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WWOUtMNzM essr Früher Wochen- UM- Nachrichtsblatt ^3 Lazeblatt sd Seftbif Mit, «oE WM N.W«. rÄMlt, «Mtm. AMstl MmMs. M»A.W«. St. 3M St. Will. NaiaM Am. Memilsa. Usjuml ui WWi Amtsblatt für das Kgl. Amtsgericht -Md den Stadtrat zu Lichtenstein Älteste Zeitung im MnWchM Amüsgerichtsbqiü - - . — — — - S7 J«tz»s««g - - - «r. 164. L-LLLLKN. Mittwoch, de» 17. Juli SWWWW! 1907. Lt^r» Blatt erscheint täglich (autzer Eonn- und h-plag») rachmtttag» !ll« t»» -v»g«»d«i »«.g. »»»«»iiLhruch« Veznodpret» 1 Marl 8V Psp, dmch die Post bezogen 1 Mark 78 Vft. »>«we Nummern 10 fffenntge. — Bestellungen nehmen außer der Expedition in Lichtenstein, ZmiSauerstroß» »»7. all» Kaiserlich« Pastonpalten. Postboten, sowie di« VudtrSger entgegen. Inserate «erden die svnigespaltrne Grundzeil, mit 10, für audwärtig» Inserent« mit 18 Ps«nto,n berechnet. Reklame,eil» 30 Psg. Am «Uli»« Keil »ed.i dt, »«Uspaltig» Zeil« SO Psemna«» G«iisMe«G-N«schI«H M». 7. InseratnuAnnabn» tLgllch bi« sh»iU»W««t »onnlitog« I» »hä. NateUrma«adresser Lagedlntt. Gefunden Die Volksbibliothek zu Hahndorf umgehend bet uns melden. Der Tt«dt«t wurde «in schwarzseidener «o»ae»schir«. Der DerlusttrSg» wolle sich ist täglich während der Expeditionszett des Gemeindeamtes geöffnet und wird — - zur fleißigen Benutzung angelegentlichst empfohlen. Das Wichtigste. * Dt« sächsische Regierung wird ans ihre« Wehlrecht«eutwn»f nicht «ndedingt beharre», so»der» AbS»der»»g«vorschläge» zugänglich set». - Der anhaltend« Rrgen der letzten Tage hat in den verschiedensten Gegenden zu schweren Hoch» wasferkatastrophen geführt. * Die Revolverschteßerei während des französischen Nationalfestes in Paris stellt sich als eine ganz harmlose Affatre heraus. Der Mann, der die Schüsse abgegeben hat, ist «in geisteS» gtfiörter früherer Matrose. * In San Diego in Kalifornien sind die wegen Spionage verhafteten zwei Japaner wie der fteigelaffen worden, da sich nichts Gravierendes ergab. * Auf den neuen Hebriden kam eS zu Kämpfen zwischen Gingeborenen und englischen Seesoldaten. Deutsche Auswanderer. Nach dem Jahresbericht der ZentralouSkunstS- stell« für Auswanderer für die Zeit vom 1. Oktober 1808 bis zum 30. September 1906 hat die Aus- kunftSstelle im Berichtsjahre 2496 schriftliche und 684 mündliche, im ganzen also 3180 Auskünfte, erteilt, während vom 1. Oktober 1904 bis 30. Sep tember 1905 2663 Auskünfte erteilt worden waren. Die persönlichen Verhältnisse der Anftagenden waren im wesentlichen dieselben wie im Vorjahre. Dar Aller der Anfragenden war in 1610 Fällen bekannt und schwankte zwischen 14 und 60 Jahren. Dem Berufe nach standen unter den Ansragenden dir Kaufleute und die Landwirte voran, dann folgten die Handwerker, die Ingenieure, Techniker und Architekten, die Arbeiter usw. Von Frauen und Mädchen wurden 147 (94 im Vorjahre) Anfragen gestellt. Bon 4788 (gegen 3305 im Vorjahre) die ver- schiedenen AuSwanderungSgebiete betreffenden An fragen brzogrn sich wehr als die Hälft«, nämlich 2979 gegen (1888 im Vorjahre) auf die deutschen Kolonien, die in steigendem Maße das Interesse der Autwanderungtlusttgen in Anspruch nahmen. An erster Stelle stand unter den deutschen Schutz, gebieten Drutsch-Südwestafrika, aus da» sich 1005 Anfragen bezogen (gegen 413 im Vorjahre). Den Auskunft über Drutsch-Südwestafrika verlangenden Personen wurde bi» Ende August, wie auch im Vorjahre mitgetettt, daß bi» zur Herstellung fried licher Zustände ein« Ntederlaffung dort nicht rätlich erscheine, und ihnen eine nochmalige spätere An frage anheimgestellt. Bon dem genannten Zeitpunkt an wurde aus Grund der ruueren Kundgebungen d«S Gouverneur» v. Lindequist den erteilten AuS- künften die Mitteilung b,»gesägt, daß der Nieder lassung im Hererolande Bedenken nicht