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1884 Eonnabeud, Ve« 12. Anli Rr. 1«1 ArutzemrKHüchiHieii. Ben>r»u«»gsvlatt der Krelsheuptmannschaft Bautzen zugleich als AonsistorialvehSrde der Overlausitz Alle al« solid dtkannitn »n« voncrndurrau« nrhmrn, oda« Pretierhöhuna, Jnserale sür ol« .vautzcner Nachrtchlkii" enl- aracn; desql.dieHcrrenremv«' In Bnustii <Lau«ngrd.>. Aiück« tn üüdau. üwpiuch m Schlral»- walde. B. Hllbenz ln Wcißen- b«r«. Daring ln »d«l«vach. Vul>r In SoniaShain dei Oftritz. M. Rcugiirr ln Odcr Cunncr«- darf. U. v. Vlndtnau lnPulsnitz u. v. iL. Wlcdrmann tn Reichen bach O.-L. DV ^vautzener Rachrtchlku" erschttnen tautzer Gann- u. gast- tag») Utgltch abend« 7 Uhr für dor falgmben Lag. vorau.- tueXrichtknder «bonne- »,n«»»rel« vterltljährl. d^tz Jnsrrttontbetraa für ben kan»«nerPelit.«paIijet l« l 2 4 Dlchwettzgedühr p. Inserat «4 «ebühr für drtefl «us- Immtzertetlungio^ (unoParla). Eletner«, bi» 2 Uhr eingehende Inserat« finden in dem abend« Amtsblatt der Amtshauptmannschaften Bautzen und Löbau, des Landgerichts Bautzen und der Amtsgerichte Bautzen, Schirgiswalde, Herrnhut, Bernstadt und Ostritz, des Hauptsteueramtes Bautzen, ingleichen der Stadträte zu Bautzen und Bernstadt, sowie der Stadtgemeinderäte zu Ostritz, Schirgiswalde und Weißenberg. Organ der Handel-» und G e w e r d e k a m m e r zu Zittau. Tele-nt-htsche Korrespondenz. Pola, 9. Juli, abends. Der Kaiser hat nach Be endigung der Flottenmanöver heute abend 9 Uhr unter enthusiastischen Kundgebungen der Bevölkerung die Rückreise «»getreten. In einem Flottenbefehl hat der Kaiser der Kriegs marine die vollste Anerkennung ausgesprochen und seine Be friedigung über die von ihm gemachten Wahrnehmungen au«- gedrückt, die ihn für die Zukunft mit der vollsten Beruhigung erfüllten und den ausdauernden, hingebungsvollen Eifer aller Organe der Kriegsmarine bewiesen. Der Flottenbefehl schließt: „Die jüngsten im Kreise meiner wackeren Kriegs marine verbrachten Tage, in welcher der Deist Tegethoffs »»geschwächt fortlebt, gereichen mir zur wahren Herzensfreude." Rom, 9. Juli, abends. Der Papst hat die Absicht ausgesprochen, im September d. I. ei» Konsistorium abzuhalten.— Die Steuereingänge im ersten Semester diese- Jahre« ergeben ein Plus von 6.^ Millionen gegen die Steuereingänge im gleichen Zeiträume des Vorjahres. — Die Regierung hat tn der Person CastelfidardoS einen Abgesandten nach Massavah geschickt, um über die Expedition de« Reisenden Bianchi Erkundigung einzuziehen und nach den Umständen weitere Maßnahmen zu treffen. Rom, 10. Juli. Der König und die Königin habe» den Hilfskomitees in Marseille und Toulon 10000 Franes zur Unterstützung der von der Epidemie betroffenen Familien ohne Unterschied der Nationalität übermitteln lasten. Delft, 10. Juli. In der neuen Kirche fand heute die Feier de- dreihundertsten Jahrestage- de- Todes Wil helms de» Schweigers statt. Das Grabmal war mit pracht vollen Kränzen geschmückt, ein silberner noch von dem ver storbenen Prinzen Alexander gewidmeter Lorbeerkranz war aus demselben durch eine Deputation der Freimaurer nieder- gelegt worden. Die Minister und die Spitzen der Behörden wohnten der Feier bei, bei welcher Professor DevrieS die Gedächtnisrede hielt. Paris, 10. Juli. (Bankausweis.) Zunahme: Guthaben des Staatsschatzes 20300000 FrcS. Abnahme: Barvorrat in Gold 5000000, Barvorrat in Silber 4 lOOOOO, Portefeuille der Hauptbank und deren Filialen 42200000, Gesamtvorschüsse 200000, Notenumlauf 13400000, laufende Rechnungen der Privaten 18700000 FrcS. Verhältnis des Notenumlaufs zum Barvorrat 70,07. Zins- und Diskont- Erträge 800000 Francs. Pari«, 10. Juli, abends. Nach dem heute vormittag abgehaltenen Ministerrate empfing der Conseilpräsiden! Ferry den chinesischen Gesandten Li-Fong-Pao. — Das Journal „La France" verzeichnet