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Unterbrechung der Mrlverhandtnngen. Dr. Ritter nach Berlin zurückgekehrt. Der zur Verhandlung über die Markfrage nach Brüssel entsandte deutsche Unterhändler Dr. Ritter ist nach Berlin zurückgekehrt. Es verlautet, daß die deut schen und belgischen Sachverständigen ihren Regie rungen über die in Brüssel stattgehabten Verhand lungen Bericht erstatten werden und daß die Bespre chungen in einigen Tagen in Berlin fortgesetzt werden. Die belgischen und deutschen Sachverständigen haben in Brüssel am Freitag nachmittag, Sonnabend früh und Sonnabend nachmittag sowie Montag früh Sitzun gen abgehalten. Aus belgischer Quelle verlautet, daß die Besprechungen sich nur auf die von Belgien und Deutschland vorgeschlagenen Entschädigungssummen für die in Belgien verbliebenen Markbestände bezogen haben. Es scheint, daß Belgien nicht mehr auf der Forderung von 37 Jahreszahlungen von je 25 Mil lionen Mark besteht. Es wurde aber noch keinerlei Uebereinkommen getroffen. Hilferding über die AinanMe. Aus dem Reichstag. - Berlin, 18. Juni 1929. Die heutige zweite Beratung des Haushalt der alt-- gemeinen Finanzvcrwattung leitete Reichsfinanzminister Dr. Hilferding mit einer längeren Rede ein. Er gab nochmals die Gründe an, aus denen die Regierung es für notwendig hielt, einen Defizitetat zu vermeiden. Er schilderte dann die Verhand lungen im Reichstage, die, um die Steuervorlagen über flüssig zu machen, zu einer weiteren starken Einengung des Etats führten. Verblieben sei noch ein Fehlbetrag von 22 Millionen. Darüber hinaus würden bis zur dritten Lesung noch einige Erhöhungen auf der Ausgabenseite nötig sein, die durch außerplanmäßige Ausgaben, beispielsweise durch die Lohnerhöhung für die Reichsarbeiter, bedingt seien. Die Schwierigkeiten der Kassenlage hätten durch die steuerfreie Reichsaulrihe eine starke Erleichterung erfahren. Er begründete nochmals die Notwendigkeit dieser Anleihe. Kurzfristige Anleihen in Deutschland waren damals kaum möglich, aber auch die langfristige Anleihe hat unter den Zeitverhältnissen gelitten. Der Geldmarkt hat inzwischen eine Erleichterung erfahren, die deutsche Währung hat sich als absolut gesichert erwiesen. Tas Ergebnis der Pariser Verhandlungen stellt uns vor neue Aufgaben auch in der Finanzpolitik. In erster Linie ist die Klärung der Finanzlage notwendig. Das aus 1928 übernommene Defizit von 150 Millionen mutz noch aus den Ergebnissen dieses Etatsjahres abgedeckt werden. Für 1930 müssen wir zu einer Klärung des fi nanzpolitischen Verhältnisses zwischen Reich und Ländern kommen. Die zum Teil recht grotzen Abfindungen, die die Länder vom Reich verlangen, sollen in einem Gesetzentwurf geregelt werden, der demnächst vorgelegt wird. Notwendig ist auch die baldige Verabschiedung des Steuervereinheit lichungsgesetzes. Auch die Veränderung der Stellung der Reichsbahn erfordert eine finanzpolitische Regelung. Ein er schöpfendes Finanzprogramm werde ich vorlegen in dem Zeitpunkt, wo ich politische Handlungsfreiheit' habe. Aba. Dr. Quaatz (Dntl.) wies darauf hin, daß sei der Inflation noch nie ein Etat so spät verabschiedet wo ben sei. Zu dem rosenroten Optimismus des Ministers liegt keine Veranlassung vor. Der Etat ist frisiert; tatsäch lich übersteigt das Defizit eine halbe Milliarde. Warum wird dem Ausland eine gar nicht vorhandene Leistungs fähigkeit vorgespisgelt? Ein Bettelpfennig ist uns in VariS hingeworfen worden. Wir übernehmen die