Volltext Seite (XML)
Adqxfer Grenzvore serrerar Mauer die hohen Verdienste Ler Landwirtschaft um die Ernährung unsere» Volke» heroorgehoben und die Anwesenden gebeten, in der ländlichen Bevölkerung die Er- kenntni» von der Notwendigkeit der ausreichenden Ernäh rung der Städte fördern und den Willen zur Ablieferung der erforderlichen Nahrungsmittel stärken zu helfen. Aus aller Welk. 21 Anklagen wegen Vergehen gegen die Lebens- Mittelverordnungen kamen in Berlin an einem Tag« vor einer einzigen Abteilung de» Schöffengerichts Derlm- Mitie zur Verhandlung. Es kamen dabei manche imcr- effante Einzelheiten zur Sprache. So, daß auch für Brot- karten eine Art Börsenkurs besteht: am Montag kostet die Brotkarte 2,76 bis 3 Mark, der Preis steigt dann bi» zum Sonntag auf 4,60 Mark. Von einem Kriminalbeamten wurde u. a. bekundet, daß die Haupthandelsstätten für Brotkarten neben den Lokalen in der Schönhauferstraße im nördlichen Zentrum Berlins die Werkstätten der großen Kriegsmaterialfabriken feien, wo eS vorkomme, daß Leute am Freitag, wenn sie 160 und 200 Mark ausgezahlt er halten, 10 Brotkarten für 30—40 Mark kaufen. In einer Sache bekundete ein Zeuge, daß in Berlin auch eine Druckerei bestehen soll, Lie nichts weiter druckt, als die in holländischer, polnischer, ungarischer und dänischer Sprache verfaßten Einwickelpapiere für die sogenannten Auslands bonbons, die das Ausland nie gesehen haben, sondern aus gutem deutschen Rübenzucker hergestellt sind. Dr. Julius Bachem, Ler 45 Jahre lang der Redak tion der „Köln. Volksztg." an maßgebender Stelle ange hörte, ist im 72. Lebensjahre gestorben. Dem Abgeord netenhause gehörte er von 1876 bis 1890 an. Er war der Wortsührer der sog. „Kölner Richtung" im Zentrum, die unter der Parole „Heraus aus dem Turm!" gegen die Un entwegten der Gruppe Graf Oppersdors-Roeren die Mehr heit der Zentrumemassen hinter sich hatte. Telegraphen, und Telephonstörungen. Die vielen Störungen des Telegraphen- und Telephonbetriebes infolge von Unvorsichtigkeit beim Baumfällen und infolge mut willigen Zertrümmerns von Jsolierglocken durch Steinwerfen haben der Post- und Telegraphenoerwaltung wiederholt Veranlassung gegeben, die Aufmerksamkeit der Poltzeibehör- Len auf dieses Gebiet zu lenken. Es wird von neuem amt lich darauf aufmerksam gemacht, daß vor Durchführung von Baumfällungen in der Nähe von Telegraphen- und Tele phonlinien die nächste Postanstalt rechtzeitig zu verständigen ist und daß ferner die Schulbehörden aie Schulkinder über die Bedeutung der Telephon- und Telegraphentinien und die Strafbarkeit von Beschädigungen >er Leitungen, insbe sondere durch Steinwerfen gegen L e Jsolierglocken, be lehren sollen. Das Lastauto. Bei LIchtenau, unweit Ansbach konnie ein Lastauto einen Berg nicht i-inauskommen. Ein Gendanpeiiewachtmeister kam hinzu und kontrollierte das Auto, dessen Ladung angeblich in Kupfer bestehen sollte. Es waren aber 40 Zentner feinstes Weizenmehl. Das Mehl stammte aus einer Landmühle in der Nähe von Ansbach. Wegen Nichterfüllung ihrer ButterbeliefsrunqS" vflicht wurden vom Amtsgericht Bamberg in den letzten Wochen mehr als hundert Bauern aus den beiden Bam berger Bezirken bestraft. Neuerdings erkannte das genannte Gericht gegen neun Bauern aus der Umgebung Bambergs aus