ein Gerücht, nach welchem da« französische Geschwader einen wichtigen chine sischen Platz besetzt habe. Die übrigen Abendblätter erklären da» Gerücht für unbegründet. — Die Regierung hat be schlossen, die sür den 14. Juli in Aussicht genommenen Truppenrevuen fortfallen zu lasten und hat gleich zeitig den Munizipalrat aufgefordert, in Erwägung zu ziehen, ob nicht dem Rate der medizinischen Akademie Folge zu geben und die Feier des 14. Juli zu verschieben sei. Der Munizipalrat wird morgen hierüber in Beratung treten. Neuerdings wird erklärt, Ferry habe noch gar kein Ultimatum an China abgesandt. Dasselbe soll erst dann abgehen, wenn China die französischen Forderungen zurück weise. Ferry befindet sich nämlich in größter Verlegenheit, da, falls China sich nicht fügt, neue Truppensendungen not- weMg find und der Marineminister wegen der Cholera nicht weiß, auf welche Weise er sie obsenden soll. (Bergt, unter „Frankreich".) London, 9. Juli, abends. Heute nachmittag fand eine Sitzung des Kabinetts statt, die gegen drei Stunden dauerte. Wie verlautet, ist beschlossen worden, die liberalen Mitglieder de- Parlaments morgen zu einer allgemeinen Versammlung unter Gladstones Vorsitz nach dem Foreign Office einzuladen, Gladstone würde in dieser Versammlung von dem Vorgehen Mitteilung machen, da« die Regierung infolge der Ablehnung der Wahlreformbill durch da- Ober- Hau- einzuschlagen beschlosten habe. London, 10. Juli, abend-. In der heute nachmittag stattgehabten Versammlung der liberalen Mitglieder des Parlament- teilte der Premier Gladstone mit, daß die Re gierung u.a. beschlossen habe, dieLondon-government- bill preiszugeben. Gladstone machte ferner die Mit teilung, die Herbstsession de« Parlaments würde im Oktober beginnen. Goschen sprach die Hoffnung au-, daß die Agi tation der Liberalen zu Gunsten der Wahlreformbill nicht soweit getrieben werden würde, die Kammer der Lords vor dem Lande zu erniedrigen. Bright erwartet, daß die gegen wärtigen Befugnisse de- Oberhauses begrenzt werden würden. Madrid, 10. Juli. (N.-Z.) Die Adresse an den König ist von den Cortes mit starker Majorität be schlossen worden. Der Conseilpräsident faßte vorher die Verhandlungen in einer mit großem Beifalle aufgenommenen Rede zusammen. In dieser bestritt Canova« del Castillo den Republikanern unter anderem da« Recht, auf parla mentarischem Wege oder in öffentlichen Versammlungen eine Änderung der bestehenden Einrichtungen herbeizuführen. Sofia, 10. Juli. Infolge der Koalition der Kon servativen und Radikalen, welche zur Wahl Karaveloff« zum Präsidenten der Kammer führte, hat da« Kabinett Zan ks f f seine Entlassung genommen. Der Fürst beauftragte Karaveloff mit der Bildung eine« neuen Kabinetts. Athen, 10. Juli. Gestern ist hier der deutsch- griechische Handels- und SchiffahrtS-Bertrag von dem Minister de« Auswärtigen, ContostavloS, und dem deutschen Gesandten Baron Brincken unterzeichnet worden. Chicago, 9. Juli, abend«. Die demokratische Konvention hat sich heute unter dem Vorsitz von Villa« (Wisconsin) definitiv konstituiert und eine Resolution an genommen, wonach bi« zur Annahme des Programms keinerlei Abstimmung über die Präsidentschaftskandidaten stattsinden soll. Als Präsidentschafts-Kandidaten wurden genannt: Cleveland, Bayard, Carlisle, Midonald, Tharmann. Die weiteren Beratungen wurden aus morgen vertagt. New-Jork, 9- Juli, abds. (Schluß-Kurse.) Wechsel auf Berlin 94z. Wechsel aus London 4,82s. Cable Transfer» 4,85j. Wechsel auf Paris 5,20 z. 4z fund. Anleihe von 1877 119z. Eriebahn-Äktien 12K. New-Jork Centralbahn-Aktien 99j. Chicago-North Western-Aktien 86j. Lake Shore-Aktien 72j. Central Pacific-Aktien 35s. Central-Pacific-BondS 108s. Geld leicht, für Regierungsbonds 2, für andere Sicherheiten 1s Prozent. — Waren - Bericht. Baum wolle in New-Jork 