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Ämt§- Md Änzeigeblatt für den Amtsgerichtsbezirk Eibenstock und dessen Umgebung Tel.-Kdr.: Amtsblatt. Fernsprecher Nr 210. I«» Tagesgeschichte IL >en sl kerei er grof e Aen Preß" friedv- in der entzen t. Die r end- a Ber- er dM t, wird Kaisex wünsch, kauerns agliche o Ver- Regie- gua zu nsache, omenL, . Eine lshing- 'order- Man ;r und Str. 225 de» SchaELttenverbotslist- ist z« streiche« Stadtrat Eibenstock. ü, Stadt c «. für Eibenstock, Larlsfeld, Hundshübel, Neuheide, Oberstützengrün, Schönheide, 5chönheiderhammer,Sosa,Unterstützengrün,wildenthalusw. er >äo. Erscheint täglich abends mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage für den folgenden Tag Anzeigenpreis: die kleinspaltige Zeile 12 Pfennige. Dm amtlichen Teile die gespaltene Zeile 30 Pfennige. Verantwortlicher Redakteur, Drucker und Verleger: Emil Hannebohn in Eibenstock. > - ------- 57. A«- rga« g. ' Donnerstag, den 14. Jnli Bezugspreis Vierteljahr!. IN. 1.50 einschliehl. des „Jllustr. Unterhaltungsblatts" und der humoristischen Beilage »Seifenblasen" in der Expedition, bei unseren Boten sowie bei allen Reichspostanstalten. Wie Deutschland die Welt regieren wird. Der Londoner „Daily Expreß" veröffentlicht un ter der Ueberfchrift „Wie Deutschland die Welt regieren wird' einen Brief «irres hannoverischen Kaufmanns, des sen Name nicht genannt wird, der aber, wie das Blatt hinzufügt, eine ganz außerordentliche Erfahrung be- sitzr und in deutschen Handelskreisen einen großen Ein fluß ausübt, weshalb der „Expreß" die Beherzigung seiner Ausführungen anrat. In dem Brief wird auf den immer wachsenden Einfluß Deutschlands hingewie sen. Man glaube in England, mit einer übermächtigen Flotte könne man alles erreichen. Wer es spreche doch ein anderer Faktor noch mit. Der Verfasser er klärt, Laß er England sehr genau kenne und die eng lischen Einrichtungen, die englische Freiheit bewundere, aber nichtsdestoweniger glaube er nicht, daß Großbri«- tannien noch durch viele Generationen hindurch die Be herrscherin der Meere bleiben könne- Deutschland sende seine jungen Leute hinaus in die Welt, damit sie di^ anderen Nationen kennen lernten, um später erfolg reicher mit ihnen konkurrieren zu können. Man solle einmal nach Südamerika blicken und sehen, wie der deutsche Einfluß dort wachse. Der Kaufmann von Rio betrachte London nicht mehr als den einzigen Hasen der Welt. In Chile sei der deutsche Einfluß nochi größer. In China und selbst in den britischen Straits Settle ments entwickelt sich der deutsche Handel zusehends, und die chinesische Armee werde von deutschen Offizie ren ausgebildet. Langsam, aber sicher, entwickele Chi na deutsche Tendenzen. Von Australien habe Deutsch land alljährlich gewaltige Einnahmen. Australien sei britisch bis auf die Knochen, aber wenn man die Adreß bücher von Sydney und Melbourne durchsetze, finde man, daß die Namen der großen Firmen deutsch sind. Mit Stolz sehe man in Deutschland, daß die wichtigste Dampferlinie, die die britischen Besitzungen an der Ost küste von Afrika bediene, unter deutscher Flagge fahre. Die deutschen Dampferlinien könnten erfolgreich mit den britischen konkurrieren, weil die Deutschen ihyg Kunden und deren Wünsche studierten. Sehe man sich die Passagiere auf d en Dampfern an, die nach Ost- Und Südafrika ^gingen, dann werde man finden, daß die meisten der Leute, die zum Vergnügen reisen, 'Englän der find, und die meisten derjenigen, die geschäftshal- ber unterwegs sind, Deutsche. Dann näher daheim, in Belgien! In Antwerpen höre man heutzutage eben soviel deutsch wie französisch sprechen, weil die Leute einsähen, daß es in ihrem Interesse liegp, deutsch zu lernen. Englisch lernten sie nicht. In Holland sei es dasselbe, und Dänemark, das von England lebe und die Deutschen hasse, beginne auch schon dem deutschjen Einfluß nachzugeben. Beinahe jeder russische Kauf mann müsse wohl 'oder übel deutsch lernen. Was be deute das alles? — Das Wachsen der deutschen Macht und des deutschen Einflusses, es bedeute, daß Deutsch land die kommende Macht sei, es bedeute, daß man in England so viel Schiffe bauen könne, wie man wolle, bis schließlich auf allen Werften des Bereinigten Kö nigreiches Tag und Nacht der