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Tageblatt für Adorf und das obere Jogttand. Dies Blatt enthält die amtlichen Bekanntmachungen des Stadtrats zu Adorf. Der »Adorfer Grenzbote" erscheint täglich mit Aus» ahme der Tage nach Tonn- und Feiertagen. Borauszubezaylender Bezugspreis monatlich 4 Mari einschlirbltch Zu stellung ins Haus. Der Raum der 8-geivaHenen Petitzeile wird mit SV Pfg. berechnet, bei auswärtigen Anzeigen mit 60 Psg-, die 3'gespallenr Petit-Rellamezeile kostet 1.5V Mk. Bei PlatzvorkchM 25"/» Zuschlag. Zeitraubender Satz nach erhöhtem Taris. Jnieraienaufgabe durch Fernsprecher schliegt jedes Reklamationsrecht,aus. Anzeigenannahme bis 10 Uhr früh; größere Inserate tags vorher erbeten. Fernsprecher Nr. 14 Verantwortlicher Schriftleiter, Drucker und Verleger: Ona Meyer in Adorf. Tel.-Adr Grenzdon. As 2^7- Gemeinde-Giro-Konto 118 Sonnadrud, seit 27. Movernker PMchrcl^onto Leipzig 37^369 Spiritusmarken-Ausgabe Sonnabend, den 27. d. Mts / vormittag 10—LI Uhr im Einwohnermeldeamt. Svritnnmmkr 231 — 800. Lebenswitielamwei« ist oorzulegen. Adorf, am 26. November 1920. Der Stadtrat. Wir bitten, für eine ordnungsmäßige Ausfüllung borge tragen zu wollen, mH machen darauf ausmuksam. daß die Erfüllung dieser Verpflichtung mit Geldstrafen dt» zu 500 Mk erzwungen werden kann (Nr. 202 dec Reichsabgobrnordnung). Adorf, den 26. November 1920. Der Stadtrat. Wohnnugslisten betr. Bei vielen beim unterzkichneten Stadlrote abgegebenen Wohnungrliiün zur R ichs- fteuerveronlagung für 1920/21 s nd die Spalten 13, 14 und 15 t:i!s m.mgelhaft, teils überhaupt nicht ausgesülit. Jeden Sonnabend vormittag 8 — 12 Uhr Verkauf von Kartoffeln an diejenigen Personen, die bei der Stad! Kartoffeln bestellt, aber keine bekommen h brn« Bezugsscheine im Niedelschen Haufe. Kartoffeln in der alten Schule. Städtisches Lebcnsmittelamt. Die letzte Woche. Dir sind in die Weihnachtszeit eingetreten, aber das polnische Leben begrüßt sie einstweilen in der gan zen Welt mit Nichtbeachtung. Tas ist eine Gewohnheit, die schon vor dem Kriege üblich war, aber wie damals tvtrd auch jetzt die Feiertagssehnsucht der Völker über die TagesstreiligkcUcn hinweggehen. Wir müssen nur noch ein wenig Geduld haben. Tas parlamentarische Feuer wird eifrig geschürt, aber wenn die Abgeordneten zeigen wollen, daß sie die Tiäten nicht umsonst erhal ten, so wäre es besser, zu beschleunigen, was im Inter esse des ganzen Volkes liegt, so dem Wucher und dem Echiebertum bei uns ganz gehörig das Genick zu bre chen . Tazu gehört allerdings, auch die Kapitalver- schiebnngen nach dem Auslande zu verhüten. Und die Zahl der Steuer-Trückeberger überhaupt wird wohl nicht sehr viel aerinaer sein, als früher die der Hamsterer. Tcr Weg zur Lvztauuerung oer noycen uno zui Stärkung des Wirtschaftslebens ist, wie die Reichstags- Debatten ergaben, reichlich mit guten Vorsätzen ge pflastert, nur fehlen zum Teil noch die erwarteten Wegweiser für die Richtung, welche eingeschlagcn wer den soll. Allerdings liegt das zum nicht geringen Teil daran, daß der Boden unserer Finanzwirtschaft, auf welchem das eigentliche Wirtschaftsleben ruht, schwan