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Frankenberger Tageblatt Bezirks- Anzeiger AMMatt für die KWG. AMshWtmamMastMha^dasMngl. Amtsgericht und den Stadtrat zn Frankenberg Verantwortlicher Redakteur: Ernst Roßberg sen. in Frankenberg i. Sa. — Druck und Verlag von T. L. Roßberg in Frankenberg i. Sa. Sonnabend, den 1». März 1817 7«. Jahrgang SSVSSSSSSSS» Tageblatt-Bestellmlgeu SLr'L.VL Butter-Berkauf. Infolge Be'thr»ftockuna ist «in vünttlichrr Eingang der Butter nicht möglich, sodaß der Ber^ koui voraussichtlich Sonnabend mittag nicht beginnen kann. Die Verkauf-»«« Milch in den Bntterhandlnnae« durch Anschläge bekauntaeaebe». Frankenberg, am 9. Mär, 1917. Dee Gtodtrat. möglich, Katz man sich erdreiste, ein solches Volk als „Hunnen - und Barbaren" zu brandmarken? — Dazu möge bemerkt werden, daß diese Schimpfwörter einen ausländischen Kenner Deutschlands mehr kränken als uns. All« Namen, die uns in Preßorganen wie „Daily Mail" (der gebildeten Englän- dein als „Täglicher Lügner" bekannt) beigelegt werden, dür fen wir getrost als Ehrennamen betrachten. Stuart erzählt, der Oberbürgermeister von Köln hab« bei seiner Ansprache an die Reisegesellschaft im Gürzenich gesagt, Deutschland verlang« von seinen Besuchern nichts als Wahrheit uno Ge rechtigkeit in Mitteilung und Beurteilung dessen, was sie sahen. „Wie," ruft der Niederländer aus, „steht das Aus- > land in dieser Hinsicht gegenüber Deutschland zurück, ,vor : und während des Krieges!" Er knüpft daran ein ernstes Wort ° für seine Landsleute und die niederländische Press«. Lr be klagt, daß von gewichtigen Seiten «in Element der Feindschaft gegen Deutschland im Bolksgeiste der Niederlande angefacht worden sei, das nach dem Krieg« einem guten Verhältnis zwi schen den Staaten und ihren Bewohnern Abbruch tun könne. Der Gelehrte schließt seine Betrachtungen mit folgenden ! Sätzen: „Der Haupteindruck, den wir aus Deutschland mit gebracht haben, dürfte sein: daß «in ungeschwächtes Vertrauen herrscht auf ein befriedigendes Ende dieses dem Lande auf gedrungenen Ringens aus Leben und Tod, und daß auch jetzt noch im Volke eine gewaltig« Reserve von moralischer und materieller Kraft vorhanden ist." Dies« Kraft, das könne man, wie auch der Krieg ferner verlaufen möge, mit Sicher heit voraussagen, sei nicht zu vernichten. „Man kann gewiß sein, daß sie auch nach dem Friedensschluß durchwirken wird, und man darf nicht nur vertrauen, man muß auch hoffen, daß es so sein wird, da die Früchte davon nicht nur Deutschland,, sondern der ganzen Welt und in erster Reihe auch unserem Lande (Holland) zugute kommen werden." Mr da» Oie Initiativer Aus Mangel an anderen Triumphen vergnügt sich die Enteniepresse schon seit geraumer Zett damit, sestzustellen, daß durch die Ereignisse des vergangenen Jahres, die teilweise «in vorbereitendes Verhalten unserer Heer» zur Folge hatten, die Initiative uns entrissen und auf sie übergegangen sei. Wir wissen nicht, wie sich di« Herren Militärsachverständigen unserer Gegner mit dem rumänischen Feldzug abfinden. Wenn sie es Mangel an Initiative nennen, daß wir in wenigen Wochen ein feindliches Land, von dessen Mithilfe sich die Entente sehr viel versprochen hatte, vollständig ausräumten, so haben wir dagegen nichts einzuwenden. Noch andere Be- geb«nbeit«n wüßten wir anulführen, die von dem gleichen „Jnitiativmangel" zeugen. Wir haben es gewagt, uns den Mißdeutungen unserer Feinde auszusetzen, indem wir als erst« die Frirdensglocken erklingen ließen und der Welt zu er kenn«« gaben, daß wenigstens auf einer Seit« noch Vernunft und Verantwortungsgefühl zu finden ist. Als die Entente in Wut und Verblendung das Angebot zurückwies, waren wieder um wir es, die mit der Verkündung des uneingeschränkten U-Bootkrieges die Initiative zum bitteren Endkampf ergriffen. Unsere Flieger berichten uns, daß auf der Nordsee fast keine Schiffe mehr gesichtet