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Arüiche Md Sächsische Nachrichten. — Eibenstock, 6. Septbr. Die Verlustliste Nr 620 der Sächs. Armee enthält auS unserem AmtS- g«richtsb:zirk folgenden Namen : An« Eibenstock: Ernst Wilhelm Scheiter, vermißt. Ferner liegt ihr ein «et- terer Nachtrag zur Vermißtenliste bei. — Eiben st ock, 6. September. Nachstehend geben wir eine Zuschrift des Herrn Schuldirektor Groh- m a n n > Schönheide bekannt, die wesentlich zur Klärung derRealschulsrage in Eibenstock beizutragen geeig net ist: Schönheit»?, den ü. Septbr. 1S1S. An die Redaktion des „Amts- und Anzeigeblattes" für den AmtSgcrichtSbezilk Eibenstock Sehr geehrte Redaktion! In Ihrem geschätzten Blatte wird bei den Meinungsäußerungen ink der Eiben st ost er N e a 11 ch u I sra g e von beiden Parteien auch mein Name g-nannt. Da hierbei mein Standpunkt in den Schönheide betreffenden Fragen nicht völlig ersichtlich wird, sehe ich mich genötigt, um irrtümlichen Auffassungen vvrzubcugen, zu er. klären, daß ich 1. weder für eine Verbandsrealschule, noch für eine Bcrdandsbegabtenschule in SchSahetder- bam»» einzutreten vermag, 2. zu keiner Zeit von einer ernstlichen „Planung" da» hingehender Art in den mit solchen Fragen zu befassen den Kreisen unsere« Orte« Kenntnis erlangt habe, 8. wohl aber für den Ausbau unserer Einheits schule zur lOstufigen Anstalt im Sinne des Ueber- gangSschulgesetze« «intrete. Diesen Standpunkt habe ich bei allen gelegentlichen Gesprächen über die Sache eingenommen. Hochachtungsvollst Schuldirektor Grohmann. — Eibenstock, 6. September. Morgen Sonntag veranstaltet der Eibenstocker Ballspiel-Club wie derum etil Wettspiel auf der Rehwiese. Er hat die I. Mannschaft der Riege „Sportlust", Aue, dazu verpflich tet. DaS Spiel verspricht höchst interessant zu werden, da die Auer Mannschaft einen guten Ruf genießt und auch Eibenstock seine besle Elf ins Treffen führen wird. — CarlSfeld, 4. September Veranlaßt durch die äußerst knappe Zuweisung von Petroleum sind in letz ter Zeit vielfache Wünsche laut geworden, den Ausbau des elektrischen OrtsleitungSnetzeS so zu fördern, daß möglichst alle HauSgrundstücke im Orte an daS elektrische Lichlleitungsuetz angeschlossen werden können. Da diesen Wünschen ihre Berechtigung nicht versagt wer den kann, sollen Verhandlungen mit dem Ziele der Erwei terung des OrtsleitungSnetzeS eingelcitet werden. — Dresden 3. September. Sogar das Dresde ner Ministerium für Militärwesen ist nicht mehr vor Einbrechern sicher! In der Nacht zum Freitag wurde dort (im früheren Residenzschlosse) eine Kas sette ihres Inhalts beraubt. Glücklicherweise war tags zu vor eine größere Summe daraus in Sicherheit gebracht worden. Ter Täter ist jetzt ermittelt. — Dresden, 4. September. Am 23. August war in der Nähe von Schandau die SchlofserSeheftau Bobe aus Dresden am Fuße eines Felsens tot aufge sunden worden. Es wurde damals angenommen, daß Frau Bobe beim Pflücken von Heidekraut von dem Felsen gestürzt sei. Heute ist der Ehemann der Verstorbenen, der 42 Jahre alte Schlosser Paul Bobe, unter dem Ver dacht, seine Ehefrau in der Absicht, sie zu töten, von dem Felsen heruntergestürzt zu haben, verhaftet worden. Bobe ist schon viele Male schwer vorbestraft; in den ersten Revolutionstagen war er Mitglied des Solduteurates, aus dem Sr aber bald darauf nach Unterschlagung von 8000 Mark verschwand. — Leipzig, 4. September. Der neue sozialde mokratische Kreishauptmann von Leipzig Hein rich Lange ist einer der älteren sächsischen Parlamenta rier. Er wurde am 23. April 1861 zu Hagen in Han nover geboren, erlernte das Drechslerhandwerk und trat früh in die gewerkschaftliche u. politische Bewegung ein. Seit Anfang der 90er Jahre nahm er am öffentlichen Leben in Leipzig regen Anteil. 