Staatsschulden der Vertragsgegner. Wie hoch soll die Not des deutschen Volkes noch steigen, bis die Reichstagsmehrheit endlich^ ein mal sagt: bis hierher und nicht weiter! Die Sachverständi gen haben ihre Unterschrift nach unserer Auffassung nicht un beeinflußt geleistet. Ich frage den Minister, ob es richtig ist, daß der Reichskanzler mit Wissen der Reichsregierung an die Sachverständigen einen Brief geschrieben hat des In halts, daß die Reichsregierung der Ansicht sei, daß der Man angenommen werden müsse, auch wenn wirtschaftliche Erwägungen dem entgegenstehen. (Beifall und Händeklat schen rechts.) Abg. Keil (Soz.) warf den Deutschnationalen vor, daß sie, nachdem es ihnen gelungen sei, eine finanzielle Mißwirtschaft der Regierung festzustellen, ihre Hoffnungen vetzt auf die Zukunft setzten. Wenn die Daweslast um 700 Millionen jährlich erleichtert wird durch das Ergebnis der Pariser Verhandlungen, so kann man das nicht, wie Dr. l Ouaatz, einsn Bettelpfennig nennen. Wir akzeptieren das Pariser Ergebnis, wenn wir auch noch nicht wissen, wie der neue Mechanismus funktionieren wird. Das durch die Sün den der Vergangenheit entstandene Defizit muß gedeckt wer ben. Vorher lehnen wir eine Steuersenkung ab. Von den Deutschnationalen ist inzwischen ein Mitz- traucnSantrag gegen den Reichsfinanzminister eingcgangen. Die Beratungen wurden darauf unterbrochen zur Vor nahme der Abstimmungen über den Etat des Neichswrhr- ministcrinrns. Der Hseresetat wurde in der Ausschußfassung ange nommen, ebenso die Ausschutzentschließung zu Gunsten der Gemeinden, die von der Zusammenlegung von Garnisonen betroffen werden. Die kommunistische Entschließung, den Angehörigen der Wehrmacht das Wahlrecht zu gewähren, wurde in namentlicher Abstimmung mit 226 gegen 153 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten abge lehnt. Angenommen wurde eine deutschnationale Entschlie ßung, wonach den kleinen Standorten in den östlichen Grenz bezirken (Züllichau, Namslau, Militsch, Leobschütz) ihre Gar nisonen belassen werden sollen. Die panzerkreuzerrate bewilligt. Auch der Marine-Etat wurde in der Ausschußfassung angenommen. Neber den kommunistischen Antrag auf Strei chung der zweiten Rate für den Panzerkreuzer wurde in namentlicher Abstimmung entschieden. Für die Streichung stimmen Kommunisten nnd Sozialdemokraten; der Reichs kanzler und die sozialdeinokratischen Minister stimmten da gegen. Der Streichungsantrag wurde mit 224 gegc« 1S3 Stimmen bei S Enthaltungen abgelehut. Auf Antrag der Kommunisten wird dann auch über die Schlutzrate für den Kreuzer „Köln" namentlich abgestimmt. Der Streichungsantrag wurde mit 334 gegen 44 Stimmen abgslehnt. Der kommunistisch« Mitztrauensantrag gegen den R-ichswehrminister Groener verfällt gegen die Stimmen drr Kommunisten und der Rational-Gozialisten der Ab lehnung. Damit waren die Abstimmungen zum Etat des Reichs wehrministeriums erledigt, und das Haus setzte die Aus sprache zum Haushalt der allgemeinen Finanzverwallung fort. Abg. Dr. Brüning (Ztr.) und Abg. Dr. Bredt (Wirtschp.) sahen den Grund für die heutige Finanzlage in der verfehlten Finanzwirtschaft der letzten 4 Jahre. Steuer senkungen seien notwendig. Abg. Dr. Kulenkampff (D. Vp.) forderte ausgesprochenen Willen zur Sparsamkeit bei Reich, Ländern und Gemeinden. Die Wirtschaft sei heute unser Schicksal; der Finanzminister müsse hart werden. Abg. Leicht (Bayer. Vp.) erklärte, mit den Zuschüssen für dw Arbeitslosenversicherung müsse es ein Ende haben. Abg. Mollath (Wirtschp.) kritisierte die Rede des Abg. Keil und unterstrich die Räumungsforderuna. Abg. Feder (Nat.