gleichem.Grunde wieder auf Geldstrafen von 30 bis zu 100 Mark. Waldbrand im Schnee. Auf dem wegen seiner Aussicht über den ganzen Walchensee bekannten Fahren- berg, einem Ausl user des Herzogslandcs, entstand em Waldbrand, der ziemlich großen Umfang annahm und erst nach sechsstündiger angestrengter Tätigkeit gelöscht meiden konnte. Der Brand, dessen Enlstehungsmsache bis jetzt Noch nicht ermittelt ist, bot in der stark mit Schnee bedeckten Winterlandschaft einen interessanten Anblick. Gasvergiftung in Lor Kirche. In dem Orte De densen bei Neustadt am Nübenberge in Hannover wurden in der Kirche während des Gottesdienstes in kurzer Zeit 21 Kinder bewußtlos und ohnmächtig, bald darauf auch mehrere Erwachsene. Der Gottesdienst wurde rasch been digt. Der anwesende Lehrer stellte sest, daß die Erkran kungen durch daS Einatmen giftiger Kohlengase, die den D;en der geheizten Kirche entströmten, erfolgt waren. Mm öffnete die Fenster und Türen, und mit Hilfe mehrerer Per sonen gelang es dem L.hrer, die vergifteten Personen außer Lebensgefahr zu bringen. Hochwasser. Sturm mrd Hochwasser rn der Pfalz Haden in Len letzten Tagen besonders in der Westpfalz schweren Schaden angerichiet. An vielm Orten drang das Hoch wasser in die Keller; in den Geschäftshäusern wurden zahl reiche Lebensmittel, die im Keller lagerten, vernichtet. In Winnweiler ertrank ein 12 jähriges Mädchen, das. .vom Wasser fartgeriffen worden war. "In Ebernverg stand der -Sickmgerhof bis zum zweiten Stock im Wasser. DaA Wasser ist wieder zurück gegangen. Der Sturm hat überall die Fernsprech- und Kraftleitungen empfindlich gestört, Dächer -ahgedeckt, Bäume ausgerissen und Tclegraphenstangen um- geworsen. Hochwasserschäden. Der Schaden, den das Hoch- wässer der Nahe angerichtet hat, beläuft sich auf viele Mil- tioncn Mark. In Norheim sind allein etwa 30 000 Kubik meter Erde fortgeschwemmt worden. In Bad Waldböckel heim sind mehrere Fabrikgebäude schwer beschädigt worden. Während bei früherem Hochwasser die Nahe einen Wasser- stand von 1,40 bis 3 Meter hotte, betrug er diesmal fast 6 Meter. Die Hochwasserschäden an der Mosel. Der Schaden, den das Hochwasser auf der ganzen Linie an der Mosel angerichtet hat, dürfte in die Millionen gehen. Was Mein vom Hochwasser sortaejchwemmt wurde, macht einen hohen Wert aus. Uber 100 Fuderfässer sowie alle nur ei- denklichen Sachen, ganze Dächer, Nachen, Gartenhäuschcn, Karien, Bütten, Bretter, Baumstämme und sonstiges Gehölz sowie auch zahlreiche Tiere wurden ein Opfer der Fluien. Die Cochemer Badeanstalt, die oberhalb der Stadt im Hafen verankert war, wurde von den Fluien fortgeriflcn und ist spurlos verschwunden. Was das Hochwasser an den beiden Usern der Mosel an Verwüstungen angerichiet Hai, ist ganz unbeschreiblich. Die Geländer der Straßen sowie der Gartenmauern wurden umgeworfen, die Straßen auf Hunderte von Metern aufgerissen und Bäume entwurzelt. Es wird große Mühe und Geldopser erfordern, um den Schaden einigermaßen wieder gutzumachen. Heldentod des ersten „Hins". Der erste Darsteller des von Feldgrauen für Feldgraue verfaßten und*gegebenen Stückes „Der Hias", bayerischer Fliegerleutnant Karl Amos- maier, ist durch Absturz vom Flugzeug gefallen. Sein jugendfrischer Humor riß in den Vorstellungen alle Zu- ichauer