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Amtsblatt für den Gtadtrat zu Adorf oder deren Daum berechnet und bis Wittag» " Ahr für den nächstfolgenden Tag erbeten NeNamsn dis -»vife SO pjg. Tageblatt für Adorf und das obere Vogtland H Der Grenzbote ericheint täglich mit Aus- Z «hms des den Sonn undFeiertagen folgenden ß Tages und kostet visr.eljährlich, dorausbezahl- ß bar, 2 ? 10 Psg. Destellungon werden in Zder Geschäftsstelle, von den NustrSgerndes z Mattes, sowie von allen Kaiserlichen Post» anstaltsn und Postboten angenommen Adorfer Grenzbote (früher: Der Grenzbote) Anzeigen von hier und ar» dem Amtsgeeicht»- bezirk Adorf werden mitLO Pfg^vov auswSet» mit 2S Pfg. die 5 mal gespaltene GrundzeLe Derantwortlicher Schriftleiter. Drucker und Verleger« Vtto Meyer !« kNdorf Gsechprecher Clr. 14 Te^ - r.« Geenzbot^ Postscheck-Konto Leipzig 37369 HahVg. 84» M 101. Gememde-Giro-Konto 118 Kormtag. dku 4. Mar 1910. Die Bersorgung unserer Säuglinge — Kinder bis zu 2 Jahren — Iaht nach den von uns angcstelltkn Ermittelungen viel zu wünschen übrig. Es liegt aber im all gemeinen Dolttinteresse, bah dies Heranwachsende Geschlecht ein gesundes wird. Es mutz daher dafür Sorge getragen werden, daß die Säuglinge unserer Stadt täglich Bollmilch erholten. Zu diesem Zweck haben wir den Müttern derjenigen Säuglinge unserer Stadt, die bisher überhaupt leine Vollmilch erhalten, Anweisungen auf die einzelnen Milchver sorger unserer Stadt auf Lieferung von täglich Liter Milch erteilt. Die betreffenden Milchoeisorger werden hiermit aufgefordert, unter allen Umständen dieser Anweisung nachzukommen. 2m We gerungsfalle werden wir unter Zuziehung eines Sachverständigen Erörterungen an Ort und Stelle vornehmen, ob die Weigerung begründet ist, und im verneinenden Falle mit weiteren Zwangsmaßnahmen gegen die Säumigen vorgehen. Den Einwand, daß die erzeugte Milch zur Belieferung von Bollmilchkarten anderer Personen gebraucht wird, lassen wir nicht gelten. In diesen Fällen mag den einzelnen Bezugs berechtigten anteilig soviel Milch täglich gekürzt werden, daß dis Belieferung des Säug lings ermöglicht wird. Die erstmalige Entnahme dieser Milch für Säuglinge erfolgt am Montag, den b. Mai. Die Mütter der bezugsberechtigten Säuglinge werden von uns aufgefordert werden, im Laufe des morgigen Sonntags bei den ihnen zugewiesenen Milcherzeugern ihren Bedarf anzumelden. Adorf, den 3. Mai 1919. Der Stadtrat. Unter Bezugnahme auf unsere heutige Bekanntmachung wegen Bersorgung der Säuglinge mit Milch machen wir weiter bekannt, daß die Aushändigung der Milchan weisungen am Sonntag, den 4. Mai 1919, Vorm. 11 Uhr im Zimmer des Lebensmittelamtes erfolgt. Die Anweisungen werden nur für diejenigen Säuglinge ausgesiellt, die überhaupt keine Vollmilch beziehen und deshalb am vergangenen Mittwoch, den 30. April, hier gemeldet worden sind. Adorf, den 3. Mai 1919. Der Stadtrat. MW« U MWM1IMWW Montag, den 5 Mai, 10— ,12 Uhr. Der Stadtrat. Die nächste Sprechstunde in der