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744 kann. Die Deputirten des linken Centrums werden durch Amende ment die Verminderung dieser Pension auf 6000 Fres, beantragen. Die Deputirten von der Linken kündigen ihrerseits ein Amendement an, welches die Reducirung der in gleicher Weise durch kaiserl. Decret den Witwen der Herren Troplong und Malewski zuge standenen Pensionen verlangen wird. Die Taxe zu Gunsten der Witwen hat im Gesetzgebenden Körper wenig Freunde. Die Deputirten machen mit Recht bemerklich, daß es Frankreich nicht zusteht, solche Freigebigkeit zu üben, da es zu arm ist, um das Alter seiner Schullehrer nach einem ganzen, dem öffentlichen Unterricht gewidmeten Leben vor Mangel sicher zu stellen." — Herr Bazi re, Redacteur an der „Marseillaise", der bei den letzten Pariser Unruhen dem Kaiser ein „Vivo I» kopubligus!" zugerufen hatte, ist zu 3 Monat Gefängniß und 500 Fres. Buße verurtheilt worden. — Am 4. d. standen 93 der verhafteten Aufrührer vor dem Zuchtpolizeigericht: 68 unter der Anklage der Zusammenrottung; 10 wegen Führung verbotener Waffen; 15 wegen Zusammenrottung und Gewaltthätigkeit. Von diesen wurden nur 24 abgeurtheilt und zu Strafen von 1—13 Monat Gefängniß verurtheilt. Das „I. de Par." bemerkt: „Die bis herige Untersuchung hat ergeben, daß 400 Verhaftete jedem Versuch eines Complots vollständig fremd waren." — Dem „Gaulois" zufolge hätte die Tochter der Königin Isabella, die Gräfin Girgenti, ihrerseits eine Klage auf Gütertrennung gegen ihren Gemahl erhoben, den sie der Verschwendung und der Verschleuderung ihrer Mitgift beschuldigt. — Das Pariser Omnibus-Institut, das bestorganisirte der ganzen Welt, hat sich anheischig gemacht, im Interesse der enormen Arbeiter-Be- völkcrung in den Vorstädten und Vororten von Paris im Sommer von 4 bis 6 und im Winter von 4^ bis 6 Uhr Morgens von allen Pariser Vorstädten aus Omnibus-Course, die alle vor dem Palais Royal zusammentreffen, zu organisiren und für die innern Plätze den beispiellos billigen Tarifsatz von 4 Sous — 20 Centimes, für die Imperial-Plätze von 3 Sous — 15 Centimes festzusetzen. Das Institut mit seinen 25,000 Pferden und 6000 Waggons ist eine der bestgeleitetsten und rentabelsten industriellen Unternehmungen in Frankreich und vielleicht das populairste in ganz Paris. — Das „Journal ofsiciel" veröffentlicht das vom Seine- präfecten an den Pariser Municipalrath gerichtete Memoire über die Finanzlage der Stadt Paris. Danach belaufen sich die zunächst zu berichtigenden Passiva der Stadt auf rund 50 Mill. Fres., die Ausgaben für die in den nächsten 4 Jahren nothwen digerweise auszuführenden Bauten und sonstigen Arbeiten mit Inbegriff der öffentlichen Unterstützungen auf 128^ Millionen, so daß für die nächsten Budgets eine Belastung von 178z Mill. Frcs. zu decken ist, wozu noch gegen 117 Millionen für Ein- lösung der Arbeitscassenbons kommen. Als einziges Dcckungs- mittel bezeichnet Herr Chevreau eine neue Anleihe. — Der Marquis v. Montrichard hat dem Kaiser und dem kaiserlichen Prinzen ein neues Dampfschiff-System seiner Erfindung auf einem der Bassins des Tuilerieengartens praktisch erklärt. Das neue System, behaupten Augenzeugen, soll über raschend einfach sein und eine große Zukunft haben. — Die Blätter signalisiren die bevorstehende Verlobung des Ministers Richard mit Fräulein Bonrouet Aubertote, die außer ihrer Schönheit noch 2 Millionen Francs Heirathsgut der ohnehin sehr reichen Excellenz des 2. Januar mitbringt. — Der Bischof von St. Claude schließt sich in einem Schrei ben an seine Geistlichkeit dem Verdammungsurtheile des Bischofs von Straßburg über den AM Gratry a n. Der Bischof vonQuimper verbietet in seinem Fastenerlaß seinen Geistlichen, die Schriften des Abbi Gratry zu lesen, sofern dieselben nicht mit einer kano nischen Approbation versehen sind. Der Bischof von Mans ver dammt die Schriften des Abbi's vor Allem als gefährlich für die Gläubigen und geeignet, denselben Mißtrauen einzuflößen eines Über r »am Z k soil vo D k Konti s zeigten nehmen in Fort Dr. S- i befürcht Seschl Pfor Wirst wissen für e dos, sch"' einig' von ' Aeuße betreff der r Mist -ings anstab der ru zwar halb! aOrs gegen gewisse dogmatische Entscheidungen, welche daS Concil fassen könnte. — Die Ernennung desBischofs von Grenoble zum Erz bischof von Lyon hat Rom nicht befriedigt. Der Papst hatte gleich nach dem Erhalten von der Nachricht des Todes des Erz bischofs an den Kaiser telegraphirt, um diesem einen anderen Prälaten für Lyon in Vorschlag zu bringen, aber die Antwort erhalten, daß der Kaiser bedauere, auf seinen Wunsch nicht ein gehen zu können, da er bereits dem Cardinal einen Nachfolger ernannt habe. — „Peuple Franqais" läßt sich in einem Artikel über die deutschen Verhältnisse u. A. wie folgt vernehmen: „Frank reich sieht der sehr interessanten politischen Transformation, die sich in der germanischen Völker-Familie vollzieht, mit wachsamem Ange, aber furchtlos zu. Es giebt für uns nur zwei Fälle, denen gegenüber unser Gieichmuth sich in Thaten umsetzen würde. Der erste Fall läge vor bei einem directen oder indirccten, von Preußen veranlaßten Angriff Deutschlands auf unsere Interessen. Der zweite Fall würde sich auf einen sehr begreiflichen und sehr berechtigten Hilferuf der deutschen Demokratie gründen, die entschlossen wäre, sich von der tyrannischen Bevormundung der Regierung, die zu Berlin ihren Sitz hat, zu befreien. Wenn man auf die Ursachen der französischen Intervention im Ausland! während der Regierung Napoleon's III. zurückgeht, so wird man bei allen Acten des Kaisers dieses doppelte Motiv wiedelfinden, Nie handelte es sich für uns darum, von ihren Völkern vertrieben! Fürsten wieder einzusetzen, oder ein illiberales, antiprogressistW, politisches System aufzuzwingen. Die dauernden Resultate unseres militairischen Auftretens im Auslände bestanden immer in Sanctio- nirung des Rechts der Nationalitäten und in Entwickelung da Livilisation, da wo sie nur erst im Keim vorhanden war.., Die Besorgnisse, welche von den ein doppeltes Ziel verfolgend!» Erklärungen der preußischen Regierung hervorgerufen werden, de- rechtigen uns zu der Erwartung, daß unsere Zurückhaltung ich von langer Dauer sein wird." Großbritannien. London, 7. März. (Deputationen.) Dem Minister des Innern wollen in diesen Tagen Deputationen brotloser Arbeiw ihre Aufwartung machen, die „nichts weiter" verlangen, als daß alles unbebaute Land von Staatswegen erworben und unentgelt lich an die Nothlcidenden vertheilt werden soll. Das ins Augk gefaßte Areal umfaßt 20 Millionen englische Acres. — Die Canalflotte, welche am Freitag von Lissabon ans lief, hat Befehl erhalten, sich weit auszubreiten und allen bc- I drängten Schiffen, die durch die lang anhaltenden Ostwmde I zurückgehalten worden sind, beizuspringen. Wenn man bedenkt, I daß nicht weniger als 500 Segel im Rückstände und manche dieser I Fahrzeuge ohne Zweifel auf die allerspärlichstcn Lebensmittel an- I gewiesen sind, so kann man diesem Schritte der Admiralität sein! I Anerkennung nicht versagen. — Garibaldi's Roman „Clelia oder die Regierung dcS I Mönchs. Rom im 19. Jahrhundert" wird von der englischen I Presse zwar sehr wohlwollend behandelt, aber trotzdem als cint I sehr schwache Leistung kritisirt. Am Stärksten spricht sich der Ta- I del in der „Saturday Review" aus. „Wir möchten wünschen" I (schreibt diese, die im Nebligen an den Sympathieen für die Per- I son Garibaldr's Theil nimmt), „daß das Manuscript nicht von ihm I selber herrühre, daß sich vielmehr Jemand einen Scherz mit dem I Verleger und Uebersetzcr erlaubt habe. Leider aber spricht AlteS I für dessen Echtheit. Garibaldi litt schon viel in seinem Lebe» I durch die Taktlosigkeit seiner Freunde und wahrscheinlich wind' I er durch sie auch diesmal zu einer Schwäche verleitet, die seine» I Gegnern willkommen sein muß. Das, was man in derI Weisheit zu nennen pflegt, war seine starke Sache nie; doch P' I ten wir ihn solchen Unsinns, wie er in diesem Buche sprm I kaum fähig gehalten. DaS Buch gleicht dem ErstlingsmM I 61 U Der Pi ! mit de t der Bn 1. Minister ! Die Pl SiMg i seht. — sehung trag bei s debaite s dem Hcu ' Lasker als alle mit den worden, Hand dl zu beleg, Berbrech,