Abb. 15. Dresden-Laubegast. Zertrümmerter Rohschmelzkuchen. Etwa 2:1. Der Bronzedepot Fund 245 vom selben Fundort 14 enthält neben vielen Gebrauchsgeräten und deren Bruch noch sechs Bruchstücke verschiedener Schmelzkuchen. Dazu kommen ein runder Gußkuchen 15 von 1,035 kg und ein kleineres Bruchstück eines solchen von 0,322 kg. Beide hatten schon eine weitere Umschmelzung des durch Erz gewonnenen Schmelzgutes erfahren. Das Material ist dichter im Gefüge, also schon gas- und säure freier sowie schlackenreiner. Das Viertel eines im Durchmesser etwa 19 cm großen und in der Mitte 4,6 cm dicken Stückes von Schmeckwitz 16 (Abb. 17) wiegt noch 1,380 kg. Selten wurde ein Schmelzkuchen in der zweiten oder dritten Umschmelzung von solcher Größe beobachtet, denn je reiner das Material durch das Umschmelzen wurde, desto fester wird das Gußgefüge. Zur weiteren Verwendung mußte so ein Gußkuchen in Stücke zerlegt werden. Ein schlackenreicher, aus dem Erz geschmolzener erster Schmelzkuchen läßt sich leicht zertrümmern. Dieser aber mußte mit einem meißelartigen Werkzeug zerteilt werden, in unserem Fall wahrscheinlich in acht Stücke. Die Trennlinien laufen zentral zur Mitte und zeigen uns noch heute die 14 W. Coblenz 1953, Fund 245, S. 102-113 und Taf. 24-26. 15 Vgl. Anm. 4 (hier S. 39 und Abb. 14—16) und Anm. 14 (hier Fund 259 S 114—118 und Taf. 27-29). 16 W. Frenzel 1927, S. 70.