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2679 und einem halben Dutzend silberner Löffel erfreut und durch die An sprachen der Herren Pastoren Immisch auS Göda, Jentsch aus Pohla und vr. Kalich aus Uhyst a. T., welcher Letztere die Glückwünsche der vormaligen Parochie des Jubilars überbrachte, besonders beglück wünscht. Auch sonst noch wurden dem Jubilar von Anverwandten und Freunden viele Geschenke und Beweise von Liebe und Freund schaft zu Theil. X Großröhrsdorf. Am 29. Septbr. Vormittags wurde die hiesige, nach dem Plane des Herrn Landbaumeister Canzler durch den Herrn Baumeister Nitsche hier erbaute neue Schule cingeweiht, nach dem sich die Schüler mit ihren Lehrern vorher in herzlicher Ansprache des Herrn C. Tzschaschel von dem alten Schulhause verabschiedet hatten. Der Weiheact selbst wurde durch Herrn Bezirks-Schulinspector Flade aus Kamenz nach einer vortrefflichen, auf Grund deS Bibel wortes: „Wo der Herr nicht das Haus bauet" lPsalm 127, 1) ge haltenen Rede, in welcher der irdische Bau mit dem geistigen Bau recht sinnreich verglichen wurde, vollzogen. Hieran schloß sich ein von dem Ortsgeistlichen, Herrn Pastor Schöpff, gesprochenes Weihegebet. Nach einem vom Herrn C. Tzschaschel mit seinem Chore gut aus- geführten Figuralgesange legte Schuldirector Haupt auf Grund des im Vestibüle angebrachten Spruches: „Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang" (Pf. 111, 10) den Kindern die Bedeutung des Tages ans Herz und zeigte ihnen, als was sie ihr Schulhaus ansehen müßten und wie sie in der rechten Weise für die gebrachten Opfer danken sollten, um ihnen sodann ein von einigen Herren und Damen gewidmete? Weihegeschenk, bestehend in einer prachtvollen Schulfahne, von der Firma Bessert-Nettelbeck in Dresden gefertigt, zu überreichen. Mit Worten der Anerkennung und des Dankes an die Gemetndevertreler übergab hieraufHr. Bezirks-Schulinspector Fl ade den Schlüssel durch den stellv. Vorsitzenden des Schulvorstandes an Director Haupt, welcher das Portal öffnete, worauf dann sämmtliche Kinder in die für sie bestimmten Lehrzimmer strömten, um ein Festbrotchen in Empfang zu nehmen und, nach erfolgter Ansprache von Seiten der Lehrer, sich zu dem als dann stattfindendsn Festzuge zu rüsten. Das Schulhaus ist mit einem Aufwande von ca. 100,000 erbaut worden, enthält außer der ge räumigen Wohnung des Directors noch zwei Lehrerwohnungen, und im Souterrain eine Wohnung für den HauSmanu, 8 Classen-, 1 Expe- ditions- und Konferenz- und 1 Bibliothekzimmer. Es ist mit Heiß wasserheizung versehen, gebaut von Haag in Augsburg; die Klassen zimmer sind mit zweisitzigen Subsellien ausgestattet. Nachmittags 2 Uhr fand zu Ehren des Tages ein Festdiner statt. -8 Zittau, 2. October. Wie wir soeben erfahren, soll heute früh ein Knecht des Gutsbesitzers Prescher in Olbersdorf unweit der Hütter'schen Schankwirthschaft hier, nachdem er sich noch mit einem anderen Kutscher gegrüßt hatte, plötzlich vom Wagen gestürzt und todt aufgehoben worden sein. Dresden, 2. Oktober. Se. Majestät der König sind gestern von Wien im königlichen Jagdhause zu Rehefeld eingetroffen. Ihre königlichen Hoheiten der Prinz und die Frau Prinzessin Georg sind gestern Nachmittag nach München gereist. — Se. königl. Majestät haben geruht, den Geheimen Justizrath bei'm Justizministerium Scipio Agricola Herbig unter Beilegung des Charakter? eines Geheimen Rathes in der 2. Classe der Hofrang ordnung zum Director im Justizministerium, den Appellationsrath bei'm Appellationsgericht zu Dresden Hermann Mettler zum Geh. Justizrath bei dem Justizministerium und den Gerichtsrath bei'm Be zirksgericht Chemnitz Heinrich Rudolf Schurig zum Appellationsrath bei dem Appcllationsgericht zu Dresden zu ernennen, ferner den Ge- richtsräthen vr. Friedrich Moritz Flemming bei'm Bezirksgericht Dresden, Wilhelm Lebrecht Irmer bei'm Bezirksgericht Chemnitz und Emanuel Martin Aurel v. Schlieben bei'm Bezirksgericht Zittau, ingleichen dem Vorstand des Gerichtsamts Schandau, Gerichtsamtmann Heinrich Tränkner, dem Vorstand des Gerichtsamts Pulßnitz, Ge richtsamtmann Carl Emil Fellm er und dem Vorstand des Gerichts amts Geithain, GerichtSamtmann Theodor Otto Berndt, die nach gesuchte Versetzung in Ruhestand mit der gesetzlichen Pension unter Belassung ihres Titels und Ranges zu bewilligen. Weiter haben Se königliche Majestät die Versetzung der Gerichtsräthe Gustav AmadeuS Schmelz bei'm Bezirksgericht Borna, Carl August Sieber bei'm Bezirksgericht Meißen und Johannes Heinrich Hardraht