Volltext Seite (XML)
8240 ral v. Löwenfeld mit dem Hauptquartier in Breslau ernannt. Das Hauptquartier Ärmeecorvs (Königreich Sachsen) befindet sich in Dresden. Börs Armee mensu ebenso gewös Rob. Hande Geh. 1000 es läs an d< tag 3 V Fc au vei ar Vc la, du durch der 2 ten, s unser jum griffe sind ihner rische auch dem Bild' Seel und tiger erha der r inspi Feld Unt< 30 ' welc für Gen den dies« erfo keit nerc wie in! sow den, mee Co, bau Dir ner heil bet Fa gcs den den ver ork die des Ei di. gorie, da er Frankreich in einem stärkeren Italien einen Rivalen am Mittelmeer gegenüberstellte, der, da die Italiener zwar an Zahl schwächer, aber ohne allen Zweifel viel begabter als die Franzosen sind, mit der Zeit gefährlich werden wird. Bom Kriege in Mexico brauchen wir nicht zu reden, da die Welt darüber einig ist, daß ei eine Thorheit war. Endlich war auch das Verhalten Frankreichs während der Ereignisse von 1866 ein großer Mißgriff, der nui aus der vollkommen falschen Veurthcilung der deutschen Verhältnis,« zu erklären ist. Bornirt und brutal, muskclkräfiig und großmäulig, das ist die Signatur des napoleonischen Frankreich auch in der jetzigen Frage. Wir aber lassen uns durch diese Eigenschaften nicht mehr imponiren. Wir sehen in dem Gegner nicht mehr den großen Mann: wir begegnen der französischen Großsprecherei mit Verachtung, ihm Eiseilfresserei mit entschlossenem Schweigen, ihrer tückischen Gewalt- that mit kernigen deutschen Hieben. Die kaiserliche Negierung ml! ihren plump zutappcnden Gramont hat wieder eine ihrer Thorheitcn begangen, indem es mit Deutschland Krieg ansing. Thut Jeder sein Bestes, daß es ihre letzte Thorheit wird! Der bessere Theil des fran zösischen Volks wird uns dafür nicht gram sein." - Obwohl die Mobilmachung seit mehr als sieben Tagen vor sich geht, so ist doch nur sehr wenig von dem bei früheren Mobil machungen üblichen bunten Durcheinander von Uniformen, Wagen- — Die ofsiciöse „Kreuzztg." schreibt : „Uebcr den moralischen Werth des bonapartistischen Frankreich herrscht in Deutsch land wohl so ziemlich eine Stimme, die dahin geht, daß eine so ver logene, so verschuldete, so durchweg sittlich verrottete Gesellschaft seit lange nicht die Regierung eines Volkes in den Händen gehabt. Da gegen begegnen wir bei vielen Deutschen noch einer Schätzung der Verstandes-Eigenschaften dieser Gesellschaft und ihres Hauptes, die entschieden auf Täuschung beruht und welche von der gejammten Presse unablässig als ein Vorurtheil bekämpft werden sollte, in welchem Ge fahr liegt. Diese Franzosen sollen gescheidte Rechner in der Politik, ihr Kaiser soll ein weitschauender und tiefblickender Denker sein, weil er in der That gewisse glänzende Erfolge errungen hat. Aber der Glanz haftet nur an der Oberfläche. Das Innere ist von eben so geringem Werth, als der Inhalt der prachtvollen Phrasen, welche Frank reich der Welt täglich bietet. Louis Napoleon ist, wenn wir seine Vergangenheit genau ansehen, mit Nichten der feine, wohlunterrichtete, geschickt combinirende Kops, für den er auf Grund der Erfolge, die er gehabt, angesehen worden ist. Das kaiserliche Frankreich ist in intellektueller Beziehung eine Scheingröße, die nur durch dreiste An wendung von Lüge und durch rücksichtslose