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Tel^Adr.: GrenzLote Jatzrg, 88 mä> ur en dem mit onen über 15 Iah» eben wird. Außer- und der Mattschaft und des Smoira^s zu Adorf. VeranLw'irMchec Schciftlettec, Drucker und Verleger Otto Meye: in Adorf ^Sonntag den Frvruar 1M3 Eine große Menschenmenge hatte sich auf Wilhclmsplatze angesammelt. Als die Truppen ..... dem aus dem Warenhaus geraubten Gut abmarschisrten, drängte die Menge nach, hielt sich aber immer noch in einer Entfernung von 10 Metern. Plötzlich gaben die Franzosen mehrere Schüsse auf die Menge ab, durch die c u 28 jähriger Arbeiter, der aus Straßburg gebürtig ist, gctötc» wurde. Ein zweiter Arbeiter erhielt einen schweren Kieferschuß. Verhaftung des Oberstaatsanwalts. Im Anschluß an di s n Raubzug drangen die Truppen bis vor das Landgerichtsgefüugnis, das in kurzer Zeit umstellt wurde. Nachdem die im Landge richtsgefängnis befindlichen Beamten in einen Flügel zurückgedrängt worden waren, wurde eine eingehende Durchsuchung der Räume und der Akten der Staats anwaltschaft vorgenommen. Ter Oberstaatsanwalt Eiteldinger wurde verhaftet und abgeführt. Die Ak tion war gegen 2 Uhr nachmittags beendigt. leihe die Reparationsforderungen der Entente nicht erfüllen können, Amerika aber die Herabsetzung der Reparationen auf ein vernünftiges Maß zur Vorbe dingung macht. Was nützt also ein Angebot von un serer Seite, wenn wir selber nicht wissen, ob wir es irprdeu rriblen können? Französischer Raubzug ln Vochum. Ein «euer Mord. Was M e« Reües? ? 3u Essen besetzten die Franzosen das Asyl kür Ob dachlose und setzten die 173 Insassen des Ashls fest Dahlhausen ereignete sich ein neues Eisenbahn- so^en^' Mei Personen zu Tode gekommen sein land^?°« Robert EeciU jetzt offizieller Vertreter Eng. im Völkerbund, fordert in einer Kundgebung, daß D« gesamte Komplex internationaler Fragen, dessen Mittel- Neparationsfragc bilde, sobald wie möglich vor den VA^bundsrat oder die Völkerbundsversammlung gebracht Law richtete in einer Versammlung der Engi, ^rechenden einen Mpell an Amerika, in Europa -u intervenieren. Ein unbestrittener Erfolg der Ruhraktion wäre für Frankreich nur dann zu erwarten, wenn es wirtschaftlich vollständig unabhängig dastünde, weder aus Einfuhr noch Ausfuhr zu sehen brauchte. Und davon kann kein» Rede sein, dazu sind nicht einmal die Vereinigten Ltaaten von Nordamerika imstande, weil sie Brot für die Arbeiter schaffen und an das Ausland verkaufen müssen Frankreich bleibt also auf den guten Wil len und die Unterstützung, zum mindesten die indirekte, der anderen Staaten angewiesen, wenn es gedeihen wili, und diese werden sich aus ihrer heutigen Verstimmung heraus kaum in der erforderlichen Weise ins Zeug legen, zumal die Kaufkraft in ganz- Europa leidet. Diese Lage und der Ausblick auf solche nahen Möglichkeiten, die aus der drohenden Mißstimmung der Nationen erwachsen, sind auch wohl die Ursache, daß immer wieder Erörterungen in Pariser oder in sranzosenfrcundlichen Zeitungen auftauchen, Deutsch land solle Frankreich ein Angebot machen und wenig stens sagen, wieviel es zahlen wolle oder zahlen könne. Daraus von deutscher Seite eine offizielle Antwort hu geben, erübrigt sich, weil unsere Verhältnisse für die französischen Ansprüche zu unsicher sind, namentlich solange das Ruhrgebiet besetzt bleibt, und schon längst gesagt worden ist, dah wir ohne eine amerikanische An Ausreise von Deutschen, Ausländern und den An gehörigen der Besatzungsmächte erlassen. Ser