Volltext Seite (XML)
O 127 Mittwoch, den 6. Inrü 1923» Ishrg. 88 «r. 1028 Lo. Der Bezirksverband der Amtshauptmannschaft Oelsnitz i. V. 8950,— 10 250,— Mark und Krone Krone feind- entfernten Händler- wagen f. d. Ztr. Eisenbahnstationen aus belieferten Orte: Ueberschreitungen der Höchstpreise werden bestraft. Oelsnitz i. V., den 4. Juni 1923. lager f. d. Ztr. lager werden von der Bezirkslohlenstelle auf Antrag von Fall zu Fall besondere Klein- verlaufshochstpreise ab Händlerlager festgesetzt. 1. Oelsnitz, Unlermarrgrün, (Taltitzh Lotteng,ün, Pirk, Gutensürst Peru hätte» sich mir der Annmuerung ihrer Schulden! gegenüber Frankreich, England und Amerika zu begnügen« s 2. Tentfchland würde einen Betrag an Grvßhriian» nien zu zahlen haben, nm dessen Schulden gegenüber de« Bereinigten Staaten zu decken. ' 3. Deutschland würde sich verpflichten, diejenigen «nm» men zu bezahlen, die notwendig sind, um die irauzösi» sckwu Schulden grgcnüb.r den Bereinigten Staaten zu kon» solidicren. s Es läßt sich nicht leugnen, daß dieser Plan groß^ Aehnlichkeit mit dem vorher skizzierten englischen Pro» Kramm verrät. Uebrigens stößt der belgische Plan' schon jetzt auf starken Widerspruch in italienischen und» jugoslawischen Kreisen. » Aeue Reparaiionsp!äne. Tas Programm der englischen Sachv-rrständigrn. Englische Sachverständige haben im Auftrage des englischen Kabinetts und in Uebereinstimmung mit dem Standpunkt der Regierung ein Reparationsprogramm ausgearbeitct, über das folgende Mitteilungen gemacht werden: An dein Neparationsplan Bonar Laws wird fest- gehalten, doch soll er der durch den Ruhrkonflikt ver minderten deutschen Leistungsfähigkeit angepatzt wer den. Ueber den Umfang, in dem dies geschehen soll/ laufen bisher unkontrollierte Gerüchte um. So wird, beispielsweise behauptet, daß die Summe der deutschen Annuitäten auf 40 Milliarden Goldmark festgesetzt werden und Deutschland ein fünfjähriges Moratorium bewilligt werden soll. Außer dem geplanten Mora torium für Deutschland ist die Einrichtung einer ge meinschaftlichen französisch-belgischen Priorität für Wiederaufbauzwecke vorgesehen worden, die bei allen Reparationsleistungen in erster Linie rangieren sollen. Als Umfang dieser Priorität wird eins Summe von 30 Milliarden Goldmark für Belgien genannt. Erst wenn diese Gesamtleistung aufgebracht ist, sollen dis weiteren Forderungen befriedigt werden. Don diesem Zeitpunkt an soll den englischen Forderungen eins Priorität auf die deutschen Leistungen cingeräumt wer den und zwar solange, bis dis englischen Schulden an Amerika getilgt sind. Die jährliche deutsche Bar leistung wird in dem Sachverständigenprogramm auf. 650 bis 800 Millionen Goldmark beziffert. Die fran-, Mischen und italienischen Schulden an England sol len gestrichen werden und England soll außerdem dis Verpflichtung übernehmen, für die Verzinsung und Amortisation der französischen Schulden an Amerika: aufzukommen, falls Amerika die Beitreibung dieser Melder fordern sollte. I Ern aitHsb'icher belgischer ReParatiorrHPlau. Die „Sundah Times"" gibt in einer Depesche ihres Pariser Korrespondenten die großen Linien eines an geblichen neuen belgischen Planes wieder, den sie als dem Plan analog bezeichnet, den Bonar Law auf der Januarkonferenz in Paris vorgelegt hat und der, wie sie behauptet, voraussichtlich die Grundlage der -Brüsseler Besprechungen bilden werde. Dieser Plan gibt folgende drei Punkte als wesentlich an: » 1. Deutschland hätte an Frankreich 80 Milliarde» Goldmark und an Belgien 3 Milliarden Goldmark zu Kahlen. Diese Summen würden ganz für sie Nepar«- Äoneu dienen. Italien und die Walkaustaaten würde» nach dem belaikche» Plan von Teutickland nüLtS crLalten. kon» AanZösisch-smerilamsche DenlnialsweHe. Poincares Sonntagsrcde. Bei der Einweihung eines amerikanisch-franzö sischen Kriegerdenkmals in Chaumont verlas der ameri kanische Botschafter in Paris einen Brief des Präsi denten Harding, worin es heißt: , 16 900,— 17800,— Was gibt es Aeues? — Der Untersuchungsausschuß des Reichstages über Zusammenbruch dec Markstützungsaktion