 8. März 1919. Der Stadtrat. Erwerbslosemmter Mtzung Montag vormittag V—11 Uhr. Die Zeit ist pünktlich einzuhalten. Der Stadtrat. Volksküche Markenausgabe Montag 8—8 Uhr. Haushaltnngsansweis vorlege«. Nur gegen Fleisch- und Gasthaus- Kartoffelmarkeu. Schnlanzeige. Hierdurch bringe ich im Namen des SchusausschuPes allen Elteru zur Kennt» nis, doß sich ihre schulpflichtigen Kruder Montag, den 10. MSrz, vormittags 11 Uhr bez. '/-12 Uhr in ihren Klassenzimmer» bchufs Entgegennahme von Schularbeiten einz»> sinden haben. Die jüngeren Jahrgänge versammeln sich er! '^12 Uhr vor dem SHulhause und warten, bis die älteren entlassen sind. Bücher und Schreibheft sind mitzubring«!'. Adorf, den 8. März 1919. Schuldirektor Hrietzdach Me werden wir «ns kleiden? Zellulose-Gewebe. Wolle und Baumwolle sind zurzeit nicht zu haben und werden für die nächste Zukunft so teuer sein, daß der deutsche Bedarf darin möglichst niedre ge halten werden muß. Der „Ersatz" wird daher nach wie vor die Parole sein. In dieser Beziehung ist eS erfreulich zu hören, daß die einschlägige Industrie die Aussichten für die Güte und die Verwendbarkeit des „Ersatzes" hoffnungsvoll beurteilt. Die Zellulose-Gesellschaft macht folgend« Mittei lungen: Die Erfindung, Zellstoff (Zellulose) unmittelbar zu verspinnen, wurde bereits im Jahre 1891 durch Gustav Türk gemacht. Doch hatte das Verfahren wegen verschiedener widriger Umstände wirtschaftlich keine Er folge und geriet nach Ablauf der Patente in Ver gessenheit. Erst im Kriege wurde es wieder ausgenommen, da besonders von behördlicher Seite alles zur Ver wertung zweckmäßiger Erfindungen aufgeboten wurde. Durch die neue verbesserte Bauart der Maschinen kann heute dre Zellulose in wirtschaftlich vorteilhafter Weise zu Garn versponnen werden. Der Hauptvorteil der Zellulonherstellung liegt in der Möglichkeit, das Garn aus unmittelbarem Wege zu spinnen. Gegenüber dem mittelbaren Verfahren des Papierstreifendrehens ist das ein selbst dem Laien in die Augen springender Vorteil. Zellulon wird für die nächsten Jahre einen äußerst wichtigen Bestandteil unserer Volkswirtschaft darsteNen. Zweifellos werden noch Jahre vergehen, bis Deutsch land wieder mit überseeischen Rohstoffen in genügen der Weise versorgt werden wird, mit Rohstoffen, deren Preise auch dann noch so hoch sein werde», daß sie mit dem des Zellulons nicht in Wertbewcrb werden treten können. Die große Widerstandsfähigkeit der aus Zellulon hergestellten Geivebe gegen die Einflüsse teS Kochens und Waschens verdient besonders hervorgehoben zu werden. Die amtlichen Prüfungsstellen, insbesondere das MatcrialprüfungSamt in Lichterfelde, haben verschie dentlich günstige Gutachten über das Zellulon ab- Segeben. Die Erzeugungsmenge an Zellulose beträgt zur Zeit 6000 Kilogramm täglich; bis zum Sommer sotten pe dis auf 45 000 Kilogramm täglich gesteigert werden. Die Reißfestigkeit hat sich bedeutend gestcigrt und steht jetzt auf 13 000 Meter. Die Kosten sind infolge der mit Kriegspreisen zu bezahlenden Maschinen zur Zeit noch ziemlich hach. Der Preis des Kilogramms Garn schwankt zwischen 6 und 8 Mark; man hofft jedoch, bald auf die Hälfte dieses Betrages herunter gehen zu können. Uebermächtig groß erscheint die Reißfestigkeit von 13 000 Meter allerdings nicht, wenn man bedenkt, daß schon gutes Papier, z. B. das Banknotenpapier, eine Reißfestigkeit von 6000 Metern haben muß. Aber vielleicht kommt doch der Optimismus der Zellulose- Gesellschaft zu ihrem Recht. Ei« OettWigter Wunsch der Beamte« — Mit vollem Recht weist die „Deutsche Postzci- tung", die Zeitschrift des Verbandes mittlerer Reichs post- und Telegraphenbeamten, darauf hin, daß den Versetzungen zum 1. ?lpril die Beamten noch nie mit solcher Spannung entgegengesehen Haden, wie in die sem 'Jähre, besonders weil die Wohnungsverhälmisse so schwierig undüwgewiß sind, wie nie zuvor. — Von fester wak allerdings der 