mit sich fort. Statistisches Blendwerk. Das amerikanische Kriegs amt hatte ausgerechnet und durch die Welt posaunt, daß an dem Weltkriege rund 40 Millionen Soldaten beteiligt seien, wovon 27,6 Millionen auf Seiten der Entente und nur 10,6 Millionen auf der der Mittelmächte ständen, während die Flottenbesatzungen etwa zwei Millionen Mann betrügen. In Washington zählt man die 9 Millionen Russen frischfröhlich der Entente zu, obwohl diese sich sehr bald in friedliche Bauern verwandelt haben werden, ebenso stellt man die nicht an den Kämpfen beteiligten Japaner und Chinesen mit 1,4 bezw. 0,3 Millionen Mann in An rechnung. Amerika ist ganz außerstande, das bisherige zahlenmäßige Stärkeverhültnis wiederherzustcllcn, von dem praktischen garnicht zu reden. Hrndenbnrg nn die deutsche Jugend. In Passau ist im Anschluß an dort gehobene vaterländi'che Jugend- voriräge über „Deutschen Geist" und „Deutsche Disziplin" an Generalfeldmaischall v. Hindenburg eine kurze begeisterte Kundgebung gerichtet worden, auf welche folgende Antwort eingetroffen ist: „Mit herzlicher Freude eisüllt mich das Gelöbnis Ler Jugend Passaus, unserem kämpfenden Ge- schlecht nachzuet ern, Gehorsam gegen Golt, Landesherrn. Eitern und Vorgesetzte. Deutsche Disziplin und deutscher Geist haben uns die Riesenkraft verlieben zum Widerstande gegen den übermächtigen Feind. Deutsche Jugend, laß dir dieses deutsche Kleinod nicht rauben! Werde nicht inter national, bleib allezeit kerndeutsch." 650 jähriges Jubiläum der Leipziger Messe. Genau 650 Jahre vor der diesjährigen Frühjahrsmesse, nämlich zu Ostern 1268, fand, wie das Meßami für die Mustermessen in Leipzig schreibt, die erste geschichtlich fest gestellte Ostermesse in Leipzig statt. Am 1. März 1268 gab Markgraf Dietrich v. Landsberg der Stadt „Lypst" als ihr Landesherr die Zusicherung, den Kaufleuten aus aller Herren Ländern, die Kaufmannsgüter nach Leipzig führten, seinen Schutz zu gewähren. Dieser Schutz erstreckte sich sogar auf diejenigen, mit deren Landesfürsten der Markgraf in Fede lag. Die Leipziger Messe muß also schon "damals von Kaufleuten aus fremden Ländern besucht worden sein, und dieser Besuch muß einen so großen Umfang angenommen haben, daß dieser weitgehende Schutz sich rechtfertigte, denn sonst pflegten die damaligen Fürsten gerade an fremden Kaufleuten sogenannte „Repressalien" auszuüben. Verbot deS Besuches mecklenburgischer Bade orte? Wie mecklenburgische Blätter berichten, haben be reit» Erwägungen bei maßgebenden Stellen stattgefunden, Lie dahin zielen, Laß im Interesse der Bekämpfung des Schleichhandels der Besuch der Badeorte im kommenden Sommer verboten wird. Nach den Weltstädten. In den allermeisten Fällen, in welchen auf der Eisenbahn oder sonstwo Hamster- und Schmuggelsendungen von Lebensmitteln angchalten werden, stellt sich Hera,'s, daß der Inhalt für Berlin und andere Riesenstädten bestimmt ist. Von dort gehen die rührigsten Agenten aus und werden die höchsten Presto gezohD Summen, wie sie der heute meist stark gesunkene Verdienst in Mittel- und Kleinstädten zu zahlen nicht gestaltet, w' die besonderen Verdienstgeiegenheiten schien. Da muß sich Jeder bescheiden. Um so mehr ist es anoebracht, auch die Lehensmitteibekurfnisse dieser Orte gegenüber den ost