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überhaupt, noch bis in sein hohes ch Erl Un Die ntherwellen-Musik de, zur selige, die ihre Scheckbücher zückten und W- erk die Zukunft erweisen. Karl Kasper. und mutz des woi Der Notor wies clec Schiffahrt keine neuen Wege, loudern machte fich nur in viel bescheidenerem Matze nützlich. kar die vesoneleren Lrfolg versprach «Ne Linfchienenbahn, doch schlug der neuzeitliche Verkehr ganz andere Wege ein diei bcii diel den der da. bei Ve tag uni 8ei mn ver zeb Äh der M ktn tan Pc ha Mi, der tor Sä bi 10 Dc sch pr< lick Ne an lau Ze der der dei der Ar da 2s Konstruktion eines Schwingenflug- zeuges arbeitete, das den Prizipien des Vogelslnges nachgcahmt war, wäh rend in der Zwischenzeit das Propeller- flugzeug bereits auf der ganzen Linie ge siegt hatte. Viele Jahre hindurch arbeitete der greise Konstrukteur an der Aus bildung und Formung des letzten Mo dells, von dem er sich endlich die lang- crwaricte Bestätigung der Richtigkeit seiner Anschauungen versprach, als im Jahre l!)27 ein Wirbelsturm den Flug hafen Tempelhof heimsuchte und den Schuppen vernichtete, der das vor dem Start stehende Modell barg. Wir haben auch nichts mehr von der Einschienenbahn gehört, für die wel jäh Mann, der erst noch erfinden soll, aus einer Schar von Kandidaten ausgesucht, damit die vorhandenen reichen Mittel und Möglichkeiten dem Würdigen zufallen. Ob dieses Verfahren nachahmenswert sein oder auch zu den trügerischen Erfindcrhoffnungrn gehören wird, kann erg Jüngst, nach seiner Rückkehr aus Amerika, äußerte sich Dr. Eckener vor der Presse über die Bedeutung des Erfindertums für die Volkswirtschaft u. a. wie folgt: „Man erkennt vielfach selbst in den maßgebenden Kreisen nicht genügend, wie unendlich wichtig die moralische und materielle Stellung des Erfindertums ist. Wie viele Er findungen, durch die ganze Wirtschaftszweige, die jetzt der schlechten Konjunktur zu erliegen drohen, einen neuen, ge waltigen Impuls erhalten könnten, mögen bis ins kleinste ausgearbeitet existieren, nur daß weder Mittel noch Gelegenheit vorhanden sind, sie an den Mann zu bringen." Mit diesen Worten wird ein heikles Problem berührt, um dessen Lösung man sich zwar schon seit längster Zeit Oie umwälzencke „Urkraft" des Obcröstcrreichcrs SchaP- peller entpuppte sich als phan tastischer Blusf. erhebliche Mittel zur Verfügung stellten. Niemand hat den Apparat arbeiten sehen, niemand unterzog die technischen Darlegungen einer ernsthaften Prüfung, aber alle Beteiligten waren höchst über rascht, als der nicht länger aufzu schiebende Zusammenbruch eines schönen Tages einttat, der Erfinder selbst auf längere Zett Staatspension bezog und damit auch dieser Traum zerronnen war. Ernüchterungen und Enttäuschungen bleiben nun freilich auch bei solchen Erfindungen nicht aus, die an sich durch aus ernsthaft gemeint, für die aber be- vas Wüstenschiff cles Lrfinckers vischoff in kiel, eine mit Begeisterung aufgenommenc „Idee", von der man nichts wieder hörte. Vie elektrische Ohacaktermessung des ukrainischen Arztes Dr. Z. Bißky ver sagte in der Praxis völlig. selten Geldmittel und Vorschußlorbeeren für Erfin dungen höchst zweifelhaften Wertes verhältnismäßig leicht zu haben gewesen sind. Gerade im letzten Jahr haben wieder einige solcher Vorkommnisse von sich reden gemacht. Die größte „Sensation" war zweifellos die Raumkraft - Erfindung des Herrn Schop pe Iler auf Schloß Arolzmünster in Oberösterreich. Nichts Geringeres als die Entdeckung der sogenannten Urkraft sollte diesem modernen Alchimisten gelungen sein. Starkstrom auf 100 Kilometer Entfernung drahtlos zu übertragen, kalte Winter in