1896 wurde er zum Stadtver ordneten, während des Krieges zum Stadtrat ernannt. Längere Zeit war er im Reichsernährungsamt tätig. Seit 1S0S saß er im sächsischen Landtage, wo er namentlich als Wortführer seiner Fraktion in Kulturfragen auftrat. Auch der sächsischen Volkskammer gehörte Lange an. — Leipzig, 4. September. In Leipzig hat die Spielsucht zwei Todesfälle zur Folge gehabt. In dem einen Falle erschoß sich ein junger Mann wegen großer Verluste, in dem anderen Falle kam ein Spieler beim Eindringen der Polizei in einen Klub durch einen Sprung auS dem Fenster umS Leben. — Leipzig, 5. September. Tödlich abge- stürzt mit seinem Flugzeuge ist heute der Chefpilot und frühere erfolgreiche Kampfflieger Otto Fritzsche. Die Ursache de« Absturzes konnte noch nicht festgestellt werden. — Bautzen, L. September. Der Geheime Regie- rungSrat im Ministerium der Innern, von Nostitz- Wallwitz, ist zum KretShauptmann von Baut zen ernannt worden. Er wird sein neue» Amt am 1. Oktober antreten. — Oschatz, 5. September. In den letzten Rächten wurde mehrmals versucht, am Proviantamt einzubrechen. Die Posten verscheuchten durch Schüsse die Einbrecher, die ihrerseits die Schüsse erwiderten. Dadurch wurde bei den Posten eine Nervosität hervorgerufen, die in letzter Nacht zu einem bedauerlichen Vorkommnis führte. AlL gegen 1 Uhr der diensthabende Offiziersstellvertreter die Posten kontrollierte, glaubte ein Posten, einen Ein brecher vor sich zu haben und gab auf ihn einen Schuß ab, der ihn am Oberschenkel ziemlich schwer verletzte. Der Diensttuende antwortete in der Meinung, von irgend ei ner Seite böswillig angegriffen worden zu sein, ebenfalls mit Schüssen, die nun ihrerseits den Posten schwer verletzten. Beide fanden im Garntsonlazarett Ausnahme. — Rochlitz, 4. September. Raffinierte Diebe betrieben im nahen Poppitz ihr Handwerk. In der Mühle stahlen sie einen 14 Meter langen Treibriemen, der einen Wert von etwa 2000 Mk. hatte. In der Nacht -um Sonntag stahlen unbekannt« Diebe einem Gutsbe« besitzer 4 Schweine und töteten sie an Ort u. Stelle. Da rauf holten sie auS dem Schuppen de« Genannten einen Handwagen und fuhren die Beute fort. Die Diebe konn ten noch nicht ermittelt werden — Plauen i. V., i. September Ein Ehren feld ist auf dem städtischen Hauptfriedhof errichtet und für die Krieger bereitgestcllt worden, die auf dem Felde der Ehre gefallen sind. — Ist für den freien Handel die Zeit noch nicht da? Wenigstens erscheinen noch Begleit- maßnahmen erforderlich. Das muß man sich doch vor Augen halten, wenn jetzt konstatiert wird, daß der Hafer im freien Handel 50—60 Mark kostet, während der Rog- gen mit etwas über 20 Mark in der Zwangswirtschaft bezahlt wird. Daraus entsteh! die Gefahr, daß unsere ganzen Anbauverbältnifse über den Haufen geworfen werden, und das Brotkorn zum Futter Mr die Tiere statt des um teure« Geld zu verkaufenden Hafer« herabsinkt. — Die Aufhebung der Eeifenkarte. Die Freigabe der Seife ist erfolgt, doch wird die Teifenherstel- lungS- und VertriebSqesellschast, wie verlautet, eine auch nur Halbweg« zureichende Menge Seife kaum herbeischaf- fen können. Der wahrscheinlichste Grund der Freigabe ist der, daß daS Seifensyndikat die Verpflichtung zur Lieferung de« Markenquantum« pro Oktober, daS »on ibm feierlich versprochen worden ist, nicht erfüllen kann. Eingeweihte ve sichern, daß noch nicht einmal zur Belieferung diese» kleinen Quantum« Seife das notwendige Fett vorhanden ist. Die Arbeitsgemeinschaft der Teifenhändler und ver wandter Berufe bat sich in einem energischen Telegramm an die höchsten Reichsbehörden um Hilfe gewandt. — W KI. Die Milchpreis«. Für die Mich- Versorgung der städtischen Kommunalverbände haben sich dadurch gewisse Schwierigkeiten herauSqestellt, daß die au- ßersächsischtn Gebiete in den letzten Wochen die Milchpreise heraufgesetzt haben Die außersächsischen Lieferungen nach Sachsen stoßen dadurch auf erhebliche Schwierigkeiten. So sieht sich die Stadt Leipzig bereits seit einiger Zett gezwungen, den Unterschied zwischen den sächsischen Höchst preisen für Milch und den außersächsischen Preisen au» städtischen Mitteln auszuql«ichen, was auf die Dauer un möglich ist. Auch die innersächsischen Lieferungen sind durch den in Sachsen niedrigeren Milchpreis mehr und mehr erschwert. Eine Sitzung im Wirtschaftsministerium am 28 August, zu der neben Vertretern der Produzenten und Verbraucher auch Vertreter der städtischen und länd lichen Kommunaloerbände sowie der Molkereien und de« Mtlchhandels zuqezogen waren, bat sich mit diesen Schwie rigkeiten beschäftigt. Nach ausgedehnter Aussprache wurde eine Kommission eingesetzt, in der Vertreter der beteiligten Jntereffenkreise, insbesondere der Landwirt« und der Ver braucher. demnächst unter Beteiligung des LandeSpreiSam- teS die für die Milchversorqung, insbesondere für die Ren tabilitätsberechnung der Erzeugung, vorliegenden Unter- lagen prüfen und dem Wirtschastsministerium weitere Vor- schläge unterbreiten soll. Erster Deutscher Evangelischer Kirchentag. Dresden, 4. Septbr. 1919. Wie nicht anders zu erwarten war, traten wäh ren^ der Verhandlungen des Kirchentages die Ge gensätze innerhalb der Kirche mit immer grö ßerer Deutlichkeit hervor, sie zeigten sich besonders bei der Behandlung der Frage des Urmahlsystems. Aber es muß zur Ehre des Kirchentages gesagt wer den, daß diese Gegensätze bis jetzt in durchaus wür diger Weise ausgetragen wurden. Tas starke "Interesse der breiteren Oeffenttich-- keit an den Verhandlungen des Kirchentages be kundete sich vor allem in der Tatsache, daß die Kur ten für zahlreiche Hörerplätze schon vor Beginn des Kirchentages vergriffen waren. Zunächst wurden die Beratungen über „Syno- d alverfassung und kirchliche Wahlen in den Landeskirchen" am Nachmittag fortgesetzt. Sie endigten mit der Annahme eines Antrags Til lich, wonach der Kirchentag dem Grundsätzlichen der Vorlage zustimmt, von einer Stellungnahme zu Len Einzelausführungen aber absieht und die ganze Vorlage den Landeskirchen als Anregung für ihre eigenen Entschließungen übergibt. Tic Sätze der Vorlage, zu welchen sich der Kirchentag damit be kannte, lauten folgendermaßen: 1. Die evangelische Kirche muß Volkskirche blei ben und immer mehr zu einer wahren Volkskirche ausgestaltet werden. Tabei ist der Bekenntnisstandi sowie die Selbständigkeit und Eigenart der einzelnes Landeskirchen (soweit sich nicht solche freiwillig zu größerem Ganzen verschmelzen) aufrecht zu erhalten. 2. Jede Landeskirche ordnet und verwaltet — unbeschadet des Kirchenhoheitsrechtes des Staates — ihre Angelegenheiten frei und selbständig durch ihre eigenen Organe. Tie Kirchengewalt muß in vollem Umfange aus die Kirche selbst übergehen. In haber dieses Rechtes sind in Zukunft die Landes- synoden. 