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ttjN i i« > Tageblatt far Vie Stadt Aur mM WßtWMMA 1 . ' 8. < Billigste Mgeszeitung im Erzgebirge Svnnabend/den 18. Januar 1900 Nr. 9 Ausland. fand in Stapel ¬ samten Streitkräfte des Königreichs würden mobilisiert. 50 000 Mann sollen nach Südafrika entsendet werden und gleichzeitig genügend Truppen vorhanden bleiben, um etwaigen europäischen Verwickelungen Widerstand leisten zu können, die durch die Besitznahme der Dela- goa-Bai, welche die englische Regierung als notwendig betrachte, etwa entstehen könnten. .'I . 2l«S -ev Welt. Deutschland. * Die Besprechung der Beschlagnahme deutscher Schiffe durch England im Reichstage wird nun erst in nächster Woche in Form einer Interpellation der Nattonalliberalen erfolgen. Es wird auch die höchste Zeit. Erscheint täglich Nachmittags, außer an Sonn- n. Feiertagen. — Preis pro Monat frei in« Häu» 2S Pfg., abgeholt 20 Pfg. — Mit der EünntagSbeilage: „Der Zeitspiegel" k Pfg. mehr. — Bei der Post abgeholt »ro Vierteljahr 1 Ml. — Durch den Briefträger 1.40 Mark. Deutschland. 8 Auf der Werft „Vulkan" bei Stettin Anwesenheit des Kaisers die Taufe und der lauf des für die Hamburg-Amerika-Lime zu Hamburg erbauten Dampfers „Deutschland" statt. 8 Die Rachricht, daß in der bayenschen Artillerie Aenderungen in der Bekleidung geplant seien, sodaß die bayerische Artillerie dieselbe Uniform wie die preuß. ische erhalten solle, wird von den Münchener Neueste Nachrichten al» vollständig unbegründet bezeichnet. 8 Wegen Wechselsälschung wurde in Düsseldorf dep Grotzkaufmann MetterS verhaftet. Amtlichen Nach richten zufolge soll e- sich um eine Summe von 60 000 Mark handeln. ! 8 Danzig, 10. Jan. Wegen fahrlässiger Tödtung! wurde« der 60jährige Förster Schmalz au» Linden bruch zu einer dreimonatigen, der Hütejunge Kühl zu einer dreiwöchigen Gefängntßstrafe von der Straf kammer verurthetlt. Schmal- hatte sein -geladene» Gewehr nach der Heimkehr von einem Dienstgang« in die Stube gestellt. Kühl« spielte damit und erschoß! versehentlich die L 7jährige Richte de» Försters. 8 Die Berhaftung etre» Gymnasialprofessor» wegen wiederholter-Sittlichkeitsverbrechen wird au» Rastatt! in Baden gemeldet Schon seit einiger Zett ging in dortiger Stadt-da»«Gerücht, daß von einem Professor an zwei schulpflichtigen -Mädchen unsittliche Hand. Berautwortllchrr^MelMlrüt: WrNft^NNk«, Au« (Erzgebirge s > Redaktion u. Expedition: An«, Marktstraße. Bekanntmachung. Am 18. vorigen Monats ist in hiesiger Stadt wiederum ein Hund ge-" tötet worden, der nach dem Ergebnisse einer vom pathologischen Institute der Königlichen thierärztlichen Hochschule in Dresden vorgenommenen Untersuchung " wuthkrüNk gewesen ist. Die dülch unsere Bekanntmachung vom 8. Dezember vorigen Jahres Die Königliche Kreishauptmannschaft Zwickau hat Genehmigung dazu / erteilt, daß die. in 8 7l fg. des Gesetzes, betreffend die Gewerbegerichte, vom 29. Juli 1890, bezeichneten Geschäfte bis auf weiteres von unserem Ratsreseren-, dar Herrn Hilmar Otto Rudolph in Aue besorgt werden. Aue, den 5. Januar 1900. Der Rath der Stadt. Dr. Kretzschmar, Brgr. Kühn. da^lEievnitz'meser Ermittelungen' ist"Fdlgettdes-/MtzukeileNMarkt Nt. S zu LlchteNberg'wöhnt'e seit «siNM Ziit einr42 Jähre alte ^iMktNardMerttt' Mtgnft ^ckatd ''Mit einem äü' tri und nach herunter und ergab sich immer mehr Herst Alkohol. Seit geraumer Zeit unterhielt sie ein Liebes verhältnis mit einem ebenfalls her.