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Amt;- und Anzeigeblatt Entwaff- für den Amtsgerichtsbezirk Eibenstock und dessen Umgebung Fernsprecher Nr. 210. 2el.-Ndr>: Amtsblatt. LS» Tagesgeschichte »« Tviumphzuge. Holland ng, orsaal, e unl> t oder rckerei )«. ion. kräf- w tsl, ulk, der Mauser- d darauf ins. Curti elche auf lung ge ll g von beträgt mit den X) Mark Textil Industrie. Emil Bahlig, Vorsitzender. das Handwerk und sonstige Betriebe Wilhelm Unger, Vorsitzender. M d. Bl. -tg«' n«i rseren Post- anae> s rend der Fabrickbeirieb mehr den Massenerzeugung m I diene. Nachdem noch einige Redner im Namen der Bundesstaaten der Handwerkskammer ihre Glück wünsche anläßlich der Einweihung des neuen Gebäudes dargebracht, schloß die offizielle Feier. Der Kronprinz nahm Hann noch an einem den Ehrengästen servierten Frühstück teil und verließ um 1l Uhr das Gebäude. — Die gesetzliche Regelung der Frie de n s p r ä s e n z st ä r k e. Ueber die Geltungsdauer des gegenwärtigen Quinquennatsgesetzes vom Jahre 1904 haben vielfach abweichende Anschauungen bestanden. Denn nach der allgemein üblichen parlamentarischen Bezeichnung als Quinquennatsgesetz mußte sich seine Geltung auf die Jahre 1905—1909 erstrecken. Trotz dem hatte der Reichstag im Gesetz über diese Zeit hin aus Nbusormavionen beschlossen, nämlich zwei Kaoal- lerieregimentsr, die erst im Jahre 1910 zur Durchfüh rung gelangen- und die daher außerhalb der eig.'nt- lichen Dauer des Gesetzes liegen. Es ist nun vielfach angenommen, daß bis zum 1. ApM des nächsten Jah res unter allen Umständen ein neues Quinquonnats- gefetz verabschiedet Mn muß. Diese Auffassung fin det jedoch i!n den Vorgängen früherer Fahre keine Stütze. Das Gesetz über Ne Fviedenspräsenz stärke vonl Jahre 1899 hatte Geltung vom Jahve 1900 bis 1904. Vor Ablauf des Etatsjahres 1904 wurde jedoch durch ein Gesetz die Geltungsdauer Has Quinquennarsg sct- zesum ein Jahr verlängert. Eine derartig^ Regelung wäre naturgemäß auch jetzt wieder möglich, wenn man an der Friedenspräsenzstärke Ns Jahres 1910 festhal ten wollte. Da die Verfassung lediglich, eine gesetz liche Regelung für die FmedenSpräsenzstärke des Hee res vorschreibt, so besteht auch: die Möglichkeit, diese nur durch das Etatsgesetz zu bewWan. Die Heeres verwaltung hat begreiflicherweise «in Interesse an ei ner gesetzlichen Regelung auf mehrere Jahre im vor aus, weil beispielsweise bei Neuformationen die An lage von Kasernen und Uebungsplätzen stets aus «ine Reihe von Jahren verteilt wihd. Welche Regelung mit Ablauf des gegenwärtigen Q-umquemnatsgesetz?s am 31 März 1911 gewählt wird, dürfte vorläufig noch nicht feststehen; ein Zwang zur Vorlage eines neuen Quin- quennatsgesetzes besteht aber jedenfalls nicht. — Die neue Tu rnvoysch rift für die In fanterie. Der preußische Kriegs Minister von H ee- ringen hat, bezugnehmend auf die neue Turuvor- schyift für die Infanterie, an den Vorsitzenden der Deut schen Turnerschaft, Geh. Sanitätsrat Dr. Jerld. Goetz, folgendes Schreiben gedichtet: „Ew. Hochwohlgeboren teilt d as Kriegsministerium ergebenst mit, daß in der nächstem Zeit der Entwurf einer neuen Turnvorschvist