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Nr. 265. // I >73 , ^ ^Fae^Mtt^lier»«r de» DSr1eav«r«ins z Dl« ganze Seite umfapt 360 vier^ojpalt.Pelitzeilen. die Seile der Dezugopreis m M,tgl ed»bei rag «»nAe^l^en^ ^e^dere^n«aum kostet 30 fa/''^s."z2^M.^?att 36 M." « N 'ch 0' ch Überweisung 4 ^r.'^,S. 17 M. statt 18 M. Stellensuche werden mit 10 Pj^. pro ^ ^ ^ 36^Äa'rv' ^em*«u^ank> ^rlol^t ^?ies«ru^ ^ liaum Mcht"- ^ ^AMMWKNiNZMMWjWLSZWM« Leipzig, Dienstag den 14. November >918. 83. Jahrgang Redaktioneller Teil Der Verein der Buchhändler zu Leipzig. Unsere Mitglieder machen wir darauf aufmerksam, daß durch Herrn Dozenten vr. Kirchberger eine öffentliche Vorlesung über Ausgewählte Kapitel des Kaufmännische» Kricgsrechts an fünf Abenden Freitags von 8>/>—9 Uhr in der Handelshoch schule abgehalten wird. Beginn Freitag, den 17. November 1918. Eintrittskarten zu 5 Mk. für Firmeninhaber, zu Mk. 2. SV für An gestellte sind in der Kanzlei der Handelshochschule zu haben. Der Ertrag flieht der Kriegsbeschädigten-Fürsorge zu. Wir empfehlen den Besuch der Vorträge. Leipzig, den 11. November 1916. Der Vorstand des Vereins der Buchhändler zu Leipzig. Richard Linnemann, Max Weg. Vorsteher. Schriftführer. Der Auslandsdienst des Buchhandelsamts. In verschiedenen Nummern des Börsenblattes wird die Er richtung eines Buchhandels- und Werbeamts entpfohlen. Dabei wird mit Recht bemerkt, das; der Auslandsdienst das bisher am meisten vernachlässigte Gebiet sei. Diese Ausländsabteilung hätte eine große, aber schöne Auf gabe. Zunächst müßte sie sich eines Stabes von Vertrauensmän nern in allen Hauptplätzen der Welt versichern, die über alles, was den Buchhandel und alle seine Nebenzweige angeht und interes siert, zu berichten hätten. Wichtigere Angelegenheiten des Aus landsdienstes, soweit sie in ihren Bereich fielen, hätten sie selbst zu erledigen und natürlich auch aus jede Lücke aufmerksam zu machen, die in dem betr. Lande durch den Verlags-, Sortiments-, Kunst-, Antiquariats- usw. Buchhandel ausgefüllt werden könnte. Der Auslandsdienst hätte sich auch der Presse des Aus landes anzunehmen und besonders für Rezensionen und Anzeigen die richtigen Blätter in dem betreffenden Land zu bezeichnen, was oft von Deutschland aus, wo man die mannigfachen und kompli zierten Beziehungen der ausländischen Presse nicht kennt, gar nicht richtig geschehen könnte. Dadurch könnten manche Verleger und viele Interessenten vor unnützen Geldausgaben und Verlusten bewahrt werden. Für die Einkaufsberatung könnten die Vertrauensmänner im Ausland ebenfalls in den.Ländern, in denen die Rohstoffe billiger als bei uns zu haben sind, nützliche Dienste leisten. Auch für die Erforschung neuer Absatzgebiete und die sachge mäße Beratung der Bearbeitung derselben wären diese Herren in Anspruch zu nehmen. Eine große Aufgabe stände dieser Abteilung in bezug auf das Bildungs- und Erziehungswesen bevor. Ich habe bereits in meinen »Gedanken eines Ausländsdeutschen« aus- gefllhrt, wie auf diesem Gebiet uns die Franzosen und die Eng länder weit überholt haben. Aber nicht nur für die Ausbreitung des deutschen Namens, deutscher Bildung und Gesittung sind diese Schulen vonnöten, sondern auch für die Ausbreitung des deutschen Buchs. Das