-Soz.) meinte, Paris habe die Gesamtlast der Repa rationen noch erhöht. Abg. v. Sybel (Christl.-Nat. Bau ernp.) sah im Anleihemißerfolg einen Beweis dafür, daß das Vertrauen zum Finanzminister fehle. Nach kurzen Ausführungen des Abg. Garns (Dntl.) vertagte das Haus die Weiterberatung auf Mittwoch. Das wassenstamnde OestenM. Briand hat Angst. , Als Präsident der Botschafterkonferenz hat Briand iem Generalsekretär des Völkerbundes, der die Rats- .nitglieder sofort entsprechend verständigt hat, mitge teilt, daß das Liquidationsorgan der Interalliierten Militärkontrollkommission in Oesterreich seine Tätigkeit eingestellt hat. Als Anhang zu dem Schreiben wird u. a. ein Auszug aus dem Schlußbericht des Liqui-- vationsorgans vom 31. Januar 1928 veröffentlicht, Fn diesem wird die Frage, ob die Entwaffnung Oester-i ceichs bei Fortgang der Liquidationskommission als völlig beendet betrachtet werden kann, verneint. Die Vertreter seien überzeugt, daß Oesterreich Kriegsmaterial der Kontrolle entzogen habe nnd daß nsbcsondere noch Mitrailleusen, Gewehre und Mnui- ion vorhanden seien, mit denen im Notfall Verbände ausgerüstet werden könnten. Man glaube nicht, daß die Regierung und das Volk den Krieg wolle, im Ibrigen sei Oesterreich unfähig, Krieg zu führen. Jn- ressen könnte sich die Geistesverfassung in Zukunft Indern und Oesterreich könne alsdann einen nicht zu interschätzenden Schutz für einen kriegführenden Staat wdeuten. NeulMes Reich. — Berlin, den 19. Juni 1929. ' Der Tariferhöhuugsantrag der Reichsbahn, der insbesondere für die Polsterklasse eine Fahrpreiser höhung vorsieht, hat dem Verein zur Wahrung der wirt schaftlichen Interessen im Rheinland und Westfalen Veranlassung gegeben, zugleich im Namen der Arbeits gemeinschaft der Ruhrhandelskammern, der nordwest lichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahl industrieller, des Stahlwerkverbandes und des Berg werkvereins Essen an die zuständigen Reichs- und Staatsministerien die Bitte zu richten, unter allen Um ständen für eine Verhinderung der Tariferhöhung Sorge zu tragen. Die Eingabe gelangt zu dem Schluß, daß zur Vermeidung der Tariferhöhung die der Reichs bahngesellschaft auferlegte allgemeine politische Be lastung vom Reich schon baldmöglichst eine Erleich terung erfahren müsse, die eine Deckung der durch den vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärten Schiedsspruch entstandenen Mehraufwendungen ermög liche. AvÄMds-RMdWm. Hoover wünscht ein allseitiges Flottenabkommen. Es scheint fast, als ob Macdonald bei seinem Vorstoß in der Flottenabrüstungsfrage in Amerika nicht das Entgegenkommen gefunden hat, das er er wartete. Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" bestätigt, daß der amerikanische Botschafter bei der Aussprache mit Macdonald die Frage einer förmlichen Einladung nicht berührt habe. Im Zu- iammenhang mit den beginnenden Verhandlungen dürfe nicht übersehen werden, daß sich die Flottenabrüstungs- bcsprechungen auch auf die übrigen Mächte erstrecke'.; müßten. London und Washington würden daher zu nächst in einen Meinungsaustausch treten, um eine geeignete Grundlage für die Verhandlungen mit den drei anderen Machten zu finden. Paris wirbt Studenten. Hervorragende Stiftungen des Auslandes. Eine Zehnmillionen-Stiftung von Emil Deutsch de la Meurthe hat, wie wir dem „Schweizer Echo" entnehmen, die von der Regierung dabei unterstützte Universität Paris in den Stand gesetzt, in großartiger Weise die traurigen Unterkunftsverhältnisse für Studen ten zu verbessern. Auf der Höhe des Parks Mont- souris wurde als Beginn einer Studentenstadt ein Studentenheim errichtet. 