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Bautzener Nachrichten : 25.09.1895
- Erscheinungsdatum
- 1895-09-25
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- Stadtbibliothek Bautzen
- Digitalisat
- Stadtbibliothek Bautzen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id1887328319-189509259
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id1887328319-18950925
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-1887328319-18950925
- Sammlungen
- Saxonica
- LDP: Bestände der Stadtbibliothek Bautzen
- Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Bautzener Nachrichten
-
Jahr
1895
-
Monat
1895-09
- Tag 1895-09-25
-
Monat
1895-09
-
Jahr
1895
- Titel
- Bautzener Nachrichten : 25.09.1895
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2274 «aff» iair Mo Rr. 7 Interessen einer bewaffneten Macht bei einer militärischen! ,N. A Z.': Die Wahl zeigt also, daß die agrarische ^'^ IBenutzung drS Kaiser Wilhelm-Kanals ein Seeoffizier'Bew egung keineswegs bereits im Verlaufen ist, >« , «k» «.it. «... wie vlelsach, insbesondere von demokratischer Seite, be do. 3» »«nl gr. v. 18» 103,15» Obcrlaufitz, do. 3» , «ol. kl. v. 18»» 103,10 G Okstrrr. B< ler Bank lavknoteo sprechende Angaben zugehen zu den! behu bego von Pri hiesi Aof aus nach ermc Die Sav ihril nahi «off sein die auf das auf sami Ovc ma rnil una! enth treff trifft sürsti erteil zum Juli Ma, „Glk weite ihr 4 freut, gieru laffe näh» Maet lähm Wicke unter wan Jahr gesetz und Berü Klei, Gabi läßt Gen Drru arbei fort gegen zeitis den? betre nacht im S vr. Nöll jüdfl semi wird die ' Die geffe ritt v. 4 Gefc Mil Wov Pas NVti chene die s besitz do. 3j » Landrentenbrlese 101,25 » do. 4 sj LandkSkuIturrlsch 104,75 G d» » Saufitzer Pfandbriefe 103,75 <8 über Gesellschaften sind gegründet worden, aber von Unter nehmungen derselben hört man nichts. Allenfalls kommt es zu einer Untersuchungscxpedition, das ist aber auch das äußerste; im übrigen scheint ihre Existenz nur dem Papier als Marinekommtffar einzusetzen ist. — Der „Börsen-Kurier' meldet, der Aufenthalt des Gprtng Wheat clearS 2,SO Zi " L, Wztgcr Börse, 25. Sept. (Tel.) Königs, söchs. 3» Rente S8,S0 <8 d». 3» Anleihe von 1855 99,30» -Me letzte habe befin seien Gros 8 weilc nach! unm Batt Gros und Ludv Prin der l und dann Hiera Bear ung in d< — Das »Marineverordnungüblatt' veröffentlicht eine Kaiserliche Ordre, wonach zur örtlichen Wahrnehmung der-ausgelassen worden. Getreibefracht nach Liverpool 2'/,. l do. Rio Rr. 7 pr. Oktober 15.20, do. do - . -. . . Zuckn Dresdner 4 » Stadt «ui. 104,75» «llg. dtsch. Kreditanstalt 215,50 <8 Lüchfische Bank 123,50» — - - - - 125» 189,50 » 103,10 B 100» 20,35» russischen Finanzministers Witte hier bezwecke hauptsächlich die Konsultation von Aerzten, jedoch bestehe zugleich die Absicht, ein russisches industrielles Unternehmen zu gründen, worüber bereits eine Konferenz mit den Inhabern der Diskonto-Gescllschaft stattgefunden habe. — Nach der „Nordd. »llg. Ztg." tritt der Ausschuß des Bundesrats für Handel und Verkehr morgen zu einer Sitzung zusammen. Such der JustizauSschuß wird demnächst seine Beratungen wieder ausnehmen. — Wie der „Köln. Volksztg." aus München ge meldet wird, hat der Papst durch Telegramm des Kar dinals Rampolla an den Nuntius Sjuti den Redaktionen der katholischen Zeitungen, dem Vorstand, sowie den Mit gliederndes AugustinuSvereins für die ihm übermittelte Adresse wärmsten Dank sagen und ihnen und ihrem Leserkreise den apostolischen Segen erteilen lassen. — Die .Freisinnige Zeitung' hält sich für verpflichtet, auf Grund der irrigen Nachricht eines Berliner Blattes einen Alarmschuß zu lösen zu Gunsten der angeblich wieder bedrohten Tabaks - Interessenten. Wenn sie hierbei be hauptet, die Nachricht von einer neuen Tabaksteuer vorlage sei unmittelbar nach der Rückkehr des Grafen Posadowsky nach Berlin aufgetaucht, so irrt sie auch in dieser Beziehung. Gras Posadowsky ist, wie sich aus dem „ReichS-Anzeiger" ergiebt, von seinem Urlaub bereits am 17. August zurückgckehrt. — Die »Karlsruher Zeitung bestätigt, daß in den Unterredungen des ReichSschatzsekre- tärs Grafen von Posadowsky Wehner mit den Mitgliedern des badischen Staatsministeriums die Frage einer Wieder- einbringung der Tabaksteuervoilage in keiner Weise er örtert worden ist. — Ob die Novelle zur Gewerbeordnung, betreffend den Gewerbebetrieb im Umherziehen, in der nächsten ReichStagSsesfion wieder eingebracht wird, darf nach der „M. P. K." als mindestens fraglich bezeichnet werden. Es sei nicht ausgeschlossen, daß durch die diesjährige Be- rufsstatistik neue Anhaltspunkte für ein gesetzgeberisches Vorgehen gegen die Ueberhandnahme des Haufiergewerbes gewonnen werden. Daian aber, daß die Ergebnisse dieser Zählung schon in der nächsten Tagung verwertbar würden, ei nicht zu denken. — sMilitärisches.) Auf die Eingabe der deutschen Handelsgärtner an den Kaiser, auch im Winter und Früh- ahr frisches Eichenlaub zur Bekränzung der Geschütze und Fahnen zu liefern, ist nunmehr folgende Antwort des Kriegsministers Bronsart v. Schellendorff eingegangen: „Se. Majestät der Kaiser und König hat die Annahme de» patrioti- chen Anerbietens deutscher Gärtner, der Armee im kommenden Winter und Frühjahr da« zur Schmückung der Fahnen, Standarten und Geschütze erforderliche, in Deutschland gewachsene Eichenlaub unent geltlich zu liefern, zu genehmigen geruht und mich ermächtigt, aller höchst seinen Dank bem Verbände der Handelsgärtner zu übermitteln. Indem ich den Verband hiervon ergebenst in Kenntnis setze, bemerke ich gleichzeitig, daß sich die allerhöchste Genehmigung nur auf das preußische Heer und auf die unter preußischer Verwaltung stehenden Kontingente bezieht. Hinsichtlich der Bundesstaaten mit eigener Militärverwaltung (Bayern, Sachsen, Württemberg) muß dem Ver bände anheimgestellt werden, sich mit den zuständigen KrtegS- mtotsterien in Verbindung zu setzen. Ein Verzeichnis der während des nächsten Winters und Frühlings für die Schmückung der Fahnen u. f. w. in Betracht kommenden Tage läßt sich hier nicht ausstellen, da dem Kriegsministerium nicht bekannt ist, welche Tage die Truppen zur Veranstaltung von Erinneruogsseiern in Aussicht genommen haben, und zu welchen Zeitpunkten sonst noch eine Entfaltung von Fahnen rc. stattfinden wird. Die Königlichen Generalkommandos «us.-Tepl. 4« Pr. 1880 Galiz K.-ö.-B. 4» Pr. öoudou3 Monat sind indessen ersucht worden, dem Verbände möglichst bald ent- „> lasten. Für die Uebersendung des ersten Verzeichnisses der deutschen Gärtner, welche sich an der Liefer ung des Eichenlaubs beteiligen wollen, spreche ich de« Verbände hauptet worden ist. — Die „Magdeb. Ztg." schreibt: Wegen Verdachts des Landesverrats ist ein Kaufmann in Magdeburg verhaftet worden. Vor einigen Tagen find in Köln bekanntlich zwei Personen wegen gleichen Verdachts angehalten worden; die Mutter des einen dieser Verhafteten, die in Magdeburg wohnte, ist ebenfalls festgenommen worden. (Nach der „Volksztg." erstreckte sich die französische Spionage be sonders auf die