11, do. in New-OrleanS 10z. Raffiniertes Petroleum 70 H Abel Test in New - Dort 7 s Gd., do. do. in Philadelphia 7s Gd., roheS Petroleum in New-Jork 6s, do. Pipe line Certificates 61 C. Mehl 3 D. 35 C. Roter Wtnterweizen loko 95 C., pr. Juli 93s C., do. pr. August 94s C., do. pr. September 95s C. Mais (New) 58 C. Zucker (Fair refining Muscovades) 4jß. Kaffee (fair Rio) 9j. Schmalz (Wilcox) 7,65, do. Fairbants 7,60, do. Rohe ».Brothers 7,65. Speck 8j. Getreidefracht 4s. Deutsche- Reich. Leipzig, 10. Juli. (L.Z.) Se. Majestät der König hat das Gesuch der hiesigen Fischerinnung, Allerhöchstderselbe wolle das am 21. Juli 'stattfindende uralte Jnnungsfest, das Fischerstechen genannt, durch seine Gegenwart auszeichnen, für den Fall, daß nicht besondere Hindernisse dazwischen treten, bejahend beantworten lassen. Alsbald nach Beendigung des „Fischerstechens-, des noch einzigen Leipziger Volksfestes, tehrt Se. Majestät nach Dresden zurück. Berlin, 10. Juli. Die „N. Pr. Ztg." schreibt heute, teilweise frühere Meldungen berichtigend: Die kronprinz- lichen Herrschaften gedenken, wie verlautet, sich Ende Juli nach England zn begeben. Der Kronprinz wird seine Gemahlin mit den Prinzessinnen begleiten und dann anfangs August zu den süddeutschen Inspektionen und zu den Manövern am Rhein zurückkehren. Falls die Kaiserin den Kaiser zu den Manövern am Rhein begleiten wird, was nach dem jetzigen Gesundheitszustände der Kaiserlichen Herrschaften sehr wahrscheinlich ist, wird die Kronprinzessin in England bleiben, im anderen Falle aber die Vertretung der Kaiserin bei den Manövern übernehmen. Im An fang August wird der Kaiser wie üblich seine Re sidenz auf Schloß Babelsberg nehmen, dessen Gemächer jetzt von der Julisonne durchwärmt werden. Obwohl es noch nicht feststeht, so ist es doch wahrscheinlich, daß die Kaiserin während des Aufenthalt« des Kaisers auf Babels berg wieder im Stadtschlosse zu Potsdam wohnen wird. — Von dem Reichskanzler ist auf das aus St. Blasien von zahlreichen Unterzeichnern an ihn abgesandte Dank- und Zustimmungstelegramm, betr. die Kolonial- ivlitik, folgende Antwort eingegangen: „Berlin, 29. Juni 1884. Die freundliche Begrüßung durch das Telegramm vom 28. d. M. erwidere ich mit dem Ausdrucke der Genugthuung darüber, daß die wirtschaftlichen und politischen Bestrebungen der verbündeten Regierungen in den Bergen des Schwarz. Waldes der gleichen Würdigung begegnen, wie in den See- «Men. von Bismarck." * In der unter dem Vorsitze des StaatSministers von Boetticher gestern abgehaltenen Plenarsitzung des Bundes- rats wurden die Beschlüsse des Reichstages vom 24. und 28. Juni d. I., betr. eine Petition wegen Gewährung von Entschädigung für Verluste, welche aus dem 1870 statt- gehabten Abschluß von Holzankaufsgeschästen mit der deutschen Civilverwaltung in Nancy erwachsen sind, sowie betr. Abänder ungen des amtlichen Warenverzeichnisses zum Zolltarife, dem Reichskanzler überwiesen. Den Beschluß deS Reichstages vom 28. Juni d. I. zu der Petition, betr. die Zollbehandlung fichtener Eisenbahnschwellen, überwies die Versammlung den zuständigen Ausschüssen zur Vorberatung. Wegen des dem Kaiser vorzulegenden Vorschlags in betreff der Ernennung des Vorsitzenden des Rcichs-Versicherungsamtes wurde von der Versammlung Beschluß gefaßt; als nichtständige, aus der Mitte des Bundesrats zu wählende Mitglieder des Reichs versicherungsamtes wurden für die Zeit bis zum 1. Juli 1888 gewählt: der bayerische Bevollmächtigte, Ministerial rat Herrmann, der königl. sächsische Bevollmächtigte, Geh. Regierungsrat Boetticher; der badische Bevollmächtigte Ge sandte, Frhr. v. Marschall; der großherzoglich sächsische Be vollmächtigte, Staatsrat I)r. Heerwart. Eine bei einer Dis- ciplinarkammer erledigte Mitgliedsstelle gelangte zur Wieder- besrtzung. Mehreren Steuerlcuten