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Frankenberger Tageblatt Anzeiger Bezirks- AmtMM für die AnUAmtshaHtmamschas^ das KSmgl. Amtsgericht und den Stadtrat zu Fraukeuberg 76. Jahrgang Donnerstag, ven 16. August 1N17 188, blick auf das Fortschreiten der Ernte werden für die folgenden Frühgemüse neue , Verkaufe durch den Kartoffelerzeuger wird der Höchstpreis für den Zentner Früh' kartofftln nn Könmrerch Sachsen ab 16. August 1917 zunächst aus 9 Marl herabgesetzt. Drssden-N„ ani 14. August 1917. Ministerium des Innern. 15 15 12 12 28 5 8 45 12 fen (gedrillt oder gereisert) inen: Metall bestehen, sind Der Gtadtrat. Vie ameMimiscbt Selabr Ueber den künftigen „Herrn der Welt" und sein Verhält, »is zu den heutigen Bundesgenossen schreibt „Nya Dagligt Allehanda" vom 23. Juli 1917: „Amerika hat seine Freund schaft für die Entente nach der Kriegserklärung durch große Geldanleihen auch weiterhin bewiesen. Dadurch, das; die an den Lieferungen von Kriegsmaterial für die Entente verdienten Summe» in England, Frankreich und Ruhland als Anleihen untergebracht worden sind, haben die Vereinigten Staaten d.r'c Länder immer Möhr in die Hand bekommen, und bevor der Krieg aus ist, dürfte Amerikas Griff uni die Entente so fest -rrankenbera i Sa. - Druck und Verlag von C. G. Roßberg tu Frankenberg t. Sa. Verantwortlicher Redakteur: Ernst Roßberg sen. in Franrenverg > " lMveva Ink» I», statt Der Ueber nahmepreis für die abgelieferten Mengen wird sofort ausgezahlt und beträgt für Kupfer Kupferlegierungen Gruppe 5 M. - Pf. 4 M. - Pf. „ K 5 „ 75 „ 4 „ 75 „ 40 Pfg. je Mund, 30 ,, ,, " 40 „ » » 18 „ « » 25 „ » >> zwischen Volk und Negierung, fallen zu lassen. Henderson sicht für die Friedensziele der künftigen Stockholmer Kon ferenz; die aber widersprechen den englisch-französischen Ab machungen. Gibt die englische Regierung Henderson nach, dann verrät sie Frankreich uno verliert damit ihren treuesten " Vasallen. England bleibt keine Wahl, — und Lloyd George wagt noch einmal das verzweifelte Spiel, sein erwachen des Volk an den Regierungswagen zu spannen; trotz Henderson ver Scbuk Mr Zcdmrre Die erste außenpolitische Handlung des neuen Reichs kanzlers, mit der er vor die Oeffentlichkeit der Welt trat,, hat einen Erfolg zu verzeichnen, dessen Auswirkungen von Tag zu Tag grützer erscheinen. Wir meinen die Enthüllungen in Sachen des Geheimabkommens zwischen dem Präsidenten der französischen Republik, Poincare, und dem Zaren, wo nach der Erwerb Elsaß-Lothringens, des linken Rheinufers und Syriens den Franzosen von Ruhland garantiert wird. Ohne Wissen seines Außenministers, verfassungswidrig mit hin, hat Poincare diesen Raubvertrag geschlossen. Nun ist er entlarvt, und schon beginnen die Wellen der Entrüstung gegen diesen eitlen und machtgierigen Selbstherrscher auf Frankreichs Thron anzubranden. Die Stellung Poincares ist erschüttert, sein Verbleiben im Amt nur eine Frage der Berkaus von Haferflocke« Freitag, den 17. d. M.» bei sämtlichen Materlalwarenhändlern gegen Lebensmittelmarke Nr, 142, se 100 Gramm, zum Preise von 44 Pfg. für das Pfund. Stadtrat Frankenberg, am 15. August 1917. grüne Bohnen . und Perlbohnen Ä MA" °hne Kraut A AMen ohne Kraut « ohne Kraut Zetbltrerletraag In den Ententeländern beginnen sich nach und nach, aber unaufhaltsam die Wirkungen der tatsächlichen Kriegslage zu zeigen. Lloyd George hat hier und da lichte Stunden, in denen er unfreiwillig zugesteht, daß es schon gewaltsamer Stimmungsmache bedarf, um die innere Front in England mcht zusammenbrechen zu lassen. Solch ein Heller Augenblick