well- gcstecktcn Wünschen der Z^vtralplähe zu verteidigen. JeAm was ihn zukommt, aber allen nach gleiche n Recht. Die Lokalt'ehördcn rühren sich tapfer, können aber nicht alles durchsetzen, was sie für nötig halten. Irrlicht. Roman von Leonore Pany. (22. Fortusetzng,) (Nachdruck verboten.) „Ich bin stolz darauf, Ihr Bild malen zu dürfen, Sennora, und ich werde mein Möglichstes tun, um Sie !zu befriedigen. Es soll Wohl eine Ueberraschung wer ben für Don Braganca, nicht wahr? Sie verzeihen meine Indiskretion, Sennora." Donna Inez gab mit ihrem niedlichen Füßchen dem Tabourct an ihrer Seite einen so.kräftigen Stoß, daß es weit über das spiegelglatte Parkett hinwegsauste und Donna Klara vor Schreck die Arbeit zu Boden fallen ließ. „Ja, es ist eine^Ueberraschung," sagte sie in so ver ändertem Tone, daß Rcdwitz mit gespannter Verwunde rung an ihrem verdüsterten Gesicht hing, „und mehr noch, es ist eine Strafe, die ich mir ausgesonnen habe. Don Jose hat mir meine Spaziergänge untersagt, gut, ich werde nicht mehr nach der Alhambra gehen, aber auch nicht auf die Alameda. Statt dessen lasse ich mich wäh rend dieser Zeit von Ihnen malen. Das wird ihn furcht- jbar ärgern, aber er verdient es. Solange er mich nicht Km Verzeihung bittet, rasse ich ihn überhaupt nicht vor. DH, ich lasse mich nicht wie ein Kind behandeln." Nedwitz hatte die Empfindung, daß sie gerade in die sem Augenblick mehr denn je ein Kind war, und ein un- ! behagliches Gefühl beschlich ihn bei dem Gedanken, daßf Donna Inez ihn als Werkzeug für ihren Racheplan aus-' ersehen hatte. Sie hätte doch wohl ein anderes Mittel finden müssen, Don Jose für seine Starrköpfigkeit zu strafen. »Ist Ihr Herr Papa denn damit einverstanden?" fragte er. „Papa tut, was ich will." „Und fürchten Sie nicht, daß die Strafe vielleicht doch zu hart sein könnte? Es scheint mir, als ob Don Jose doch nicht so schwer gesündigt hätte?" , Donna Inez schürzte verächtlich die Lippen. „Don Jose hat ja einen trefflichen Anwalt an Ihnen," spottete sie. „Es liegt Ihnen Wohl sehr viel daran, ihm zu gefallen?" „Gewiß nicht; unsere heutige Unterredung war nicht . . ." Redwitz hatte ursprünglich die Absicht gehabt, Don Bragancas Besuch auch in keiner Weise zu erwäh nen; nun waren ihm unbewußt die Worte entschlüpft, er konnte nicht mehr zurück. „Sie haben heute schon mit Don Jose gesprochen?" fragte das junge Mädchen erstaunt. Redwitz nickte. „Er war bei mir, um über meUh gestriges Alleinsein mit Ihnen Rechenschaft zu forderest Das Motiv seines Besuches war nicht danach, in mir freundschaftliche Gefühle zu erwecken: wir hielten uns hart in den Grenzen der Höflichkeit, und es gelang unserem gegenseitigen Bemühen, wenigstens den Ausbruch offener Feindseligkeit zu verhüten. Don Braganca klagte unter anderem, daß Sie, Sennora, auf seinen Wunsch hin Ihre Spaziergänge nach der Alhambra eingestellt haben und mir infolgedessen die Gelegenheit eines Wiedersehens mit Ihnen nicht sobald wieder geboten werde würde. In Anbetracht dieses Umstandes ersuchte er mich, ihm die Spitze, in deren Besitz ich durch einen verhängnisvollen Zufall gelangt war, zu überlassen, damit er sie Ihnen übergeben könne. Ich hatte keinen Grund, feinen Wün schen entgegenzuhandeln, die, wie ich annehme, mit de« Ihren übereinstimmen. Was