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Adorfer U Grenzbote Laglblan »nd Anzeiger für Adorf (Vogtl), Bad Elster, Nadiumbad Brambach, Arnsgrün, Bergen, Freiberg, Ober- und Untergettengrün, Hermsgrün, Jugelsbnrg, Leubetha, Mühlhausen, Rebersreuth, Remtengrün, Schönberg, Siebenbrunn, Sohl, Wohlbach und das übrige obere Vogtland. Postscheck-Konto Leipzig Nr. 373 69 Stadtbank Adorf i. V. 118 Gegr. 1834 / Ruf 22L Postschließfach Nr. 5 Unterhaltsame Sonntagsbeilage / Landwirtschaftliche Beilage für Hof, Land und Garten. Der „Adorfer Grenzbote" ist das zur Veröffentlichung der amtlichen Bekanntmachungen der Amtshauptmannschaft Oelsnitz i. V. und des Stadtrates zu Adorf i. B. behördlicher seits bestimmte Blatt; außerdem enthält der „Adorfer Grenzbote" auch amtliche Bekanntmachungen des Finanzamts Adorf i. V., des Amtsgerichts und des Gerichtsvollziehers zu Adorf i. V. und anderer Behörden. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich 1.20 RM. einschl. Trägerlohn. Im Falle höherer Gewalt oder sonstiger irgendwelcher Störungen des Betriebes oder der Bcförderungseinrichtungen hat der Bezieher kein Recht auf Lieferung oder Nachlieferung der Zeitung oder Rückzahlung des Bezugspreises. Für Rückgabe eingesandter Beiträgt jeder Art keine Verbindlichkeit. Anzeigenpreis: laut aufliegender Preisliste Nr. S (Millimeter 6 Pfg.). Anzeigen-Annahme für die jeweils erscheinende Nummer bis vormittag 10 Uhr. Fern mündliche Anzcigenaufgabe schließt jedes Einspruchsrecht aus. Donnerstag, von Jttli 4940 dLr. 466 106 Ätthvg. Mil in GrGrilklMN „General hunger" In den ersten Wochen dieses von England gewollten Krie ges, als die deutschen Divisionen aus den weiten Ebenen im Osten die polnische Armee zertrümmerten, tröstete man sich in London damit, daß alles das „noch nicht entscheidend" sei. Auch tn der Vergangenheit, so argumentierte man in London, habe England schließlich keine militärischen Lorbeeren geerntet, und trotzdem sei man ganz gut gefahren habe man den vierten Zeil der Welt eingesackt und unermeßliche Reichtümer zusammen gescharrt Mehr noch als aus seine Festlanddegen verließ sich England wiederum aus einen Alliierten besonderer Art. den „General Hunger". Daß damit der Krieg von der Front in das Hinterland getragen wurde, daß damit den Nichtkrieg, führenden ein Krieg grausamster Art angesagt, daß damit vor allem auch die Bevölkerung der nicht an dem Konflikt beteilig- len Länder der Aushungerung preisgegeben wurde, störte die Herren an der Themse nicht weiter. Und nun ist auch hier alles ganz anders gekommen Der „General Hunger" Hal sich »ie Freiheit genommen, diesmal gegen England selbst m marschieren. Wesentlich erleichtert wurde ihm das dadurch, oaß die deutschen Armeen die Verbindung Englands mit dem Festland unterbrochen und unsere Kampfgeschwader und See- streitkräfte nm England einen eisernen Ring gelegt haben, die Fahrten nach Großbritannien zu Fahrten in den Tod gemacht hat. Es ist verständlich, daß unter diesen Umstanden auch solche Leute, die bereit waren, mit der Aussicht aus größere Gewinne ein größeres Risiko aus sich zu nehmen, die Lust an Geschäften mit England verloren haben und Fahrten nach England als in jeder Hinsicht unrentabel betrachten. Das aber ist für ein Land, von dessen Bevölkerung im besten Falle noch 6 v. H. in der Landwirtschaft tätig sind, und dessen Ge treideernte nur 22 v. H. des eigenen Bedarfs deckt, katastrophal. In dieser Not nun haben die Engländer, obschon sie sonst alten Gewohnheiten anhängen, sich zu einer geradezu „revolutio- nären" Umgestaltung des Speisezettels entschlossen. So sprich! man beute in dem „Land der fünf Mahlzeiten" von der Gleichschaltung der Speisezettel" und von "?Nernen Rationen^ worunter „wissenschaftlich zusam- menaesebt Mahlzeiten" zu verstehen sind. Wiehaben sich doch die Zeiten geändert! Wir wünschen den Eng ländern, die unseren Frauen und Kindern den Hungerkrieg angesagt habem guten App'etit und beste Verdauung, wobei Wir überzeugt davon sind, daß die Energie der Manner un serer U-Boot- und Luftwaffe den Briten die Rationen noch eiserner machen werde» Diese Männer sorgen mit ihren Aalen und dicken Brocken schon heute für die Würze der „wissen schaftlichen Mahlzeiten" und werden damit so lange sortsahrem bis die blasierten Insulaner, die einst über den deutschen Ein topf so erbärmlich gespottet haben, weil sie seine Idee in ihrem Hochmut einfach nicht begreifen konnten, ihre wissenschaftliche» Mahlzeiten unverdaulich finden werden. Skandal um die Verschiebung der Piulolraienlinder Als Churchill die Vertreter der bisherigen Opposition in sein Kabinett aufnahm, hat er das offenbar nur zu dem Zweck getan, diesen Herren Pflichten unangenehmer Art zu über- tragen. So mutzte sich jetzt ausgerechnet der ehemalige Leiter der sogenannten Arbeiterpartei Englands, Attlee, bereit finden, dem britischen Volk von der Einstellung der Evaku ierung der englischen Kinder Mitteilung zu machen. Auf die Protestruse, die daraus im Unterhaus laut wurden, erwiderte der Unterstaatssekretär für die Dominions, Shakespeare, ent schuldigend. die Regierungen von Kanada. Australien und Neuseeland hätten „sowieso" nicht mehr als 20 000 Kinder aus nehmen wollen. Gleichgültig, wie es sich damit verhält, bleibt doch die Tatsache bestehen, daß die Plutokraten auch in diesem Falle ausschließlich an sich gedacht haben. Die Kinder aus den reichen Häusern Großbritanniens sind beizeiten in andere Erdteile verfrachte, worden, und als dann noch Platz auf den Schiffen war, Hai man ihnen schnell noch das Gold und die Wertschätze und selbst die Rennpferde nachge,chlckt. Um die Kinder der ärmeren Familien aber machen sich die britischen Plutokraten weiter keine Sorge. Mögen die im Lande ver bleiben nnd dort den Krieg erleben oder in dem Wirrwarr dieses Krieges, den vic Plutokraten zu verantworten haben, zugrunde gehen Deutlicher hätten die Plutokraten nicht dar tun können, daß England ein Land verschiedener Klassen ist. die nichts miteinander gemeinsam haben. So bringen die Plutokralen es denn auch fertig, den Mann aus der Straße rum Heckcnkrieg aufzuputschen, während sie selbst in aller Heimlichkeit die Koffer packen. Man faßt sich an den Kops, wenn man hört, daß der Vikar von Witham, Gibbon. (Ayon Eemeindemitgliedern den Nat erteilt, jeden Abend eine ^waabcl in den Häusgang zu stellen, um bei einer etwaigen deutscher Fallschirmjäger „gewappnet" zu sein. Das t e l l u N "o» jenen „vornehmen" Kreisen, die nach der Ver lisch Handgranaten schreien und am Tee ¬ besten „,:I"^ocsunden haben, daß man Handgranaten am ball Aua„u^^^ben Handbewegung wirft wie einen Cricket- bisher zu ^s Verhaltens, das an diesen Herrschaften mcnn e^w war, sind wir überzeug, davon, daß -^«»iinkl iibett,^ irnch,, diese Subjekte, sofern sic zu diesem /wch in der „Festung England" zu finden ft.!" " nl,^""'ch andere Handbewegungen ausfiihren ^? nc^ Streiflichter dieser Art se recht, wie verzweifelt die Stimmung in diesem Lande bereits sein mutz- Fürst Regierungsbildung beauftragt Fürst Konoye würbe vom Kaiser mit der Neubildung dci japanischen Regierung beauftragt. Envlan» in Erwartnm des Unwetters Vorbereitungen, die riesige Anordnung anslöse« — Allgemeine Wnt über Churchills Terror. „England ist zur Zeit eine belagerte Festung, die keine direkte Verbindung mehr mit der Außenwelt hat", so stellt ein Sonderberichterstatter der Stefani Agentur fest Post- und Telcphonvcrbindung zwischen der eng