Pazifist poincars. Eine Pariser Poincarekomödie. Das republikanische Komitee für Handel, Indu strie und Landwirtschaft feierte in Paris in Anwesen heit des Präsidenten der Republik und Poincarös se » 25 jähriges Bestehen. Bei diesem Anlaß wurden vox Vertretern der Wirtschaftsorganisationen Ansprachen gehalten, in denen Poincarö als ein vollkommener (y und aufrichtiger (!), den Frieden liebender (!) Staats mann und als ein Gegner (!) territorialer Eroberur»- gen, sowie militärischer Vorherrschaft (!) bezeichnet wurde. Der Vorsitzende des Komitees betonte, daß die wirtschaftlichen Kenner Frankreichs die Ansicht haben« ihren Rechten Geltung zu verschaffen und die Wieder gutmachung der durch den Krieg verursachten Verwü stungen zu fordern. Eine einzige Minute könnte dis Zukunft Franlr.ichs unheilbar gefährden. Zum SchtuH nahm der Präsident der Republik Millerand das Wort. Er sagte, die Ereignisse im Ruhrgebiet haben der gan zen Welt dis Hintergedanken (?) Deutschlands dorren ten. Frankreich, das sich frei wisse von jeder Ab sicht einer Eroberung oder Annektion, aber entschlossen sei, seine Sicherheiten und seine gerechten Wiedergul- machunasforderungen zu schützen, werde sich durch nichts von seinem Ziel abbringen lassen. Ebenso wie der Krieg von den Franzosen Opfer an Blut gefordert habe, fordere das jetzige Unternehmen wirtschaftliche Opfer zur Aufrechterhaltung des französischen Kredits. Wenn T utschland sich der Illusion hingebe, dah die fraw» zü'ische Zähigkeit, die in der Hölle von Verdun un- grschwächt blich, jetzt den finanziellen Schwierigkeit» erliegen würde, so zeige es damit wieder einmal die Hinfälligkeit seiner Psychologie. Frankreich werde in voller Einigkeit im Frieden ebenso wie im Kriege so lange ausharr^n, wie es notwendig sein werde. In Essen versuchten die Franzosen wiederum di« Schupo zu überfallen. Sie zogen mit großem Auf gebot vor das Rathaus in Essen-Rüttenscheid, das je doch bereits geräumt war, sodaß sie unverrichteter Sache wieder abziehen mußten. Einführung eines Personalansweife». Der General Degoutte hat einen neuen Befehl er- Wie aus Bochum gemeldet wird, unternahmen starke französische Truppenteile einen Vorstoß in die Stadt. Wie es sich bald herausstellte, war der Vorstoß darauf berechnet, das Warenhaus Alsberg und die in der Nachbarschaft befindlichen Geschäftslokale zu umstel len. Nachdem die Isolierung gelungen war, drangen die Franzosen in die Geschäfte ein und versuchten zu „requirieren", was ihnen passend erschien. Das Personal weigerte sich, ihnen behilflich zu sein. Nach den von ihnen ausgesuchten Waren zu urteilen, han delte es sich um Gegenstände zur Einrichtung von Offizierskasinos. Insbesondere hatten es die Apachen darauf abgesehen, Silbergegenstände, Alpakastücks, Va sen, Teppiche, Eßbestecks, Porzellane der verschiedensten Art, von der einfachen Tasse bis zur Weinkaraffe, zu erhalten. Sie „requirierten" im größten Umfange gaben Requisitionsscheine, die der Kommandeur 40. Division, Odri, unterzeichnet hatte. Entschuldignngsversnch für den Gelsenkirchener Straßenraub. Von französischer Seite ist nunmehr gegenüber ausländischen Korrespondenten zugegeben worden, daß die Truppen, die in Gelsenkirchen als „Strafbeset zuna" cingszogen waren, den Befehl erhalten hätten, Passanten auf der Straße anzuhalten, ihre Aktentaschen » auf Geldbeträge zu durchsuchen und öffentliche Gelder, i dis auf diesem Wege angetroffen würden, zu beschlag nahmen. Die französischen Truppen hätten