ich jetzt sage, Sennora, soll keine Prahlerei sein. Don Jose hat mir die Ehre erwiesen, meiner höchst unbedeutenden Persönlichkeit ein ganz be sonderes Interesse zu schenken. Ich möchte nicht die Ur sache eines Zerwürfnisses sein, und deshalb muß ich Sie, so peinlich es mir ist, darauf aufmerksam machen, daß Don Braganca — eifersüchtig ist." „Ich weiß es." In Donna Inez' dunklen Augen leuchtete eine dämonische Glut. Es schien, als wolle sie noch etwas hinzusetzen, doch ihre Lippen schlossen sich, ohne das Gedachte anszusprechcn, und in ihr Gesicht schoß eine jähe Röte. „Und Sie wünschen dennoch, daß ich Ihr Porträt male?" fragte Redwitz. „Ja, ich wünsche es." Zum erstenmal vernahm Red witz in ihrer Rede einen fremden, stolzen Klang. Er verbeugte sich: „Verfügen Sie über mich, Sennora." Nun lächelte sie wieder. „Wollen Sie nicht ein biß- chen. freundlicher drcinschauen, Monsieur Max? Ich ge traue mich ja sonst nicht, näheres des Bildes wegen mit Ihnen zu besprechen." „Deswegen bin ich ja hier, Sennora. Wünschen Sie ein lebensgroßes Porträt?" Donna Inez schüttelte das Köpfchen mit solcher Energie, daß die goldenen Nadeln aus dem lose aufge steckten Haare sich lösten und die reiche schwarze Flut in zierlichen Ringeln auf ihre Schultern herabfiel. „Nein, es soll überhaupt kein Portrait werden," gab sie hastig zur Antwort, während sic in reizender Verwir rung sich mühte, das Haar wieder in Ordnung zu brin gen. „Ich habe eine ganz andere Idee, Monsieur Max. Sie sollen ein Bild malen, eine große, lebensgroße Frauengestalt, welche meine Züge trägt." „Ah!" machte Rcdwitz überrascht. Was für originelle Einfälle sie hatte. Nun, wie finden Sie meine Idee?" fragte sie etwas ungeduldig. „Vorzüglich, Sennora. Sie wollen also das Mo dell zu einem Bilde abgeben." Donna Inez nickte eifrig. „Ja, und nun denken Sie sich etwas recht hübsches aus, was dem Charakter meines Gesichts entspricht. Natür lich müssen Sie mich nach Möglichkeit idealisieren, man ist doch auch ein bißchen eitel." Rcdwitz lehnte sich in den Fauteuil zurück und be- aann mit kritischem Blick jede Linie ihres feinen ovalen Gesichtchens zu studieren Donna Inez wurde unter dem Einfluß dieser pedantisch genauen Prüfung abwechselnd blaß und rot. „Pardon!" sagte N-dwitz, der endlich ihre wachsende Nervosität bemerkte. „Was Sie dem Menschen nicht ge statten würden, müssen Sie dem Künstler zugute halte«, Sennora." Dann schloß er die Augen, als könne er :mr so, indem er die Außenwelt abstreistc, das richtige M»tiv finden. „Ich bin begierig, welche Vision Ihnen diesmal zu teil w»rd," flüsterte Donna Inez. „Vielleicht sehen Sie mich als Friedensengel vom Himmel steigen oder als Irr licht über das sumpfige Moor statt. . ." Sie brachte den Satz nicht zu Ende. Nedwitz war aufgesprungen und preßte ihre Hand, daß sie die Knöchel schmerzten. „Sennora," rief er jubelnd, „diesen Gedanken hat Ihnen ein guter Geist eingcgebcn. Als Irrlicht . . . großartig, natürlich male ich Sie so. Ihr Gesicht, Ihre Gestalt, alles eignet sich herrlich. Nun sehe ich das Bald deutlich vor mir: Ein dunkler Himmel, im Hintergrund ein paar alte schattenhafte Bäume, vorne das grauliche, düstere Moor und Sie selbst als Irrlicht, leise, leise d«- rüber hinschwebend im weißen, duftigen Gewand und;