1921 kaufte die Regierung ein Gelände von 28 Hektar an und schenkte es der Universität. Heute umfaßt das Bauland 40 Hektar, darunter die Hälfte für Sport- und Spielplätze, Schwimm- und Parkanlagen. Für den Bau und Be trieb ist eine Stiftung begründet, die den fremden Ländern unentgeltlich die für den Bau ihrer Studen tenheime nötigen Bauplätze überläßt. „Das ließen sich andere Länder nicht zweimal sagen," heißt es ru dem Artikel des erwähnten Schwei zer Blattes. Bis Ende 1928 wurden der Pariser Universität folgende Stiftungen zugcwendet: Stiftung Deutsch 340 Zimmer, kanadische Stiftung 45 Zimmer, Stiftung Biermans-Lapotre (Belgien) 220 Zimmer, argentinische Stiftung 75 Zimmer, Stiftung des Land wirtschaftlichen Instituts 150 Zimmer, japanische Stif tung Satsuma 60 Zimmer, Stiftung der Vereinigten Staaten 275 Zimmer, britische Stiftung 300 Zimmer, schwedische 40, holländische 100, spanische 150, arme nische 58, Indochina 100, kubanische 50 und Stiftung Monaco 50 Zimmer. In Aussicht stehen die Grün dung von Heimen für dänische, griechische, norwegische, polnische, tschechoslowakische, brasilianische, colum bische und venezuelische Studenten. John D. Rockefeller Sohn hat 2 Millionen Dollar gestiftet für die allgemeinen Einrichtungen der Uni versitätsstadt, für Restaurants, Versammlungs-, Fest-, Musiksüle, für Turn- und Sportanstalten, Schwimm bad, Bibliothek, Apotheke usw. Eine Familie Mann heimen hat eine Jahresrente von 9000 Franken für die Bibliothek ausgesetzt. Der mittlere Preis eines Dev »«Vtovene Sokir non LlsbotS, Dovvtiuvt 11. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Meinetwegen denn — — tun Sie es immerhin, wenn Sie Ihrem Vater durchaus noch mehr Kummer und Sorge bereiten wollen," rief er jetzt, am Ende sei ner Geduld. Er sah wohl, daß gegen ihren Trotz nicht anzukämpfen war: „Ich hindere Sie nicht, aber — — nützen wird es Ihnen auch nicht, das sage ich Ihnen im voraus adieu!" Er zog den Hut und ging fort. Mit Inges Fassung war es vorbei. Sie brach in Tränen aus. Da kehrte er die wenigen Schritte zurück und betrach tete sie sekundenlang, die Arme über der Brust gekreuzt. „Warum weinen Sie eigentlich, Fräulein Inge? Um den Burschen? Doch wohl kaum. Sondern, weil Sie Ihren Willen bei mir nicht durchsetzen können. Halt — sehen Sie mich nicht so bitterböse an. Ich will Ihnen ein klein wenig entgegenkommen, um Ihrem Mitleid für „den armen Entlassenen" Rechnung zu tragen, und — da mit Sie sehen, daß ich nicht so „furchtbar grausam" bin." Inge sab schnell auf. „So wollten Sie selbst ihn wieder — einstellen?" „Nein — — so wenig fest steht mein Wille denn doch nicht." Er lächelte. Inge machte ein enttäuschtes Gesicht. „Ihm aber zur Erlangunq einer anderen Stellung behilflich sein," erwiderte Williams. „Sie wollen ihn durchaus von hier fort haben?" Plötzlich fielen Inge Franz Lindens Worte „Er fürchtet sich vor mir" ein. Warum fürchtete Mr. Williams ihn? Sie warf einen raschen, verstohlenen Blick auf den Amerikaner. Der sab nicht aus, als ob er sich fürchten könne, aber etwas mußte er doch haben. „Ja — — er soll fort von hier," gab Williams jetzt fest zur Antwort. „Er ist ein gefährlicher Bursche, und