bei'm Be zirksgericht Mittweida, ingleichen der Gerichtsamtmänner Julius Kühn bei'm Gesichtsamte Johanngeorgenstadt und Reinhold Rudolf Bätz bei'm GerichtSamte Königstein in gleicher Stellung, und zwar Schmelz's, Sieber's und Hardraht's beziehendlich zu den Bezirksgerichten Chem nitz, Leipzig und Dresden — Kühn's und Bätz's dagegen beziehendlich zu den Gerichtsämtern Geithain und Schandau zu genehmigen, auch die Assessoren Polydor Arthur Möhn bei'm Bezirksgericht Dresden, Oscar Wilhelm Franz beim Bezirksgericht Chemnitz, Julius Adolf Moritz Lehmann bei'm Bezirksgericht Zwickau und Moritz Hermann Tränkner bei'm Gerichtsamte Leipzig I, zu Gerichtsräthen — Möhn bei'm Bezirksgericht Dresden, Franz bei'm Bezirksgericht Chemnitz, Lehmann bei'm Bezirksgericht Zwickau und Tränkner bei'm Bezirks gericht Leipzig — endlich die Assessoren Gustav Richard Brunst bei'm Gerichtsamte Döbeln, Georg Hermann Bauer bei'm Bezirksgericht Annaberg und Bruno Victor Jahn bei'm Bezirksgericht Plauen zu Gerichtsamtmännern beziehendlich bei den Gerichtsämtern Königstein, Johanngeorgenstadt und Pulßnitz zu ernennen, auch dem Hofzahlmeister, Kammcrrath Carl Heinrich Gustav Jäppelt, das Ritterkreuz 1. Cl. des Verdienstordens zu verleihen geruht. — Dem Geheim-Secretair im Ministerium der auswärtigen An gelegenheiten, Friedrich Oswald Richter, ist die nachgesuchte Ent lassung unter Gewährung der gesetzlichen Pension bewilligt worden. — Gestern und heute, sind circa 1200 preußische Reservisten mittelst Extrazuges aus Elsaß und Lothringen kommend hier durch nach Schlesien befördert worden. Auch langten 359 Mann und 3 Offiziere vom sächsischen Regiment Nr. 105 hier an. Diese Truppen theile hatten bisher in Straßburg und Schlettstadt garnisonirt. — Der frühere Bürgermeister zu Dahlen und vor einigen Jahren sserher übergesiedelte Advocat Herr Hermann Schubert verläßt Dresden wiederum, da er von der Commun-Repräsentanz zu Pulsnitz einstimmig als Bürgermeister dorthin berufen worden ist. Berlin, 2. Octbr. Der Kaiser erledigt auch während seines jetzigen Aufenthaltes in Baden-Baden täglich daselbst die laufenden Negierungsgeschäfte und nimmt regelmäßig die Vorträge des Militair- und des Civil-Cabinets, so wie des Oberhof- und Hausmarschalls Grafen von Pückler entgegen. So weit bis jetzt bestimmt, wird Se. Majestät um die Mitte October von Baden-Baden nach Berlin zu rückkehren. — Der BundeSrath hat in seiner Sitzung vom 21. v. M. von der Seitens des Reichscanzlers vorgelegten Nachweisung über die den einzelnen Bundesstaaten bis Ende Juni d. I. überwiesenen Be träge an Reichs-Silber-, Nickel- und Kupfermünzen Kennt- niß genommen. Die Summe der bis Ende Juni d. I. überwiesenen Reichsmünzen belief sich auf 245,038,978,68^, nämlich Silbermünzen: 39,685,505 ^8 Fünf-Mark-Stücke, 126,199,539 ^8 Ein-Mark-Stücke, 22,608,490 ^. 50-Pfennigstücke; 24,102,179,80 20-Pfennigstücke; Nickelmünzm: 16,055,558,80 ^ 10-Psennigstücke, 8,882,958,40^6 5- Pfennigstücke ; Kupfermünzen: 4,788,833,74 ^6 2 - Pfennigstücke, 2 715,914,94 1-Pfennigstücke. — In derselben Sitzung nahm der BundeSrath auch von der Seitens des Reichscanzlers vorgelegten Uebersicht der Ergebnisse deS Heeres-Ergänzungs geschäfts im Reichsgebiet für das Jahr 1875 Kenntniß. Nach derselben waren von 1,043,517 Restanten der 15 Armee-Corps-Bezirke 117,245 ausgehoben, 15,068 überzählig geblieben, 14,489 freiwillig nngetreten, 71,297 der Ersatzreserve 1., 57,357 der Ersatzreserve II. überwiesen. Von den Ausgehobenen waren 112,298 für das Heer zum Dienst mit der Waffe, 3I52 ohne Waffe, für die Flotte 677 auS der Land-, 1118 aus der seemännischen Bevölkerung bestimmt. Im Königreich Bayern waren von 94,231 Restanten 11,541 ausgemustert, 3685 der Ersatzreserve I., 8882 der Ersatzreserve H. überwiesen, 17,846 ausgehoben, 7026 überzählig geblieben, 1580 freiwillig ein getreten. — Der Oberst Krause, Abtheilungs-Chef im Großen General stabe, und der Hauptmann Villaume vom Großen Generalstabe haben sich gestern in Folge allerhöchster telegraphischer Ordre als Deputation des Großen Generalstabes nach Parchim begeben, um der dort stattfindenden Enthüllungsfeier des für den General- Fcldmarschall und Chef des Großen Generalstabes Grafen v. Moltke errichteten Denkmals beizuwohnen. — Wie die „Köln. VolkSztg." hört, haben die preußischen Bischöfe beim Ministerium zu Gunsten der durch das Gesetz vom 7. Juni v. über die Aufsichtsrechte des Staates bei der Vermögen»- Verwaltung in den katholischen Diöcesen angeblich schwer beeinträchtigten