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MulMrMMchnchtm «teil sllt» Berord»»ngSblatt de<KreiSha»pt»a»»schast va«tze« z«ßleich al» Kosfifiorialbehörde der vderlaasitz. mdenen ildlicher Nm bis früh 1V Uhr eiageheabe Jaferate stade» »och t» de« abead» erscheiue»de» Blatte ISr briefliche AnSkunstSrrtriluna 10 4 <uud Porto). A»f»ah«e »r. 133. >905 Loa«abe»d, den 10. Juni, «bend». ichturg LeS Pfingstfestes wegen erscheint die nächste Nummer der Bautzener Nachrichten Dienstag, de» 13. d. M., abends. Königliches Amtsgericht. Königliches Amtsgericht. Bautzen, am 8. Juni 1905. Königliches Amtsgericht. Schirgiswalde, den 6. Juni 1905. n. tr. IZ, !, II. -lisrS Dweße dtrette Lek-mme M rele-hsmtldntttl» ! , mühte senlank, zütigen it und Tii Bautzener Nachrichten erscheinen, mit Ausnahme der Sonn, und Festtage, täglich abends. Preis de» vierteljährlichen Abonnement» 3 JnsertionSgebühr sür den Raum einer Pettt-Spaltzeili gewSholichm Satze» 15 4, In geeigneten Fällen unter Gewährung von Rabatt; Ziffern-, Tabellen« und anderer schwieriger Satz entsprechend teurer. NachWtiSgrbÜhr sür jede Anzeige und Insertion 20 4 ltlet ed« ö. und «e» wi» wo leu md ia- »s. as. * Pari-, 10. Juli. (W. B.) Der deutsche Botschafter Fürst Radolin und Gemahlin sind gestern nachmittag von Berlin hier wieder eingetroffen. — Die sozialistische ParlamrntSgruppe beschloß, daS Vorgehen der Regie rung bezüglich der auswärtigen Politik durch keinerlei In terpellationen zu behindern. — Der Kolonialminister ersuchte den Beneralgouverneur von Indochina telegraphisch, Montag und Dienstag, deu 26. und 27. Juni t>. I., können bei dem unterzeichneten Königl. Amts gkrichte wegen Reinigung der Geschäftsräume nur dringliche Sachen erledigt werden. ämmer- Löbau; besißer, »aüwitz, Keichel, ergutS- mnerat, V- vor dem Königlichen Amlsgerichte hierselbst bestimmt. Schirgiswalde, den 8. Juni 1905. Verantwortlicher Redakteur i. V. Arno Zschuppe (Sprechstunden wochentags von 10—11 und von 3-4 Uhr). — Telegramm-Adresse: Amtsblatt Bautzen Fernsprechanschluß Nr. 51. Ler Amtshauptmannschaften Bautzen und Löbau, des Landgerichts Bautzen und der Amtsgerichte Bautzen, Schirgiswalde, Herrnhut und Bernstadt, des HouptzoÜamtS Bautzen, ingleicheu der Stadträte zu Bautzeu und Bernstadt, sowie der Stadtgemeinderäte zu Schirgiswalde und Weißenberg. Inserate nehmen die Geschäftsstelle de» Blatte» und die Annonceubureau» au, desgleichen dir Herren Walde in Löbau, Clauß in Weißenberg, Lippitsch tu Schirgiswalde Gustav Kröling in Bernstadt, Buhr in König-Hain bei Ostrttz, Reußner in Ober-CunnerSdorf und vou Lindenau In PulSnItz. Netzt« Mewuug. * Loudon, 10. Juni. (W. B.) Der „Standard« ver öffentlicht eine Unterredung mit dem japanischen Ge sandten Viskomte Hayashi, der erklärte, kein japanischer Diplomat sei in der Lage, die japanischen Friedens ied in gun gen anzugeben. Diese müßten direkt zwischen Rußland und Japan verhandelt werden. Die Rolle eines Zwischenhändlers könnte nicht weitergehen, als den Wunsch Rußlands zu übermitteln, in direkte Verhandlungen ein zutreten. Freitag und Souuabcud, den 16. und 17. Juni 1905, werden bei dem unierzeichneteu Amlsgerichte wegen Reinigung der Diensträume nur dringliche Sachen erledigt. iS" A«r russtschojapttische »rt«,. London, 9. Juni. Der Petersburger