-nter-zekommenen !vrenschsch»btstiDäM4^ek»tzü»ZckLlatMEsich au,, nahm. Da» Kind mußte für dieWutter bettele gehen, wenniLeroAsbritSverdienst in -chnaps durchgebracht war» oder die Nächte^hipd-rch mit Streichhölzchen ha»dAn.< Am 30. »-porigen Monats nohmv die Mutter sasiKi-nd; am der -Hand mit sich Ms -dsr.Wohnung und -ging mit-ihm nach -kewi Weg^ der-,-Lichten -berg nach der Irrenanstalt Herzberg« führt. ,,Hint>r einrin Bretrerqanne,suchte,-sie einoLoch, legte ha» Kind, nachdem sie, ihm -die Beine Msammengefchnürt hatte, hinoftt, würgte-e», ay der-Kehle und bedeckt«!dann mit.Sand -und Schnee. In dem - Glauben,- daß da» Kind unter,der Decke -bald erstarrcu-und -sterben,-werde, ging dann dieMutter, nach,Ha-use- zurück. Eick, Schmied der Pferd- bahngtzsellschaft-jxdoch. der auf,- dem -!Bahn hof in Lichttnb-erg -bsschäslitzt ist- kam- zufällig - bald an der Stelle-vorbei, hörte «in- Wimmern unter dem Schnee, fand unter der Decke das Mädchen v-»d nahm e» mit nach Hause. ^Da» Kind war bereits. halb, er- stickt, kam aber bald wieder zu sich. <>Dt« L-rtShehürde, der der Schmied-Anzeige machte leitete sofort -Nach forschungen ein. Mehrere Pserdetzahflschaffner und Kutscher hatten nun dis Mutter mit- dem Kinde tzinau» gehen sehen, IhreMtteilungen-sührtswzurErmittel ung der Eckards die dann verhaftet. devPerlinev krimt- nalpoltzet überwiesen und von dieser dem Untersuch- ung-rtchtrr -vom-Landgericht UzugeMrt--wurde. i Die Festgenommene bestreitet» d-nß daS-Müdch«n--itzr eigenes Kind sei,-und behauptet, e» von einer unbekannten Fra« «ngrnomnttw zu haben. Da» Kind ist-in Lichten- berg in Pflege, .--n, -i - -- 8 Berlin, -bl. Januar., -Nach -einer Meldung ,, de» „Vevltner-Lagebl."- nur Bukarest,trugkistch in dem bärtigen-Beretn-Hausr-, der -Rttch-beutschen bet der Feier zu Lhrew de» scheidend,ni« Gesandten Grafen Brach ein, -schwer» iKa-tasttvphei zu o Da«,Hau» wurde durch eine GaSegploston- thejilweis« »zarstört und- 20 Personen trugen zum LM„fchv»rr Verletzungen davon. Glücklicher-! Weis« ist Keienv-ttzdtl ich-verletzt. -iH iBärltn, lä-iJanuar. >-.gn -dem,-Dorfes-Ried bet Frankfurt la. M„-warf» inach ein«v-MelvuNg de» »B«rl. Lagebl.-» «in Nachtwächter« im- -Sttette, -zwei Bnu-rn lüngin vörgenöttruckett'wordett' feien. '/Dieser 'Tage wükde w'ftdn'ckm etv'solch-ir'Fäll" Mft-eittttn zwölf- jährtgett Mädchen b'ekästm, UNd dee Thättzr töNNte diesmal. wte^s fthernt/ ve» stchchsgtSstMMeichetts al»' überführt ei^chte«' nkerden, Mnst>fkftsti'WerhLftvvg wurde''at-b'äÄ"ÄUKestffdirÄ.'^E»-'ihaME sW^uust'ben GyMnastÄptöfeffÄv Dr. r cheakttstäNst^ ^der vor!'einiger Zeit vön OsfeNbütg stach Rästgtt netsctzt'W^rveü war. 8 "Berlin, 10 Januar. ' 'Die eflkfttzlWr Thät 'einer Mütter Mchflftt-ke arMst dUrch^n^Dützbestchtiguerg den 'de« LaNdgeÜcht-'II. lÄber fchftgustg' ÜNv Inn ^ffüirwestigen zü'Wtestbttst'wöhnVe ^^^'^'^«^42 alle "ZiMken.irdAte,ttt' MMft ' Eckatd « Mit unehelichen Kinde, ei Neu--"jetzt 4-Jahre" alten, üßerst rftttest^Äst'kehr ck-WBecktstt MMHen. -r «n- iUiie Eckard -lstäi! f-Üyeic G^chäüspIilertN, käM 'aber'Nach * Brüssel, 10. Januar. Dr. Leyds beklagt sich da-! rüber, daß die Engländer alle an die hiesige Trans vaalgesandtschaft gerichteten Postsendungen, welche über- Lourenzo Marquez oder Kapstadt gehen, widerrechtlich zurückhalten. * D.r „Krz.