Mutterderatungs- und SSugltngssürsorgestelle findet am Menst g. den 6 Mai E919, von ^3 bis 4 Uhr in der alten Achnle statt. An der Rihe sind diejenigen Mütter und Kinder, die am S. April 1919 vn der Reihe gewesrn waren. Neuanmeldungen werden seldstonständlich entgegengenommen. Adorf, den 3. Mai 1919 Der Stadtrat. Abgabe von Quark. Zeit der Abgabe: Sofort. Bezugsberechtigt ; Gelbe Ausweise Nr. 34 — 60 )..... , .. Blaue „ ,, 170 - 310?» beider letzten Abgabe nicht beliefert werden konnten. Auf Marke KL 100 Gramm. Verkaufsstelle: Oskar Schubert. Adorf, den s. Mai 1919. Stadt. Lebensmittelamt MM W MWN « WiWW findet im Riedklschen Hause wie nachstehend statt: Montag, den 5. vss. Mts., nachm. Buch'tabe Mittwoch, den 7. d. M„ nach«. Buchstabe 4-8 6-v L-p I-L I, 2-^4 Uhr V-4-5 5-6 k» k» 2-'/-4 V-4-5 S-6 . Donnerstag, d. 8. d. M., nachm. Buchstabe N 2-3 3—4 tz-L 4-'L6 Freitag, den 9. dfs. Mir., nachm. Buchstabe L D V--4-4 II—V 4-5 ^-2 5-6 Die vorgefchnebenin Zeiten find genau einzuhalten. Der Lebensmittelansweis ist oorzulegen. Adorf, den 3. Mai 1919. Stadt. Lebensmittelamt. Sonnabend, den 3. Mai 1919, Nachmittag 6 bis 8 Uhr, MM W »kl MM I in der städtischen Verkaufsstelle gegen Warenmarke Ll. Verkaufspreis: 2,50 füll, das Psund. Bezugsberechtigt: Gelbe Ausweise Nr. 86—145 ) . „ „ Blaue „ „ 476-600 ) ""«hm. 6-7 , „ „ 601—820 „ 7-8 Auf eine Marke M entfällt Pfund. Adorf, den 3. Mai 1919. Städt Lebensurittelamt. s. WW AW w AMMM. Montag, den 3. Mai, abends ? Uhr. 1. Mitteilungen 2. Erlaß der Gemeinderinkommenstsurr für Personen mit einem Jahreseinkommen bis zu 800 Mk. 3. Richtigfprechung der Eportelkassenrschnung auf 1918, Sparkassenrechnung „ 1917, Wasserwerkskassenrechnung auf 1917, Elektrijitätswerkskassenrpchnung aus 1917, Armenkasfenrechnung auf 1915. Sie Kohle. „Mit den Kohlen kann «S nicht mehr so «Vetter gehen!" Dieser Nuf klingt jetzr aus Zehntausende« von deutschen Familien, di« auf einen Zwanzigmark- Mei« denn doch etwas genauer achten müssen, als datz sie damit irgend ein Stück Schleichhandelsware, die sich in der Hand verbergen läßt, bezahlen könn ten. Von einer Verbilligung der Lebensmittel, die uns schon Mitte November versprochen wurde, ist noch nichts zu erkennen, und der Kohlenpreis wird uner schwinglich. Es mutz schon sehr arg damit fein, denn sonst würden nicht jetzt, wo wir beim Mai angelangt sind und endlich etwas Wärme kommen mutz, die Klagen so stürmisch sein. Und es ist arg. Für den Zentner Briketts wer den selbst in solchen Gegenden, die den Kohlenbezir ken benachbart sind, wo also keine hohen Frachten in Betracht kommen, fünf Mark verlangt. Das ist gegen 1913 eine Preiserhöhung von etwa 600 Pro zent. Was die deutsche Bevölkerung in diesen kalten Aprilwochen ausgestanden hat, wär schlimmer wie im Winter. Wenig Lebensmittel und dazu Schüttel frost. Wie wenig ein Zentner Briketts bedeuten will, »st bekannt. Und um ieures Geld ist noch nicht mal zu haben, was gebraucht wird. Es «rangelt an Heitz- Material und schließlich auch a« Geka Das früher so bequeme GaS gibt «S nur «r beschränkter Menge Znfojge der Kohrenknappheit, «ab der Urei» ist bsi geminderter Güte fo hoch, datz di« monarliche Gas rechnung ein Schrecken ist. Die Lebensmittelfrage ist ein großes Leiden immer noch, der Kvhlenmangel ist fast ein größeres Leiden heute geworden. Und was das Schlimmste ist, dieser Notstand mit dem Vorratsmangel und dem hohen Preisstand des Heizmaterials ist da, obwohl schon vor Wochen von der Nationalversammlung in Weimar das Gesetz über die Sozialisierung des Kohlenbergbaues angenom men worden ist. Der Zweck dieses Gesetzes ist dis Verbilligung der Kohle. Wenn man auch nicht ver langen kann, dah sich nun binnen Monatsfrist alles zum Besseren wendet, fo müßte das erwartete große Ereignis aber doch feine Schatten vorauswerfen und sich in einem kleineren Abbau der Preise kundtun, Denn es widerspricht doch jeder praktischen Erfah rung, daß eine Ware in die Höhe geht, wenn ein Gesetz vorliegt, das das Reich in den Stand setzt, billige Preise zu diktieren. Die Preistreiber müß ten ja damit rechnen, datz plötzlich ein staatliches Ein greifen erfolgt und ihr Gewinn sich in schweren Verlust verwandelt. Aber, kbie gesagt, die Kohlen- Preise steigen weiter bis zur Unerträglichkeit. Sind der Kvhlenmangel resp. die Streiks allein »n dem obere« Preisstand schuld? Das wären schlechte Aussicht«: für die Verwirklichung der Sozialisierung Es sind aber noch unerfreulichere Beläge für dl« Kohleuorganisation, Vie, wenn sie keine Abhilfe aus eigener Macht bringen kann, jedenfalls nicht still schweigend dulden darf, daß die Dinge sich so ent wickeln. Vre mutz varm schlagen, damit andere Auto ritäten eingreifen, wenn sie selbst die Dinge «richt verrichten kann. Der grüne Tisch und der Büro kratismus hat seit Jahren eine große Macht in den Händen gehabt, aber die Leistungen waren nicht ec- mutigend. Und wenn die Kohlenorganisation Nicht mehr leisten könnte, fo würde sie ebensowenig po pulär werden. Jedenfalls kann die Regulierung de» Kohlenfrage nicht einem günstigen Zufall überlassen bleiben, denn nicht nur die Hunderttausende von Ha«»' Haltungen, sondern auch die oielen, vielen gewerb lichen Betriebe sind dadurch bös in Mitleidenschaft gezogen. Die Kohlen heißen nicht nur schwarze Dia manten, sie sind es auch dem Preise nach. Die So zialisierung sollte hierbei ihre praktische BÄwutnns beweisen, und diese Aufgabe schließt aus, saß Ile Sre Truge an sich heronkommen laßt. Sind die Streik» an olle,« schuld, so müssen wir, VaS sei wiederholt, bald Gewißheit haben, daß die Sozialisierung diese trau ten Verhältnisse zeigt. Kann 're das nicht ver mag ste auck weitere Verteuerungen nicht aufzuhal len, dann stimmt das Exempel nicht. Schon o«> 'heute erreichte Zustand ist nicht mehr aufrecht zu rtraqeu. Vm. Zur Ariedensfrage. Zn Verj-ailreS. In Kreisen der Pariser Konferenz glaubt man, d«ch der Text der Zriedensbedingungen spätestens Freilaa oder Sonnabend den Deutschen in Versailles überred