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^erordunirgsblatt Ver KreishauptMannschaft Lauj;ett als ttouftftorial-ehörde der Oberlaufitz. Amtsblatt der Amtshauptmannschaften Bautzen und Löbau, des Landgerichts Bautzen und der Amtsgerichte Bautzen, Schirgiswalde, Herrnhut, Bernstadt und OsiZ^ des Hauptzollamts Bautzen, ingleichen der Stadträte zu Bautzen und Bernstadt, sowie der Stadtgemeinderäte zu Schirgiswalde und Weißenberg. Orga« der Handels- und Gcwerdekammer zu Zittau. Verantwortlicher Redakteur Georg G. Monse; i. V. Paul Monse (Sprechstunden wochentags von 10—11 und von 3—4 Uhr). — Telegramm-Adresse: Amtsblatt Bautze» Fernsprechanschluß Nr. 51. 1 Nr. 161 1903 Mittwoch, den 15. Juli, abends v. Wtlucki. M. MSUMUMS neue meldet ebenfalls ein Abnehmen der Geisteskräfte des Papstes. Er spreche unzusammenhängende Sätze. Es sei der Anfang vom Ende. Wenn man mit dem Papste spreche, schrecke er zusammen, dann kehre ihm das Bewußtsein zu rück. — Der „Voce della Verita' zufolge befinden sich die Neffen des Papstes, Grafen Ludwig, Camillo und Richard Pecci, sowie Marquis Canole im Vatikan. — Der Papst empfing gestern abend 7 Uhr die Kardinäle Vincenzo Van- nutelli, Satolli, Respighi, Samminiatelli, Caffeta, Marti- tinelli, Nocella, Pierotti und Vives; sie fanden den Papst sehr niedergeschlagen, er sprach mit großer Schwierigkeit und konnte nur mit großer Anstrengung die Hand heben, um sie zu segnen. Einer der empfangenen Kardinäle äußerte, seit vorgestern sei eine große Aenderung im Zu- stände des Papstes eingetreten und das Ende könne nicht fern sein. * Rom, 14. Juli, vormittags. (Wiederholt.) Der heute vormittag 9 Uhr ausgegebene Krankheitsbericht lautet: „Bisher ist keine Aenderung in dem ernsten Zu stand eingetreten, in dem sich der Papst am gestrigen Abend befand. Puls schwach, 92, Atmung 30, Tempe ratur 36,5. Mazzoni, Lapponi." — Von 9 Uhr 50 Min. Papst Leo XIII. * Rom, 14. Juli, früh. Nach dem „Giornale d Italia' hätten die Aerzte den Papst gestern ziemlich beunruhigt verlaffen. Gestern vormittag sei zum erstenmal ein Nach lassen der Geisteskräfte festgestellt worden. — „Tribuna' verzeichnet das Gerücht, die Krankheit des Papste« s?, Leberkrebs. — Der „Patria' zufolge habe Mazzoni ge äußert, der Papst atme unruhiger. Die Anschwellung der Beine habe zugenommen und die Nicrentätigkeit sei sehr beschränkt. — „Italia" meldet, die Aerzte hätten jede Hoff- nung aufgegeben. — Eine weitere Ausgabe der „Trtbuna" hätten Kardinal Respighi und die Botschafter Spanien» md Portugals sich nach dem Vatikan begeben. — „Giornale d'Jtalia' meldet, die Kardrnäle Gennari und Casetta, sowie mehrere Mitglieder des diplomatischen Korps hätten Der Papst hatte in der Nacht heute im Vatikan vorgesprochen. — Bon 5 Uhr nachm. und hatte mitunter das Be- wird gemeldet: Der Zustand de» Papste-ist unverändert e Hoffnung auf Besserung ist mit Anzeichen von Blutmangel im Gehirn und Schwäche. ' — „Popolo Sine Untersuchung der Brust ergab, daß sich keine datierte Flüssigkeit in derselben gebildet hat. Die Bautzener Nachrichten erscheinen, mit Ausnahme der Sonn, und Festtage, ««glich abends. Preis des vierteljährlichen Abonnement« 3 JuseetionSgebü», für den Raum einer P««» Epaltzeile gewöhnlichen Satzes 1ü H., in geeigneten Fällen unter Gewährung von Rabatt; Ziffern-, Tabellen- und anderer schwieriger Satz entsvrechend teurer. Nachweisgebühr für jede Anzeige Insertion 20 Pfa.,«ür briefliche Auskun^ NW" Nur bis früh IO Nhr eittfichcnSe Inserate finden noch in dem abends er», ft^kinenöen Blatte