mehr ent- gegenständen und die durch den Krieg entstandenen DerkehrSschwierigkeitrn im wesenllichrn beseitigt seien. Frühere Angehörige der Schutztruppe, die nach Deutsch - Südwestaftika zurückkehrrn und sich dort ntederlaffen wollten, wurden von der Zentral- auskunststelle sür Auswanderer in einigen Fällen an das Zentral Hilfskomitee sür Ansiedler tn Deutsch- Südwestaftika verwiesen, da» ihn« die Mittel zur Reis« nach dem Schutzgebiete gewährte. Aus Deutsch- Ostasrika bezogen sich t« Berichtsjahr« 517 Ansrag«n (gegen 283 im Borjahr,). Dt« Mehrzahl der An- fragend«« war mittellos. Auf Kamerun b«zog«n sich 137 Anfragrn (im Borjahre 74), auf Togo 112 (52), auf Samoa 97 (42), auf Deutsch-Neuguinea 47 (23) usw. lieber die deutschen Kolonien inn allgemetnrn wurde in 910 Fällen Auskunft verlangt Unter den fremden Au? Wanderung» gebieten stand, wie in den Borjahren, Südbrasilien mit 299 (201) Anfragen voran; dann folgten Argentinien mit 255 (120), die Vereinigten Staaten von Nord amerika 227. Von den letzteren wurden im zweiten Halbjahre, auf da» 153 Anfragrn entfielen, die meisten von Handwerkern und Arbeitern gestellt, die bei dem Wiederaufbau von San Francisco zu außergewöhnlich hohen Löhnen Beschäftigung er halten zu können glaubten. In allen diesen Fällen wurde von der Auswanderung abgeraten, und die Anftagenden wurden davor gewarnt, den Angaben von angeblich mit der Anwerbung von Arbeitern für San Francisco beauftragten Personen Glauben zu schenken. WaS di« Herkunft der Auswanderer angeht, so stand, wie im Vorjahre, Preußen mit 1897 (gegen 1675 im Vorjahre) an der Spitze Von diesen entfielen auf die Provinz Brandenburg 859 gegen 777 >m Vorjahre. GS folgten die Rhein- Provinz mit 217 (187), Schlesien mit 131 (123), die Provinz Sachsen mit 116 (94- usw. An letzter Stelle standen unter den preußischen Provinzen Pommern (58) und Posen (45). Nach Preußen folgte Bayern, das Königreich Sachsen, Baden, Württemberg usw. Erfreulich ist eS, aus dem Berichte zu ersehen, daß die AuswanderungSlust nach unseren deutschen Kolonien im Wachsen be- griffen ist. Deutsches Reich. Dve-de«. (KörrigS täfel.) An de« beiden Tafel», die am Montag und Dienstag nachmittag in Schloß Pillnitz stattfande», ergingen je über 100 Einladungen, für dir Herre«, die de» Künig aus seinen LandeSreis« im Erzgebirge rc. begrüßt habe». — (Der Landesverband Evangelischer Arbeitervereine) »ahm zur Wahlrecht». Vorlage solgende Resolution an: „Der Landes verband der Evangelische» Arbeitervereine Sachsen» er kennt unter Ablehnung de» Strebens nach de» zurzeit unerreichbare« Zielen und unter Vorbehalt der Stellung, nähme zu einzelnen Fragtn, mit Freuden den großen Fortschritt an, ten der RegieruugSentwurf zu einer volks tümlichere» Gestaltung des LandtagiwahlrechteS bedeutet, insbesondere, daß dadurch «ine wesentlich stärkere Ver tretung der Aibeiterinteressen, aber auch durch Ver- hältuiSwahl «ine gerechtere Vertretung der Minderheit gewährlristet werde« soll. Der La«desverba«d bittet die Herre» LandtagSabgeordnelrn, dem RegieruugSentwurf un wesentliche» zuzustimwen, insbesondere dem Grund sätze der VerhälMikwahl, damit die dringend »ötige Resorm nicht adermal» verschob«« w«rde» muß. D«r Land«Svrrba«d fordert seine Mitglieder auf, bei der be vorstehenden Landtagswahl nur solche« Kandidat«« ihre Stimme zu geb«», welche sich bereit erkläre», für eine Resorm auf Grund de» RegieruugSentwurf» zu stimme». Ler Landesverband beschließt, baldigst energische Maß nahmen zu treffe», um im Falle der Annahme der LandtagSwahlrechtsresorm bei de« künftige» Wahle« eine Vertretung sei«er Bestrebungen im Laudtagr zu er ringe» und fordert sämtliche Vereine auf, besonder» auch zu diesem Zwecke, mit verwandten Gehilfen- und Srdettrrverbänden zu gemeinsamen ArbritSauSschüffr» sich