wurde die Zulassung zur Schifferprüfung auf große Fahrt ausnahmsweise bewilligt, auch einem Matrosen die Führung eines Schiffes auf einer bestimmten Fahrt-Strecke ausnahmsweise gestattet. Der An trag Mecklenburg-Schwerins, betr. die Änderung der Ge haltssätze für Assistenten und Einnehmer in dem Etat der Zollverwaltungskosten, wurde genehmigt, der Antrag Preußens wegen Aufnahme der elektrischen Beleuchtungsanlagen in das Verzeichnis der nach § 16 der Gewerbeordnung genehmigungs pflichtigen Gewerbeanlagen zur nochmaligen Vorberatung an den zuständigen Ausschuß zurückverwiesen. Schließlich machte der Vorsitzende Mitteilung von der auf .Grund früherer Be schlüsse an die Ausschüsse stattgehabten Überweisung mehrerer Eingaben von Privaten. — Über die Verhandlung des Bunde-rats betreffs der Wiederverleihung des Staatsbürgerrechts an einige ausgewiesene katholischeGeistliche berichtet die „Schles. Ztg." des näheren: Wie nachträglich verlautet, trug der Vorsitzende bei diesem Anlaß das folgende vor: „Laut einer Mitteilung der preußischen Staatsregierung hat der Bischof von Kulm — gleichzeitig mit einem namens sämtlicher preu ßischen Diöcesen und Diöcesananteile eingcreichten Gesuche um Dispensation katholischer Geistlicher von der in dem preußischen Gesetze vom 11. Mai 1873 vorgeschriebenen Vor bildung — beantragt, hinsichtlich einer Änzahl Geistlicher die Hindernisse zu beseitigen, welche der Anstellung derselben in den über sie auf Grund des Reichsgesetzes vom 4. Mai 1874 verhängten Maßnahmen entgegenstehen. Unter den Beteiligten befinden sich drei Geistliche — Konrad Helfrich aus der Diöcese Fulda, Heinrich Fortkamp aus der Diöcese Münster, Mathias Kars aus der Diöcese Trier —, welche in den Jahren 1875 und 1876 durch die zuständigen preußi schen Minister auf Grund der Bestimmungen des 8 1 Ab satz 2 und des 8 2 des angeführten Reichsgesetzes der preu ßischen Staatsangehörigkeit verlustig erklärt worden sind. Nach Inhalt der infolge des eingangs gedachten Antrages erforderten Berichte der beteiligten preußischen Oberpräsidenten ist hinsichtlich der genannten drei Geistlichen keinerlei Be denken gegen die Wiederverleihung der Staatsangehörigkeit geltend zu machen. Die preußische Staatsregierung erachtet es auch aus allgemeinen politischen Gründen für angezeigt, die Angelegenheit im vorgedachten Sinne zu fördern, und hat deshalb beantragt, die nach 8 4 des Reichsgesetzes vom 4. Mai 1874 erforderliche Genehmigung des Bundesrates zur Wiederverleihung der preußischen Staatsangehörigkeit an die genannten drei Geistlichen herbeizuführen." Es wurde infolge dessen beschlossen, die beantragte Genehmigung zu erteilen. — Nach Aufräumung der gegenwärtigen Bestände an Wechselstempelmarken über Wertbeträge von 3,50, 4,50 und 30,00 Mark und an gestempelten Wechselblanketts über Wertbeträge von 0,30, 0,40 , 0,50, 1,00, 1,50, 2,00, 2,50 und 3,00 Mark werden solche Wechselstcmpelwertzcichen nicht mehr verkauft werden. — Eines der beiden für die deutsche Marine in Eng land in Bestellung gegebenen Torpedoboote ist von der Firma Thornykroft in London bereits nach Hamburg ab geliefert worden und wird von dort nach Kiel übergeführt werden. Eben dorthin ist auch schon das neunte von den zehn derartigen Booten, welche dem „Vulkan" in Stettin in Bestellung gegeben waren, übergesührt worden. Die Fahr- geschwindigkeit, welche diese Boote bei den Probefahrten aus- gewiesen haben, wird als eine außergewöhnlich schnelle ge rühmt. Das auf dem Werft der Aktiengesellschaft Weser in Bremen erbaute neuartige Panzer-Kanonenboot „Brummer hat die Bestimmung zunächst nach Wilhelmshaven erhalten. Abweichend von den schon fertiggestellten 11 derartigen Booten, die sämtlich mit einem Gürtelpanzer ausgerüstet sind, be sitzt diese- Boot nur einen Deckpanzer. Derselbe schließt i«