3. Unter Wahrung ihrer Selbständigkeit und Ei- genuüt treten die Landeskirchen in eine organische Beziehung zueinander (Deutscher Evangelischer Kir chentag und Deutscher Evangelischer Kirchenaus schuß); es ist daher ein möglichst gleichartiger Auf bau ihrer Verfassungen erwünscht, jedoch ohne kir- chenrcchtliche Gleichmacherei. 4. Tie Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse hat an die Synodalordnung anzuknüpfen. Tabei ist zu beachten: s) der Ausgleich der Funktionen von kirchlicher Ortsgemeinde und Gesamtgemeinde, d) die starke Heranziehung aller Schichten der evangelischen Bevölkerung ohne Antastung der führende» Stellung des Dienstes am Worte, e) die Eingliederung der Hochfeine Paarw A> dem Glauben aber nicht in salshitze. So laßt wächst. Tie Frucht der Geduld reift guten Tagen, sondern in der Trüb läutern, der Die« Gemeans raktere ! wissen, Mensche ihm all« neren S und ein mut! T tigen ler Hand d« Kindesvi zum bes uns zunl Ten geht der ter Her: tröst un blickt - dem Lei alles ge G ein eins derstandr Gottesre die Anfi ist, wird Gott ve 1, 12) auch uns durch viel Trübsal gehn! Wir müssen es; denn es ist G ottes weise Erzieher ab sicht so. Er will dadurch die Seinen prüfen und Da 1 sönliche t seinen Ir »Ich nicht erki beiwünsch Gatte ist unserem ' -urückkehl Das kommens: gutmütig« »Das «Da gnä heiratet s Gemahl s Frau oder verl< Stimmun denn ebe Zugführei etliche W< »Um doch liebe Aber schlossen« es ihr da: führung z bedeutend »Da laufen," I rühren. „Eine ein auffal! »Das konnte ih flink in d« führer zur gewesen v »Za, lich mein Erscheinun müssen." Der Herr nab wieder ein »So c stimmte er auf der nc vereinigt s „Auf: Der fr buch aus i Blättern: »Die anzuhalten zwei Uhr »2 m meiner Eh Sie di sich in die uicht, was sagen könn gen Süden Ateml» Huber in behufs grä Er war ge Nouchfähm r» sehen, n längst nur düngen gej .Sie s: Nasen bat (Zum 12. Trinitattssonntage.) Ter leiderprobte Heidenmissionar Paulus stärkt die Christengemeinden im heutigen Text (Ap.-Gesch- 14, 11-22): „Wir müssen durch Viol Trüb sal in das Reich Gottes gehn". Tie An fechtung ist nicht leicht zu tragen, die von haßer füllten Feinden des Evangeliums oder von falschen Freunden über die Jesusjünger ausgeht. Weil Pau lus sic aber aus eigener bitterer Erfahrung kennt, vermag er auch recht zu trösten. Er soll auch der Christenschar heute das rechte Wort für ihre Trüb sul geben. Schweres hat er eben durchgemacht in Lystrr: nachdem er mit Bernabas wegen der Heilung eines Lahmen beinahe göttlich« Ehrungen empfangen hätte, die sie kaum abwehren können, wird er kurz darauf von demselben, durch Juden verhetzten Bolle gesteinigt. Aber sein Gott, der ihn noch braucht oüs Boten seiner Gnade, erhält ihm wunderbar das Leben — und nun weiht es ihm Paulus zu neuem Dienst, er reist ohne Ermüden umher und „ermahnt die Jünger, daß sie im Glauben blieben." Tie Trübsal, unter der sie leiden, reizt zur Verleugnung und zum Abfall Aber nun gerade gilts treu und fest zu bleiben an der erkannten Wahrheit. Die äußere und innere Not soll die Christen bewähren in der Geduld, die aus Echt Grüß« Nr.: Preis M! freien kirchlichen Tätigkeit — ohne Einschnürung - in den kirchlichen Organismus, ä) die Erhaltung kirch licher Behörden als eines unentbehrlichen Gliedes der Gesamtkirch«. Ueber „Tie Behandlung