für die Infanterie erscheinen wird. Dieser enthält ei nem Hinweis, haß Unteroffizier,e und Vorturner an U.e- bungvn der Turnvereine teilnehmen können. Abschrift Siner an die Armee erlassenen Bekanntmachung zu der neuen Turnvorschrift ist zur gefälligen Kenntnisnahme hier angeschlosskn. Das Kriegsministerium benutzt die se Gelegenheit, der Deutschen Turner chaft für die bis her auch zum Besten des Heeres geleistete Arbeit seinen Dank auszuspvechen. — Reichstags abgeordneterDettoge st or- b«n. 'Der Reichstagsabgeordnete für den Wahlkreis 4 Frankfurt, Gymnaslial-Professor Detto.natl.) ist, irre die Frankfurter „Odcrzeitung" meldet, Montag nach mittag an Lungenentzündung gestorben. — Abschluß der Versuche mit Eosinsüt- terung. Wie erinnerlich, hatte das Kaiser Wilhelm Institut für Landwirtschaft in Bromberg, auf dessen Versuchsgute Mocheln vor Einführung der Färbung von Gerste mit Eosin ausgedehnte Küttarungsversuche Die niederländische K ö n igs f a m ilie in Amsterdam. Die Königin-Muttor ist Montag vormittag in Amsterdam eingetroffen nno am Bahnhöfe von der Königin und dem Prinzgemahl empfangen wor *) Bekanntmachung. Gewünschte Besuche sind möglichst während der Vor- oder Nachmittag-Sprechstun den zu bestellen. Nach der Sprechstundenzeit bestellte oder sofort gewünschte Besuche werden mit dem doppelte«, Besuche zur Nachtzeit mit dem dreifache« Gebührensätze berechnet. Gi«malige Beratung«« in der Sprechstunde stnd sofort zu bezahlen. AerMcher Bezirksverein Schwarzenberg. Bezugspreis Vierteljahr!. IN. 1.50 einschließl. des „Illustr. Unterhaltungsblatts" und der humoristischen Beilage „Seifenblasen" in der Expedition, bei unseren Boten sowie bei allen Reichspostanstalten. Nachmittags 1—2 Uhr (a«tzer So««tag, Dienstag und Freitag.) Herr »» Friderici. Vormittags 8—10 Uhr, Nachmittags 12—1 und 2—3 Uhr, Sonn- und Feiertags ^10—11 Uhr. Erscheint täglich abends mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage für den folgenden Tag Anzeigenpreis: die kleinspaltige Seil« 12 Pfennige. Sm amtlichen Teile die gespaltene Zeile 30 Pfennige. für Eibenstock, Larlsfeld, Hundshübel, Neuheide, Oberstützengrün, Schönheide, Zchönheiderhammer,Sosa,Unterstützengrün,wildenthal usw. Verantwortlicher Redakteur, Drucker und Verleger: Emil Hannebohn in Eibenstock. ------- 57. Jahr-«»,- - - - ------- Mittwoch, den 1. Jnni M aurant Herr Sa«i1Stsrat »r Zschau. Vormittags 8—10 Uhr, Nachmittags 1—2 „ Sonntags nur 8—10 Uhr vormittags. Herr »r »»«s. Schlamm. Vormittags 8—10 Uhr, (täglich) kN Gefl Unter Hinweis auf die unten *) befindliche Bekanntmachung deS ärztlichen Bezirksvereins Schwarzenberg bringen wir nachstehend die Sprechstunden der Herren Kassenärzte zur Kennt- niS und ersuchen unsere Kassenmitglieder, diese Zeiten streng etnhalten zu wollen. Der Vorstand der Ortskrankenkasse für Der Vorstand der Ortskrankenkasse für an Schweinen stattgefunden hatten, solche Versuche er neut in Angriff genommen, als die beunruhigenden Gerüchte über angebliche Schädlichkeit der Eosing'rste durch die Presse liefen. Es wurden wiederum eine Anzahl Schweine in drei VersnchsMuppen eingeteilt, von denen neben