wenn er hier in unserer Mitte bleibt, so kann der Streik jeden Augenblick von neuem losgehen, und wir kommen nie zu Frieden und Ruhe. Seine leidenschaftlichen Reden zünden, wie die Erfahrung gelehrt hat. leider nur zu leicht." Also das war e „Was wollten Sie sonst für Franz tun?" fragte Inge jetzt sehr schüchtern. „Ich will ihm ein Entlassungszeuqnis geben, was er eigentlich durch sein ungehöriges Betragen verwirkt hat — ich will den Grund seiner Entlassung verschwei gen. Damit findet er leicht eine andere Stellung." „Das wäre allerdings eine kleine Entschädigung — — ich will versuchen, ob ich ihn mit dieser Aussicht trösten kann." „Sie Fräulein Inge? Ich verstehe nicht ganz. Sie wollten ihn doch nicht etwa persönlich — —" „Gewiß," fiel sie ihm ins Wort, „ich versprach, ihm heute nachmittag Bescheid zu geben hier im Garten, und ich werde mein Wort halten." „Ich rate Ihnen, nein, ich möchte sogar den bestimm ten Wunsch aussprechen, daß Sie fernerhin jegliche Be gegnung mit dem Monteur vermeiden." „Er war mein Spielkamerad, immer treu und gut zu mir und" — — wieder regte sich das trotzige, aufieh- nende Gefühl in ihr „ich kann tun und lassen, was ich will." „In diesem Falle doch wohl nicht, Fräulein Inge." Seine Stimme klang ruhig, aber sehr ernst. „Es liegt mir ferne, in irgend einer Privatangelegenheit bestim mend auf Sie einwirken zu wollen. In dieser Sache jedoch stehe ich gewissermaßen an Stelle Ihres Vaters, und als solcher — — verbiete ich Ihnen jede weitere Zusammenkunft." Inge war bis unter die Haare erblaßt. Auf einen solchen Ausgang war sie zu wenig vorbereitet gewesen, uw sogleich eine schlagfertige Entgegnung zu finden. Sie schlug die Augen zu Boden und krampfte die Hande in einander. Ihr Herz schlug stürmisch. Da hielt ibr Williams plötzlich die Zand hin. „Zürnen Sie mir nicht, Fräulein Inge — — ich konnte nicht anders handeln, nnd glauben Sie mir. daß meine Maßregeln notwendig sind. — — Nun? Wollen Sie mir Ihre Hand nicht geben?" Sie rührte sich nicht. Williams wartete noch eine Weile, dann murmelt« er etwas zwischen den Lippen, das wie Trotzkopf klang, — es konnte auch etwas anderes heißen, — zog grü ßend den Hut und entfernte sich. Inge biß sich auf die Lippen, um nicht laut aufzu schreien. Ein wehes Gefühl krampfte ihr das Herz zu sammen. Aber diesmal war es nicht das Mitleid mit dem Spielgefährten. — — An den dachte sie kaum, sondern an den, den sie ohne ein freundliches Wort, ohne ihm die Hand zu geben, von sich hatte gehen lassen. Aber sie hatte es nicht über sich vermocht. Sein „ich verbiete! es" klang ihr zu laut in den Ohren. Und diese Worte richteten jetzt einen neuen Aufruhr! in ihrem Innern an, schlimmer als der Streik der Nr«! beiter heute morgen — — Sie panzerte sich mit einem Trotz, der sie den Entschluß fassen ließ, doch noch zum Vater zu gehen und ihn um seine Vermittlung zu bitten. Langsam ging sie zur Villa zurück nach ihres Vaters Zimmer. Sie hatte schon die Hand auf den Drücker ge legt — — mit einem Male sank sie herab. Sie wandte sich ab. schlich in ibr Zimmer nnd brach in Tränen au--. Als Franz Linden zur bestimmten Stunde im Park erschien, um sich die heißersehnte Antwort zu holen war tete er vergebens auf seine Svielgefäbrtin. Zähnekni^ schend nnd dumpfe Flüche ausstoßend, verließ er endlich den Gerten. Er mußte nur zu gut. wem er Iuges Fern bleiben zuzuschreiben hatte: dem Manne, dessen Willen sich alles lächerlicherweise beugte. (Fortsetzung folgt.)