iischen Insel und dem Festlande bestehe nicht mehr Ver traucnswürdige Nachrichten, die von Diplomaten oder Kapi tänen neutraler Schisse stammen, die auS London zurücklehr len, berichten von einem geängstigten und besorgten England in Erwartung, daß jeden Augenblick das Unwetter losbrcchen könne. Der überlieferte britische Stolz bäume sich aus bei dem Gedanken an eine Niederlage. Es herrsche eine maßlose Wut zegcn die Regicrungskreise. die England in derartige tragische llmstände gebracht haben. Es herrsche weiter ein regelrechter Terror aus Grund der polizeilichen Unterdrückungsmoß »ahmen Churchills. In den Dörfern und Städten wimmele es von Soldaten und Reservisten, von denen aber die Halste keine militärische Ausbildung erhalten habe. England könne alles in allem aus etwa zehn bis zwölf Divisionen rechnen, die wirklich diesen Namen verdienen. Alle Kraftwagen seien beschlagnahmt und im ganzen Lande in Hunderten von Antosammclplätzen zu- kammengezogen worden. Die Flughäfen seien in regelrechte verschanzte Lager verwandelt worden Alls Straßen- und Ver kehrsanzeiger seien entfernt, alle Namen von Ortschaften und Vahnhösen ausgelöscht, alle Atlanten zerstört und sämtliche geographischen Karlen von England aus den Buchhandlungen und Bibliotheken entfernt worden. Der größte Teil dieser inneren Maßnahme sei jedoch unnütz und würde im Augen blick des Angriffes gegen England nur eine riesige Unordnung buslösen. Es sei zu bemerken, daß die Luftbombardierungen und Schifsverluste die Produktion der Kriegsmaterialfabriken schwerstens beeinträchtigen. Bezüglich der Luftwaffe genüge die neue Produktion kaum, um den Verbrauch und die Verluste vuszngleichen. Ebenfalls mache sich der Lebensmittelmangel mehr und mehr fühlbar Schließlich seien nicht nur innerhalb ver führenden Schichten, sondern auch innerhalb der Negierung selber die Meinungen über die Führung des Krieges völlig uneinig. Infolgedessen beurteilen die Personen, die in letzter Zeit England verlassen haben, daß England, salls nicht noch ein Wunder eintreie, bereits die Partie verloren habe. Britische AngstoerMuse in Valencia Nicht nur in dem Jnselreich ist britischer Siegesübermul in dunkle Niedergeschlagenheit und panikartige Furcht vor der wetteren Entwicklung des Krieges umgeschlagen. Die allge meine Nervosität hat auf die Engländer, die außerhalb Großbritanniens wohnen, übergegriffen. Nachdem sie jede Hoffnung auf einen Sieg Churchills begraben mußten, sind bei- spielswetse in Valencia britische Ansiedler, die seit Jahr zehnten in Spanien leben, seit einigen Tagen dabei, ihre Be sitzungen zu jeden eben annehmbaren Bedingungen zu ver äußern. Kopflos versuchen sie bei der allgemeinen Pleitestim- mung, in die das britische Volk durch die Londoner Kata- itrophenpolitiker gestürzt ist, zu retten, was zu retten ist. Friebe auf gerechter Grundlage Ungarns Außenminister über die Münchener Besprechungen. Der ungarische Außenminister Graf Csaky unterstrich vor außenpolitischen Ausschüssen des Parlaments bei der Bc- cichterstattung über seine Reise nach München das dringende Lrsordernis, den Frieden und die Ruhe in Südosteuropa aus rechtzuerhalten Vorbedingung sei allerdings, daß in abseh barer Zeit die Grundlage einer gerechten Rcgelunqdci noch offenen südosteuropäischen Probleme gefunden werde Unsere Freunde, so erklärte Csaky, stimmten in dieser Grund- aujsassung mit der ungarischen Regierung überein. Ein gut nachbarliches Verhältnis zwischen den südosteuropäischen Staa- ten herzustellen, sei nicht nur ungarisches Interesse, sonder» aller hier wohnenden Völker. Ungarn habe nicht die Absicht irgend jemandem unheilbare Wunden zu schlagen; es wünsch, lediglich aus Grund einer vernünftigen Vereinba rung