kend ist und kem festes Fundament besitzt. Tie Valuta ist ein.klein wenig gebessert, aber der Abbau der Preise fehlt, und Lohnstcigerungen sind noch immer zu ver zeichnen. Nicht einmal unter den Landarbeitern herrscht andauernde Ruhe, und auf dem Mehl-, wie auf dem Kartoffelmarkt zeigen sich noch unliebsame Erschei nungen. Für Oberschlesien haben die Rüstungen zum entscheidenden Kampfe „ob deutsch oder polnisch" be gonnen, der Januar 1921 wird die für ganz Deutsch land so überaus wichtige Abstimmung voraussichtlich bringen. Wären wir einiger, könnten wir ruhige» fein Tie Tagung des Völkerbundes in Genf zeigt das Brld, welches von vornherein zu erwarten war. Tie Herren beraten, wissen aber ganz genau, daß es von der '"ü der „großen Kanonen" in den Entente-Haupt- ftao^cn abhängen wird, was von ihren Beschlüssen zur Tat werden soll. Immerhin fehlt es nicht ganz an Leu- tcn, , Herz und Mund auf dem rechten Fleck haben, und 1^ werden nach den Sitzungen, die teilweise hinter verjchloswnen Türen stattgefunden haben, auch die Na tionen ^"ige erfahren, von denen der Entente die Ohren "last angenehm klingen werden. xer Raub der deutschen Kolonien, die Forderung «uf Auslieferung d?r Milchkühe und anderes sind An- „elsgenhelten, die allgemeines Kvpfschüttcln bei allen unbeeinflußten Menschen Hervorrufen werden. Auch die noch immer andauernde Zurückhaltung deutscher Kriegsgefangener in Frankreich, di- im Reichstage zur S; rache gebracht worden ist, könnte der Völkerbund dor sein Forum ziehen, damit die deutsche Rechtlosig keit endlich ein Ende findet. Tie Höhe der deutschen Kriegsentschädigung zu bestimmen, über die England und Frankreich auch jetzt noch nicht haben einig werden können, bleibt dem Völkerbund nach wie vor entzogen Aber ein Gutachten würde dem Welthandel von unver kennbarem Nutzen sein. Tie Lage in Irland, in dessen Hauptstadt Dublin es zu sehr schweren blutigen Ereignissen gekommen ist gestaltete sich so ernst, daß Lloyd George nicht nach Genf reisen konnte, woran ihm freilich wohl überhaupt nicht viel lag, und so sind seine Kollegen aus Paris und «om zu ihm an die Themse gekommen. Tie griechische Köuigsfrage hat bekanntlich nem Meinungsverschiedenheiten erweckt, Frankreich will die Rückkehr des früheren Königs Konstantin nach Athen nicht zulassen, da es dessen energische Tüchtigkeit fürch. A Dieser Widerspruch wird den Griechen schwerlich Mafiose Nächte bereiten. Niemand kann sie hindern, PH für die Wiederübernabme der Reateruna durch Kon stantin auszusprechen. Und kann dieser nicht sofort zurückkehren, so wird seine Mutter, die Königin Olga, die Regentschaft weiter führen, bis sich die Wogen der Aufregung in Paris wieder geglättet haben. Im Orient liegen noch mehr Steine, über welche dis Franzosen in naher Zukunft stolpern werden, wenn sie die Nase zu hoch in der Luft tragen. Tie Unruhen in Prag, die eine reine Deutschen- Verfolgung geworden waren, haben ihr Ende erreicht Aber mit der Entschuldigung der tschechischen Regie ruug ist der Wiederkehr solcher Ereignisse nicht borge beugt. Ter Pöbel betrachtet die Deutschen als vogel frei, und nur mit strengen Strafen kann