Kartoffelflocken und Fleischmchl ai: erste zu 5 v. H. der Körner gefärbte, die zweite voll ständig gefärbte, die dritte ungefärbte Gerste erhielt. Ferner erhielten, um die Wirkungen des Eos'ns auf junge Tiere zu erproben, drei Ferkel im anfänglichen Gewichte von zusammen 52 Kilogramm neben etwas Magermilch, Kartoffelflocken und Fleischmehl so viel zu 5 v. H. der Körner gefärbte Gerste, als sie fressen woll ten. Endlich wurden die gesamten übrigen auf den. Versuchsgütern Mocheln und Pentkowo vorhanoenen Schweine, 70 Stück, mit 5prozentiger Eosingerste ge füttert. Alle diese Versuche, über deren Anfänge schon früher berichtet wurde, sind nunmehr im wesentlichen zum Abschlusse gelangt. Die vom 21. Januar bis zum 15. April mit 5prozentiger und 100prozentiger Eosin gerste gefütterten beiden Reihen Schweine die vom 14. Januar bis zum 18. April mit 5prozentiger Eosin gerste gefütterten Ferkel und die in gleicher Weise seit Weihnachten zum Teil noch jetzt gefütterten wei teren 70 Schweine haben durchweg die Eosingerste gern genommen. Die drei Ferkel fraßen davon täglich bis N/o Kilogramm. Von den insgesamt 82 Tieren ist nicht ein einziges infolge der Eosinfütterung krank geworden, ebensowenig hat sie sie Gewichtszunahme nachteilig beeinflußt. Daß bei den zahlreichen Schlich^- tungen von Versuchstieren nirgends eine Färbung von Fleisch und Speck wahrgenommen wurde, braucht nach den seinerzeit im „Reichsanzeiger" mitgeteilten Gut achten hervorragender Fachgelehrter und den überein stimmenden Ergebnissen aller bisherigen Versuche kaum noch hervovgehoben zu Weyden. Die umfassenden und lehrreichen Versuche haben somit, schreibt die „Neue politische Korrespondenz", eaneni dargetan, daß di« Eosingerste nachteilige Wirkungen auf das Wohlbefin den und die Nutzung der Schweine auch bei langdau- ernder Fütterung nicht ausübt. OesterreiW-Uxgarx. — Kaiser Franz Josef in Serajewo. Kai ser Franz Josef ist in Begleitung des Oberhofmarschalls! Fürsten von Montenuovo, der gemeinsamen Minister Gras Aehrenthal, Freiherr von Schönaich! und Baron Burian, sowie der Ministerpräsidenten Freiherr von Bienerth und Graf Khuen-Hedervary, sowie großem Gefolge Montag nachmittag 3 Uhr in Serajewo ein getroffen. In der Hauptstadt, wie vorher auf der Fahrt durch das Laud, bereitete die Bevölkerung oem Kaiser einen begeisterten Empfang. Auf den Stationen, wo der Zug anhielt, richteten die Bürgermeister An sprachen an den Monarchen, in welchen sie ihrer un erschütterlichen Treue Ausdruck gaben. In Serajmw trug der Empfang einen ebenso imposanten wie herz lichen Charakter. Alle kirchlichen und weltlichen Be Hörden bewillkommneten den Kaiser auf dem prächtig geschmückten Platze, auf welchem der Zug hiplt. Der Kaiser, dertr oy der mehr als 20stündügpn Reise nicht die mindeste Ermüdung zeigte, wurde mit unbeschreiblichem Enthusiasmus begrüßt. Seine Fahrt durch die glän zend geschmückten Straßen nach dem Konak glich einem Deutschland. — Der Besuch das Königs und der Kö nigin von Belgien heim deutschen Kaiser paar. Montag nachmittag 5 Uhr 15 Min. traf der Sonderzug mit dem König und der. Königin der Belgier auf Station Wildpark