diesen Be- i fehl mißverstanden (?) und in einem (?) Stadtteil ' von Gelsenkirchen einzelnen Personen auch Privat gelder abgsnommen, ohne eine Empfangsbescheinigung » zu geben. Diese Gelder sollen den Besitzern wieder zur Verfügung gestellt werden. Diese Erklärung ist jedenfalls insofern von Bedeu tung, als darin der Straßenraub offen zugegeben wird. Fm übrigen scheinen die Franzosen zu glauben, daß Gelder, die man in voller Oeffentlichkeit raubt, da- Surck Lu öffentlichen Geldern werden. Verhaftungen und Schikanen. Aus der Chronik der französische^» Schandtaten. Bei der Ueberfülle der von den Franzosen vor genommenen Verhaftungen und sonstigen Gewalttaten ist es natürlich nicht möglich auch nur annähernd alle i Fälle zu registrieren. Nachstehend seien nur einige Bei spiele herausgegriffen: In Gelsenkirchen ist ein Gastwirt, der an französi sche Soldaten Spirituosen verkauft hatte, und der Se kretär der K. P. D. Koerner, bei dem Flugblätter » gefunden wurden, verhaftet und mit den ebrückenden Franzosen mitgeführt worden. Anstelle des 75 jähri gen Bahnhofswirts, der wegen Verkaufsverweigerung verhaftet werden sollte, haben sich dessen beide Söhne den Besatzungsbehörden zur Verfügung gestellt. Sie wurden i n Haft genommen. — In Wetter ist der Bür germeister, weil er sich weigerte, den französischen Orts kommandanten zu empfangen, verhaftet worden. In Brakel wurden mehrfach Personen, die angeblich kei nen ordnungsmäßigen Ausweis hatten, für einige Stun de»» festgehalten. Zwei jugendliche Arbeiter, die sich der Paßkontrolle zu entziehen suchten, wurden erfolg los beschösse»» und dann verhaftet. Dem Landrat des Kreises Hagen, der an der Beerdigung des am 18 Februar verstorbenen Arbeiters Drees in Kirchhellen teilnehmen wollte, wurde an der Uebergangstelle de» i Zutritt ins unbesetzte Gebiet versagt. le sen, durch den für deutsche Perß ren ein Personalausweis vorgeschrb dem werden neue Bestimmungen über die Ein- ünft in deutsches Weißbuch über die Nechtswtdriqkeil Ruhr-Sanktionen ist den Sianatar- chteu des Versailler Friedens zugegangen. . Franzosen Plünderten in Bochum ein Waren ¬ daus und erichosien auf der Straße einen Arbeiter. Der Verdruß der anderen. Daß nicht jeder General ein guter Sachkenner in politischen, technischen und wirtschaftlichen Dingen sein »nutz, hat dc-r General Degoutte in Düsseldorf bewiesen, M er sagte, die Franzosen würden im Ruhrgebiet aus palten, und wenn die Okkupation tausend Jahre dau- Ekn sollte. Dazu hat Frankreich gar nicht genug Men schen, denn von den politischen Verwicklungen nach außen und den wirtschaftlichen Schwierigkeiten im In dern infolge dieser Aktion würde Frankreich so mit- Venommen werden, daß cs ihm an allen Ecken und En den ar» Menschen, an Soldaten und an Arbeitern, wie pn Geld fehlen würde. Vorausgesetzt, daß sich dann die Ausbeutung des Kohlcngebiets überhaupt noch loh- den würde. Mit solchen Prophezeiungen soll jeder vor sichtig sein, arn meiste»» aber Generäle, denen an ihrem Ruf gelegen ist. ' Poincare und andere Politiker hüten sich, wem» sie auch noch so wichtig tun, vor solchen phrasenreichen Vebertreibungen denn doch, aber es finden sich dann doch immer noch Leute, die auf die Verdrießlichkeiten Hinweisen, die sich im Gefolge dieses Karncvalzuges kus dem Verhalten anderer Staaten ergeben könnten. Weder England noch sonst ein Staat protestiert heute durch eine energische Tat gegen die französische Poli tik, und dadurch wird die Anmaßung in Paris gestärkt. Das alles