der Zügellosig keit ein Ziel gesetzt werden. Ein Gegenstück zum Chau vinismus bildet die Bolschewisten-Regierung in Mos kau, die infolge ihrer Siege über die Wrangelsche Arme» in der Kriin die Friedensverhandlungen mit den Po len in Riga abgebrochen hat. Tas ließ sich nach de» Haltung der bolschewistischen Führer voraussehen. So wie sie wieder Atem holen können, geht der Tanz mi Polen von neuem los. Tie nationale Abneigung läß, sich durch Vertrags-Bestimmungen auf dem Papier nichi unterdrücken. Das Reichsnoiopfer. Zahlungen in Kriegsanleihe. Von amtlicher Seite werden die Abgabepflichtige, auf folgendes hingewiesen: Kriegsanleihe wird auf das Reichsnotopfer nu- noch bis zum Ablauf dieses Jahres angenommen. Ein» allgemeine Verlängerung dieser Frist ist nicht zu er warten. Tie Kriegsanleihestücke sind bei den bekannt- gemachten Annahmestellen, die auch bftm Finanzanu erfragt werden können, hinzugeben, Antrags auf Ueber- tragung von Reichs-Schuldbuchforderungen dagegen bei der Reichsschuldenverwaltung (Schuldbuchangelegenheit/' in Berlin zu stellen. In beiden Fällen sind vo« dem Einlieferer Vordrucke auszufüllen, die bei den Finanzämtern erhältlich sind. Bei der Jnzahlunggabs von Kriegsanleihe auf das Reichsnotopfer und dis! Kriegsabgaben werden fällige Zinsscheine nicht ange- ivmmen. Erneut wird auf die Vorteile der baren Vorauszahlung des Reichsnotopfers aufmerksam gemacht. Auf Zah lungen dieser Art bis zum Ende dieses Jahres wird eine Vergütung von 4 Proz. gewährt; für 100 M. Steuer sind mithin 96 M. zu zahlen. Einzahlungen bei den Neichsbankanstalten, Sparkassen oder Kredit anstalten sind nur unter Ausfüllung eines Vordruckes zulässig, der bei diesen Stellen erhältlich ist. Tia j Zahlung gilt nur dann als vor dem Ablauf dieses Jahres erfolgt, wenn das Geld den genannten Kassen spätestens am 31. Dezember zugegangen ist. Für Be träge, die — gleichgültig aus welchen Ursachen oder Gründen — erst nach diesem Tage bei den genannten Kassen eingehen, wird die Vergütung nicht gewährt Es warte daher niemand bis zum letzten Augenblick. > Zuvielzahlungen. Abgabepflichtige, die nicht imstande sind, den unge fähren Betrag ihrer „Abgabeschulden" zu berechnen, erhalten vom zuständigen Finanzamt Auskunft. Wer mehr einbezahlt, als seine Schuld beträgt, läuft keine Gefahr. Tie Zuvielzahlungen werden nach Feststel lung der Abgabe erstattet, und zwar die baren in bar und die Kriegsanleihe in Kriegsanleihestücken; Ueber- zahlungen von 300 M. werden mit 5 Prozent vow Tage der Einzahlung verzinst (K 112 A. O.). Tic beschleunigte Einziehung. Nach eincin Gesetzentwurf, dem der Reichsrat zu gestimmt hat, haben die Notopferpflichtigen ein Zehntel ihres abgabepflichtigen Vermögens, mindestens aber ein Drittel der Abgabe, bereits im nächsten Jahre in zwei Raten zu entrichten. Nur in bestimmt bezeichne«» Fällen wird der zu zahlende Betrag vom Final«» amt ermäßigt oder ganz oder teilweise gestundet wea» den. Ties möge jeder bedenken, der noch schwankt, « das Reichsnotopfer alsbald bezahlen soll. Die Abstimmung in Oberschlesien. Tie Fahrt zur Volksabstimmung. Ter Deutsche Schutzbund schreibt: Jeder