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»rsch-inl jidoi Wochentag früh Uhr. Inserate wer- h« bis Nachmittag» ; Uhr sür die nächst- rrscheinende Nummer angenommen. Freiberger Anzeiger und Tageblatt. Prei« vierteljährlich 1SR-H Inserate werde» die gespaltene Zeile »dM deren Raum mit I iN berechnet. Amtsblatt -es Königt. Byirkögnichts )u Frribrrg^ sowie -er Königl. Gerichtsämter und der Stadträthe zu Freibergs Sayda und Brand. 201. Dienstag, den 31. August. 18o8. Togesyeschlchte. Dresden, 28. August. Gestern Abend sind Sr. Majestät tkr König in Begleitung des SlaatSministers Behr und ihres übrigen Gefolges 'zurückgekehrt. — Gestern Abend 9 Uhr stürzte sich ein hier weilender Fremker aus Montenegro in einem Anfalle von Geistesstörung aus einem Fenster der zweiten Etage dcS Hauses Freiberger Platz Nr. 8 und starb nach wenig Augenblicken. Nossen, 25. August. lDr. I.) Vorgestern fährt der Gutsbesitzer Brendel aus Reinsberg nach Kohlen. In der Nähe von Herzogöwalde wird er von einem unbekannten Manne nach Namen und Wohnung gefragt. Mittags kommt jener Unbe kannte zu der Ehefrau des B. und gicbt an, ihr Mann habe beim Bezahlen der Kohlen 3 falsche Kassenbillels mit ausgc- geben und sei deshalb arretirt worden; sie solle ihm nun behufs seiner Entlassung 30 Thlr. schicken. Die Frau glaubt dem Manne: sie hat zwar nur 20 Thlr., will aber noch lO Thlr. dazu borgen, was dieser jedoch mit Ler Versicherung verhindert, daß er dafür gut sagen wolle. Hierauf überziebl die Frau ihrem 14'/, Jahr alten Sohne Lie 20 Thlr. und schickt denselben mit dem Manne fort. Der Unbekannte führt nun den Knaben mit fort, bis Abends til der achten Stunde sie an ein Haus kommen, woselbst Ler Mann den Knaben bedeutet, daß er ihm nun daö Geld geben müsse, denn hier ständen die Pserte und das Geschirr seines Vaters, er solle sich dieselben drinnen ansehen. Nichts Arges teufend, gicbt ter Knabe dem Manne tas Geld und geht in tni Hof hinein, findet aber weder drinnen die Pferde, noch war bnm Zurückkchren draußen der Manu noch zu finden! Der Knabe hat die Nacht über unter freiem Himmel zugebracht, ward am Morgen Les nächsten Tages von den Gemeinden Reins berg, Helbigsdorf und Steinbach bis gegen Mittag, wo man ihn von Grumbach gefahren brachte, gesucht. Dem Gutsbe sitzer B. selbst aber war Nichts passirt. Berlin, 27. August. (Dr. I.) In Potsdam, wo gestern — als am GeburtSrcste des Prinz-Gemahls von England — Nachmittags ein zahlreiches Publikum sich einfand, wurden Abends die Schaulustigen durch ein großartiges Schauspiel ent schädigt. Nach Aushebung des Diners, welchem außer dem ge- s-mmten anwesenden Hofe und Ihrer Majestät der Königin von England, sowie Sr. k. Hoheit dem Prinzen-Gemahl, auch Ihre k. Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin von Baden, dn Herzog von Sachsen Koburg-Gotha, Se. Hoheit der Prinz Mhtlm von Baden und der Prinz von Hohenzollern-Sig- maringen beiwohnten, schwamm wie mit einem Zauberschlage der herrliche Park von Babelsberg in dem Meere einer pracht vollen Illumination von Flammen und Lampen jeder Art, fast jeder Baum war illuminirt und die einzelnen Baumgruppen waren durch Flammenketten verbunden. Gleichzeitig erschien die Glienicker Brücke in farbiger bengalischer Beleuchtung, wahrend man in Flammenschrist die Namenszüge der Königin Victoria und des Prinzen Albert erblickte .und alle Schlösser und hervorragenden Gebäude an den Ufern der Havel in den verschiedensten farbigen Lichtern strahlten. Zahllose Schiffchen mit transparenten Ballons beleuchtet, erschienen auf dem Wasser, aus welchen Raketen, Leuchtkugeln und andere Feuerwerkskör- per unaufhörlich emporstiegen, während auch am Lande von Fußgängern und Fahrenden transparente Laternen getragen wurden. Das Ganze machte einen zauberhaften Eindruck, von welchem man förmlich geblendet wurde. Die letzten Anwesen den gelangten erst nach Mitternacht hier an. Der National-Zeitung schreibt man aus Hannover vom 24. Aug.: ,,Aus