des Urwahl systems in der Kirchenverfassung der einzelnen Landeskirchen" gab hierauf Geh Knchenrat l>. Rahlwes, Meiningen, einen vor trefflich orientierenden Bericht, der die große Ber fimcdenheit der Verhältnisse auf diesem Gebiet in den einzelnen Landeskirche« hervortreten ließ. Da nach besteht das Urwahlsystem in folgenden Landes kirchen: Hannover, Schleswig-Holstein, Hessen-Nas sau, Weimar, Braunschweig, Sachsen-Meiningen, Ko bürg Gotha, Altenburg, Schwarzburg-Sondershau scn, Sachsen-Anhalt, Lippe-Detmold. Die größere Zahl der Landeskirchen habe sich für die Verhältnis- wähl ausgesprochen. Völlige Einheitlichkeit sei da rin, daß nirgends in den Landeskirchen das Wahl recht gebunden ist an die Kirchensteuer. Fast völlige Uebereinstunmung herrschte in der Ausassung, es müsse eine verfassunggebende Versammlung einoeru fen werden, ferner dattn, den Frauen das Wahlrecht und das der Wählbarkeit zu gewähren, und überall ein zahlenmäßiges Uebergewicht der weltlichen über die geistlichen Abgeordneten in den kirchlichen gesetz gebenden Körperschaften herbeizujühren. Die Aussprache über die Urwahlfrage, in welcher sich nicht weniger als 33 Redner und Rednerinnen zum Wort gemeldet hatten, brachte einen sehr leb hasten Austausch der Meinungen. Es sprachen ziem lich gleichviel Redner für wie gegen die Urwahlen, darunter Vertreter der verschiedensten Lebenskreis-, z B ein Professor der Zoologie, der sich ausdrück lich als ein einstiger Schüler Haeckels bekannte, fer ner eine Oberlehrsrin, ein Arbeitersekretär und ein Fabrikant, der im Sinne der landeskirchlichen Ge meinschastcn das Wort ergriff. Bemerkenswert w:ar .s auch, daß wiederholt von einzelnen Rednern auS gesprochen wurde, daß sie auch die Mitarbeit so zialdemokratischer Kreise am Neubau der Kirche sür dringend nötig erachten. Ein Beschluß sollte zu diesem Gegenstände nicht gefaßt w°rden. Schließlich wurde ein Antrag Mumm angenommen, der folgendes besagte: Ter Kirchentag überläßt die Entscheidung über bas Wahl system zu Len einzelnen landeskirchlichen Vertr^tun gen den hierfür zuständigen kirchlichen Stellen, ins besondere den Landessynoden. Ehn zweiter Teil des Antrages Mumm, der einstimmig Annahme fand, lautete: Mit Empörung vernimmt der Kirchentag, daß in einzelnen Fällen von staatlicher Seite eine Einwirkung auf die Entscheidung versucht, ja Lie evangelisch-lutherische Kirche Braunschweigs sich be reiis beschwerdeführend gegen die Landesobrigkeit an das Reichsministerium des Innern hat wenden müssen. Auf Grund des Wortlautes in der Ent stehungsgeschichte von Art. 137 der Weimarer Reichs Verfassung weist der Kirchentag eine Einmischung staatlicher Instanzen in das innere kirchliche Leben zurück Es gibt keine Staatskirchen, sondern nur freie Volkskirchen. Endlich wurde noch eine vom Berichterstatter v. Rahlwes «angebrachte Entschließung folgenden Wort» lauts angenommen: Bei den Synodalwahlen ist durch geeignete Maßnahmen dafür Sorge zu tragen, daß weder die großstädtischen Gemeinden durch die große Zahl der kleinen ländlichen, noch diese durch die Masse der großstädtischen Bevölkerung erdrückt werden. Tie Wahlen zu den Synoden sind jo zu ge stalten, daß das junge evangelische Kirchenvolk in ihnen seine gereifte Vertretung sehen kunn. Die W: ylor'onung für die Synoden muß so beschaffen sein, daß auch die Minderheiten in ihnen vertreten sind. Nächster Berhandtungsgegenstand: Erhaltung des evangelischen Religions-Unterrichts in de» Schulen.