Oberschleskv, der sich bei den Vereinigten Verbänden heimattreuer Oberschlesier angemeldet und den Abstimmungsauswei- erhalten hat, kann an der Abstimmung teilnehmen, oha« daß ihm für Reise, Verpflegung und Unterkunst Geld, ausgaben entstehen. Für die Reise erhält der Ab stimmungsberechtigte einen Freifahrtschein auf dem Namen ausgeschrieben. Tie Beförderung erfolgt «l der Hauptsache in geheizten Sonderzügen, di« zehn Tage vor bis zehn Tage nach der Abstimmung verkehren. Wer die Sonderzüge nicht benutzen kann, MK sich einen Freifahrtfchein für einen Zug des öffentlichen Verkehrs ausstellen. Für die Benutzung von T-Zügen oder einer höheren Wagenklasse, die nur bei den Züge« des öffentlichen Verkehrs zulässig ist, muß der Reisend« die Mehrkosten tragen. Nur alte, kranke und kriegsba» schädigte Personen erhalten aus Grund amtsärztliche» Zeugnisses die Mehrkosten ersetzt, wenn der Antrag vor Antritt der Reise gestellt wird. Fahrtunterbre chung bei den Sonderzügen ist nur auf der Rückreis« zulässig. Alle mit Sonderzügen reisenden Stimmberech tigten werden kostenfrei verpflegt; innerhalb 24 Stunden Bahnfahrt wird dreimal eine reichliche, nahr hafte und schmackhafte Verpflegung geboten. Eßgeschirr und Besteck sind mitzubringen, ebenso für die Hinreise Brot. Im Abstimmungsgebiet wird kostenlose Verpfle gung für zehn Tage angeboten. Im Abstimmungsge biet sorgt das deutsche Plebiszitkommissariat Kattowitz, Klemenz-Hotel, für kostenlose Unterkunft auf zehn Tage. Tie Stimmberechtigten, die außerhalb des A->- stimmungsgebiers in anderen Teilen des Reiches «ob neu, werden zwölf Tage zur Abstimmung bra chen. Tie Mitnahme von Wassen ist streng un tersagt. Reisebegleiter für alte, krank« und kriegsbeschädigte Stimmberechtigte werden aus den Re» hen der Abstimmungsberechtigten beschafft. Kinder können auf die Reise nicht mitgenommen werden. Gegen Unfall sind die Stimmberechtigten bis 10 000 M. ver. sichert, gegen Verlust des Reisegepäcks bis 1000 R. lieber die freie Reise, Verpflegung und Unke»- tunst hinaus werden im Bedarfsfälle auch Reise- un terstützungen gezahlt; Anträge müssen vor An-- tritt der Reise gestellt und bewilligt sein. Alle Beamte«, Angestellten und Arbeiter im Reichs-, Staats- und Kommunaldienst erhalten Sonderurlaub »nter Fortzahlung der Gehälter; ebenso wird die Erwerbklo- senunterstützung weitergezahlt. Für Angestellte und Arbeiter im Privatdienst wird das gleiche augestrebt. Tie großen Arbeitgeberverbände haben sich hierzu saft Ausnahmslos schon bereit erklärt. > * Gcncralstrcik in Rativor. Tcr Streik der Ratiborer Arbeiterschaft hat ffG wesentlich verschärft. Seit Mittwoch herrscht der Ve nera! streik. Alle Betriebe ruhen. GaS-, Wafser- und Elektrizitätsversorgung der Stadt wird durch dt« Technische Nothilse aufrecht erhalten. Tie Gewerkschas- ten stehen dem Streik fern. Tie Arbeiterschaft fordert eine Wirtschaftsbeihtlfe von SOO Mark. Tie Lerhgn^ dingen blieben bisher ohne Erfolg. O Ausweisung der dcutschcn Potizcibcamic». Tie Interalliierte Kommission plant, wie die I. n:fährt, alle ntchtoderschlesischen Beamten der bla»«» Polizei aus oberschlesischeu Tiensten ausrunwrzMU