Konstruktion und die Fabrikation von Ge schützen.) — Ein aus der Rheinpfalz kommender hier wohnhafter Ingenieur ist wegen Landesverrates hier verhaftet worden. — Auf Einladung des deutsch, socialen Resormvereins hat in Altenburg, wie die „Magdeb. Ztg.' meldet, eine Besprechung von Vertretern dieses Vereins, deS Arbeiter vereins, des Bundes der Landwirte, des Reichsvereins, des Deutschbundes, des Gewerbevereins, deS JnnvngSaus- schuffes, der Mittelstandspartei und der vereinigten Kauf mannschaft über ein gemeinsames Zusammengehen bei den Wahlen den Elementen des Umsturzes gegenüber stattgefunden. Der deutsch-sociale Verein wurde ersucht, die verwandte Bestrebungen verfolgenden Vereine aufzufordern, Vertreter für einen ständigen Ausschuß zu bestimmen, der für kommende Wahlen Vorkehrungen treffen und agi tieren soll. — Ueber Militärstreik und Arbeiterstreik schreibt neuestens die socialdemokratische „Schwäb. Tagw.": .Die verrückte Idee des Mllltärstrelks zur Abschaffung des Krieges spukt noch immer in einigen holländischen Köpfen. In einem großen Lande mit einer modernen Armee kann der Gedanke überhaupt nicht auskommen. Auf früheren internationalen Arbeiterkongreffen wurde derselbe von de» Holländer Domela Nicuwenhuis verfochten, der den alten Kohl jetzl wieder in der Mostscheo .Freiheit' aufwärmt. Herr Nieuwenhuts meint, jeder Krieg würde zur Vernichtung der Socialtsten benutzt werden; in ihre« eigenen Lebenstntereffe müßten die Socialtsten deshalb den Dienst verweigern, und wenn dann alle Arbeiter gegen den Krieg streikten, dann gebe eS keinen Krieg. DaS ist gerade so schlau, wie die Idee deS allgemeinen ArbettSstreiks, der unzweiselhast die bürgerliche Gesellschaft in die Gewalt der Arbeiter bringt, wenn alle Arbeiter sich beteiligen. Das .wenn' ist der Haken; und sintemalen eS ganz gewiß ist, daß nicht alle Arbeiter den Kriegsstreik mitmachen, ist eS auch ganz gewiß, daß diejenigen, welche ihn versuchen, sich einfach dem Sandhaufen weihen.' — In Worms wurde ein socialdemokratischer Arbeiter, der in einer Metallarbeiterverfammlung eine Rede hielt und sich dabei in verschiedenen Aeußerungen gegen den Kaiser erging, wegen Majestätsbeleidigung ver haftet. — Auf einer Delegierten Versammlung der Social- demokraten des Kreises Teltow-Beeskow-Storkow haben diese Herren wieder einmal an den Tag gelegt, wa rum sie mit dem Freisinn Gegner der Handwerkerbestreb, irrigen sind. Es wurde von einer Seite der Antrag ge stellt, „den Parteitag zu ersuchen, zu beschließen: die Frak tion hat im Reichstage einen Gesetzentwurf einzubringen, der es ermöglicht, daß Handwerker und Arbeiter ihre Lohn forderungen auch bei den Grundstücks- und Hypotheken- befitzern geltend machen können". Der Antrag wurde ab- g «lehnt. Oie Hauptbegründung dieser Ablehnung aber, war: „Der Antrag sei geeignet, der Partei zu schaden, denn die Handwerker, welche in dieser Weise eine ge wisse Sicherheit der Existenz erhielten, würden sich von der Bewegung abwenden und der Partei in den Rücken fallen." — In einer in Nixdorf abgehaltenen socialdemo kratischen Parteiversammlung wurde beschlossen, zum An trag, betreffend die Diäten, die wohlhabenden Abgeord neten auszufordern, auf Diäten zu verzichten; ferner die Fraktion zu beauftragen, den Antrag auf gesetzliche Fest- egung des Achtstundentages und der Maifeier einzubringerr und endlich die Abgeordneten zu beauftragen, alljährlich iar Reichstage gegen den Etat zu stimmen. — sKolonialpolitisches.) Der Oberführer der ostafrikanischen Echutztruppe, Hauptmann