Volltext Seite (XML)
» Ar. 1'uchf- «gasse >uttn, rver : wird Erpk- t ' findet statt. hts- ncert ich mit >ackencn iir gut- l tinkn hirma. > j"m -j Gößnitz. mnkuche. stadtbad. 't >tiu-«bst insen uad idcln. rse. Freiberger Anzeiger «ud Tageblatt. Erscheint jeden Wochentag früh 9 Uhr. - Preis halbjährlich 22'/, Ngr. - Inserate die gespalt. Seile 5 Pf. - : > —-i Ho. 53. Mittwoch, den 5. März 1851, Tagcsgeschichtc. Dresden, 1. März. Am 4. März findet der dritte und letzte allgemeine Hofball statt, wobei sämmtliche am Hofe vorgestellte Da men und Herren, sowie die Mitglieder der beiden ständischen Kam mern ohne besondere Einladung zu erscheinen berechtigt sind. Von Seiten der bei Hofe vorgestcllten Damen werden, wie man hört, allegorische Darstellungen in phantastischen Costiimen beabsichtigt. Deshalb bedauert man um so mehr, daß Zuschauer nicht zugelafsen werden, wie sonst geschah. Dagegen ist der Damenkreis dadurch vermehrt worden, daß nicht mehr blos adelige Damen, sondern seit diesem Winter auch die bürgerlichen Frauen der Staatsdiener bis mit der dritten Klaffe der Hofrangordnung, also z. D. die Frauen der Ministerialräthe, zur Vorstellung und zum Erscheinen bei Hofe berechtigt sind. Natürlich ist von vielen Damen diese Erlaubniß be nutzt worden. — In der sächsischen Armee zählt man 267 Decorationcn, wo von 139 Orden und 128 Medaillen. — Die Frcimüthige Sachsen-Zeitung berichtet aus Leipzig: Die neue Verfassung der hiesigen Universität, deren Entwurf die Negierung dem Senate mitgcthcilt hat, wird, abgesehen von den gutachtlichen Bemerkungen, wie verlautet, nächstens unverändert ein geführt werden. Die Verwaltung soll einem Senate überwiesen werden, zu welchem außer dem Rector und Exrector zwölf ordent liche lmd vier außerordentliche Professoren gehören und woran der Regierungscommissar sich bctheiligcn kann. Auch die Rcctorwahl soll der ganzen Universität zurückgegebcn und das Wahlrecht in Be zug auf dm Landtag anders geordnet werden. Die Promotionen bei der philosophischen Facultät haben ebenfalls eine andere Einrich tung erfahren und die Examinatoren sind in ein unabhängigeres und würdigeres Vcrhältniß gestellt worden. Zwickau, 2. März. Schenkwirth Roth, Buchhändler Schreiber und Apotheker Zückler, sämmtlich von Werdau, welche, wegen Bc- theiligung an den Maicreigniffcn zu 8- und rcsp. 7jähriger Zucht- hausstrase ersten Grades vcrurtheilt, mit Aufgcbung der zweiten In stanz die Königlich« Gnade angerufen haben, sind Ersterer zu einem Jahr Arbeitshaus, letztere Beide jeder zu zwei Jahren Landcsge- fängniß begnadigt worden. Pirna, 28. Febr. Eine verabschcuungswürdige That kam in düsen Lage» in unserer Stadt vor. Ein Ehemann, Vater von Hier Kindern, brachte an der Mittwoch einem ledigen Frauenzim mer, mit welchtm derselbe schon seit langer Zeit vertraulichen Um ¬ gang pflegte, einen Messerstich in die Brust bei, in Folge dessen das Blut davon stromweise floß. Nach vollbrachter That hat sich der Thäler selbst freiwillig dcm Gerichte überliefert. Die Unglück liche lebt noch. Wie man hört, soll Eifersucht die Triebfeder diefeS Verbrechens gewesen sein. Erftirt, 25. Febr. Welch kostbares Recht bei uns das sog. Versammlungsrecht ist, mag nachfolgendes Beispiel beweisen. Ein hiesiger Bürger, welcher nach Nordamerika auszuwandern beabsich tigt und als Agent mit den besten Schiffsrhedern in Verbindung steht, fordert in dm hiesigen öffentlichen Blättern alle Auswande- rungslustigen auf, zu einer Besprechung im Bahnhof sich einzufin den. Etwa zwanzig Personen mochten dieser Aufforderung entspro chen haben, als ein Polizeibeamter erschien und im Namen des Ge setzes die Versammlung auflöste, da die vorgeschriebene Anmeldung nicht erfolgt sei. — Nächsten Freitag und Sonnabend werden zwei Verleger hiesiger kleiner Adreßblättcr vor dem Kreisgericht wegen Preßvergehcn erscheinen. Die incriminirten Artikel sind unter an deren Aufforderungen zu Sammlungen für Schleswig-Holstein, Danksagung für die Bemühungen eines ArzteS rc., welche nach des Staatsanwalts Deduktion nur in Kaution zahlenden Blättern aus genommen werden dürfen. Weimar, 2. März. Unser Landtag, der früher den Regie- rungscmwurf über das Volksschulwesen ablchnte, hat sich nun doch durch Vorstellungen aus der Mitte des Lehrerstandes selbst bestim men lassen, denselben anzunchmm und nur noch den Antrag hinzu zufügen: daß noch drei besondere unter dem Schulrathe stehende Schulinspcctkonen bestellt werden mögen, mit der Befugniß, die in- nern und äußern Schulverhältniße mit den Schulvorständen und den Bezirksausschüssen zu vermitteln. Diese sollen dann dcnSchul- ephorien, welche von einem durch das Staatsministerium ernannten Ober lehrer oder Rector zu beaufsichtigen sind, übergeordnet werde«. Zur Errichtung dieser drei Schulinspectionen hat der Landtag die Summe von 2000 Thalern verwilligt. Durfte mm auch der Antrag des Landtags, durch welchen die Geistlichen ganz aus dem Gebiete des Volksschulwesens entfernt würden, nicht die Genehmigung der Re gierung erhalten, so darf doch, wenn nicht ein Hinderniß von Außen erfolgt, der Verkündigung deS Regierungsentwurfs nun demnächst entgegcngeseheu werden, durch welchen die Trennung der .Schule von der Kirche im Princip ausgesprochen, den Gemeinden durch die Einsetzung der Schulvorstände eine Mitwirkung in den Angele genheiten der Volksschule eingeräumt und vor Allem die äußere Stellung der Volksschullchrer wesentlich verbessert wird, indem jeder