hielt am Mon tag eine nichtöffentliche Sitzung ab. st — Die Brüsseler Reparationsverhandlungen beginnen Dm Mittwoch. ic — Der des Hochverrats angeNagte Kapellmeister Wach aus hat sich in seiner Zelle erhängt. i — Der württembcrgische' Arbeits- und ErnährungZ- Minister Keil ist infolge des Austritts der Sozialisten aus -der Regierungskoalition von seinem Amt zurückgetreten. — In Feucht bet Nürnberg kam es zu einer Schießerei zwischen Sozialisten und Polizei, wobei eine Person ge tötet wurde. - — Oberst House, der Freund des Präsidenten Wil ¬ son, ist zu längerem Aufenthalt in Europa in Cherbourg Angetroffen. , — Der Dollar ist auf 76 000 zurückgcgangen. Koßtenhöchstprerse im Bezirke der Ämtsyanptmannschast Oelsnitz i. V. einschließlich der Städte. Infolge Erhöhung der Werkpreise, Bshnsrachten und Fuhrlöhne werden für die ab 1, Juni 1923 vom Werke bezogenen Brennstoffe folgende Höchstpreise festgesetzt: 2. Schöneck, Zwotental (Gunzen) 3. Adorf, Hundsgrün, 4. Markneukirchen, Sieben brunn, Erlbach, Bad Elster, Feilitzsch, Hof 5. Bad Brambach Für die weiter als 2 km von der Die Faktoren der deutschen Arbeit, die jetzk ' -ur Stützung unserer Valuta herangezogen werden sow en, erörtern lebhaft ihre abweichenden Meinungen iber die Garanticzuschüsse. Tie Kernpunkte, um die eS ich hierbei handelt, sind die Heranziehung des beweg» ichen Vermögens und der Achtstundentag. Die Ge- ' Die deutsche Mark und die österreichische haben jetzt etwa den gleichen Kursstand. Die seligen Bestrebungen Frankreichs und die eifrigen Be mühungen des Bundeskanzlers Seipel, der jetzt gerade jein Jahr in Wien im Amte ist, haben dieses Resultat verbeigeführt. Herr Seipel hat die Krone etwas in die Höhe zu bringen vermocht, und Poincarö kennt, kein Maß und kein Ziel in feinen Plänen, die Mark stürzen. So haben Mark und Krone einen Platz, neben einander gefunden, ein Anblick, der gerade' nicht frcudeerweckend ist. ! Valdwin und das Reparationsproblem. Er reist nicht wach Paris. Tie Meldungen, wonach der englische Minister», Präsident Baldwin die Absicht hätte, nach Paris zttz kommen und die Reise nur an die Bedingung knüpfte^ daß seine Verhandlungen hier Arkssicht auf eine Ber-i ständigung bieten müßten, wird von London aus de»r mentiert. Es sei vorläufig nicht mit einer Reh> Baldwins nach Paris zu rechnen. ? Aus diesem Dementi kann man vielleicht auch! schließen, daß Baldwin nicht die Neberzeugung habe», daß zurzeit schon persönliche Besprechungen in Parich zu einer Verständigung Aussicht bieten. In einer? Unterredung, die er mit Philipp Millet hatte, äußert« er sich allerdings ziemlich optimistisch in Bezug auf das? Reparationsproblem. Er gab Millet gegenüber nach« stehende, im „Petit Parisien" veröffentlichte Erklä^ rungen ab: Wie Sie alle begreifen werden, kann ich nicht jetzt? schon die genauen Lösungen angeben, die nach meiner Auf« fassuna für die Probleme gesunden werden können, über die Ihr Land und das meinige zu einer Pcrständigunj» gelangen müssen. Ich hoffe, recht bald Gelegenheit z«; erhalten, mich über diese Gegenstände mit den französischen, Kollegen zu besprechen. Indessen möchte ich nichtsdesto^ weniger die Aufmerksamkeit auf folgende Punkte lenkens Zunächst habe ich das sichere Empfinden, daß. so schwierig das Reparationsproblem sein mag oder irgend eines der ans die Nuhrbesetzung geknüpften Probleme, doch keines be-f steht, zwischen dem England und Frankreich nicht einen gv. neinsamen Boden finden und einander ihre gegenseitig» Politik anpassen können. Es ist mir lieb, daß das fran zösische Publikum weiß, wie sehr wir auch hier die Trag- veite des Sicherungsproblems für Frankreich und Belgren mpfinden und daß wir den lebhaften Wunsch haben, an -er Vorbereitung eines Abkommens mitzuarbeiten, wodurch ür die Zukunft die Aufrechterhaltung des europäischen Friedens gewährleistet wird. Persönlich möchte ick glau- icn, daß nur sehr wenige Lösungen unmöglich sind, wenn nan sich über die Schwierigkeiten' klare Rechenschaft ablegt rnd den Willen hat, sie zu überwinden. Zch hatte letzten Winter das Glück, die