Göttingen wird unS «ine erbauliche Geschichte ! erzählt. Obergerichtsamtsasseffor Planck in Dannenberg, der i bekannte Redner und Oppositionsführer der II. Kammer biß j 1855, hatte sich beim Beginne der Gcrichtsserien Urlaub erbeten, und solchen vom königlichen Justizministerium denn auch ohne Bedingungen erhalten. Er begab sich demnach nach Göttingen j zu seiner Mutter, die erst im letzten Jahre Wittwe geworden ist. Einige Tage darauf erhielt er einen sehr unerwarteten Be- such mit einer noch weniger erwarteten Ankündigung. Ein Rittmeister der königlichen Landgendarmerie, Hr. v. Holleufer, , trat bei ihm ein und untersagte ihm im Namen des königlichen Justizministeriums, während der Dauer seiner Urlaubszeit die ! Stadt Göttingen zu verlassen. Planck drückte natürlich sein« Verwunderung aus, und warf die Bemerkung hin, ob diese Be strickung sich auch auf Spaziergänge in der Umgegend erstrecken ! solle. Der Rittmeister gab keinen Bescheid; wohl aber umgehend das königliche Justizministerium, dahin lautend, daß zweistün dige tägliche Abwesenheit aus der Stadt bis auf halbstündige Entfernung von derselben nach zuvoriger Benachrichtigung deS Rittmeisters v. Holleuffer erlaubt seien. Hierauf beschwerte sich Planck bei dieser seiner vorgesetzten Behörde über die durch nichts veranlaßte exorbitante Maßregel gegen ihn und nament lich auch über die Form des Verkehrs mit ihm durch einen Landgendarmerieosfizier, die bis dahin unerhört sei. Zugleich beantragte er, ihm zu gestatten, daß er seine Mutter nach dent Dorfe Schwarmstedt begleite und zur Herstellung seiner laut ärztlichen Ältestes angegriffenen Gesundheit eine kleine Harzreise daran knüpfe. Das Justizministerium antwortet, zu seinem Bedauern könne es auf die gestellten Anträge keine Entscheidung geben; seines Dafürhaltens aber sei die über Planck verhängte Bestrickung nur eine zulässige strengere Handhabung des ertheilten Urlaubs. Die Gründe der getroffenen Maßregel anzugeben, hielt sich die hohe Behörde nicht verbunden. Acht Tage später erfolgte dann der definitive Bescheid, Planck möge immerhin seine Mutter nach Schwarmstedt begleiten und dort den Rest seines Urlaubs hinbringen; hinsichtlich der für Göttingen ange ordneten Beschränkungen aber behalte es sein Verwenden. Di« Harzreise muß Hr. Planck sich also vergehen lassen." Wien. Die Wiener Zeitung berichtet: „Am 24. August wurde der Bürgermeister Dr. Ritter v. Seiller an der Spitze einer Deputation, bestehend aus dem Vlcepräsidenten des Ge meinderaths, dem Vicebürgermeister und einigen Mitglieder!» des Gemcinderaths, vom Kaiser in Laxenburg in einer Audienz empfangen und überreichte im Namen der k. k. ReichShaupt- und Residenzstadt Wien die Glückwünsche zu der Geburt des kaiserlichen Kronprinzen in einer besonder» Adresse. Der Kaiser dankte für den Anthtil, welchen die Bevölkerung Wiens an diesem freudigen Ereignisse genommen, und bemerkte, daß er nie an der Anhänglichkeit und Opferwilligkeit seiner treuen Wiener gezweifelt hätte, mit denen zusammen er Leid und Freude ge tragen und manche bittern Tage durchgemacht habe. Er deutet« namentlich auf die in letzter Zeit eingetretene Erwerblosigkeit und Stockung in den Geschäften hin und setzte hinzu, daß di« Wiener dennoch zu jeder Zeit an dem Thron festgehalten haben und daß er überzeugt sei, daß ihre loyale Gesinnung auch fort- dauern werde. Der Kaiser schloß hierauf beiläufig mit folgen den Worten: „Der Himmel hat mir ein Kind gegeben, daS einst ein neues größeres und eleganteres Wien finden wird; allein, wenn auch die Stadt sich verändert, so wird der Prinz doch die alten treuen Herzen unverändert und daher auch di« alten Wiener finden, die, wenn eS nothwendig sein sollte, auch für ihn ihre erprobte Opferwilligkekt unter allen Verhältnissen be weisen werden." — Wir haben neulich nach der Wiener „Presse" gemeldet, daß die »katholischen Cultusbehörden in Wien bei der Regierung Schritte gethan haben sollen, um die Vergünstigung eine«