werden, die englische Seemacht steckt mit tepferem Offensivgeist in wohlverwahrten Häsen, die englischen Minister sind auf der Suche nach Abwehrmitteln.' Das ist Falles Mangel an Initiative! Ferner das Hilfsdienstgesetz und die Rationierung d«s Wirtschaftslebens. Man hat zwar erst drü ben über dies« Gesetz« Spott und Hohn gegossen, aber heut« bemüht man sich darum, sie nachzuahmen, und ist noch nicht einmal gewiß, daß es gelingt. Aber freilich ist die» alles nicht Unternehmungsgeist und Tatkraft, sondern es ist, weil wir es tun, das Zeichen unserer Erschöpfung und der letzte Ausbruch der Verzweiflung. Die gleiche Er-, schöpsung ist es wahrscheinlich auch, daß wir Polen befreit Und den Vlam«n ihr kulturelles Selbstbestimmungsrecht wieder gegeben haben. So zuversichtlich scheint man drüben aber doch nicht zu sein. Zwar begrüßte ein Triumphgeschrei den Beginn der Frühjahrsoffensive, den man in der Zurücknahme der deutschen Front an der Ancre erblickt«. Aber diese Sieges- ftiern waren wohl Nur für «in ungeduldiges Publikum be rechnet. Di« ehrlicheren Zeitungsstimmen, besonders in Eng land, können sich der Tatsache nicht entzieh«!, daß diese Zurück nahme der englischen Heeresleitung vollständig überraschend kam und ihr die schön ausgebaute Angriffspvsition zerstörte. Auch französische Stimmen können nicht umhin, einige be sorgt« Sätze auszusprechen, hinter denen die Angst vor einer deutschen Ueberraschung sich nur schlecht verbirgt. Hermann Stegemann, der ausmerksame Beobachter des Berner „Bund", widmet diesem Vorgang längere. Ausführungen. Er stellt fest, daß es an der Ancre zum erstenmal im modernen Stek lungskieg gelang, größer« Frontstück« planmäßig Mückzu- nehm«n, ohne daß d«r Gegner Abficht und Ausführung dieses Unternehmens bemerkte. Dieser Vorgang scheint ihm von großer Wichtigkeit. „Er beweist, daß auf deutscher Sette planmäßiges Handeln zum Bezug der Stellungen für das groß« Endziel in Vollzug gewachsen ist und daß der mit eigenen Planen beschäftigte Gegner vor eine geue Situation Mellt werden soll. Das ist eine Maßnahme strategischen Ehärakters. . ." Weiter« Verdachtsmomente, die ihm za VewÄfin scheinen, daß die Deutschen di« Initiative an sich reißen und ein weitreichendes strategisches Manöver vorbe- reiten, sieht Stegemann darin, daß „in den deutschen Be richten über di« Vorgänge an der Westfront «in Lakonismus herrscht, der so wett geht, daß man sogar die Benennung der einzelnen Ärmezaruppen unterdrückt hat". So sieht er in dem deutschen Kückzug an d«r Ancre aus eine rückwärtig«, systematisch ausgebaute Linie den ersten 1917er Zug Hinden- butgs» Wir überlassen es den feindlichen Pressestrategen, sich in dem Ruhm ihrer besonderen Jnitiativbegabung zu sonnen. W«nn es Jnttiativ« ist, von seinem Gegner Schlag auf Schlag Ueberraschungen und energisch« Schachzüge zu erleben, auf die durch keine einzige Tat, sondern nur durch «kN mehr oder weniger musikaliAes Pressekonzert reagiert werden konnte — wenn die« Initiative ist, so mag sie unstet Segnern gesegnet sein. lleder ckar neue vemlcblana hielt der frühere Staatssekretär des Reichskolonialamtes Er zellenz Dernburg auf dem Parteitage der Fortschrittspartei in Oldenburg eine Rede, in der er die Berechtigung des unge hemmten U-Bootkrieges hervorhob und erklärte, daß Amerika während des ganzen Krieges niemals neutral gewesen sei. Was uns am meisten verletze, sei die Heuchelei, mit der wir ins Unrecht gesetzt werden sollten. Zum Abschluß eines ehren- oollen Friedens s«i Deutschland auch heute noch trotz der Ab lehnung seines Anerbietens vom 12. Dezember bereit. Der Kanzler sagte, wir brauchen einen dauerhaften Fried««, der uns Entschädigung gewährt für erlittene Unbill und der einem starken Deutschland Dasein und Zukunft sichert. Da» Wort Entschädigung war neu, aber es wurde mit Recht gebraucht. Das Schicksal der Kolonien wird in der Heimat