Änfnahlne. Inserate nehmen die Geschäftsstelle des Blattes und die Annoncenbureaus an, desgleichen die Herren Walde in Löbau, Clauß in Weißenberg. Herr Bezirksarzt Medicinalrat vr. von Mücke in Zittau ist vom 18. dieses bis 15. nächsten Monats beurlaubt. Mit seiner Vertretung während dieser Zeit ist Herr Bezirksarzt vr. von Stieglitz in Löbau beauftragt worden. Bautzen, am 11. Juli 1903. Königliche Kreishauptmannschaft. Lippitsch in Schirgiswalde, Gustav Uröling in Bernstadt, Buhr in Königshain bei Lslcitz, Reußner in Lber-Lunnersdorf und von Lindenau in PulSnitz. (Eingesandt.) Der Kalti llgedauke ist unstreitig vollständig richtig. Daß das Kartell in Sachsen bei der letzten Reichstagswahl im allgemeinen Schiffbruch litt, ist noch lange nicht ein Beweis fürs Gegenteil. — Wir sind vielmehr der Meinung, daß der Kartellgedanke durch das Verschulden einzelner nicht voll und ganz zur Durchführung gelangen konnte und eben daran scheitern mußte. Dazu die Gehässigkeiten manches Heißsporns da und dort, der freilich nicht gewußt hat, was er tat und — sich auch heute noch nicht be lehren lassen will! — Es ist ein Jammer, daß dergleichen Hetzer vom Volke noch ernsthaft genommen werden! — Wir aber in unserm 3. Wahlkreise haben gesehen, was durch Zusammenschließen von Stadt und Land, Wen- den und Deutschen, Evangelischen und Katho liken rc. erreicht werden kann. Dies soll aber nicht nur so b leiben, das muß noch vollkommener werden! Deshalb bitten wir die Mitglieder unserer Ordnungspar, teien, sich durch nichts irre machen zu lassen, sondern nach wie vor einig zu bleiben und den nationalen Gedanken hoch zu halten, trotz Hohn und Spott der Feinde, trotzdem und alledem! Wenn wieder einmal die charakteristische Erscheinung der Reichstagswahlen nur das Wachsen der Sozialdemo, kratie war, trotz aller Belehrungen, aller Ermahnungen zur Einigkeit und zum Zusammengehen der staatserhaltenden Elemente gegenüber der Umsturzpartei, so ergibt sich hieraus nur, daß die antisozialdemokratische Sammelpolitik ohne die gleichzeitige entschlossene Initiative der Regie rung auf dem Wege der Gesetzgebung eine durch greifende Wirkung nicht hat, — nicht haben kann! Mit der bloßen theoretischen Einsicht der Gefährlichkeit der revolutionären Propaganda der Sozialdemokratie und der sich hieraus ergebenden Mahnung an die bürgerlichen Parteien, sich zur Abwehr der Umsturzbeweaung zusammen- zuscharcn, ist cs nicht getan. — Das ist schon vor Jahren, ist seitdem oft gesagt worden, muß aber so lange wiederholt werden, bis sich die Regierungen zur Tat ent- schließen. Vorderhand aber wollen wir selber im Interesse der Einigkeit arbeiten und bitten jeden einzelnen Freund der Krönung ganz bringend, im Sinne des festen Zu sammenschlusses tätig zu sein. Wir lieben die Poli- tische Phrase nicht, aber Wahrheit liegt doch in dem Satze des Herrn Heinr. Gräfe: „Wir find Regimenter einer Armee, wir kämpfen vereint, nur die Achselklappen llreisen. MU MremWm tiir «Mit M HieM. 48. 8ekol)ai>r. 1902/1903: IS77 8viiINor, 78 ^osNNirooxvii, 112 k-vilror. Dabei ierau Lu«r- Nerbook, Uaebman», Nrauurotb, Lurmowtor, UöriuA. Draosslco, t'äbrmaim, kuobs, 1». Uastoxsr, 3LH8SVU, Illert, Llu^-e, l-'ri. von Uvtrebue, Llauu, krl. Orsoni, Usui, ö'ran Uapi>i>Iäi-L»brvr, kVi. Ilarß-. Neiobel, Reuss, Lobmols, Sobulr-Lsutbvo, k'rl. Sievert, «tareks, Txsou-Wolik, Urbaob, Vetter, Mnäs, IVoU; äis kervorraxeullsten MtAlieäsr äor LapsIIs, an ibrer Lpitrs Lötri, Wills, Lutrsekbaob, Veigerl, Lauer, LicbrG^, krieko, tlabler, >VoIkeriu»uu eto. .Bio Läelivr kiir ilusilc unä Tbeatsr. Volls Kurse uu<I Lmrelt'äellor. LiiUrttt IvUerreit. ilau^teiutritt I. 4prli u»ii 1. 