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^ibergerAttzeigex und Tageblatt Freiberg, den 2. Oktober 1899. Hr»u»e. »ein Volks mit einander verknüpfen. In ihm er-! an Stoff nicht; aber es giebt Personen und Einrichtungen, > zu abstrakten Begriffen, wie Vaterlandsliebe, gegen die Herabwürdigungsversuche des frechen Witzes d die Genossen des die erschüttern, den sie gewiß am allerwenigsten missen möchten. Freilich meinen sie's nicht so, wenn sie da über irgend eine seichte Witzelei lachen. Aber um so schlimmer ist's, wenn ihre Gedankenlosigkeit sie auch in solchen Dingen nicht verläßt. Wag, l wer daran Gefallen findet, lachen über hunderterlei, eS fehlt ia' Die Königliche Superintendent«* IL»e»«e1b»rti». G kulMIlM Mr die Migücheu Md städtischen Behörden zn Fretderg Md Brand, verantwortliche Leitung ver Redaktion: Georg Burkhardt. Auktion. Dienstag, den 1ü. Oktober kommen l. Bormittags 9 Uhr in Mulva 60 Ctr. Bundstroh, Sammelort: BraunS Restauration, 2. vormittags 10 Uhr in Randeck, im Heinzmannschen Gasthof, in dem erwählten Ver steigerungslokal, 7*/, Schock Hafer gegen Baarzahlung zur Versteigerung. Brand, am ö. Oktober 1899. 81i!»eri»aiia, Gerichtsvollzieher. 62. Jahrgang. — Sonnabend, den 7. Oktober Rathskopistenstcüe sofort zu besetzen. Geeignete Bewerber mit schöner Handschrift wollen Gesuche mit Zeugnissen unter Angabe ihrer Gehaltsansprüche sofort einreichen. Freiberg, am 6. Oktober 1899. Der Stadtrath. Vr Sekroeckvr. Wgr GemeUwesparkasie zn ErbisSorf, ist jeden Montag, Nachmittags von 2 bis 6 Uhr geöffnet, verzinst Spareinlagen zu 3*/, */, und gewährt Darlehen auf Grundstücke zu mäßiger Verzinsung. Der Gemeinderath. Nkeniläusser, G.-Vorst blicken die, die sich zu abstrakten Begriffen, Staatsbewußtsein und dergl. nicht erheben können, den Vertre ter dessen, was der einzelne der Gesammtheit schuldig ist; in ihm erblicken wir, die wir jenem Begriff auch die im Persönlichen ruhende Kraft zusetzen, den Träger unserer geschichtlichen Ent wickelung, mit der wir uns in unserm Herzen innig verbunden wissen. Wo diese monarchische Idee gepflegt wird, da steht es gut um ein Volk. Wo sie untergegangen tst, da geht es abwärts im Durcheinanderwogen der Parteien. Frankreich bietet uns dafür ein trauriges Beispiel. Schwächen aber muß es unbedingt den monarchischen Ge danken, wenn man den Monarchen der Lächerlichkeit preisgeben will. Amt und Träger sind in solchen Fällen nie zu trennen; wer den Monarchen lächerlich machen, ihn seiner Würde entklei den und dem Gelächter des Haufens aussetzen will, der vergeht sich damit nicht nur gegen die Person des Herrschers, sondern er rüttelt auch zugleich an der Grundlage des ganzen Staats wesens. Das sollten die Leute bedenken, die sich vielleich natio nal nennen, mit Behagen aber die Blätter lesen, in denen giftige Pfeile gegen den Monarchen geschnellt werden; wenn diese Leute sich womöglich mit bezeichnendem Augenblinzeln eine gedruckte Majestätsbeleidigung zureichen und über die Strafe, die den Be leidiger trifft, einen Höllenlärm anheben, so helfen sie den Bau