entschieden werden und bei den Friedensverhandlungen «ine große Rolle spielen. Wir müssen Kolonien haben, weil wir vom Welt markt und der Produktion der andern unabhängiger werden müssen. Friedeussicherungen brauchen wir. Der Krieg wird «ine ungeheure Schwächung der europäischen Mächte zur Folge haben. Der bisherige Verlust an Toten und Verwundeten ist auf 15 Millionen Mensche» berechnet worden — ein ungeheures Manko der besten Mannheit. Unsere Kultur hat mit der Technik nicht gleichen Schritt gehalten. Di« Krieg führung ist zurückgesunken in einen Zustand, den wenige Jahre vorher niemand für möglich gehalten hätte. Ein neuer Krieg würde zur Vernichtung der weißen Rasse führen. Deshalb muß die Frage sehr ernsthaft untersucht werden, ob es möglich ist, künftig«n Katastrophen auf dem Wege internationaler Verständigung vorzubeugen. Die Schwiertz leiten sind sehr groß. Aber es ist eine unabweisbare Not wendigkeit, an diese Dinge mit gutem Willen, aber auch mit Vorsicht heranzutreten. So weit darf es natürlich nicht kommen, daß durch internationale Vereinbarungen die deutsche Wehrhaftigkeit und das deutsche Selbstbestimmungsrecht irgendwie erschüttert wird. (Beifall.) Der Kaiser und der Reichskanzler haben mit Recht ausgesprochen, wir sind bereit, uns an diesen Bestrebungen zu beteiligen und, wenn nötig, an die Spitz« zu stellen. Kein Stück Land und kein« Be° Kühlung kann die Opfer wieder gut machen, die wir gebracht haben. Nur die Hoffnung auf eine bessere, schöner«, befriedi gendere, ethisch« Welt kann uns Mut und Sieghaftigkett Anmeldung von Nübenfauerkraut. Nachstehende Bekanntmachung wird zur allgemeinen Kenutni« gebracht. Dresden, den S. Mär, 1917. Ministerin« d«S Innern Unter Bezugnahme ans di« Bekanntmachung der Retchöstelle iür Gemüse und Obst vom 8. De zember 1916 <Reich«anze1aer 290 vom 9. Dezember 1918), «ach welcher da» an» «ingeschnittenen Rüben aller Art durch Gärung gewonnene Sauerkraut der Bewirtschaftung der Kriegggeiellschaft kür Tlmerkraut «. b. H. in Verlm V 57 unterliegt, fordern wir hiermit alle Betriebe, di« ttch mit der Herstellung vonRübensauerkraut für etgene'vder fremde Rechnung befassen und im Jchr 10 Doppel- zeutaer und mehr solche« Kraut Herstellen, auf, unverzüglich ihr« Betrieb« der unterzeichneten Ge sellschaft anzumrlden und 1. die bitter verarbeiteten Menge» an Rübe«, 2. die bitter hergeftellten Mengen an Rübeniauerkaut, S. die am 10. Mär» 1917 vmchandenen Bestände an Rübensauerkraut der Krieg-aesellschaft anzumrlden. Gemäß Bekanntmachung d«r Sri«g»gesrllschaft vom 2 Dezember 1916 (Reichianzeiger Nr. 284 vom 2. Dezember 1916) ist drr Absatz auch diese» RübeukaurrkrauteS ohne Genehmigung der Krieg»- gelellschast verboten. — Berit», den s. Mär» 1917. Kriegs« eseüschaft kür Sau erkennt m. b. G. Köhler. ! kin dollänMcder ilneN »der «e MllcbalMcbeirage veatlcdlanär Von Dr. Ferdinand Tönnies, Professor an der Universität Ki«l. Marcel Prevost hat in der „Revu« de Paris" bedeu tungsvolle deutsche Urkunden über die Not in Deutschland veröffentlicht. Es wird darin berichtet über Straßenunruhen in allen Teilen des Deutschen Reiches, besonders in München, Kiel, Bremen und Hamburg, wobei die Zahl der Verwun deten, besonders der Frauen, sehr hoch sei. So berichtet ein Pariser Korrespondent der Kopenhagener „Nationaltidende" vom 18. Dezember 1916. Di« „Nationaltidende" ist wohl die vornehmste dänische Zeitung. Wir wollen ihr nicht zu trauen, daß sie wider besseres Wissen solche Kunde verbreitet, da sie doch besser als ein Franzose in der Lage wäre, sich über die Tatsachen unterrichtet zu halten. Die Unruhen, von denen im Dezember 1916 erzählt wird, haben sich nicht später als in der ersten Hälfte des Jahres 1916 zugetragen, sie waren zumeist durch die viel leicht böswillig ins Volk hineingetragene Meinung verursacht, daß bei Zuteilung der Brotmarken nicht gerecht verfahren werde. Inzwischen