Hammer erschalle, daß das alles aber doch nichts helfen werde. Wenn es schließlich zu einar Entscheidung durch den Krieg kom men sollte, werde Großbritannien zur See vielleicht dar Sieger bleiben. Der loyale Deutsche bezweifle die se Möglichkeit; aber selbst wenn es dazu kommen sollte, würde Deutschland vielleicht für ein Jahr oder zwei zu Boden geworfen werden, aber im Hintergründe der Welt seien Millionen von Deutschen bereist alle die Fähen schnell wieder aufzunehmen, und das schnell wie der zusammen zu bringen, was der Krieg auseinander reiße, damit der deutsche Einfluß in der ganzen Welt derselbe bleibe. Das solle man sich in England ein mal überlegen. Dit öffentliche Borbildersammlullg und Bibliothek Eibenstock bleibt von Sonntag, de« 17. d. M. bis mit sö««tag, de« 7. August geschtosse«. Plauen, den 12. Juli 1910. Geh. Kommerzienrat Lkkvrt. ßWegen Reinigung der Geschäftsräume können am 15. ««d 16. ds-. Mts. nur dringliche Sache« erledigt werden. Eibenstock, am 12. Juli 1910. Königliches Hauptzollamt. bezw. in der Bezeichnung der Waren im Zolltarif hin gewiesen, da aus diesem U m stände Streitigkeiten b ei der Verzollung in Portugal entstehen können. Das neue portugiesische Ministerium hat nunmehr Veran lassung genommen, den portugiesischen Konsulaten in Deutschland d.en gedruckten Vertrag in französischer und portugiesischer Sprache, wie er am 21. Mai 1910 in Berlin ratifiziert und am 5. Juni in Kraft gesetzt wurde, zugehen zu lassen, wodurch in zweifelhaftem Fällen Vergleiche mit dem vorliegenden deutschen Text ermöglicht werden. Rußland. — Der russisch-japanische Vertrag. Der russisch-japanische Vertrag, welcher am 4. d. Mts. in Petersburg unterzeichnet wurde, hat folgenden In halt: Die kaiserlichen Regierungen von Rußland und Japan sind aufrichtig den Grundsätzen ergeben, welche durch die zwischen ihnen am 30. Juli 1907 geschlossene Konvention aufgestellt worden find und von dem Wun sche beseelt, die Wirkungen dieser Konvention hinsicht lich der Konsolidierung des Friedens im fernsten Osten zu erweitern. Sie sind übereingekommen, das erwähn te Abkommen ldurch folgende Bestimmungen zu ver vollkommnen: 1. Mm den Berkehr zu erleichtern und den Handel der Völker zu entwickeln, verpflichten sich die beiden vertragsschließenden Parteien, sich gegen seitig freundschaftliche Mitwirkung zu leihen hinsicht lich der Verbesserung der beiderseitigen Eisenbahnli nien in der Mandschurei und in der Vervollkommnung des Verbindungsdienstes der erwähnten Eisenbahn linien und.sich jeder Konkurrenz zu enthalten, welche der Verwirklichung dieses Zieles schädlich wäre; 2. jede der beiden vertragsschließenden Parteien verpflichtet sich, den statu« guo in der Mandschurei, wie er sich aus allen Verträgen, Konventionen und anderen Abkom men ergibt, welche bis heute, sei es zwischen Rußland und Japan oder zwischen diesen beiden Mächten und China geschlossen worden sind, aufrecht zu erhalten und zu respektieren; die Kopien des erwähnten Abkom mens sind zwischen Rußland und Japan ausgetauscht; 3. im Falle, daß ein Ereignis eintreten sollte, welches geeignet wäre, d en status quo zu gefährden, werden die beiden vertragsschließenden Parteien jedesmal mit einander in Verbindung treten, um sich über die Maß nahmen zu verständigen, welche sie für richtig und not wendig erachten, u m den Status quo aufrecht zu er halten. Vuglaud. — Das Projekt der englischen Arbeits losenversicherung. In dem großen sozialpoliti schen Programm der englischen Regierung, mit dessen Durchführung die Leistungen der sozialen Fürsorge in Deutschland nach dem bekannten Ausspruch des Schatz kanzlers Lloyd »George angeblich um das Doppelte an Liberalität Überboten werden sollen, figuriert auch das Projekt einer englischen Arbeitslosenversicherung. Kürzlich erlaubte sich nun im Unterhaus« das unionisti- sche Mitglied Mr. Hope die Anfrage, wann denn wohl eine diesen Gegenstand betreffend^. Vorlage an das Haus gelangen würde. Der Premierminister antwortete, er könne eine bestimmte Antwort im Augenblick nicht ge ben. Auf weiteres Drängen erklärte er, daß die Bor arbeitet beendet feien. Darauf fragte Mr. Hope, wa rum, wenn es sich so verhalte, der Entwurf nicht schon jetzt vorgelegt werde. Mr. Asquith erwiderte