-Ztg." gingen Nachrichten au» Jo- hanne»burg zu; au» denen geht hervor, daß die Lyddir- granaten nur durch den furchtbaren Knall imponieren, aber keinen besonderen Schaden anrichten, so daß die Berichte der Buren fast mit Spott über diese Geschoße sprechen. * London, 10 Januar. Die Abendblätter veröffent- ichen die Aufsehen erregende Meldung, das Kriegsamt lwerde Maßregeln von außerordentlicher Wichtigkeit treffen. Sämtliche Miliztruppen, sämtliche Freiwillig, und sämtliche Spezialkorps würden einberufen, die g,- Der Südafvtker * London, 11. Janllar. Nach Aden wird-ein wei teres Kriegsschiff äbgehen. * London, 11. Januar. Der Berichterstatter des „Standard" in Durban telegraphiert, daß 1200 Kran kenträger Montag Nacht nach der Front abgegangen seien. Dieser Abmarsch deute, wie man annehme,"üuf eine unmittelbar bevorstehende Bewegung Bullers« hin. * London, 11. Januar. „Daily Mail" berichtet: Es unterliege keinem Zweifel, daß Lord Methucns Ge sundheit vollständig untergraben sei. * London, 11. Januar. Nach dem Reuterschen Bureau verlautet, der Attorney General (Kronanwalt), habe Vorschriften für die Behörden über das Verfahren betr. Kontrebande ausgearbeitet. * London, 10. Januar. Wie verlautet, wird aüf Beschluß der obersten Kriegsverwaltung der General Methuen aus Südafrika abberufen werden. * General Jonbert soll durch einen Sturz mit tftstr Pferde sich ziemlich schwere Verletzungen zugezogetr! haben. " - - - > Erinnert Wird M M der Biersteuer aus das Mer Aue, den 11. Janlküv 1900. DetMittMv Modi Dr> KMchyyr. -i» van >-i>i h ---m-, .- - da- - -',i -1-/ -r "-«le-tbitpaM-dk ,-lAns«o»e dstjE« ->OMWWoftMftSteo' angeordnete Hundesperre wird Mhäib'-'hierMit" unter HiNweiS aufndt«oü, d«r"ge nannten Bekauntnrächung getroffenen AnckidstNNgeN« für««hrn> «hiesigen StaMeArk bis zum 18 Mäp4 ^W0 verlängert. Aue, am 10. Januar 1900. - > - 124. Srzung vom 10. Januar 1900. Im Reichstage begann man heute mit der zweiten Beratung des Etats. Zunächst wurde der Spezialetat des Reichstags vorgenommen. Nach kurzer Debatte bewilligte das hohe Haus sich seine eigenen Ausgaben. Von Dr. Müller-Sagan wurde die Besserstellung der Reichstagsstenographen angeregt; sein Parteigenosse Beckh-Eoburg tadelte die häufige Hergabe des Reichs tagsgebäudes zu profaneu FestUchkeiten. — Ruü fcklgt^ - di« Beratung des Etats des Reichsamts des Inneren. Der Staatssekretär dieses Amtes, Graf Pofädowsky, war — als einziger unter seinen Kollegen - erschienen. Der konservative Abgeordnete Dr. Oertel-Sachsen wandte sich sehr entschieden gegen die Bäckereiverordnung. Dr. Hitze vom Zentrum verlangte Auskunft über die En quete, betr. Vie Kinderarbeit, der wildliberale Rösicke- Desfau sprach seine Genugthnung über die Förderung von Arbeiter-WohlfahrtSeinrichtungen seitens des Staats sekretärs aus. Der nationalliberale Abgeordnete Möller- Duisburg reqte die Errichtung eines selbständigen Am tes für die Arbeiterstatistik an, während der Sozial demokrat Richard Fischer-Berlin über die Art der Hand- habu-'g der preußischen und zumal der sächsischen Ge werbe-Inspektion Beschwerde vorbrachte. Ihm, wie seinemParteigenossen Wurm, der in dieselben Kerbe hieb, trat Graf Pqjpdowsth scharf entgegen. Der Coburger Abgeordnete Beckh brachte mit seiner Forderung nach Vermehrung des Vogelschutzes einige Abwechslung in die sozialpolitische Debatte, dieweil sein Parteigenosse^ Müller-Meiningen über „alle Dinge und noch einige mehr" sich erging.