heikle Frage der englisch-amerikani schen Schuld zu regeln. Wenn wir von demselben Geiste cr- Üllt die gegenwärtig in der Schwebe befindlichen europä ischen Fragen in Angriff nehmen, sehe ich nicht ein, warum Dir nicht auch sie regeln könnten. Auf jeden Fall können Sie damit rechnen, daß ich für meinen Teil entschlossen daran arbeiten werde. Vielleicht werden wir zu Anfang einen teilweisen Mißerfolg erleben, doch habe ich die Ge wißheit, daß letzten Endes der Erfolg unsere Bemühungen krönen wird. jverkschaften wollen im Gegensatz zum Verband dcv industriellen das bewegliche Vermögen bei den Garan- ziezuschüssen mit ungerechnet und den achtstündigen Arbeitstag unbedingt gesichert wissen, während die In dustriellen nur das unbewegliche Besitztum verrechnet missen wollen. Die Industrie betont nachdrücklich, daß «Üe Gewerkschaften anher acht ließen, wie die Produkt Steinkohle» Ab Bahn- Ab Händler- wagen lager f. d. Ztr. f. d. Ztr. Für den ungeheuerlichen Sturz in die Tiefe, dcnj die Mark erlitten hat, sind die vollen Gründe nockp Vicht klar gestellt. Von einer Verschlechterung unse-, der wirtschaftlichen Lage in dem Maße des Marksturzes kann keine Rede sein. Frankreich und Belgien haben Mit Hebebäumen daran gearbeitet, den Block derNeichs- Mark von seinem Stand hcrabzustürzen, und die deutsche Spekulation ist nach den Worten des Reichsbankprasi- ventcn Havenstein von Vorwürfen nicht freizusprechen.' . T-eutsch-Oesterrcich zählt etwa den zehnten Teih pcr Einwohner des Deutschen Reiches, es kann sich mit uns wirtschaftlich und industriell nicht messen. Trotz- pem haben seine Staatspapiere heute denselben Kurs stand wie die unsrigen. Der deutsche Donaustaat ist zu klein und zn schwache stm sich aus eigener Kraft dauernd auf die »Beine zw helfen, er bleibt vielmehr auf fremde Hilfe angewie-i sei,. Das deutsche Reich wird gewaltsam zu Boden ge-i drückt und dadurch in einem Zustand der Schwäche Kehaltcn, der aber nur vorübergehend ist und aus dem rs sich erholen kann, wenn es wieder Ellenbogenfreiheit gewinnt. Leider sind die Worte des Präsidenten Mil- »erand aus Paris nicht zutreffend, der uns jede ver langte Zahlungsfähigkeit zufchrieb, denn ec vergißt, wie seine eigenen Landsleute uns behandelt haben, aber Kewiß ist, daß wir nach einer Atempause in den gsgene bärtigen unmöglichen Reparationszahlungen Wiede« Obenauf kommen können, so daß wir imstande sind,' n vernünftigen Grenzen Reparationszahlungen zu lei^ sten. - ' , I tionssleigerung gewährleistet werden solle, und weist besonders bestimmt darauf hin, daß gute Konjunkturen durch mechanische Festsetzungen der Arbeitszeit nichl! üusgenutzt werden könnten, sondern daß auch beim Achtstundentag Spielraum gegeben werden müsse. Und während wir herumstreiten, welchen Wegs wir gehen sollen, um aus dem Elend herauszukommen^ kommen wir nur immer tiefer hinein. Es führen viele Wege nach Rom und es führen auch manche Wege aus unserer Erniedrigung empor; nur muß man sich entschließen, überhaupt einen Weg zu gehen. Mit all unserem Theoretisieren und Spekulieren kommen, wir nicht vom Fleck. Schon Mephisto sagte: Eim Kerl, der spekuliert, ist wie ein Tier auf dürrer Heide,k von einem bösen Geist im Kreis herumgeführt, und, rings umher ist schöne, grüne Weide. Der böse Geist) der uns herumführt, ist der Geist der Zwietracht unm Selbstsucht. Opfer bringen? Warum nicht? Nur soll» es immer der andere, darin allein sind wir unÄ alle einig. Wohin das aber führt, das sehen wir jetzig in die dürre Heide, wo nur noch die österreichische KronA und dcr — Sowietrubel ein kümmerliches Dasein fristen . Braunkohlenbriketts Mr dle von nachstehenden Bahn- Ab Händler- 9000,- 10300,— 16850,— 17 750,— 9050,— 10 350,— 17 000,- 17 900,— 9100,— 10400,- 17 000,— 17 900,- 9200,— 10 500,— 17 150,— 18 050,— Fernsprecher Nr. 14. Verantwortlicher Schriftleiter, Drucker und Verleger Otto Meyer in Adorf Tel-Adr.: Grenzbote. Adorfer Grenzbote ' Die- Blatt -nchLÜ di- BedEtmachungm der Amt-H°uptm°nn!ch^ Oelsnitz, de- Am,-», ucht-, .er Ami-°n. E waltschaft und des Stadttores zu Adors.