ist zutreffend. Aber Poincarc kann doch ganz Kewiß nicht sagen, daß ein einziges Land in Europa mit seinem Vorgehen wirklich zufrieden wäre. Im Gegen teil macht sich ein.wachsender Verdruß bemerkbar, denn überall weih man, daß Behaglichkeit und Ver dienst so lange aus Handel und Wandel verschwunden bleibe»» werden, als bei den Franzosen keine Einsicht einzicht. Die Regierung in Paris hält es heute vielleicht Noch für überflüssig, die Wolke der Verstimmung, die sich über dem wirtschaftlichen Leben unseres Erdteils wgert, zu zerstreuen. Sie meint, daß die andern ihr doch werden kominen müssen, weil Frankreich die stärkste militärische Großmacht sei. Aber sie hat schon »n der Ruhr gemerkt, daß Säbel und Bajonett nicht halten, wenn der Hammer und die Lokomotive versagen, Nnd wenn der Verdruß der in ihrer Schaffensfreudig keit gestörten Länder sich gegen die französische Pro duktion wendet, so wird diese empfindliche Einbuße er leiden. Frankreich will durch die Ausbeutung des Piuhrgebiets alle seine industriellen Konkurrenten aus dem Felde schlagen, und hofft dann, ebenso wie durch seine Waffenrüstung, auch durch seine Arbeit tonange bend dazustehen. Adorfer Grenzbote ^»es Blatt enthält die amtlichen Bekanntmachungen der Amtshauptmannschaft Oelsnitz, des Amtsgerichts, der Amtsan- H SeMrs Reich. — s» - I i r, Vp>, A4 Apbruor 1023. ° Tie SchuPodcamten sind keine Nachtwächter. Auf dem Verbandstag der beiden preußischen Polizei- beamten-Verbände in Berlin führte Minister Seve-> ring aus: „Man hat versucht, gerade die Schutzpolk zeibeamten in den letzten Tagen an der Ruhr zur Ka pitulation zu bewegen. Der General Fournier in Essen» Hai mit dein Vertreter der Stadt und den übriggebli ebe nen Spitzen der Schutzpolizei verhandelt, um die Schutz polizei zu Nachtwächtern herabzudrücken, zu Nacod- wächtern im übelsten Sinne des Wortes. Es ist selbH- verständlich, daß diese Zumutungen abgewiesen wordenk sind, daß die zuständigen Provinzialbehörden Weisung gen bekommen haben, unter keinen Umständen den fran zösischen Gewalthabern irgendeine Konzession za machen ° Ein Landeswucheramt in Oldeu-nrg. In eine» Bekanntmachung des Oldenburgischen Staatsministe riums, die sich mit Maßnahmen gegen Wucher und Preistreiberei besaßt, heißt es u. a.: Bei dem Mi nisterium des Innern ist ein Landeswucheramt einge richtet worden, dessen Leitung dem Staatsanwalt Dr. Witte hierselbst übertragen ist. Das Landeswuchcramk ist zur selbständigen Untersuchung und Verfolgung aller Wucherfülle befugt. Jeder, der sich übervorteilt glaubt, oder dem Wucherfälle zur Kenntnis kommen, ist be- ! rechtigt, unmittelbar dem Landeswucheramt Anzeige zu erstatten. 0 Ein deutsches Weißdttch über die Ruhrbeseyuug. Die Reichsregierung hat sämtlichen Siguatarmächteu des Versailler Vertrages mit alleiniger Ausnahme von Frankreich und Belgien eine Denkschrift zugehen lassen, in der sie die Rechtswidrigkeit der französischen un belgischen Sanktionsmaßnahmen ausführlich da -legt Die Denkschrift wird auch den Regierungen der Nicht« signatar-Staaten des Vertrages von Versailles zur Kenntnis gebracht. Kleine politisch« Nachrichten. « Berlin. Der Berliner poli iß'-e Gesandte, der blickiich in Warschau weilt, wird rwranssichtliw nabt «us seinen Posteri zurückie-ren. Sein Nachsatz er m »om »richt bekannt. " Hrrne. Die „Herner Zeitung" und der „Herner An zeiger" sind auf acht Lage verboten worden, > > ri sie »ick Weioerten,, sranzösijchr Verordnungen aukunehmen. Dir Fernsprecher Nr.