sofort zusammenzufchließ«" B«»U« (Der König von Siam.) Durch Vermittlung de 8 Auswärtigen Amte» wird eine Be gegnung zwischen dem Kaiser und dem Könige von Stam, der sich zurzeit auf der NordlandSrkise be- findet, tn den nordischen Gewäfftro stattfinden. SS war ein besonderer Wunsch d«< König», unserem Kaiser tn Berlin zn begegnen, was jedoch angesichts, der getroffenen ReisediSpostttonen nicht möglich war — (Entwurf eine» Scheck-Gesetze») Der „Reichsanzeiger- veröffentlicht den vorläufigen Entwurf einer ScheckgesetzeS. Der Entwurf bestimmt u. a.: Al» Bezogene dürfen bezeichnet werden 1. bi« Reichsbank und diejinigrn staatlich«» unk» kommunalen Geld- und Kreditinstitute, sowie di« eingetragenen Senoffenfchasten, die sich mit der Annahme von Geldern unter Leistung von Zahlun» gen für fremde Rechnung bifaffen; 2. di« in das Handelsregister eingetragenen Bankter-Sesellschaften. Der bei dem Namen oder Firma des Bezogenen angegeben« Ort gilt als Zahlungsort und zugleich als Wohnort der Bezogenen. Ist rin solcher Ort nicht angegeben, so vertritt dessen Stelle der Au»- strÜungSort. Die Angabe eines anderen Zahlungs ortes macht den Scheck al» solchen ungilttg. Der Scheck ist bei Sicht zahlbar. Die Angabe einer anderen Zahlungszeit macht den Scheck al» solchen ungiltig. Der auf eine bestimmte Person oder Firma ausgestellte Scheck ist durch Indossement übertragbar, falls nicht der Aussteller die Ueber- ttagung durch bezüglichen Vermerk untersagt hat. Der Scheck darf nicht angenommen (akzeptiert) werden. Ein auf den Scheck gesetzter Annahme« vermerk gilt als nicht geschrieben. Der innerhalb des Reichsgebiete- ausgestellt« und zahlbare Scheck ist spätestens binnen sieben Tagen dem Bezogenen am Zahlungsorte zur Zahlung vorzulegen. Der Ausstellungstag, sowie sonstige allgemeine Feiertage werden nicht mit gerechnet. Die Regreßansprüche gegen den Aussteller und die übrigen Vormänner verjähren, wenn der Scheck tn Europa zahlbar ist^ in 3 Monaten, andernfalls in 6 Monaten. Ist die Regreßvrrbindltchkeit des Ausstellers durch Unter lassung rechtzeitiger Vorlegungen oder durch Ver jährung erloschen, so bletbt derselbe dem Inhaber de» Schecks soweit verpflichtet, al» er sich mit dessen Schaden bereichern würde. Der Scheck ist von der Wechselstempelabgabe befreit. — (Streit im klerikalen Lager.) Die entschiedene Stellungnahme de» Papstes gegen die von namhaften Kreisen des deutschen Katholizismus geplante Errichtung einer Grabdenkmals sür den verstorbenen Würzburger Theologen Herrmann Schell hat die erste öffentlich wahrnehmbare Nachwirkung herbeigeführt. Professor Merkle hat das Dekanat der Würzburger katholisch-theologischen Fakultät niedergelegt. Man bringt diesen Schritt mit einer Schrift des Proftffors Commer über Schell und einem Briefe des Papstes an Commer in Verbindung; beide Publikationen richten ihre Haupt- Pitz« gegen Merkle, der mit Schell befreundet vor und auch den Ausruf zugunsten eines Grab denkmals für dirfen unterzeichnet hat. Der An ordnung des Papstes, seinen Brief an Prof. Commer n allen Amtsblättern der deutschen Bistümer zum Abdruck zu bringen, ist bisher nur in Münster ent- prochen. Das „Amtsblatt" der Erzdiözese München und Freistng enthält in Nr. 18 vom 9. Juli da» Schreiben de» Papste». Die Einleitung und Ver ¬ öffentlichung lautet: „Nachstehend folgt der Abdruck be» Schreibens Sr. Heiligkeit Papst Pius X. an den Kenn Prof. Dr. Ernst Commer in Wien, zugleich n authentischer Ueberfttzung München, den 5. Juli 1907. I. Neudecker. Generaloikar." ES folgen dann der lateinische und deutsch« Text. Di« Nummer ist jedoch den „Münchener Neuesten Nachrichten" zufolge noch nicht auSgegeben worden. Zu d«n Unterzeichnern deS Aufrufs für Schell, denen in dem päpstlichen Schreiben Unkenntnis der katholisch«