8ep1omdvr (^ufna.iuu»- prökuvA sw 1. September vou 8—1 Hör). Lrospokt uwl Uvbrervvrrsiebnis üurcb das Direktorium. vormittag wird gemeldet: ,! einige Male Erbrechen i wußtsein verloren. Alle Hoffnung auf geschwunden, der Zustand ist äußerst ernst." — ,s . Romano' veröffentlicht eine von 4 Uhr morgm» datierte find verschieden. Wenn nun schon vor fünf Jahren im Fürstentum Waldeck Pyrmont ein Verband sich gebildet hat, der die Sozialdemokratie durch Vorträge, Verteilung von Schriften, Begründung einer Verbandszeitung, kräftige Förderung der Wohlfahrtspflege in Stadt und Land rc. wirksam bekämp fen will, so ist das heutzutage für uns um so dringen- der nötig. „Das Zusammenwirken der Vereinsorgane und Vereinsmitglieder untereinander', heißt es in dem Statuten- Entwurfe, „hat endlich noch das Ziel, Friede und Ver- söh nung stiftend zu wirken, nicht nur nach außen, sondern auch nach innen. Zur Bekämpfung des gemeinsamen Feindes können und müssen die verschiedenen politischen Parteien, soweit dieselben auf nationalem Boden stehen, sich die Hand reichen. Auch die sozialen Gegensätze zwischen den einzelnen Berufsklaffen im Lande werden sich abschleifen und mildern. Durch die Einsicht, daß jeder Stand notwendig ist zum Wohle -der Gesamtheit, wird der Klaffenhaß allmählich schwinden und das Gefühl der Zu sammengehörigkeit wachsen." Aehnliche Tendenzen verfolgte der Ausschuß des ost- preußischen konservativen Vereins. In seinem Aufrufe stellte er folgende Grundsätze auf: „Es darf niemals übersehen werden, daß die Sozialdemokratie antimonarchisch und revolutionär und daher mit allen Machtmitteln de» Staate» zu bekämpfen ist. In diesem Kampfe muß der Staat von der Kirche und der Gesellschaft mit aller Kraft und Hingebung unterstützt werden. Aber auch von der irrigen Auffassung, daß den Arbeitern gegenüber von unserer Seite nichts geschehen dürfe, um sie auf die Gefahr der Sozialdemokratie aufmerksam zu machen, ist abzusehen. Wir müssen es uuS angelegen sein lassen, mit ihnen über die das Vaterland bedrohende Gefahr eingehend zu sprechen, nicht nur vor den Wahlen, sondern so oft sich eine Gelegenheit dazu bietet. Christentum und Monarchie wurzeln noch tief im Herzen der Ostpreußen. Versäumen wir keinen Anlaß, an diese heiligen Gefühle zu appellieren! Unsere Arbeiter lesen gern. Sorgen wir dafür, daß ihnei statt des verderblichen Lesestoffes sozialdemokratischer und radikaler Schriften gute christliche Blätter gehalten werden. Aber auch das leibliche Wohl unserer Arbeiter möge uns stets am Herzen liegen. Arbeiter, die wissen, daß die Arbeitgeber sich um sie kümmern, ihnen in Krankheit un Not nach Kräften helfen, werden sich nicht leicht durä Agitatoren verführen lassen. Ohne diese innere Arbeit können auch die besten Gesetze die Ausbreitung der sozial demokratischen Irrlehre nicht hindern. Die Strenge des Gesetzes den Verführern, Belehrung und christliche Liebe den Verführten: das sei unsere Losung im Kampfe gegen den Umsturz.' Es ist tief zu beklagen, daß es auch heute noch Männer gibt, die einem Zusammenschlusse der Ordnungsparteieu nicht das Wort reden! Wir aber bitten unsere Mitbürger, im Sinne des Kartells weiter wirken zu wollen, und schließen mit den Worten des sterbenden Allinghausen: „Drum haltet fest zusammen — fest und ewig! — Seid einig — einig — einig!" „Wir wollen traue» aus den höchste» Gott, und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen." (Staufsacher.) Ein