beste Beispiel bieten unsere beiden Verbündeten, die Türken und , die Bulgaren. Wie viele deutsche Bücher sind in letzter Zeit nach , diesen Ländern gegangen, und wie viel mehr noch werden folgen, > wenn erst die Transportverhällnisse besser geworden sind! Sehr ^ viele Türken und Bulgaren lernen jetzt Deutsch und lausen deut sche Bücher, woran noch vor wenigen Jahren nicht gedacht worden ist. Das wird nach Beendigung des Weltkriegs noch mehr der Fall sein. Es wird Länder geben, in denen die deutsche Sprache weit mehr als bisher gelehrt und gelernt wird. Ich verweise hier besonders auf Spanien. — Die Gründung von notwendigen Schulen in diesen Ländern bei den kompetenten Stellen zu bean tragen und durchzusetzen und sie unter Umständen auch durch entsprechende Mittel zu unterstützen, wäre eine schöne und lohnende Aufgabe des Buchhandelsamts. Denn dem Buch und der Zeitschrift sowie auch den Lehrmitteln neue Absatzgebiete im Ausland zu verschaffen, sind diese Schulen, wie nichts anderes geeignet. Nicht nur die Schüler brauchen Schulbücher, Lehrmittel, auch die Lehrerinnen und Lehrer machen in ihrem Schüler- und Bekanntenkreise Propaganda für das deutsche Buch. Das Ausstellungswesen im Ausland zu unterstützen, ist eine sehr dankbare Aufgabe. Mir ist eine Ausstellung von Bildern, die hauptsächlich Sammlungen von Kllnstlersteinzeichnungen usw. enthielt, in einer großen Stadt des Auslandes bekannt, die einen außerordentlichen Erfolg hatte. Die meisten Bilder wurden 10—12 mal verkauft und eine große Zahl von anderen Bestellun gen noch dazu aufgegeben. Die Leute dort waren bisher nur den billigen französischen Kitsch gewohnt gewesen und überrascht, zu sehen, daß für dasselbe Geld wirklich künstlerische Arbeiten ge liefert werden können, die jedem Zimmer zur Zierde gereichen. Ebenso ist es mit Zeitschristenausstellungen, wie sie in ein zelnen Städten des Auslandes der Dllrerbund und andere deutsche Vereine in die Hand genommen haben. Auch diese Ausstellungen vermögen viel Gutes zu stiften und werden oft schon für manche Verleger die Quelle einer Anzahl Abonnements, die sonst nur durch außerordentliche Reklame er reicht worden wären, gewesen sein. Eine ständige, von Zeit zu Zeit wechselnde Ausstellung von Lehrmitteln in den größten Städten des uns Verbündeten und befreundeten Auslandes dürste ebenfalls zu den Aufgaben dieser Abteilung gehören. Auf dem Gebiet der Lehrmittel sind wir bekanntlich allen anderen Nationen weit voran; nur sind unsere Lehrmittel im Ausland meistens noch zu wenig bekannt. Auch wird durch Vor zeigen und Versenden von Katalogen nie viel erreicht werden. Die Gegenstände müssen vielmehr in Originalgröße borgezeigt iverden. Viel könnte auch auf dem Gebiete der Buchkunst, der künst lerischen Einbände usw. geschehen. Derartige Ausstellungen, die von Stadt zu Stadt gesandt werden könnten, würden das ihrige beitragen, dem deutschen Buch eine größere Verbreitung zu sichern. Nach dem Krieg werden verschiedene Länder uns längere oder Mrzere Zeit verschlossen sein, Länder, in denen vor dem Krieg eine Anzahl deutscher Buchhändler wagemutig die Fahne des Deutschtum hochgehalten hatte. Viele dieser Buchhandlun gen sind heute zerstört, geschlossen oder in andern Händen, die 1409