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die zweite d»e ungarische als dir Höhere Z Verordn empfiel vcrkau in hc genügen unterwe heute Mittag Komorn passiren. Mehr als 1V0 Passagiere befanden sich am Bord. Die Ladung bestand zum Theile auS Medizinalwaa- rcn, an denen im südlichen Ungarn großer Mangel herrschen stil. Die Fahnen dcS Schiffes waren von weißer Farbe. — Der Unterwebfungsakt der Komorner Besatzung ist am N. Septbr. unterfertigt worden. Am 28. ist FML. GrafNobili mit da auS Rastatt unsere Stadt passirenden preußischen Landwehrbataillonen ist auch der zu lebenslänglicher Gefängnißstrafe kriegsrechtlich verur- theilte vr. Kinkel hier eingetroffcn und in gleicher Weise weiter be fördert worden, um dem Ziele seiner Reise, der Stadt Magdeburg, wo er seine Gefängnißhast antreten soll, entgegen zu gehen. — In Zolge der stattgehabten Militärexzesse ist den Preußen der Besuch von Gachsenhausen und den Baiern der Frankfurts auf das Strengste un- tersagt worden. Wit», 1. October. (D. R.) Ich vermag Ihnen heute folgende höchst wichtige Nachricht nur in wenigen Worten mitzucheilen. Im Mitiisterium ist der lange schon im Geheimen lodernde Iwikspalt md- thore r gend il und T D wird ihr Den 36. Zeichnen (Masch« an den Grafen Kolloredo-Walsee, österreichischen Gesandten in Len- I Von, die einzige vorläufig für daö Ministerium deS Aeußern geeignete I politische Größe, abgeschickt worden. ES wird zugleich versichert, daß Schmerling die Bildung eines neuen Kabinetö und zugleich Ke Präsidentschaft in demselben übernehmen werde. DaS LHYre wäre für die künftige deutsche Politik Oesterreichs von großcr Bedeutung; eS würde auf ein theilweiseS Aufgeben der Karte vom 4^ Marz und auf ein entschieden großdeutsches Programm des neuen KabinetS schließen lassen. — Briefe auS Konstantinopel melden, daß auf Wei gerung der Pforte, die ungarischen und polnischen Rebellen aüszu- liefcrn, Graf Stürmer und Herr v. Titoff die diplomatischen Dm bindungen mit dem türkischen Kabinct suspcndirt haben und bereits von Konstantinopel abgcrcist seien. Das gestern allgemein verbreitet gewesene Gerücht von der Ermordung Görgey's in Klagenfurt hat sich durch heutige Briefe und Zeitungen als grundlos erwiesen. Za wenigen Tagen dürfte der Graf Radeyky nach Prcßburg gehen, von wo zurückgekchrt, er in einigen Tagen nach Mailand gehen wird. Die Frage wegen Auslieferung der Insurgenten von Seilen der Tür kei hat hier großes Interesse erregt. Man erzählt sich hierüber Fol gendes: Sowohl Fürst Schwarzenberg als Graf Ncsselrodc hätten sich um die Auslieferung, insbesondere wegen anzuhoffender Mittheilungm, auf daö Eifrigste beworben. Die Pforte hätte hierauf geantwortet, daß in dieser Beziehung keine Verträge bestünden und die Regimmg sich um so weniger berufen fühle, diesem Ansinne Folge zu leisten, als bei Gelegenheit der griechischen Revolution Oesterreich dem Fürsten Ypsilanti und Rußland dem Kapodistria Aufenthalt gegeben hätte. Wita, 1. Okt. Der Saame der Zwietracht, welcher seit Zahr- zehenden zwischen Magyaren und Slovakcn gesät wurde,.scheint durch die noch nicht ganz zu Ende gebrachten blutigen Kämpfe keineswegs erstickt worden zu sein. Berichte aus dem nördlichen Ungarn sprechen von einer mächtigen durch die Slovakcn heworgerufenen Agitation, die täglich an Ausdehnung gewinnt. Mit schwarzgelben Kleidern an- gethan haben die Slovakcn zu Schcmnitz sämmtliche MagistratSbe- amtc, alle Ungarn und größere Gutsbesitzer