Berichterstatter der „Times« meldet, ein Telegramm, welches in der russi- chen Hauptstadt eingegangtn ist, enthalte die überraschende Nachricht, daß die Japaner Omoso besetzt haben. Omoso beherrscht die Wege von Kirin und Ninguta nach Wladiwostok und Korea. Es scheint somit, daß Kirin und Ninguta abgeschnitten sind. Die Japaner können jetzt ohne weiteres Charbin und Wladiwostok gleichzeitig angreifen. London, 9. Juni. „Daily Telegraph« meldet aus Tokio, drr Gesundheitszustand Roschdjrstwenskis habe sich bedeutend gebessert, ebenso derjenige seines Generalstabschefs. * Petersburg, 9. Juni. (Pet. Tel.-Ag.) Kaiser Nikolaus telegraphierte an Admiral Roschdjrstwenski: „Von Herzen danke ich Ihnen und allen den Osfizierrn )rs Geschwaders, welche im Kampfe ihre Pflicht ehrenvoll erfüllten, für Ihre Aufopferung in Rußlands und meinem Dienste. Nach dem Willen des Höchsten war eS Ihnen nicht beschieden, daß Ihre Heldentat durch Erfolg gekrönt werde, aber auf Ihren unbegrenzten Heldmmut wird da» Vaterland immer stolz sein. Ich wünsche Ihnen baldige Genesung, auch daß Gott Sie alle tröste.« General Linewitsch hat, wie eine Depesche aus Tokio besagt, sein Hauptquartier nach Seng-Hoa verlegt und inspiziert seine südliche Verteidigungslinie. Seit Ver nichtung drr baltischen Flotte legen die Russen eine große Tätigkeit an den Tag und scheinen entschlossen, eine große Offensive zu ergreifen. Die Russen sollen viel unter H he und Regen leiden; Hunderte von kranken Russen wür den noch Norden zurückgesandt. Die „Daily Mail" meldet aus Petersburg: Graf Lambsdorff verständigte den amerikanischen Botschafter, daß Rußland dankbar Roosevelts Anstrengungen, den Frieden heibeizuführen, anerkenne, ober nach sorgfältiger Ueberlegung zu dem Schluß gekommen sei, daß nach der jüngsten Flotten katastrophe die Fortsetzung des Krieges für Rußland weit vorteilhafter als der Frtedensschluß sein würde. — Nach einer Petersburger Drahtung der „Times' soll Graf Lambsdorff erklärt haben, Rußland sei so geneigt wie je, den japanischen Vorschlägen Gehör zu schenken, aber Ruß land gezieme es nicht, die Initiative zu ergreifen. Diese Pflicht liege dem Sieger ob. Japan Möge seine Be dingungen nennen; alsdann, aber nicht eher, könnten die Unterhandlungen beginnen. Rußland seinerseits sei bereit, Japans Vorschläge m volle und aufrichtige Erwägung zu ziehen und, wenn möglich, anzunehmen. * Washington, 9. Juni. (W. T. B.) Der Gou verneur der Philippinen machte dem Kriegssekretär Taft telegraphisch davon Mitteilung, daß die russischen Schiffe der Aufforderung, drnHafen innerhalb 24Stunden zu verlassen, nicht Folge geleistet hätten und daß sie in folgedessen der Bewachung des Admirals Train unter stellt worden seien. Dieser habe die erforderlichen Schritte getan, um die Schifft zu internieren. Dieselben befänden sich gegenwärtig hinter dem Wellenbrecher im Bereich der Geschütze der amerikanischen Kriegsschiffe „Ohio« und „Mo- nadnock«. Train werde die Maschinen der russischen Schiffe gebrauchsunfähig machen und von den Geschützen die Ver schlußstücke entfernen lassen. — Admiral Train meldet aus Manila, daß die russischen Schiffe interniert und die Offi ziere und Mannschaften derselben gegen rhrenwörtliche Zu sage, nicht mehr am Kriege tetlzunehmen, freigelassen worden find. vndm innerhalb