I. Seelsorgerbezirk, Pastor »r. Se^rloli, Akademiestraße, Annabergerstraße, am Bahnhof, Bahnhofsgebäude, Beuststraße, Branderstraße, Burgstraße Nr. 1 bis 29, ungerade Hausnummern, Chemnitzerstraße Nr. 1 bis 13, ungerade Hausnummern, Feldschlößchenweg, Feldstraße, Forstweg, Gartenstraße Nr. 7 bis 11, Hirteagasie, Hirtenplatz, Johannisgäßchen, KaushauSgasse, Kirchgäßchen, Körnerstraße, obere Langegasie, am Marstall, Neugasse, Nonnengasse, Obermarkt, Olbernhauerstraße, Petersstraße, Petriplatz, am RcvierhauS, rother Weg, Schießplan, Schloßplatz Nr. 1 und 2, Schönrgasse, Schützengasse Nr. 1 bis 15, ungerade Hausnummern, Turnerstraße, Waisenhausstraße, Waüstraße. II Seelsorgerbezirk, Diaconu- SeLmickt. Bahnhofstraße, BergstistSgasse, Berthelsdorserstraße Nr. 2 bis 56, gerade Hausnummern und Hausgrundstück Brand-Cataster Nr. 51 Ll, Buchstraße, Erbischestraße Nr. 2 bis 24, gerade Haus nummern, Fischerstraße, Humboldtstraße, Humboldtplatz, Korngasse, untere Langegasse, Mühigasie, Postplatz, Poststraße Nr. 2 bis 22, gerade Hausnummern, Reitbahngasse, Rinnengasse, Schiller st raße, Stollnhausgaffe, Wernerplatz, Wernerstraße. Oeffentliche Zustellung. In Ehesachen der Ida Lina verehl. Liebscher geb. Loose in Döbeln, Klägerin, .Mn den Handarbeiter Friedrich Ma? Liebscher, zuletzt in Sörmitz, jetzt unbekannten Aufenthalts, Beklagten, Ehescheidung wegen lebensgefährlicher Mißhandlung und LebcnSnach« stellung betreffend, ladet Klägerin, nachdem sie ihre Klage noch aus bösliche BerlassUNg ge stützt hat, den Beklagten anderweit zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreites vor die 2. Civilkammer des König!. Landgerichts Freiberg auf den 13. Dezember 1899 vormittags 9 Uhr mit der Aufforderung, einen bei dem Prozeßgericht zugelassenen Anwalt zu bestellen. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug des Ladungssatzes bekannt gemacht. Freiberg, den 19. September 1899. Der Gerichtsschreiber des König!. Landgericht-. L 72/98 Nr. 8. Sekretär Li »innrer. Bekanntmachung Consirmation betr. Alle Kinder, welche zu Palmarum 1900 in den hiesigen evangelisch-lutherischen Kirche» confirmirt werden sollen, sind bei den betr. Herren Geistlichen Montag und Dienstag, de« 9. und 10. ds. Mts., von den Eltern, bez. Pflegern u. s. w. anzumelden. Berechtigt, bez. verpflichtet zur Consirmation sind diejenigen Herren Geistlichen, in deren Parochie die Eltern, bez. Pfleger u. s. w. der Kinder wohnen, oder zu denen dieselben in Beichtverhältuiß stehen. Für die St. Pctrigemeinde ist die bestehende Ordnung der Seelsorgerbezirke maßgebend, wonach wie alle geistlichen Handlungen, so auch die Consirmation jedem Geistlichen i« seinem Bezirke zusteht. Jedoch gilt auch hier die Bestimmung: „Wenn seitens der betheiligten Gemeinde- Glieder für die Vollziehung einer Amtshandlung der nicht zuständige Geistliche gewünscht wird, so soll von Seiten des Zuständigen etwas nicht eingewenDet werden können.