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Re. ISS. * Für^MitAlieder ^des DSrjendereinS ; Die ganze Seite umfapt 360 viergcjpalt. Petitzeilen. die Seile « :—«--^5?---*^-— M^gl^der^ürO^'t^M 3S ! kDeutjchen Deiche zahien für jedes Exemplar 30*Mark bez.!Z des 'SSrjeMisreins die vieraejpaltene "petitzeile ode^deren A *36 MarS jährlich. Nach dem Ausland erfolgt Lieferung^ NaUm 15 6.13.50 M..Vj 6.26 M..'/, 6-50 M.: für Nicht-H t über Leipzig oder dur^ Kreuzband, an Nichtmit^lieder in N Mitglieder 40 1?f.. 32 M.. 60 M.. 100 M. — Deilagen werden A Leipzig, Mittwoch den 14. Juni 1916. 33. Jahrgang. Redaktioneller Teil. Schweizerischer Buchhändlerverein. Der Vorstand unseres Vereins ist für das Vereins- jahr I9I6/I7 in der Generalversammlung vom 5. Juni wie folgt bestellt worden: Präsident: O. Fehl in St. Gallen. Vizepräsident: C. M. Ebell in Zürich. Schriftführer: H. Lichtenhahn in Basel. Kassierer: F. Schüler in Chur. Beisitzer: Dr. A. Francke in Bern. St. Gallen, 6. Juni 1916. Namens des Vorstandes des Schweizerischen Buchhändler- Vereins Otto Fehr. Englische Kriegspropaganda in den neutralen Ländern. Von Philip PRath, Berlin-Wilmersdorf. Wenn hier von englischer Kriegspropaganda in neutralen Ländern die Rede sein soll, so kann es sich in der Hauptsache nur um selbständige Schriften handeln, die von England aus ver breitet werden. Denn der Einfluß, den die englische Regierung ans die Presse hat, ist Wohl zu vermuten, aber selten nachweisbar. Natürlich ist trotzdem eine Reihe von Zeitschriften bekannt, wie der Amsterdamer »Telegraaf«, die in englischem Solde stehen. Doch das soll uns hier nicht beschäftigen. Auch die gelegentlichen Versuche, von England aus fertige Artikel in sonst unabhängigen Zeitungen gegen Bezahlung untcr- zubringen, seien nur nebenbei erwähnt. Bekanntlich sind uns von neutraler Seite solche Anerbietungen zugänglich gemacht worden. Wir erinnern nur an die Briefe der Firma G. Street L Co., Lßonts to tlls Loaiil vk Draäb Departments, 30 Cornhill, Lon don M., in denen es u. a. heißt: »Lu eas oü von? ääsirerier vous eouvrir äs vos äöbours, e'est L cllre: krais äe eomposition eto., nous nous kerions un plaisir ck'x oontribuer et ckss ie re?u äo vvtrs Note vous en kerious tsnir Ie montaot.« Daß man neben den Zeitungen zur Verbreitung der eng lischen offiziellen Meinung vom Krieg auch Flugblätter und Bro schüren verwendet, hat seinen Grund Wohl in der Erwägung, daß alles, was nach einem Buch aussieht, wenn es einmal gelesen wird, gründlicher gelesen und mehr beachtet wird, als ein Artikel, länger im Gedächtnis haftet und vielleicht sogar dem Papierkorb für absehbare Zeit entgeht, wodurch es eine ausgedehntere Wir kungsdauer erhält. Diese Schriftchen werden unentgeltlich ver teilt, und daran ändert auch ein gelegentlicher Preisaufdruck nichts. Der Preis wird nur deshalb daraufgesetzt, um die Täu schung vollkommen zu machen. Sie werden in großer Mehrzahl zunächst in englischer Sprache gedruckt und sind in dieser Aus- : gäbe zur Beeinflussung der Meinung im Inlands, besonders aber ! in Amerika bestimmt; sie werden daneben außerdem in die Lan- - dessprachen der neutralen Völker übersetzt und dort reichlich vcr- ! teilt — so reichlich manchmal, daß sie als eine Belästigung em pfunden werden. Im Buchhandel sind sie mit einigen Ausnahmen nicht erhältlich, in den Bibliographien werden sie entweder gar nicht, oder nur hier und da unvollkommen und unvollständig ver zeichnet. Wir sind, um Kenntnis davon zu erhalten, in der Haupt sache auf die Liebenswürdigkeit neutraler Freunde angewiesen. Dabei ist es für uns natürlich in mehr als einer Hinsicht wertvoll zu wissen, auf welche Weise, in welchem Umfang und in welcher Richtung man die öffentliche Meinung gegen uns zu beeinflussen und zu lenken trachtet. Von diesem Gesichtspunkte aus wird hier eine Zusammenstellung des bei uns bekannt gewordenen Mate rials dieser Art gegeben in der sicheren Hoffnung, daß unsere zahl reichen Freunde im Auslande, besonders die aus dem Buchhandel, die mit uns durch den Verkehr über Leipzig so eng verknüpft sind, uns nachträglich das zugängig machen, was wir noch nicht ken nen sollten, und dann auch regelmäßig das, was von jetzt ab er scheint. Daß die englische Regierung ihre Parlaments-Veröffent lichungen, vor allem die Ock.-kapers, die »kapors vv oowmaack«, zu Zwecken der Propaganda gegen uns verwendet und reichlich verteilt, ist allbekannt. Man braucht in dieser Hinsicht nur an die »0 0 r 16 s p 0 n (1 o o o 8 rospsetinA tbs Duropean orisis«, die darin den Beginn macht, zu erinnern und an ihre zahlreichen Übersetzungen in fremde Sprachen. Rur zum Teil sind diese, wie z. B. die französische (»Donäres: Lu koreign OMee«), mit einem Londoner Impressum ausgegeben worden; die meisten sind sogar sicher in den Ländern der Sprache gedruckt worden, in der sie erschienen find, und tragen dis Adressen neu traler Verleger. Trotzdem handelt es sich dabei nicht um deren eigene Verlagsunternehmeu, was schon aus der Gratisverteilung zu entnehmen ist und auch aus dem Umstand« geschlossen werden kann, daß die Buchhändler des »Ltationsrx Okkiee« sie gleichfalls führen. Die deutsche Übersetzung mit dem Erscheinungsort Bern ist auch in London gedruckt; und im September 1915 — reichlich spät ist dort auch noch eine ungarische herausgekommen. Was damit bezweckt wird, ist nicht recht ersichtlich. Wahrscheinlich ist sie für eine viel frühere Zeit geplant gewesen und in Angriff ge nommen worden, und nur die Schwierigkeiten, einen geeigneten Übersetzer zu finden, haben die Sache so verzögert. Daß man sich nicht viel Erfolg davon verspricht, läßt die geringe Auflagezahl von 2900 Exemplaren Wohl vermuten. — Diese und ähnliche Ver öffentlichungen gehören zu den Parlamentspapieren, die unter dem Titel »Uisoollansous« erscheinen, und die Serie ist weidlich dazu ausgenutzt worden, uns etwas anzuhängen. Das war be sonders die Absicht bei der Veröffentlichung der Korrespondenz mit dem amerikanischen Botschafter Page in London über die Ver urteilung der Miß Edith Cavell in Brüssels; zwei Übersetzungen, Äüiiolleev Okkice 1918. 18 8. 2°. sMscsllsneous. Xo. 17 (191b>.) 741