warme Sommer zu ver wandeln und vor allem Benzin, Sl, Dampf aus der Energiewirtschaft auszuschalten, all das sollte die Aus nutzung der „Potenzial-Differenz zwischen Erde und Kosmos" ermöglichen. Sicherlich eine phantastische An gelegenheit, aber noch phantastischer war es, daß nam hafte Industrielle Summen zur Verfügung stellten, die sich insgesamt auf etwa eine halbe Million Mark be liefen. Das Geld ist fort, der Traum von der Aus- Als er damals in einer wissenschaftlichen Zeit schrift einen Aufsatz darüber veröffentlichen wollte, hielt die Redaktion seinen Plan für eine Narrheit und kündigte ihm die Mit arbeiterschaft. Fünfzehn Jahre später wurde dem Professor A. Graham Bell in Boston ein Patent für ein Sprechtclephon gewährt. Zwar behauptete der Professor Elisha Gray, daß Bell diese Erfindung von ihm gestohlen hätte, was auch von einem Patentamts-Examinator unter Eid bekräftigt wurde. Und während sich diese beiden „Erfinder" in Amerika herum- stritten, tauchte der Name von Philipp Reis, bemüht, das aber heute, im Zeichen des Imperativs „Ver geude keine Energie!", größere Beachtung verdient als je. Dr. Eckener, der hier als warmherziger Anwalt des Er- findsrstandes auftritt, wozu er zweifellos auf Grund feiner Leistungen berufen ist, mag anläßlich der letzten Triumphfahrten des Zeppelinlustschiffes vor allem an das Schicksal jenes Mannes gedacht haben, dessen technische Phantasie und genialer Gestaltungswillen es ermöglicht haben, daß heute Meere und Kontinente im „Luftkreüzer" überflogen werden können. Und sicher hat die Erinnerung an die ungeheuren Schwierigkeiten, die dieser geniale Er finder zu überwinden hatte, ihn veranlaßt, darauf hin- zuwcisen, daß es so manchem seiner Schicksalsgenossen nicht gegeben ist, gegen die Gleichgültigkeit der Mitwelt ebenso siegreich anzukämpfen wie er, und die daher, meist schon aus Kapitalmangel, um die Früchte ihrer Arbeit gebracht werden. Die Geschichte des technischen Fort schritts ist leider nur allzu reich an bitteren Tragödien solcher Persönlichkeiten, die, weil sie nicht geschäftstüchtig genug waren, ihre kühnsten Erfinderträume in nichts zer rinnen sehen mußten, während geriebenere Geschäftemacher nach ihrem Tode, oft aber auch bereits zu ihren Lebzeiten den Goldgehalt ihrer „Idee" witterten und für sich aus- zumünzen verstanden. Nur einige Beispiele, wahllos herausgegriffen: Joseph Ressel nahm bereits 1827 nicht weniger geschickt verstanden hat, eine Reihe prominenter Geldgeber zu finden, die auf seine Blufftheorien hereingefallen sind. Tatsächlich hat Tausend Gold ge macht, aber nicht aus Chemikalien, nicht aus Stein und Blech, sondern aus dem Wunderglauben jener, die nicht alle werden. — Da ist weiter der Techniker Albert Brü hahn aus Frankfurt a. M. zu erwähnen, der im Vorjahre die T o d e s st r a h l e n er funden haben wollte, mit deren Hilfe angeb lich drahtlos elektrische Energie in unendliche Fernen dirigiert werden konnte, um damit Leben zu zerstören, Panzer zu sprengen, ent zündbare Stoffe zur Explosion zu bringen. Und dies alles mit einem Apparat, der nach der Beschreibung eines Eingeweihten die Größe einer mittleren Sardinenbüchse haben und in einem Glhcerinbett das große Ge heimnis bergen sollte. Auch hier fanden sich merkwürdigerweise genügend Vertrauens ¬ wertung der Urkraft ist ausgeträumt — auf wie lange? Der Fall des Franz Tausend, der seine Residenz in Aubing in Bayern aufgeschlagen hatte, um dort uralte Menschensehnsucht zu erfüllen auf chemischem Wege Gold herzu stellen, ebenfalls hier genannt werden, da er es Vie ewige lugenck, die Professor Woronoff ver hieß, blieb ein Traum. ein Patent auf die