alter Lausitzer, der Frieden und Ordnung liebt. l Mitteilung, in welcher cs heißt, der Papst habe die Nacht l s-hr unruhig verbracht, mehrmals Ohnmachtsanfälle ge habt und trotz des Drängens LapponiS die Annahme von Bouillon verweigert. „Capitan Fracaffa" bestreitet, daß cs sich um ein Krebsleiden handle, die Hauptkrankheit sei die stetig zunehmende Schwäche. — „Messagero' bestätigt, daß die geistigen Kräfte beim Papste nachgelassen haben. Jedoch habe er sich gestern mit Rossoni unterhalten und sich von ihm Mitteilungen über die von ihm im Hospitale behandelten Kranken machen lassen; allerdings sei die Stimme des Pipstes kaum verständlich gewesen und was er sagte, habe bisweilen keinen rechten Zusammenhang ge habt. Während der Nacht habe der Papst Tokaier ge trunken, den der Kaiser von Oesterreich ihm geschickt hatte, i — Lapponi machte dem Papste mehrmals Einspritzungen. Die Harntätigkeit wird immer ungenügender, die Schwellung der Beine nimmt zu. Da die Atmung sehr schwierig ist, bereitet man eine neue Sauerstoffzuführung vor. — Die drei Neffen des Papstes brachten die Nacht im Vatikan zu; auch der Großpönitentlar Kardinal Serafino Vannu telli fand sich dorr ein. Zu allen Personen, die im Falle des TodeS des Papstes im Vatikan anwesend sein müssen, wurden in der Nacht Boten entsandt. In den frühen Morgenstunden hieß es, der Papst habe das Bewußtsein verloren. Nom, 14. Jali, mittags. Der heutige Besuch Mazzonis beim Papste dauerte etwa 20 Minuten. Lapponi verließ den Vatikan 9 Uhr 30 Min. und begab sich nach seiner Wohnung; für 7 Uhr abends ist eine neue Besprechung mit Roffoni angesetzt. — Lapponi erklärte auf Befragen, der Zustand des Papstes sei anhaltend ernst, doch bestehe keine unmittelbare Gefahr. Bei der gegen wärtigen Lage könne der Papst noch zwei bis drei Tage leben, weil die Kräfte des Herzens sich auf ziemlich be friedigender Höhe erhalten. Gegenwärtig machen sich bei dem Papste Anzeichen Von Gehlruschwäche mir teilweisem Verlust der Geiftesklarheit geltend. Lapponi ist */,H Uhr wieder im Vatikan eingetroffen. — Im Falle des Kon- klaves wird der portugiesische Botschafter beim Päpstlichen Stuhl als Doyen des diplomatischen Korps den Sicherheitsdienst des Konklaves, das heißt die Ver mittelung von etwaigen Mitteilungen zwischen den Mächten und der provisorischen Regierung des Päpstlichen Stuhls übernehmen. Der Botschafter wird während der Ein schließung der Kardinäle sich in direkter Verbindung mit dem Sekretär der Kongregation des Konsistoriums halten, der außerhalb des Konklaves die provisorische Regierung der Kirche vertritt. Es verlautet, daß Msgr. Marini zum Sekretär des Konsistoriums ernannt werden wird. " Rom, 14. Juli, nachm. Die „Tribuna' meldet, Kardinal Oreglia habe angeordnet, daß, sobald Gefahr eivtrete, er, Serafino Vannutelli, Gotti und Macchi sofort nach dem Vatikan geholt würden. Gleich nach dem Tode des Papstes würden Gotti und Macchi das im Schlafzimmer befindliche Testament des Papstes öffnen und alsbald die Siegel anlegen. Oreglia habe auch Maß regeln zur Fertigstellung der Gemächer der Kardinäle er griffen, die während der neuntägigen Leichenfeier im Vatikan »leiben müßten. Das Blatt meldet ferner, der Papst habe ich gestem lange mit den «erzten unterhalten und Er- nnerungen aus seiner Kindheit erzählt. Mazzoni habe sich dahin geäußert, daß der Tod des Papstes bald oder auch erst in mehreren Stunden eintreten könne. Daß der Papst an Krebs leide, sei völlig ausgeschlossen. Der Papst habe die Kardinäle Rampolla und VioeS empfangen. Später