* Die Eintheilung der Bezirke wird unter T bekannt gegeben. Für diejenigen Kinder, welche nicht in einer hiesigen Kirche getauft find, ist der Taufschein beizubringen. Der Beginn deS ConfirmandenunterrichtS, sowie Tag und Stunde deS demselben vorauS- gehendcn Eröffnungsgottesdienstes wird später bekannt gemacht werden. Erscheint jeden Wochentag Abend« Uhr für den anderen Tag. Preis viertrljährllch 1 Mik. 80 Psg. etrmonatlich 60 Psg.; durch die Post 2 Mk. 25 Psg. Koh-Aersteigerung auf dem Frauensteiner Maatsforstreviere (Muldaer Wald). Egg's Gasthof in Rulda, Montag, den 16. Oktober dss. Js. Bormittags 10 Uhr: 33 w. Stämme, 17 h. u. 5460 w. Klötzer, 230 w. Derbstangen i. g. L, 6000 w. Reisslängen und 3 rm w. Nutzscheite; Nachmittag- S Uhr: 57 rm w. Brennscheite, 9^/, rm h. u. 86^/z rm w. Brennknüppel, 1 rm h. u. 5 rm w. Zacken, 1?/, rm h. u. 64 rw w. Aeste, 458 rm w. ungeschn. Reisig u. 274^/, rm w. Stöcke. In den Aoth. 92 (Schlag) 71 bis 116 (Durchforstungs- und Einzelhölzer). Näheres ist aus den bei den Ortsbehörden und in den Schankstätten der umliegenden Ort schaften aushängenden Plakaten zu ersehen. König!. Forstrevierverwaltung und König!. Forstrentamt Frauenstei«, am 4. Oktober 1899. gegen die Herabwürdigungsversuche des frechen Witzes durch bas allgemeine Empfinden geschützt sein sollten. DaS Ober haupt des Reiches gehört in erster Linie zu ihnen. Zu unserer Zeit, zu deren verderblichsten Erscheinungen die Pietätlosigkeit gehört, haben wir wahrlich am allerwenigsten Ursache, dem ober sten Vertreter der Autorität auch nur ein Titelchen der ihm ge bührenden Autorität zu versagen. Die Mächte der Zerstörung sind ohnehin geschäftig an ihrem Werke. Ein Thor, wer ihnen, wissentlich oder unwissentlich, dabei hilft. Von dem persönlichen Unrecht gegen den Trager der deut schen Kaiserkrone, das in jener hämischen Freude an Witzeleien liegt, schweigen wir. Man kann nicht verlangen, daß man sich mit jeder That und mit jedem Wort unseres Kaisers einverstan den erklären soll; aber das wird doch jeder unbefangene Beur- lheiler zugeben, daß zu dieser hochgesinnten Herrschergestalt der Schlamm, der aus irgend einer Gosse aufspritzt, nicht heran reicht. Aber die Leute, die sich als Stützen der Gesellschaft be trachten, und doch direkt oder indirekt helfen, wenn die aller- wichiigste Stütze untergraben wird, enthebt das durchaus nicht der Verantwortung. Sie tragen größere Schuld als irgend ein Mann aus dem Volke, der sich m Roheit einer Verletzung der Ehrfurcht schuldig macht. Selbst der offene CynismuS der Feinde der gesellschaftlichen Ordnung, wie ihn der Abgeordnete Schmidt bethätigt hat, ist nicht so gefährlich, wie die Lauhheit in den sogenannten gebildeten Klassen, die es für komisch hält, «m an Ehrfurcht streifendes Gefühl zu verrathen. Inserate werden bl» vormittag« 11 Uhr . angenommen. Preis für die Spaltzeile 15 Psg. HX» 2» Außerhalb de« LandgerichtSbrzirk« 16 Pfg. Majestiitsbeleidigunseu. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Schmidt ist don der Strafkammer des Magdeburger Landgerichts wegen Majestätsbeleldiguna zu drei Jahren Gefängniß verurtheilt Korden. Die Beleidigung befand sich in einem „Märchen aus Bagdad", in dem vom Prinzen Veit-el-Riz und dem „Sultan" die Rede war; diese sich gegen den Kaiser und den Prinzen Eitel vÄ richtende Beleidigung war so unglaublich niedrig, daß selbst der „Vorwärts" sie damals als „roh und geschmacklos" brandmarkte. Trotzdem giebt es noch Leute, die das Urtheil »Magdeburger Richter „furchtbar hart" nennen, ja die "Mukfurier Zeitung versteigt sich sogar dazu, zu behaupten, A A Rechtsempfinden des Volkes nicht verständ- N- Man lieht aus diesen Bemerkungen des demokratischen Blattes, daß das Treiben, die Person unseres Kaisers in ver- Mer, gesetzlich nicht faßbarer Form anzugreifen, von den Be hörden schon zu lange geduldet worden ist. Die Freiheit, mit der man m den Zeitungen — zumeist in „Witzblättern" vom Mage des „Simplizissimus" vergiftete Pfeile gegen das Ober- ,^^8 richten durfte, hat nur dazu geführt, daß die «Lützen immer dreister wurden. Jetzt endlich scheint man Wege emschlaben zu wollen und den Versuchen, den Trä- wiüsAn Kaiserkrone verstohlenem Gekicher oder rohem Machter preiszugeben, energisch ein Ziel zu setzen. Das kann man nur freudig begrüßen. ganze- Gemeinwesen steht und fällt mit der Monar- Kaiser ist die Verkörperung des Reichsgedankens, in lemer Person taufen alle die Millionen Fäden zusammen, die Die Staatseinkommenstener für den L. Termin 1099 ist am 30. September dieses Jahre- sällig und binnen s Wochen an die Stadtsteuereinnahme hier zu entrichten. Freiberg, am 26. September 1899. Der Stadtrath. vr. Konkursverfahren. LaS Konkursverfahren über daS Vermögen des Schuhmachermeisters und Schuhwaaren- geschüstSinhaberS Car! August Andrea- in Freiberg wird nach erfolgter Abhaltung deS Schlußtermins hierdurch aufgehoben. Freiberg, den 4. Oktober 1899. Königliche- Amtsgericht, Abth. I. L 7/99, Nr. 79. Bekannt gemacht durch den Gerichtsschreiber: Sekr. litt««»!»!. Konkursverfahren. DaS Konkursverfahren über daS Vermögen des Restaurateurs Hermann Gustav Franz Ferchland in Freiberg wird nach Abhaltung des Schlußtermines hierdurch »usgehoben. Freiberg, den 4. Oktober 1899. Königliche- Amtsgericht, Abth. I. L 8/99, Nr. 75. Bekannt gemacht durch den Gerichtsschreiber: Sekr. Zkivnlai. Die Dresdner Dynamitfabrik beabsichtigt auf ihrem in Hilbersdorfer Flur «legenen Fabrikgrundstück Cat.-Nr. 75 zwei weitere Patronenhütten und auf Parzelle No. 387 s des Flurbuchs für Hilbersdorf bei den bereits vorhandenen Dynamitlager- üumen zwei wettere Dynamiimagazine für je 6000 Lx Sprengstoff zu errichten. In Gemäßheit Z 17 der Reichsgewerbeordnung wird dies mit der Aufforderung hierdurch bekannt gemacht, etwaige Einwendungen hiergegen, soweit sie nicht auf privatrechtlichen Titeln beruhen, bei deren Verlust binnen 14 Tagen, vom Erscheinen dieser Bekanntmachung an gerechnet, allhier anzubringen. Freiberg, am 2. Oktober 1899. Die Königliche Amtshauptmannfchaft. I>r Steinert. " Unter den Viehbeständen in den Gehöften Cataster-Nr. 55 für Tuttendorf und -etaster-Nr. 4 für Erlicht ist die Maul- und Klanenseuche ausgebrochru. Freiberg, den 6. Oktober 1899. Königliche Amtshauptmannfchaft. vr Steinert.