lakonisch: „Alles zur rechten Zeit!" Der diesen Worten folgende, von allgemeiner Heiterkeit begleitete ironische Beifall schien an- zudeuten, daß man diesen Teil des sozialpolitischen Pro gramms der Regierung mit reichlichem Skeptizismus beurteilt/ Amerika. — Eine neue Verschwörung auf Kuba. Aus Habana wird die Aufdeckung einer neuen Verschwö rung gemeldet. Oberst Vallera Meallato ist nebst 6 bekannten Einwohnern der Stadt, unter ihnen meh rere Neger, verhaftet und wegen Anzettelung einer gegen die Regierung gerichteten Verschwörung ins Ge- Deutschlanv. — Zpir Kaiserbrief-Affäre. Zu dem Ar tikel des Londoner „Daily Chronicle" über das an geblich eigenhändige Schreiben Kaiser Wilhelms an den Präsidenten von Nicaragua, in welchem er diesen sei nen „guten Freund" nennt und welches in den Ver einigten Staaten als Akt unfreundlicher Politik ange sehen wird, erfährt Hirschs Telegr,-Bur. an zuständiger Stelle folgendes: Der Brief, welchen Kaiser Wilhelm an Pen Präsidentzen gerichtet hat, war weiter nichts als lediglich eine Antwortnote auf das Notifikation^ schreiben des Präsidenten Madriz, in welchem er Kai ser Wilhelm ebenso, wie asten arideren Staatsober häuptern seinen Regierungsantritt anzeijgte. Dieses' Schriftstück war in gleicher Weise wie die Antwort Kaiser Wilhelms, in den hierfür völkerrechtlich vorge schriebenen Formen gehalten, die u. a. auch die Anrede „großer und guter Freund" vorschreiben. Beide Schriftstücke waren kein Handschreiben, sondern trugen nur die Unterschriften der beiden Staatsoberhäupter. Von maßgebender Stelle wird überdies bemerkt, daß weder der Brief des Präsidenten noch die Antwort des Kaisers irgendwelche politische Anspielungen enthiel ten. Was ferner die Frage einer Kohlenstation Deutsch lands in den amerikanischen Gewässern anlangt, so wird von zuständiger Seite erklärt, daß hiervon keine Rede sein könne und daß es sich hierbei lediglich um das Hervorholen eines a lten Märchens handelt. Die Ber einigten Staaten von Nordamerika wissen längst, daß sie Deutschland nicht als Eindringling zu betrachten hätten. Die Aufbauschung der ganzen Angelegenheit mache den Eindruck, als ob für den demnächst stattfin denden südamerikanischen Kongreß in gewissem Sinne Stimmung gemacht werden solle. — Der Amtsantritt des Herrn v. Kider- leN-W ächt er. Wie der „Tag" erfährt, wird der neu ernannte Staatssekretär des Auswärtigen in den ersten Tagen des August die Leitung des Auswärtigen Amtes übernehmen. Nachdem Freiherr v. Schoen die Geschäfte feinem Amtsnachfolger übergeben, gedenkt seinen diesjährigen Urlaub anzutreten, um sich nach dessen Ablauf Anfang Oktober auf seinen neuen Pa riser Botschafterposten zu begeben. Auf der Reise von Bukarest nach Berlin wird Herr von Kiderlenr-Wäch- ter Ende Juli eine Zusammenkunft Mit dem Grafen Aehrenthal auf dessen böhmischen Besitzungen haben. Fürst Radolin, der bisherige Vertreter Deutschlands bei der französischen Republick, dürfte erst nach seiner Rück kehr vom Urlaub dem Präsidenten Fallisres sein AL- berufungsschreiben überreichen. — Ab rei se Dernburgs nach Ostasien. Der Staatssekretär a. D. Bernhard Dernburg wird am Freitag, den 15. d. Mts., Berlin verlassen und seine Reise nach Ostasien antreten. Dernburg begibt sich auf dem Landwege mit der Transsibirischen Bahn zu nächst nach Wladiwostok. — Die Nachfolge des Erbprinzen zu Ho henlohe. In den Kreisen linksliberaler Abgeordne ter soll man planen, bei Wiedevbesetzung der zweiten Vizepräsidenten stelle im Reichstage einen Polen zu wäh len. Das wäre also abermals eine Demonstration ge gen den schwarz-blau-polnischen Block. Gewählt wird demgegenüber zweifellos ein Mitglied der Wirtschaft lichen Vereinigung werden, falls die Reichspartei un ter Führung des Fürsten Hatzfeldt und des Freiherrn von GaMp nicht — dem Erbprinzen Hohenlohe zum Trotz — bei der Stange bleibt. In parlamentarischen Kreisen wird der Name des deutschsozialen Abgeord neten Gräf als Kandidat aus den Reihen der Wirb schaftlichen Vereinigung genannt — Der deutsch-portugiesische Handels vertrag. Während der Reichstagsver-Handlungen über den deutsch-portugiesischen Handelsvertrag wur» de von einzelnen Rednern aus Unstimmigkeiten zwischein dem portugiesischen, sranzösischen und deutschen Text