verläßliche Freunde und nicht Feinde als Nachbarn zu haben. Zum Schluß betonte der Minister, daß Ungar» entschlossen sei. seine politischen Zielsetzungen zu verwirklichen, und zwar im Einvernehmen und m Uebereinstimmung in» jenen Mächten, die der ungarischen Sache bereits so ost um Meilensteine vorwärts geholfen hätten. In diesem Zusam menhang sprach Graf Csaky den Achsenmächten den Dank sei nes Landes aus. Mattar Bedeutung hinüber Englands strategisches Svstcm im Mittelmeer schwer erschüttert Ein Sonderberichterstatter der Aaenzia Stefani schildert Karte vom afrikanischen Kriegsschauplatz. Ejßner-Wagenborg (Ml- vie ständigen Ueberwachungsflüge der italienischen Lustwafft über der Insel Malta, dem sog. strategischen Pseiler En<r lands im Mittelmeer, denn heute rönne man von ihr nicht mehr behaupten, daß sie das sei. Diese Ueberwachungsflüge erfolgten nach einem vorher genau festgelegten Plan, um jedwede Reaktion oder Ini tiative des Gegners zu lähmen und unmöglich zu machen Zwar unterhalte das englische Kommando noch Luststreitkräftt vom Typ Spitfire und Hurricane auf der Insel, um zu schul zen, was von den Anlaaen und dem Arsenal dieser Basil noch übrig geblieben sei. Vielleicht seien sie aber auch nur dorl um darzutun, daß aus der Insel überhaupt noch so etwas wit eine Verteidigung vorhanden sei. Das sei jedoch alles bedeutungslos, wenn man bedenk« daß sich im Hafen weder Kriegs- noch andere Schiffe aushal ten können, weil sie sonst unmittelbar dem Bombardement da italienischen Luftwaffe zum Opfer fielen. Daraus gehe eindeutig hervor, daß die italienische Luft Waffe das englische strategische System schwer erschüttert hab, Gibraltar erneut bombardiert Mächtige Rauchwolken über der „Hood" und der „Arc Royal". Wie aus La Linea gemeldet wird, wurde Gibraltar erneut bombardiert. Von dem britischen Schlachtschiff „Hood" und dem Flugzeugträger „Arc Royal", die kürzlich schwer beschä digt im Hajen einirasen, sttegen mächtige Rauchwolken auf, die vermuten lassen, daß die Schiffe wettere Treffer erhalten haben Erst dieser Tage war Gibraltar abermals bombardiert worden, und zwar viermal. In.La Linea wurden zahlreiche Personen durch Splitter der britischen Flak verwundet. Spanienbrlcht leine BeziehungenzuM Wie aus Madrid gemeldet wird, hat die spanische Regie rung in einer amtlichen Note den Abbruch der Beziehungen zu Chile brkanntgegeben. Begründet wird diese Maßnahme damit, daß Chile durch seine Volkssrontregierungen den spanischen Vater- landsverrätern stets alle Unterstützung angedeihen ließ und gegen- über der nationalspanischen Regierung immer eine feindselige Haltung einnahm. Ihren Höhepunkl habe diese Haliung am 27. Juni erreicht, an welchem Tage auf dem größten Platz in Santiago de Chile in Anwesenheit des chilenischen Staals- Präsidenten mehrere Redner sich in übelster Weise gegen Spa nien und seinen Staatsches General Franco ausgelassen hätte» Aus Vorstellungen von feite» der spanischen Regierung sei mii Ausflüchten geantwortet worden „Daraufhin", so heißt es iv der amtlichen Mitteilung, „sah sich die Regierung Spaniens gezwungen, alle Beziehungen zu Chile abzubreche», ihre kow sularischen und diplomatischen Vertreter abzuberufe» und dem chilenischen Vertreter in Madrid, dem Geschäftsträger German Vergara, die Pässe auszuhändigen." Heimlehr verwundeter Kriegsgefangener Rücktransport mit Sanitätsflugzeugen. - „A" Mittwoch sind die ersten Sanitätsflugzeuge von Deutschland nach dem unbesetzten Frankreich zum Rück- ttansport von noch dort befindlichen verwundeten deutschen kriegsgefangenen gestartet. Kurierluftverkehr Deutschland—Spanien. Mit dem 15. f wurde der Mirierluftverkehr zwischen Deutschland und Spi nie« mit Zwischenlandung in Lyon ausgenommen.