Schiffsschraube, aber erst der Franzose Sauvage (1832) und vor allem der Engländer Smith (1838) ernteten die Früchte. Der Bäckerssohn Philipp R e is hatte 1861 das Telephon erfunden. des russischen Professors Theremin, einst als neue Offenbarung verkündet, sank Barietsnummer herab. offi in Sa« gell reck, geb woi ein Berliner Zeitungsvcrleger einige Jahre vor dem Kriege sich mit allen Kräften ein setzte. Die Entwicklung des Verkehrswesens Hai — mas damals allerdings noch nicht vorauszuschcn war — ganz andere Wege eingeschlagen. Die Elektrifizierung des ge samten Bahnnetzes steht in absehbarer Zeit bevor und der Asisbau der Flugstrecken wird überdies der ganzen An gelegenheit ein anderes Gesicht geben. Und so kann die Verlustliste der Erfindungen be liebig lang fortgesetzt werden. Der F l e t t n e r - R o t o r , vor zwei Jahren als „Revolution auf dem Gebiete des Schiffahrtswesens" angekündigt, Hal besondere Bedeutung nicht erlangen können. Die Therein insche Äther wellenmusik, von der man sich neue musikalische Offenbarungen versprach, ist heute nur noch eine Varietü- attraktion. Bißkys Diagnoskop, ein elektrischer Apparat, der durch Schädelabtastung den Charakter der untersuchten Person einwandfrei feststellen wollte, versagte in der Praxis völlig. Nicht immer liegt es an den Erfindern und Entdeckern, wenn dem ersten Rausch über die angebliche neue technische Großtat oder die vermeintliche wissenschaftliche Erkenntnis so bald die Enttäuschung folgt. Das Publikum ist häufig nicht ganz unschuldig daran, daß an sich wichtige Neuerun gen über Gebühr und Bedeutung hinaus „aufgeblasen" werden. Auch auf dem Gebiete der Medizin ist diese Er scheinung leider oft genug zu beobachten gewesen. Viele Erfindungen, die Energie und Geld genug ver« schlangen, entsprachen also nicht den in sie gesetzten Er wartungen, während andere, wichtigere, unausgeführt bleiben mußten, eben weil es an der finanziellen Unter stützung fehlte. Aus diesem Dilemma nun einen Ausweg zu finden, ist allerdings ein übermenschliches Unterfangen- In U. S. A. hat sich Edison seinen Nachfolger, d. h. einen der sogar den Namen „Telephon" geprägt hatte, allmählich unter. Das ist die eine Seite der Angelegenheit. Aber während eine große Zahl kühner tech nischer Neuerer an den geschilderten Schwie rigkeiten in so tragischer Weise Schiffbruch er leidet, läßt sich andererseits feststellen, daß um gekehrt — besonders in jüngster Zeit — nicht 1Hal, der Bruder Otto Lilienthals, des ersten Fliegers - - " ' ' hinein an der stimmte notwendige Voraussetzungen nicht gegeben sind. Was nützt die beste technische Neuerung, wenn sie den Zeitbedürfnissen noch nicht oder nicht mehr entspricht? Als vor etwa zwei Jahren der deutsche Erfinder Bischofs die Nachricht über das von ihm konstruierte Wüstenschiff verbreiten ließ, mit dem eine Durchquerung der Sahara mühelos zu bewältigen sein sollte, kam er bereits zu spät, denn schon damals wußten die Kenner des dunklen Erdteils, daß weder Eisenbahn noch Auto, sondern das Flugzeug diese un wirtlichen Gegenden für immer erschließen würde. Diese Voraussage hat sich auch erfüllt, denn heute hört man nichts mehr von dem Wüstenschiff, dagegen von wieder holt erfolgreich beendeten Versuchen, die Sahara in allen Richtungen zu überfliegen. Da mühen sich z. B. mit durchaus achtenswertem, wenn auch vergeblichem Eifer Besessene ihrer Idee damit ab, auf Seitenpfaden, die von der Wissenschaft bereits seit langem als aussichtslos verlassen und überholt wor den sind, doch noch neue Vorstöße ins Reich des tech nischen Fortschritts zu unternehmen. Es entbehrt z. B. nicht einer gewissen Tragik, daß Gustav Lilien-