Gewaltthat eine Nolle ge spielt, nur durch die dreimalhunderttausend Soldaten, die ihr zu Ge bote standen, Ansehen in der Welt gewonnen hat. Die Franzosen dieser Aera erinnern uns als Nation an gewisse Gesellen in unseren niederen Classen, die durch Bornirtheit, welche das Selbstgefühl nicht stört, durch brutalen Gebrauch ihrer Muskelkraft und durch großmäu liges Auftreten nicht bloß Ihresgleichen, sondern bisweilen auch besseren Leuten für einige Zeit imponiren. Sie sind bornirt, namentlich in Betreff des Auslandes, weil ihr Unterrichtssystem in majormn I'rrwciue glorium ihnen nur ein dürftiges Bild von den Eigenschaften und Ver hältnissen der Nachbarn giebt. Sie treten brutal auf, indem sie bei jeder Gelegenheit das Recht beanspruchen, sich in die Angelegen heiten dieser Nachbarn zu mischen, Europa zu bevormunden, die ganze Welt nach ihren Absichten zu modeln. Sie sind in ihrer Presse, demnächstigen Bewegung des betreffenden Truppenkörpers, dessa Mannschaften immer erst am Depotplatze eingekleidet und bewaffne werden, so daß ein Zuviel oder Zuwenig, ein nachträgliches Abgebk: von Mannschaften eines Truppentheiles an den andern nirgend statt zusinden haben dürfte. Am Schlagendsten zeigt sich die Sicherheit m! Genauigkeit der betreffenden Dispositionen nach der Mittheilung m höheren Bahnbeamten in den bis aufs Kleinste detaillirten Fahrplämt welche den Bahnverwaltungen für den Truppentransport zugehen. D Züge sind nicht nur nach'Richtung, Stunde und ungefährer GrM wie früher, bezeichnet, sondern cs wird fast auf den Kopf genau t: Zahl der Mitfahrendcn und jeder Punkt darin angegeben, wo a Wagen eingehängt wird, um zu stoßende Mannschaften des im Transp»"! begriffenen Truppcnthciles aufzunchmen, oder wo ein Wagen ausj'^ hängen ist, um in gleicher Richtung beförderte Angehörigen eM andern Truppentheiles abzugeben rc. — Heute Nachmittag findet eine Sitzung der Stadtverordnete Versammlung statt, Behufs der Beschlußfassung über die auszuschreibe den Natural-Lieferungen. Die Geldvewilligungs-Deputats beantragt einen Vorschuß von 250,000 Thlr. — Wie die „Voss Zi aus sicherster Quelle mülheilt, hat die Servis-Deputation des M gistrats die Absicht, wenn irgend möglich, so wie im Jahre 186§ lammtliche hier durchpassirende Truppen auszu miethe» und die Bmger nicht mit Einquartierung zu belegen. Es sind bereit lür etwa 50,000 Mann Quarliere zur Disposition, so daß also dit beste Aussicht vorhanden ist, die Hausbesitzer gänzlich von der Ei»' quartierung zu befreien. Was die Unterbringung der Pferde «»' vetrifft, so hat die Servis-Deputation für diesen Zweck den Strout' berg'schen Viehhof in Aussicht — Die Zeichnungen auf der an VN kaum jemals zuvor, darf Deutschland in seiner Einmüthigkeit, wie in seinem Recht, die Bürgschaft finden, daß der Krieg ihm den dauerndcn Frieden bringen und daß aus der blutigen Saat eine von Gott gesegnete Ernte deutscher Freibeit und Einigkeit sprießen werde" — Vorgestern Mittag hat im Neuen Palais bei Potsdam die Taufe der am 14. Juni d. I. geborenen Tochter des Kronprinzen durch den Hofprediger Heym, unter Assistenz der übrigen Hof- und Domprcdiger, stattgefunden und die junge Prinzessin hierbei die Namen: Sophie Dorothea Ulrike Alice erhalten. Von