war z. B. seine Warnung, sich nicht in die Arme derer zu werfen, die am Siege zweifeln. Allein die Zahl dieser Arm« nimmt immer mehr zu, wofür sicher auch der Entschluß der englischen Arbeiterorganisationen zeugt, nach Stockholm zu gehen. Es wäre verfehlt, diesen Entschluß zu überschätzen, ihm eine größere politische Bedeutung beizumessen, als die Ver hältnisse rechtfertigen. Wir müssen uns vor Allem vorstellen, daß sowohl die englische, wie auch die französische und italie nische Regierung ihre Länder mit wasserdichten Schotten um geben haben, die sorgfältig alles fernhaltcn, was Licht in die Dunkelheit verbreiten kann. Allein schließlich muß der Wider spruch zwischen der offiziellen Schönfärberei und den harten Tatsachen der Wirklichkeit zu groß werden. Immer und immer wurden der Sieg angekündigt, die Hungerrevolte in Deutsch land, die Revolution und dre Niederlage seiner Heere. Statt dessen erlebten die Gegner um die Wende des vierten Kriegsjahres den Zusammenbruch der russischen Südostfront, Verkauf von Quark heute Mittwoch, den 15. ds. Ms., an die Bewohner des 17 Brotkartenbezirks von Nr. ^^^^^gegen Abschnitt der Landes-Sperrkarte für August bei Fiedler', Kerber, Arold, Schilde, Jahn und Schaarschmidt. Auf eine Marke entfällt Pfund Quark zum Preise von SV Pfg. für da» Pfund. Ist ein Abschnitt der Sperrkarte von August bereit» abgetrennt, so darf Quark an den Inhaber der Karte nicht abgegeben werden. Stadtrat Frankenberg, am 15. August 1917. Richtbaukwürdiges Rindfleisch gelangt Donnerstag, den 16: d. M., von Nachmittag 3 llhr ab an Minderbemittelte des 4. Brottartenbezirks von Nr. 429- 670 in der hiesigen Freibank zum Verkauf. — Es erhält ein Haushalt bis zu 8 Köpfen Vr Pfund und ein solcher von über 3 Köpfen 1 Pfund Fleisch. - Ausweiskarten sind vorzulegen. — M« «Litt« a» »inN Stadtrat Frankenberg, am 15. August 1917. die Befreiung Galiziens und der Bukowina, die selbst für den Verstand der borniertesten Briten nicht als ein Zeichen von Schwäche auezulegen sind. Dazu gesellten sich die Folgen des ll-Bootlrieges, die sich unabänderlich ausdrücken in der Steigerung aller Preise, sowie im wachsenden Mangel an Lebensmitteln. Hier sind die Ursachen des Gesinnungswechsels der englischen Arbeiterschaft zu suchen. Die Regierung war ursprünglich entschlossen, keine Pässe zu gewähren, ganz einerlei ob das wider demokratische Grundsätze verstieß oder nicht. Als Henderson nach Petersburg gesandt würde, hatte er den Auftrag, den Arbeiter- und Soldatenrat von der Notwendig keit der Fortsetzung des Krieges zu überzeugen. Möglich, daß er dabei-den Eindruck gewann, daß Rußlands Leiden stärker seien, daß die wirtschaftliche Anarchie die politische ablösen müsse. Aber das hat seine ursprüngliche Abneigung gegen Stockholm nicht beseitigt. Henderson ist wie die Mehr zahl der englischen Arbeiter kein marristischer Sozialist und Anhänger der Internationale. Nicht in Petersburg, nicht in Stockholm hat Henderson sein Damaskus gesunden, sondern bei der Rückkehr in London. Und hier erst, als er die tatsächliche Stimmung der englischen Arbeiterschaft kennen lernte. Daß sie sich für Stockholm entschied, ist kein Bekenntnis zum internationalen Sozialismus^ sondern vielmehr ein Akt der Reaktion gegen die tendenziöse und autokratisch bevormundende Negierung von Lloyd George. Henderson war klug genug, nicht gegen die Strömung zu steuern, die ihn sonst einfach auf die Seite gespült haben würde. So offenbart sich in diesen Vorgängen die innere englische Selbstzersetzung gerade so wie in Frankreich. Cle menceau kann im Senat erzählen, daß ihn Pollns aus den Schützengräben besuchen und mit der Revolution drohen. Auch die Franzosen können trotz aller Beweglichkeit der Geister nicht an harten Tatsachen vorbeigehen. Seit drei Jahren stehen die deutschen Heere in den reichsten französischen Pro- vinzen. Daß der Krieg ein Werk der von der Hochfinanz abhängigen Staatsmänner ist, daß Frankreich aus seinen eigenen Fluren für den britischen Imperialismus verblutet, diese Erkenntnis war selbst durch die strenge Absperrung der Grenzen nicht mehr fern zu halten. Und wie Hagelwetter mußte die Enthüllung wirken, daß das Staatsoberhaupt Poin care' im freien und demokratischen Frankreich selbstherrlich schaltete und waltete und Verträge mit der zarischen Regierung schloß, deren Erfüllung jahrelangen Krieg bedeuten würde. Der Thron des Herrn Poincarö wackelt, um Lloyd George wird es einsam, Kerenski kompromittiert sich bi» zur Ein flusslosigkeit — Ententedämmerung! und trotz Kriegsmüdigkeit. Aber Lloyd George gleichwie Poincare und selbst Kerenski zittern vor neuen lleberraschungen. Wer weiß, was da alles noch ans Tageslicht, und zur Kenntnis der Ententevölker kommt, wenn die Ententesozialisten in Stockholm mit den deutschen Genossen in Stockholm Zusammentreffen! Da könn ten neue „Michaelis-Enthüllungen^ präsentiert werden. Darum schnell — «in Riegel vor. Die Vorkämpfer für die „Freiheit der Völker", die „vorbildlichsten Demokratien der Welt", verweigern ihren Bürgern das freie Wort, verweigern ihnen die Pässe zur Reise nach Stockholm und die Aussprache mit ihre» Genossen. Das läßt tief blicken. Bleiche Furcht spricht aus d«ni Verhalten der verbündeten feindlichen Re gierungen, und wir werden wohl bald Gelegenheit haben, die Ergebnisse auch dieser Vorgänge auf unser Pluskonto zu buchen. Die Verwsiaeruna der Nälke lp Berltz», 15. August. Zu der Verweigerung der Pässe nach Stockholm seitens der Ententestaaten schreibt die „Frei- s innige Zertung", dies Verhalten beweise, welche Angst die Ententeregierungen davor hätten, daß ihre Angehörigen die Möglichkeiten erhielten, im' Austausch der Meinungen die Wahrhekt über die Ursachen des Krieges und darüber zu erhalten, wo Kriegslüsternheit und wilde. Annerionslust vor handen seien. Die „Germania" führt aus, die friedens- takistischen Regierungen, welche imperialistische Ziele verfolgten, und dem arbeitenden Volke. Der „Vorwärts" selbst bemerkt dazu, für die deutsche Arbeiterschaft sei mit dieser Handlung eine Situation von ungeheurer Klarheit geschaffte eine Klar heit, der gegenüber es kein Versteckspielen und kein Ko^ft indensackstecken gebe. Dir Erkenntnis, deren wir uns jetzt mit jeder Faser bewußt sein müßten, lauft, daß die west lichen Ententestaaten entschlossen seien, den Krieg nicht zu beenden, ehe sie ihr Zerschmetterungsziel gegenüber Deutsch land durchgesetzt hätten. Hiernach gebe es nur eine Mög lichkeit: uns unserer Haut zu wehren. Die englische Regierung verbietet dem A.- und S.-Rat dir Beratungen lp London, 15. August. Die englische Regierung hat verfügt, daß die russische Abordnung des A.- und S.