ist das Brotkartensystem das Stück un serer inneren Organisation geworden, das am vollkommensten ausgebildet wurde und sich am vollkommensten eingelebt hat. So müssen wir denn mit höflichem Bedauern den französischen „Revuen" und ihren dänischen Freunden kundtun, daß diese niemals bedeutenden Unruhen sich nirgends wieder holt haben und nach dem 1. Juli 1916 nicht mehr vor gekommen sind. Immerhin möchte es angebracht sein, das zärtliche Wohlwollen an die Vorgänge zu erinnern, die sich im südlichen Frankreich im Juni 1907 ereigneten, als das 17. Linien-Jnfanterie-Regiment sich meuternd den Unruhe stiftern anfchloß — das war in tiefem Frieden und es handelte sich um Wein, nicht um Brot. Auch in den Jahren 1909, 1910, 1911 gab es in Frankreich Unruhen, die sich zu den bei uns im Kriege vorgekommenen verhalten wie Orkane zu einer Brise, da sie stellenweise den Charakter eines Bürgerkrieges annahmen. Bor einigen Monaten haben auf Einladung der deutschen Regierung 14 Personen aus sechs neutralen Ländern, dar unter Vertreter feindlich gesinnter Zeitungen, eine Reise durch das rheinisch-westfälische Industriegebiet gemacht, um sich über den wirtschaftlichen Zustand zu unterrichten. Vor uns liegt ein Bericht des holländischen Gelehrten Prof. Verrijn Stuart (29 Seiten). Lr faßt sich (S. 5) dahin zusammen, der Ein druck habe wohl allen Teilnehmern sich aufgedrängt, daß Deutschland nichts zu verberg«! habe. Er meint, Deutschland könne getrost — mit einigen Schutzmaßnahmen gegen Spionage — England und Frankreich ersuchen, je eine gewisse Zahl in ihrem Lande wohlangesehener Personen auf gleiche Weis« in Deutschland reisen zu lassen. Freilich beweise die Art, wie man Miß Hobhouse in England behandelt habe> daß man hier gegen das Eindringen der Wahrheit sich ge flissentlich blockiere. Wenn die Abneigung der Entente, von Frieden zu sprechen, in der Hoffnung wurzele, Deutschland durch den Wirtschaftskrieg niederzuzwingen, so sei es geboten, daß sie so schnell als möglich durch eigene Anschauung sich die Ueberzeugung bilde und befestige, daß wenigstens diese Erwartung eitel heißen müsse. Es sei ein schrecklicher Ge danke, daß der Krieg fortgesetzt würde aus Grund von Un kenntnis in betreff der Folgen, die der Handelskrieg für Deutschland habe. Dies llrt«il begründet der Verfasser in «ingehender Weise, indem «r die Schwierigkeiten nicht verschweigt, die er an- getrosf«» und beobachtet hat. Stuart würdigt Verständnis- voll die Rationierung unserer Lebensmittelversorgung, die Kriegsküchen, von denen doch nur ein kleiner Teil der groß städtischen Einwohner genötigt sei Gebrauch zu machen, die Wohnverhältnisse und Spareinlagen, er berichtet über die Sterblichkeit, besonders der Säuglinge, über Verwundeten- Arbeiten und allerlei Kriegsfürsorge, über die Aussichten der Friedenswirtschaft und über den letzten Tag, den die Reise gefährten in Essen zubrachten, wo sie auch die Wohnungs kolonie mit Bewunderung kennen lernten. In der Sorge für die Arbeiterwohlfahrt sei Deutschland wett voraus gegen England, Frankreich und andere Länder. Wie sei es doch s Kriegsanleihe. Bon de» bei der Sparkasse Frankenbera a-cttchneten Stücken auf die k. Kriegtanleihe kvaaen die kleine» Abschnitte zu 100, SOO und 800 M. von Montag, de« 12. diese» Monat», ab während der grwvhnliche» G schättäftunden in Empfang genommen werd»». Frankenberg, am 9. März 1916. Die Gp«kaffe»»erwastnn«. HolMstrigeruug aus Rossauer Staatsforstrevier. G«sthof »« Oberroston, o-n-on»«»«, a«m I». »Lon 1917 non«. '/.IO Oboe 368 r» Derb, ftangen. 6580 v R«tSstang»n, 2.5 rm bu. Nutzten», 1125 rm h. u. 88 na w. Brrnos-teit», 61 rw h. u. 45 5 na w. Brennknüppel, 33 na h. n. 58 na w. Aefte von den Schlagflächen in Abt. 7 u. 56 und einzeln in Abt. 18 19, 20 23, 40. 45, 47, 49. 50-53, 56-59 u. 60. Kgl. Forstrevier«erwaltmi« Rostan »n Oberrosta« und Kal. ForstrenNunt «nanstn-bnrO.