ein. Trotz des strömenden Re gens hatte sich ein zahlreiches Publikum versammelt. Aus dem Bahnsteig« waren zum Empfange die Kaiserin und der Kronprinz in Vertretung! des Kaisers erschie nen. Der Kaiser war, obwohl sein Befinden andauernd befriedigend ist, hoch auch heute noch: durch! den Verband verhindert, Uniform.anzulegen. Ferner waren zugegen die Kronprinzessin, die Prinzen Eitel Friedrich und Augüst Wilhelm mit ihren Gemahlinnen^ Prinz Os kar, Prinzessin Viktoria Luise, sowie die anderen in Potsdam anwesenden Prinzen u. Prinzessinnen. Außer dem waren anwesend mst Generaloberst von Plcssen die aikttven Generäle der Garnison Potsdam, Freiherr von Schön, «die Herren und Damen der belgischen Ge sandtschaft, der deutsche Geschäftsträger in Brüssel, Ba ron von Flotow, sowie der bayrische Gesandte Graf Lerchenfeld. Beim Einlaufen des Zuges spielte die Musik die belgische Nationalhymne. Der König und di« Königin wurden von der Kaiserin und dem Kron prinzen aufs herzlichste begrüßt. Danach schritten der Könige und der Kronprinz die Front der EhreMompag- nie ab. Auf der Fahrt nach dem Neuen Palais bilde ten die Truppen der Garnison Potsdam Spalier. Im Muschelsaale war Empfang mit großem Vortritt. Abends 8 Uhr fand Familientafel im Apollosaale des Neuen Palais und gleichzeitig Marschalltafel im Blau en Zimmer statt. Nach dem großen Empfang im Mu schelsaale geleitete die Kassevin die belgischen Herrschaf ten in ihre Gemächer, An dem Tee, welcher sodann in der Wohnung der Königin der Belgier eingenom men wurde, Nahm mit der Kaiserin auch: der Kaiser teil, ebenso Prinzessin Viktoria Luise. — Einweihung der Beyliner Handwer ker-Kammer. Unter zahlreicher Beteiligung der Handwerkerinnungen Barlins und der -Vororte fand am Montag vormittag die feierliche Einweihung der Berliner Handwerkerkammer statt, zu der der Kronprinz in Begleitung des HandelsmimMers Sydow erschienen mar. In der Begrüßungsansprache gab der Vorsitzen de der Handwerkerkammer einen kurzen historischen Ur- berbldck Wey die Entwickelung dds deutschen Handwerks und die Tätigkeit der Innungen, die in den letzten Jah ren einen derartigen Umfang angenommen habe, daß die Schaffung! eines eigenen Verwaltungsgebäudes dringend erforderlich geworden sei. Er dankte dem Kronprinzen für dessen Erscheinen und bat ihn, ihm einem Ehrentrunk darreichen zu dürfen. Der Kron prinz nahm den Ehrenbecher entgegen und sprach hier aus folgende Worte: „Ich triuße auf das Wohl des deut schen Handwerks, speziell der Berliner Innungen." Dann ergriff Handelsminister Sydow das Wort. Er hob u. a. hervor, wie notwemdig ein gesunder Hand- Iveykeystand sei und wie sich die verbündeten Regie rungen auch dessen Erhaltung und Erstarkung ange legen fein ließen. Trotz der mächtigen Entwicklung ter Fabrikarbeit habe der Handwerkerstand seine tolle Existenzberechtigung behalten. Er erwähnte hierbei bei spielsweise die Bedeutung» die die Ausbildung von Ge sellen und Lehrlingen füy den Fabrikbetrieb habe, daß ferner der Handwerker, besonders der des Kunst^- verbes, einen wesentlichen Faktor in der Richtung! und Ausgestaltung des individuellen Geschmackes bilde, wäh-