-Rafts keine Beratung mehr führen dürft und nach Rußland zurück- kehren müsse. Labour Party (Arbeiterpartei) bereitet einen Kongreß aller Arbeiterverbände vor, bei dem gegen den Beschluß der Regierung, die Pässe nach Stockholm zu. ver- „ 0 6 „ 50 „ 5 ,, 50 „ Zu dieienPreisen wird ein Zuschlag von 1M. Mr l kg gewährt, w»nn die freiwillige Ablieferung bis zum 30. September d». Js.erfolat. Nach dieser Hit stnd die beschlagnahmten, nicht abgelieferten Gegenstände zu melden. Ueber die Meldung und spätere Enteignung ergehen noch besondere Bestimmungen. Im übrigen wird hiermit auf die in Nr. 175 des Frankenberger Tageblattes vom 1. ds. Mts. veröffentlichten AusMrungsbestimmungen, insbesondere bezüglich der Beantragung von Ärbeitem zum Ausbau der beschlagnahmten Gegenstände, Hingewielen. Diesbez. Antragsvor drucke lind im hiesigen Einwohnermeldeamte, Knchgaße 7, erhältlich, wo auch event. Wünsche um Besichtigung der Gegenstände, die unter Gruppe s, Ziffer 17, 20—29 und 31 und Gruppe o, Ziffer 34 der Aussührungsbestimmungen fallen, entg Den Gegenständen anhaftende Teile, die nicht vor der Ablieferung zu entfernen. Frankenberg, am 14. August 1917. Kupfer-Annahme . „ Die Annahme von beschlagnahmten und freiwillig zur Ablieferung kommenden Gegen ständen au» Kupfer und Äuvftrlegierungen (Messing, Rotguß, Tombak, Bronze) findet Lier bl» auf wettere» n«o>»n. »o» 4 7 uftn, im vvunetaea«» »»» freundliche Demokratie sei besiegt von der eroberungssüch- s ligen Demokratie bei den Westmächten. Nach dem „Vor wärts" sagt „Soeialdemokraftil" (Kopenhagen), damit hät ten die Negierungen der Alliierten die Würfel geworfen. Der Kampf fei nicht länger ein Kampf zwischen den Na tionen, soNdtrn jetzt nur noch ein Kampf zwischen den kapi- Weit über Frankreichs Greifen hinaus erstreckt sich die Wirkung der deutschen Enthüllungen. Das durch Geheim- — r» ... oerträge an Frankreich gebundene England sieht sich ge- weigern, demonstriert werden soll, zwungen, den Arbriterminister Henderson, bas Bindeglied lp Rotterdam, 14. August. „Nieuwe Rotterdamsche Cou rant" meldet aus London, Henderson habe eine sehr schlechte Presse. „Daily News" seien das einzige Blatt, das ihm günstig sei. Hendersons Erklärungen seien kühl ausgenommen worden, man habe sie nicht überzeugend gefunden. „Daily News" betonen die Tatsache, daß Henderson schon anläßlich der Pariser Reise seine Entlassung angeboten habe, wem, der Arbeiterkonferenz wichtige Tatsachen vorenthalftn würden. Es verdiene Erwähnung, daß das Kabinett gegen Hendersons Rat der Konferenz verheimlicht hatte, daß es bereits am 2. August beschlossen hatte, keine Pässe für Stockholm zu bewilligen. " n ohne Kraut 30 0 ^U^Wnsingkohl und Früh-Rotkohl 20 e) Früb-WeißkM ab 23. 8. 1917 L) Zwiebeln Ä GinattnichtSvinater^ k) Mairüben mit Kraut „ » ohne Kraut I) Toniaten Aürb^b ... Diese ErzeugerhM für das Gebiet des Königreichs Sassen, und zwar, soweit nicht ausdrücklich ein Termin bestimmt ist, bis aus weiteres , „ i« -,.^N^nuna des Ministeriums des Innern vom 15. Juni 1917 (Ttaatszeitung vom A-Amü S17 Nr. 137) und vom 28. Juni 1917 (Staatszeitung vom 28. Juni 1917 Nr. 147) bett. Höchstpreise für Frühgemüse bleiben hinsichtlich der für Blumenkohl in den Kreishaupt- mannschasten Bautzen und Dresden festgesetzten Preise in Geltung. Die Verordnung des MM ster ums des Innern vom 10. Juli 1917 (Staatszeitung vom 10. Juli 1917 Nr. 157) betr.Löchst- preise für Frühgemüse tritt außer Kraft, ebenso die Verordnung des Ministeriums des Innern °om 1. August 1N7 (Staatszeitung vom 2. August 1917 (Nr. 177) betr. Verbot des Verkaufs von MatrÜben, Möhren und Karotten mit Kraut, soweit sie sich auf Mairüben bezieht. Das Verbot des Vettaufs von Karotten, Möhren und Kohlrabi mit Kraut bleibt jedoch in Kraft. ... . 3. Es wird besonders darauf hingewiefen, daß der Erzeugerhöchstpreis die Kosten der Be förderung zur Ladestelle und der Verladung im Bahnwagen oder im Schiff mit umfaßt. 4. Die Verordnung tritt am 16. August 1917 in Kraft. Dresden, am 14. August 1917. Ministerium des Innern.