den Taufzcugen waren anwesend: der König, die Königin, die Königin Witwe, der Prinz Albrecht (Sohn) und die Fürstin von Liegnitz; abwesend: die Könige von Bayern und Württemberg, der Grohherzog und die Großherzogin von Baden, der Prinz Leopold von Großbritannien und der Herzog und die Herzogin von Sachsen-Altenburg. — Das Bundesgesetz über das Paßwesen verordnet im 8 9, daß, wenn die Sicherheit des Bundes oder die öffentliche Ordnung durch Krieg bedroht erscheint, die Paßpflichtigkeit überhaupt, oder für Reisen aus und nach bestimmten Auslandsstaaten durch Anordnung des Bundespräsidenten vorübergehend eingeführt werden kann. Eine solche Anordnung wird, wie die „KZ." mittheilt, demnächst getroffen werden. — Ein Circular-Erlaß des evangelischen Ober-Kirchenraths trifft Anordnungen wegen Abhaltung einer Collecte in den evange lischen Kirchen am morgigen Bettage für die zurückgebliebenen be dürftigen Familien der ausmarschirten Truppen. — Nicht blos den Küstenprovinzen und den der feindlichen 'An griffsarmee zunächst gelegenen Provinzen Hessen, Nassau, Westfalen und Nhcinprovinz sind Milita i rg o uv ernem ents vorgesetzt, sondern bas ge sammle Gebiet des norddeutschen Bundes ist in Militairgouvcruemerüs eingetheilt, und zwar ist für den Bezirk des 1. Preußen, 2. Pommern, 9. Schleswig-Holstein und 10. Han nover Armeecorps General Vogel v. Falkenstein mit dem Hauptquartier in Hannover, für den Bezirk des 7. Westfalen, 8 Rheinprovinz und 11. Hessen-Nassau Armeekorps General Herwarth v. Bittcnfeld mit dem Hauptquartier in Coblenz, für den Bezirk des 3. Brandenburg und 4. Sachsen Armeekorps General v. Bonin mit dem Hauptquartier in Berlin, für den Bezirk des 5. Posen und 6. Schlesien Armeccorps Genc in ihren Volksversammlungen, ihren Kammern, ihren Depeschen,» Manifesten und Pro.lamationen großmäulig wie die Marktschreier.! Wie der Kaiser nicht der tiefsinnige politische Grübler ist, so ist er auch nicht der vielwissende, vielgebildete Geist, für den er Manchem bisher galt. Sein Wissen unterscheidet sich an Ausdehnung wie an Tiefe wenig von dem des Durchschnitts seiner Franzosen. Er hat deutsche Bildung genossen, aber dieselbe ist ihm längst wieder ab handen gekommen. Seine Politik endlich war trotz des glänzenden Scheins ihrer Erfolge von Anfang an bis heute im Grunde eine Reihe von Mißgriffen. Alle seine großen Actionen müssen als solche bezeichnet werden. Der Krim krieg war ein Verstoß gegen das In- tercsse Frankreichs, welches vielmehr auf ein gutes Einvernehmen mit Rußland hinwics. Der italienische Krieg gehört in dieselbe Kate ¬ packs rc. hier in Berlin zu bemerken. Bei näherer Betrachtung ergieß! sich jedoch, wie die „Sp. Ztg." mittheilt, daß diese Erscheinung, weit des Militairgouvcrneurs für den Bezirk des 12 entfernt, ein Zeichen von Langsamkeit zu sein, vielmehr der Ausfluf --—einer bewundernswerthen Accuratesse, Sicherheit und Schnelligkeit ist Das vermißte bunte Durcheinander werden wir diesmal gar nich haben. Schon bei der Erthcilung der Gestellungs- und Einberufung ordres ist diesmal für jeden einzelnen Mann der Ort, das Regiment zu dem er zu stoßen, ja die Nummer, unter welcher er sich einzureihtt hak, ganz genau angegeben und Beides in Einklang gebracht mit dc: