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15 in München ist's nichts, nur die Ecole (Schule) ist aufgehoben. (Schade!) Oesterreich. Ain 29. Dec. v. I. stnrb im 32. Jahre I. K. H. die Erzherzogin Hen riette, Gemahlin S. K. H. des Erzherzogs Karl, geb. Prinzessin von Na ssau-Weil- burg, nach 4tagigem Krankenlager am Scharlachfieber, welches sich auf das Gehirn geworfen hatte. Preußen. Die gemeldete Feier des vor 50 Jahren erfolgten Eintritts S. M. des Kö nigs in die Armee war ungegründet, indem das Fähnrichspatent S.M. schon vom 19-Jul. 1777 datirt ist. Würtemberg. S. M. der König hat zum ehrenden Andenken an seinen verstor benen Vater einen neuen Orden, Friedrichs- ordcn genannt, von nur Einer Klasse ge stiftet, welcher zu Belohnungen für ausge zeichnete sowohl Militär- als Civilvcrdienste crthcilt werden soll. Frankreich. DerWortkampf zwischen den Ministerium und der liberalen Opposition dauerte fort. Man sprach von Verhandlun gen mit einigen fremden Mächten über diesen Gegenstand, und man besorgte daher am Ende die Einmischung derselben in Frankreichs innere Angelegenheiten. Bei dieser Gelegen heit wirft der Konstituzionel die Frage auf: ob nicht auf die Minister, unter deren Schutz dergleichen Provokazionen stattfiuden, der Artikel des Strafgesetzbuches anwendbar scy, welcher die Strafe des Hochverraths ge gen diejenigen verhängt, welche mit auswär tigen Mächten Einverständnisse unterhalten, um sie zur feindlichen Ueberzichung des Lan dts zu bewegen. — Bei der Ncüjahrsvor- stcllung ist der kvnigl. Gerichtshof und die pariser Municipalität von S. M. dem Könige mit fast mehr als Kalte behandelt worden. England. Die Anlegung von Eisen bahnen zur Verbindung der wichtigsten Städte wird mit Eifer betrieben, und na mentlich wird eine solche Straße von Edim- burgh nach Glasgow angelegt, worauf mit Anwendung von Dampfwagcn der Weg von 43 englischen Meilen in höchstens 3 Stunden zurückgelegt werden wird. — Eobbet, der eine Reise durch mehrere Grafschaften machte, schildert das Elend der Fabrikarbeiter als schrecklich. Die Fabrikhcrren bezahlen sie nicht mehr mit Geld, sondern mit Lebens mitteln und gehen sogar mit den Barbieren Kontrakte ein, um sie in Masse barbieren zu lassen. (Bei uns werden sie noch einzeln barbiert.) In vielen Gegenden sterben sie fast Hungers und müssen sich mit Kohl und Kleien ernähren. (Glücklicher Staat!) Spanien. Die bei der Vermählung S. M. des Königs erwartete allgemeine Am nestie ist nicht erfolgt; nur 1.5 Verwiesene, die von 1820 bis 23 zu der konsiituzionellen Municipalität von Madrid gehörten, haben Erlaubniß zur Rückkehr erhalt'», von denen aber 8, indem ihre Verbannungszeit abge- laufen, schon längst wieder in Madrid sind, und von den übrigen 7 sind 2 gestorben und die Strafzeit der übrigen 5 hätte ohnehin nur noch einige Monate gedauert. Da sic über dies blos zu 2 bis Zjähriger Verbannung ver- nrtheilt waren, das königl. Dekret aber be stimmt, daß sic nie wieder eine Stelle in der Municipalität, noch ein öffentliches Amt be kleiden dürfen, so ist diese neue Gnade nur eine neue Strafe. — Bei dein am 13. Dee. v. I. stattgehabten Handkuß haben sich 2400 Küßlustige eingefunden. Portugal. Dem Beispiele der Arsenal- arbeiter sind mehrere Truppenabthcilungcn gefolgt, die, ohne Uniformen, Schuhe, Sold, den ferner» Dienst verweigerten. — Als Don Miguel im Dec. v. I. mit seiner Schwe ster Isabella Maria von Qucluz nach Lissabon gekommen, um den kirchlichen Feierlichkeiten beizuwohnen, soll so ein Zudrang von Men schen gewesen seyn, daß mehrere Personen in Gefahr gerathen, erdrückt zu werden. Griechenland. Die Truppen drangen den Präsidenten sehr um Auszahlung ihres Soldes. — Eine russische Fregatte hat 6000 Stück Gewehre und 12 Feldkanonen als Ge schenk S. M. des ruff. Kaisers überbracht. Lür-