verjagt, neue Behörden eingesetzt und sind eben im Begriffe, die Bcrgstadt Kremnitz als Haupt ¬ stadt des neuen Kronlandcs Slovakei zu proklamirkn. — Gestern I Nachmittag fuhr das erste Dampfbot von hier nach Pesth und wird I Kü6 Majorität dafür auSg Bürgermstr. emer. Wehner in^Nhemnitz, für die erste Ka einen ftsttn Entschluß Herm AmtShauptmaun Freiherm v. Biedermann in Niederforch- zu fassen genöthigt ist, gabm die Veranlassung zum endlichen mwer- heim und dem Herm Staatsminister a. D. Georgi in Mylau ihre hüllten Ausbruche. Schwarzenberg und Bach haben ihren Rücktritt Stimmen zu geben. in Aussicht gestellt, Zn Folge dieser Erklärung ist heute ein Komi« IthnwgtorgNlstÄt. Am 26. September Abends ereignete sich hier eine schreckliche That. Der Sohn deS Barbier Naumann, 15'/. Jahr alt, erschlug seine eigene Mutter und ein 16 Wochen altes Kind ^ Raumann, der Vater, war ausgegangen und als er nach 16/Mr Hu Hause kam, fand er den Sohn beschäftigt mit einem an- HMMnde von 2'/r Jahren, welches wach geworden war. Die Stube, KV" die Mutter mit dem kleinen Kinde lag, war verschlossen; Nau mann hörte seine Gattin stöhnen, konnte jedoch nicht in die Stube. Der Sohn, welchen er fragte, was denn geschehen, eilte fort mit der Bemerkung, erbvolle einen Schlosser holen, der die Thüre öffne. Statt dessen ging jedoch der Mörder geradenwegs in die Frohnfcste und zeigte dem Gerichtsdiener an, waS vorgegangen. Als nun inmittelst LieLhüre geöffnet war, fand man die Mutter mit ihrem Kinde im Blute schwimmen. Die erstere hatte im Kopfe zwei scharfe Arthiebe, Axt in der einen Wunde noch steckend. Erst gegen 4 Uhr früh Harb die Mutter. Unter dem Bette deS Mörders fand man noch «nm großm Hammer. Jedenfalls hatte er anfänglich auch die Ab sicht, seinen Vater zu tödtcn. Der Beweggrund zur That kann nm Bosheit und beschränkter Sinn gewesen sein. BemerkcnSwerth ist, Laß in demselben Hause vor 38 Jahren ebenfalls eine Mordthat be gangen wurde, wo während der Abwesenheit der Herrschaft das Dienst mädchen von unbekannten Personen, welche sich das HauS von der- felben hatten öffnen lassen, in der Hausflur gctödtet wurde. Jene Thätxr wurden bisher nicht entdeckt. Derln, 2. Oktober. Der Buchdruckerkongreß ist heute aufgelöst worden. Es war der Vorschlag gemacht worden, den Entwurf der Statuten e» bloc anzunehmen, um durch die Berathungen über For malim nicht dkn Hauptzweck zu beeinträchtigen. Da erklärte der anwesende Polizeibcamte die Versammlung für aufgelöst, weil eine Bestimmung der Statuten die Besorgniß erwecke, daß Arbeitgeber und Arbeiter entzweit werden sollten. Die Versammlung will sich nun an -m Minister deS Innern wmdcn. Schwerlich wird dies indeß von Erfolg sein, da der Befehl, den Kongreß wo möglich zu verhindern, schon vor seinem Iusammentrcten aus dem Ministerium dcS Innern ergangen war. Besonders merkwürdig bleibt hierbei, daß schon Tags zuvor sämmtliche Dcputirte, Prinzipale wie Gehülfcn, Inländer wie Ausländer, die polizeiliche Weisung erhielten, Berlin binnen 24 Stun den zu verlassen. Frankfort, 1. Okt. Mit den am 29. v. M. auf ihrer Rückkehr erforderlichen Individuen der Artillerie, dcS JngenieurkorpS, einem Feld-1 —— kriegSkommiffar und - zwei Militärvcrpflegungöbeamten nach Komors I abgegangen, um die betreffenden Voreinleitungen zur ordnuogmäßigal I Uebernahme zu pflegen, was bis 1. Okt. bewirkt sein wird, wonach I sofort die Besetzung der Festung an dem genannten Tage stattswvq I kann. > Zünd