des Forstrevier« WuIschke bei Hochkirch vom 15. bis mit 17. d. M. die KommunikatlonS- mge Wuhchke-Obercunewalde bez. Wuijchke-Kleindehsa wegen Beschüttung. Der Berkehr wird über Klein« dM-Jaun nlck-Lehn lach Hochkirch gewiesen. Bautzen, am 7. Juni 1905. Königliche Amtshauptmannschaft. von Kirchbach. H. Dieses letztere Ereignis erinnert uns an di« Hochzeit des deutschen Kronprinzen, des zukünftigen Trägers verdeutschen Kaiserkrone, auf dem die Hoffnung des deutschen Volkes ruht. Bisher ein unbeschriebenes Blatt, hat er durch die Wahl seiner Gemahlin in den Herzen des deutschen Volkes die besten Hoffnungen erweckt, daß er einst, wenn er, wills Gott in ferner Zeit, den deutschen Kaiserlyron besteigt, würdig werde seiner großen Ahnen im Hohenzollernhause. Auch unser Sachsenland hat seine festlichen Taae, wo immer unseres Königs junge Majestät erscheint. Unbeirrt durch das glücklicherweise mißglückte Bombenattentat auf den König von Spanien in Paris, tritt unser König unter sein Volk und erobert sich im Sturm die Herzen. Was will das werden? Welche Antwort wird das „rote Königreich" bet den nächsten Landtags Wahlen auf die Frage geben ? Wird es sich nur als ein vorübergehender Festesrausch oder als ein dauernder Umschwung in der Gesinnung erweisen? Wir wollen das letztere hoffen; denn wir glauben an einen Geistesfrühling, an eine innere Erneuerung, die oft grade da kommt, wo man es am wenigsten erwartet hatte, wo alles erstorben schien. Denn der Wird weht, wo er will, und der Geist kommt, wann er will. Möge er auch über unser Volk kommen, der Geist des Friedens und der Ein tracht, der Fürst und Volk mit einander verbindet, möge er kommen über alle Völker, über alles „Fletsch", das auf Erden wohnt. Wir warten eines neuen Pfingsten, der allgemeinen,Ausgießung des heiligen Geistes! x »er Eiugeborenen-Aufftuntz in Deutsch-GÜDweRafrik«. ' Berlin, 9. Juni. Ein Telegramm aus Windhu! meldet: Reiter Georg Herdegen, geboren 5. Oktbr. 1882 zu Ronhof, früher im Königlich Bayerischen 1. Chevaulegers- Regiment, am 5. Juni d. I. im Lazarett Kalksortein an Lungenentzündung gestorben. 200 000 Dosetr Fleischkonserven für die Schutz truppen in Deutsch-Südwestafrtka werden von der Mün chener Konservenfabrik Houssedy und Schwarz ge liefert. Um diesen Auftrag durchführen zu können, war die Schlachtung von 2000 Kälbern, 150 Ochsen und 600 Schweinen nötig. Nach den Lieferungsbedingungen wurde nur deutsches Vieh verwendet. Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über da« Vermögen des Blumensabrikanttn Oswin Clemens Mehnert In Steinigtwolmsdorf Ist zur Abnahme der Schlußrechnung deS Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das SchlußverzeichnlS der bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Befchluß- jassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren BermSgcnsstücke der Schlußtermin auf den 4. Juli 1905, vormittags 9 Uhr, Zum Pfingstfeste. Später als sonst feiern wir Heuer daS Pfingstfest; die I Eide hat schon den schönsten Schmuck des Frühlings ab- »-elegt und prangt in mütterlicher Hoffnung sommerlicher I Früchte. Aber unabhängig von Natur und Zeit ragt der I Fistgedanke empor, der dem Pfingstfeste die eigentliche Weihe I gibt: die Mitteilung des göttlichen Geistes an die »Menschheit! Zwar der natürliche Mensch