1. DlpM In dieser Beziehung gefürchtet, und es ist ein alter Wunsch der Beamten, daß die Versetzungen und Beförderungen frühzeitiger bekanntgeqeben werden möchten. Bisher kamen sie meistens nach der zweiten Lesung des Reichs» Haushalts heraus und waren dann an die Voraussetzung «eknichst» daß das Haushaltsgesetz die verfassungsmä ßige Genehmigung erhalte. Eine völlige Sicherheit war damit noch nicht gegeben. Unter diesen Umstände» Mrd angesichts der Schwierigkeiten auf dem Wohnung-, markt und im Verkehrsgewerbe der Wunsch der Beamten verständlich, die Versetzungen möglichst frühzeitig zu .-erfahren. . - - Ein cinlrägliches Amt. Man wird sich erinnern, mit welcher Zähigkeit der verflossene Berliner Polizeipräsident Eichhorn an seinem Amte hing und mit welcher Beharrlichkeit er allen Befehlen der Regierung trotzte, es nftderzulegen. Harmlose Gemüter glaubten, darin so etwas wie ein Gemisch von Pflichtbewusstsein und Idealismus zu er blicken. Jetzt haben einige der ehemaligen Getreuen Eichhorns mi.t rauher Hand das dem prächtigen Poli zeipräsidenten umgebende ideale Schleiergewebe zer rissen, indem sie, die einstigen „Sicherheitsmänner," in der Wohnung Eichhorns einen Einbruch verübten. Sie werden schon gewußt haben, daß sich dieses Werk lohnen würde, und tatsächlich sind ihnen auch erheb-! liche Mengen an Lebensmitteln, wie Schmalz, Butter, Eier, Wurst, Metsch u;w. in die Hände gefallen, daneben! aber auch reiche Bestände an seiner Wäsche und Klet-s dungsstücken. Daher also Pflichtbewußtsein im Kampf um „ideale Ziele'! Was mögen die Anhänger Eichhorns für! Augen gemacht haben, als sie von diesem Ergebnis dös' Beutezuges der alten Prätorianer gehört haben! Und wie mag per in sicherm Hafen befindliche Herr Eichhorn deren Tat verfluchen, die ihn um seinen schwererwor- benen Besitz gebracht haben! Daran alle-vingS zwei» sein wir, daß sich Herr Eichhorn äußert, woher er leine hübschen „Sammlungen" bezogen hat. Immer, hrn: wir wissen jetzt, weshalb dieser Präsident der Berliner „Unsicherheit" an seinem Amte klebte; e», var ein Geschäft, das doch noch etwas einbrachte. i Von »er russischen Käiserfamilie scheinen nich< mehr viel Mitglieder vorhanden zu sein, nachdem, tote mitgeteilt, »nieder mehrere Großfürsten erschossen si früher touren in Sibirien außer der Kaiserin und n r w Kindern verschiedene ihrer Verwandten uu«ergebrawtf «Zar Nikolaus ist bekanntlich in Jekaterinenburg ev- schossen.) lieberraschend kommen diese Meldungen nichts denn es sind im Laufe des Gommers und Herbstes wio-i verholt ans Moskau Drohungen gekommen, daß die al-f Geißeln festgeuvmmenen Angehörigen des Hauses Ro-i mauow erschossen iverden sollten, wenn sich monarchisch«!! Perschwörnttgen zeigen sollten. Bei dem Drunter un« Drüber in Rußland ist darüber nichts Bestimmte« zr» erfahren gewesen, aber die Kämpfe zwisthen Besatzungen uvu Kronstadt und Petersburg deuten auf ernste Zer«r würsnisse oder Putsche hin. In ihrem Leben geschouL find noch die Zarin Mutter und einige Großfürsten miS ihren Inmitten, die in einem Schlosse der Krim qe»1 fangen gehalten, aber vor einem Jahre von deutschen! Soldaten befreit worden sind. Die dentsär-feindlich« Zarin-Mutter hatte dafür kein Wort des Dankes. Dorn befinden sich auch der frühere Höchstkvmmandierend« Nikolaus Nikolajewitsch und Kyrill, der älteste Vetter! des letzten Zaren, der nach dem Tode des Thronfolgers an die Spitze der Familie trat. * Ter Streik als schwere Katastrophe. Tein Vor sitzenden der Perteilungssteile für Kunstseide in Bar men war es nach vieler Mühe gelungen, einen grü ßeren Posten Kunstseide 'ür dw Wuppertaler Textil industrie freizumachen. lä Waggons mit mehreren 10 000 Kilogramm Kunstseide ro!!^ in der vorigen Woche nach Barmen. Die Sendung — viele Millionen Niue! Werr repräsentierens — wurde aber, wegen der Unruhen und weil dec Generalstreik proklamiert war. nach Saunen wetteraeleite:. Sine