von Natzmer, ist am Sonnabend von hier nach Neapel ab- gereist und wird am 25. September mit dem von dort ab- zchenden Dampfer der Deutsch.Ostafrika-Linie die Reise nach Dar es-Salaam antreten. — Eine Hinrichtung hat in Deutsch.Südwest afrika, wie jetzt berichtet wird, Ende Juli stattgefunden. Anfang dieses JahreS wurde zwischen Koß und Keetmans- ;oop eine Militärpatrouille meuchlings überfallen, wobei der Reiter Wilke getötet und der Gefreite Walter verwundet wurde. Die Mörder waren teils Buschmänner, teils Hotten totten vom Stamme der Bondelzwarts. Die Anstifter zu dem Ueberfalle waren zwei Glik der der Familie s>anacha, einer berüchtigten Räuberfamilie, die schon jahrelang den Nordosten des Karas-Gebirges unsicher machte. Fünf Teil nehmer an dem Ueberfall wurden gefangen genommen und der deutschen Behörde ausgeliefert. Die Untersuchung der Sache, die zu Keetmannshoop stattfand, war lang und mühevoll, da die Gefangenen sich durch unendliche Lügen rein zu waschen suchten. Sie verwickelten sich aber derart, >aß die Schuld aller fünf sich klar und zweifellos heraus- teilte. Der Bezirkshauptmann Dust leitete unter Beifitz weier Namaleute die Verhandlungen. Das Urteil lautete »ahin, daß die fünf Verbrecher auf Grund der §§ 48 und 211 des Reichsstrafgesetzbuches einstimmig zum Tode ver urteilt wurden; es fand die Bestätigung des Landes- -auptmanns, und die Hinrichtung sand Ende Juli durch Erschießen statt. — Ueber die Erschließung von Deutsch-Südwest- afrik a bringt die deutsche „Südafrikanische Zeitung" einen ülrtikel, in welchem eS heißt: „Die Zulassung englischen Kapitals kann der wirtschaftlichen Entwickelung des Landes nur dienlich sein, und vor politischen Uebergriffen brauchen wir nicht besorgt zu sein. Das Schlimmste ist nur, daß ich die Anlage von Kapital, sei es deutsches oder eng- ischeS, bisher in gar keiner Weife bethätigt hat. Seit 11 Jahren ist das Land in deutschem Besitz, Gesellschaften Deutsche» Reich. Dresden. Ee. Maj. der König hat zu genehmigen geruht, daß der Kaufmann de Liagre zu Leipzig den ihm von der Königin-Regentln der Niederlande unter ehren- voller Entlassung als Konsul der Niederlande verliehenen Titel eines General-Konsuls annehme und führe. — 24 September. Wie bereits erwähnt, nimmt auch dieses Jahr Se. Maj. der König mit anderen Fürstlich, keilen an den Kaiserlichen Jagden in Mürzsteg teil. Die Abreise Er. Majestät nach Wien erfolgt Sonntag abend. — Se. König!. Hoheit Prinz Georg beehrte gestern die von Ernst Arnold, König!. Hofkunsthandlung, arran gierte Ausstellung von Werken des Frankfurter Künstlers Hans Thoma mit einem Besuche. Leipzig, 24. September. Die Landtagswahlen werden hier nicht so ruhig vorübergehen, wie man an- genommen hatte, denn außer den Socialdemokraten werden auch die Antisemiten mit einem besonderen Kandidaten hervortreten. An der Thätigkeit des bisherigen Abgeord neten im Landtage, des Herrn vr. Schill, hat keine gegnerische Partei etwas auszusetzen; die Antisemiten aber find nicht mit dem Etadtverordnetenvorsteher Schill zu frieden und wollen ihre Unzufriedenheit bei der Landtags- wähl dadurch zum Ausdruck bringen, daß sie ihm in der Person des Lehrers Kleeberg einen Sonderkandidaten gegenüberstellen. Möckern bei Leipzig, 24. September. Auf Beschluß deS König!. Ministeriums des Innern und nach Beitritt des König!. KrtegSministeriums fand gestern vormittag auf dem neuen Kasernengebiete zu Möckern eine Verhandlung statt, an der Vertreter der beiden genannten Ministerien, der