vernimmt heut- I zutage ebensowenig etwas davon, wie die Leute zu Jeru- I salem, welche fragten: was will das werden? Aber I wer sich nicht grade darauf versteift, seine Urahnen auf den I Bäumen drr Urwälder Afrikas zu suchen, der fühlt in diesen I Festtagen schon etwas von dem: Wir find göttlichen Ge- I schlechts! Möchte der Geist Gottes nur immer mehr die I Menschen erfüllen, daß sie sich fühlen als Kinder eines I Vaters, als Glieder einer Familie, als Blätter und Zweige I eines Baumes, und darum nicht in Hader und Neid, nicht I In Morden und Kriegen ihre Aufgabe sehen, sondern sich in I Liebe und Eintracht die Hände reichen und arbeiten an der I großen Menschheitsaufgabe: dem Kommen des Reiches l Sottes! ! Damit soll nicht etwa öder Trägheit und toter Stagna- I Üon das Wort geredet sein. Im Gegenteil, wo Geist ist und wo der Geist weht, da ist Bewegung, und an Be wegung fehlt es grade in unsern Tagen nicht. Eine andere Frage ist eS freilich, ob sie immer vom Geiste Gottes ver ursacht wird. Die Geschichte ist ein Buch, das man nur verstehen kann, wenn man es rückwärts liest; dem mitten darin Befindlichen bietet sie nichts als Rätsel. Wer hätte eS vor vierzig, fünfzig Jahren gedacht, was der Welten- ! lenker sür Wege mit unserm deutschen Volke gehen würde ? ! Jetzt überschauen wir rückwärtsblickend das Ganze, und sehen, wie alle einzelnen Phasen der Geschichte in ein ander greifen wie Räder einer Maschine, wie Fäden eines Gewebes. Auch in der Gegenwart sucht das Auge forschend nach einem festen Zielpunkt und fragt: was will das werden? Dort kämpft die gelbe und die weiße Rasse einen Kampf um die Vorherrschaft, und wir sehen das noch nie dage wesene Schauspiel, daß die bisher als minderwertig ange sehene den Sieg erringt und können vielleicht noch erleben, daß die japanischen Kriegsschiffe in der Ostsee erscheinen und Asiaten ihren Fuß auf europäisches Gebiet setzen. Und der Kampf mit den Waffen in der Hand ist doch nichts weiter als ein Vorspiel des großen Kampfes im friedlichen Wettbewerb, in den die Völker des Ostens allmählich mit der westlichen Kultur einzutrrten beginnen, ein neuer sozialer Mongoleneinfall, vielleicht eine Völkerwanderung in mo dernem Stile! Werden die Völker einer absterbendrn Kultur fich der Eindringlinge erwehren können, oder wird auf den Trümmern einer alten Welt sich eine neue aufbauen? Das Wort: „die Weltgeschichte geht nach Osten« fängt an, sich in ungeahnter Weise zu eifitllen! — Hier zwei Königreiche, Schweden und Norwegen, durch langjährige Freundschaft verschwistert, kündigen einander die Freundschaft und wollen fortan jede» seine eigenen Wege gehen. Bündnisse lösen und lockern sich und neue Freundschaften werden geknüpft. Da» europäische Gleichgewicht, da» bisher durch die Pole England und Rußland getragen war, ist gewaltig ins Schwanken gekommen, und die marokkanische Frage liegt wie ein Gordischer Knoten im Wege. Die Waaschalen der Gerechtigkeit steigen auf und sinken nieder. Minister DelcassS verschwindet in der Versenkung und „Fürst Bülow« steigt empor, ein Günstling deS Glückes, an dem Schillers Weis sagung nicht in Erfüllung gehen möge: Noch keinen sah ich fröhlich enden, Auf den mtt immer vollen Händen Die Götter ihre Gaben streun! elot- W. che Bo 1. irev. 7. r. Mw Smäd- ißt. "S 7,1.