Kreishauptmannschaft, der Amtshauptmannschaft, der König!. Wafferbauinspektion, des Leipziger Stadtrates und des Gemeinderates zu Möckern beteiligt waren. Die Ver handlung war geheim. Wie man hört, hat dieselbe für Möckern nichts Günstiges erzielt.' »einen Dank aus.' — Ein Torpedoboot ist nach der Jammeibucht abge- gangen mit dem Auftrag für den Kreuzer „Gefion', von den Hebungsversuchen des Torpedoboots ,8 41' Ab- stand zu nehmen. Acht Leichen sind geborgen; fünf fehlen. — Ueber das Thema „Die fal sche Karte llpolitik, Deutschlands Verhängnis" veröffentlicht Hofpiediger a. D. Stöcker in der „Deutschen Evangel. Kirchenztg." einen zweiten Artikel der geplanten größeren Serie. Der selbe enthält vorwiegend Betrachtungen über die Haltung der offiziösen mittelpartetlichen Presse; am Schluß heißt es: Man hat gemeint, daß die Waldersee-Versammlung ein großer politischer Fehler war. Wenn es so war, so war es jedenfalls nicht die Stadtmisfion, die ihn bedingte, wenigstens ist sie nur freundlicher Anregung gefolgt, die ich als Leiter der Stadtmission mit Freuden begrüßen Mk.ßte. Hätte man ahnen können, daß der Prinz in so kurzer Zeit den Thron besteigen sollte, so würde man ver- mutlich von feiten des Hofes eine so bestimmte Fürsorge für das Stadtmissionswerk nicht begonnen haben; aber als die Beziehungen sich anknüpften, war der Prinz noch nicht Kronprinz, und man durfte annehmen, daß ihm in unserem socialen Zeitalter die enge Berührung mit den Verhält- niffen der Großstadt und ihrer Volksmasse von höchstem Werte sein könnte. Selbst der nachmalige Kaiser Friedrich hat sich, da die Sache an ihn herantrat, in freundlichem Sinne darüber ausgesprochen. Als die Verhältnisse am Kaiserlichen Hofe die tragische Wendung nahmen und für Prinz Wilhelm die Thronbesteigung näher rückte, erkannte dieser selbst, daß für den Thronerben die besondere Pflege eines vereinzelten Zweiges der inneren Mission unthunlich sei. So war die Waldersee-Versammlung als ein ab schließender Schritt gedacht. Ich kann deshalb in dieser Zusammenkunft keinen Fehler entdecken; im Grunde ist es doch das Natürlichste von der Welt, daß ein christlich ge- sinnier Prinz oder Monarch Liebesweiken, an deren Spitze ein Hosprediger stehl, seine Teilnahme schenkt. Dazu sind ja die Hofgeistlichen da. Nur das Mißtrauen des Fürsten BiSmarck und der Haß der mittelparteilichen Presse gegen das Christentum haben damals die Sache verdorben. Dieser Haß gehört leider zum Charakier des deutschen Liberalismus und ist eine der tiefsten Ursachen unseres Elendes. Berlin, 24. September. Die Kaiserin ist gestern abend 10Z Uhr von der Wildparkftation mittels Sonder zuges zum Besuch des Herzogs und der Herzogin Friedrich Ferdinand zu Schleswig-Holstein-Eonderburg-Glücksburg nach Schloß Glücksburg abgereist. Heute vormittag kurz vor 10 Uhr traf Ihre Majestät in Flensburg ein, wo die- selbe von dem Herzog Friedrich Ferdinand empfangen wurde. Derselbe geleitete Ihre Majestät sodann nach Glücksburg. Auf dem dortigen Bahnhof, wo die Ankunft gegen 11 Uhr erfolgte, wurde Ihre Majestät von der Her- zogin Karoline Mathilde empfangen. Die Kaiserin begab sich sodann, von einer zahlreichen Menschenmenge enthusi astisch begrüßt, nach dem Schlosse. — Von einer Begegnung des Kaisers Wilhelm mit dem Zaren auf dem Jagdschloß Rominten ist neuerdings in Ostpreußen gesprochen worden. Die „Kreuzztg." teilt mit, daß ihr von einem Zeitungsberichterstatter in Stallu- pönen eine Meldung der angedeuteten Art in Form eines gedruckten Manuskripts angeboten sei. Erkundigungen an unterrichteten Stellen haben ergeben, daß dort von einer Monarchenbegegnung nichts bekannt ist. — Der Kaiser hat durch seinen Hausmarschall auf den Sarg des gestern nachmittag auf dem Garnisonkirch- Hof in der Liesenstraße zur Ruhe bestatteten Wirk!. Geh Rats und ehemaligen Direktors im Ministerium des Kgl. Hauses Oskar von Schweinitz einen kostbaren, aus weißen Rosen, weißen Nelken und Tuberosen geflochtenen Kranz mit langer Atlasschleife, welche in Goldoruck die Kaiserlichen Initialen mit der Krone trug, niederlcgen lassen. Außer den nächsten Anverwandten, dem General- adjutanten und dessen Schwester, wohnten dem Begräbnis unter dem zahlreichen Gefolge auch die Räte und Beamten des Ministeriums des Kgl. Hauses bei. — In der „Braunschweigischen Landeszeitung" findet sich folgende Kundgebung über die Frage der Thronfolge in Braunschweig bezw. über die Heranziehung des Erb prinzen Georg Wilhelm von Cumberland zu derselben: „Nach der gegenwärtig in Gmunden herrschenden Stimmung ist eS zweifellos, bah der junge Weifensprotz in Kürze eine deutsche Lehr- austalt (vielleicht in Lübeck) beziehen und damit den ersten Schritt zu dem beginnenden Ausgleich thun wird. BIS jetzt hat der Prin, seine Ausbildung in Gmunden genossen; einer seiner Erzieher, ein Kandi dat der Theologie, ist ein Braunschweiger. In drei Jahren ist der Prinz volljährig. Wir Haden guten Grund zu der Annahme, daß in der Zwischenzeit die Thronfolgefrage in einer Weise geordnet wird, dah Prinz Georg Wilhelm Ende 1898 den Thron besteigen kann. BorauSsetzuvg ist dabei, datz er nicht nur auf einer deutschen Lehr anstalt eine nationale Erziehung erhält, sondern auch, daß er in das preutzische Heer eintritt und nach seiner Volljährigkeit aus eigener Kratt diejenigen Erklärungen abgiebt, an deren Abgabe jein Vater verhindert ist. Hierzu gehört vor allem die Anerkennung deS Deutschen Reichs mit allen seinen Einrichtungen, die Anerkennung des bisherigen Besitzstandes aller einzelnen deutschen Staaten als zu Recht bestehend, eine« Besitzstandes, welchen sich die einzelnen deutschen Staaten in der Reichsverfoflung gegenseitig verbürgt haben. Unterwirft sich der Prinz diesen Bedingungen, so ist alle Ausficht vorhanden, daß er das Elbe deS Herzogs Wilhelm antreten kann.' — In Kreisen, die dem Auswärtigen Amte nahestehen, verlautet, daß der deutsche Reichskanzler Fürst Hohen- lohe feine abermalige Reise nach Aussee dazu benützen werde, nochmals mit dem Grafen Goluchowski zu- sammenzukommen. Fürst Hohenlohe würde die leitenden Kreise Oesterreich - Ungarns über die in Petersburg ge troffenen Vereinbarungen zu unterrichten haben. Die letz teren beständen einerseits darin, daß Deutschland in Ost- afien das Verlangen Rußlands, nach welchem die Japaner die Räumung Koreas und der Halbinsel Liatong zu be schleunigen hätten, unterstützen werde, und daß sich anderer- seitS Bulgarien gegenüber sämtliche Großmächte vorläufig jeder Einmischung zu enthalten hätten, also auch von Ruß- land eine Anerkennung deS Prinzen Ferdinand nicht erfolgen werde. — Dem Vernehmen nach ist heute gegcn den Freiherrn von Hammerstein der Haftbefehl erlassen worden. — In der Notiz in vor. Nr. aus der „N. A. Ztg.", betnffend das Wahlergebnis von Groß-Wartenberg- „ . Oels, ist auf der dritten Zeile das Wort keineswegs nach bekannt zu sein. Sehr häufig hört man von Landes- Der betreffende Satz lautete in der kennern, die gelegentlich nach Kapstadt kommen und hier
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