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Erscheint wöchentlich drei Mal und zwar Dienstag, Donnerstag und Sonnabend (Bormittag). Abonnementspreis beträgt vierteljährlich 1 Mark so Pf. pesenuloseanäo. AnmM flir Inserate werden bi» spätestens Mittags des vorhergehenden Tages deS Erscheinens erbeten und die CorpuSspaltrnzeile mit lv Pf., unter „Eingesandt" mit so Pf. berechnet. Zwönitz und Umgegend. Amtsblatt für den Stadtgemeinderath zu Zwönitz. 134 Donnerstag, den 14. November 1878. 3. Jahrg. OesfentSiche Sitzung -es Stu-tgemein-eruths, Freitug, den IS. Nov. e Nachmittags « Uhr im Verhun-lnngssuul -es Ruthhanses. Bekanntmachung. Der zweite diesjährige Jahrmarkt wird Freitag, den 6. Deeember v. abgehalten. Zwönitz, am 13. November 1878. Der Stadtgemeinderath. — Schönherr. Holz - Auetion. Sonnabend, -en 16. November 1878, Vormittags von 10 Uhr an, sollen durch die communliche Forst- und landwirthschaftliche Deputation die unterhalb der Elterleiner Straße an Herrn Stadtrath Schüller's Grundstück anstehenden Bäume und zwar: LS Stück Birken, circa 28—38 Centimeter untere und mittlere Stärke, SO „ Erlen, „ 14—24 „ „ „ „ „ auf den Stock öffentlich und nur gegen sofortiger Baarzahlung unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen meist bietend versteigert werden. Zwönitz, am 6. November 1878. Der Stadtgemeinderath. Schönherr. Tagesgeschichte. Berlin, 11. Nov. Der Kronprinz empfing heute Nachmittag den Fürsten Bismarck im kronprinzlichen Palais in einer längeren Audienz. — Das Urlheil des Preßprozesses gegen den Redakteur der früheren „Berliner freien Presse", Pulkrabeck und Or. Guido Weiß wurde Henle publizirt und ist Pnlkrabeck zu 4 Jahren, Weiß zu 6 Monaten Gefängniß verurlheilt werden. — Mit den hier eingelroffenen Kommiffarius der Londoner Generalpostcffice ist betreffs des Telegraphen- vsrkehrs mil England unter den dankenöwerthen Entgegenkommen der holländischen und belgischen Telegraphenverwaltung und der betheiliglen Kabelzesellschafteu ein Einversländniß erzielt worden. Die Uebereinkunft tritt mit Neujahr 1879 in Kraft und kostet jedes Wort zwischen Deutschland und England 30 Pf., ohne Unterschied des Abgangs- ober BestimmnngSorles, ohne Grundtaxe und ohne Minimum, gleich viel auf welchem Wege die Beförderung erfolgt. Berlin. Die Socialoemokralen sind unermüdlich in den Ver suchen, die Verbote, von welchen ihre Presse neuerdings betroffen, zu paralhsiren. An den hiesigen Anschlagssäulen giebt heut ein rotheS Placat dem Publikum kund, daß der NeichSlagSabgeorduete Hasselmann von morgen ab ein „Familienblatl sür's deutsche Volk" unter dem Namen „Gluck aufl" herauSgcben wird, welches allwöchenllich Sonn tags erscheinen soll. Wahrscheinlich wird dieses Blatt dasselbe Schicksal erleben, welches alle vor ihm gemachten lilerarischen Versuche traf, d. h. eS wird schon in seiner ersten Nummer verboten werden, falls nicht, was kaum aniunehmen, Herr Hasselmann sein Blatt ganz gegen seine Gewohnheit von allen socialdemokratischen Tendenzen gänzlich fern hält. Breslau, 11. Nov. Das „Breslauer Tageblatt", welches an Stelle der früheren socialdemokralischeu „Wahrheit" herausgegeben wurde, ist gestern verboten worden. Straßburg. Den bisherigen 13 detachirten Forts der Festung Straßburg wird ein neues Fort, und zwar auf dem Mundelsheimer Kopf, einer Bergkuppe bei dem Dorfe Mundelsheim, hinzugefügt wer den. Das Abstecken und die sonstigen Verarbeiten solle» schon in nächster Zeit in Angriff genommen werden, um mit Beginn des Früh jahrs sofort an den eigentlichen Bau gehen zu können. London, 10. November. Neber die Rede Lord BeaconSfield'S beim LordmayorSbanket sprechen sich, mit Ausnahme der „Daily News" sämmtliche Morgenblätter äußerst befriedigt aus. Die „Times" meint, Lord Beaconsfield werde sich in seiner Ueberzeugung nicht getäuscht sehen, daß das englische Volk ihn darin unterstützen werde, daß der Berliner Vertrag buchstäblich zur Ausführung gebracht werden müsse. England werde niemals vergessen, daß seine Ehre mil dem Vertrage verknüpft sei und daß seine Festigkeit in dieser Hinsicht und Mäßig ung in seiner Orientpolilik die leitenden Grundsätze deS Landes sein sollten. Aus Madrid kommt die Kunde von einem Attentat auf eine hohe Militärperson. Dem „Journal des Däbats" wird gemeldet: Am 6. d., AbenbS 8 Uhr, feuerte ein verabschiedeter Soldat auf den eben vor dem „Cafe suisse" sitzenden General Sanchez Bregua 2 Schüsse auS einem Revolver ab. General Sanchez Bregua, ehemaliger Kriegsminister unter der Präsidentschaft von Emilio Castelar, blieb unverletzt. Eine der Kugel» durchlöcherte blos seinen Mantel. Der Verbrecher befindet sich in Haft. Ueber die Motive der Thal konnte bisher noch nichts festgestellt werten. Madrid, 11. Nov. Vci der heute gegen Oliva h Mukasi wegen Mordversuchs auf den König geführte» Gerichtsverhandlung wurde vom StaalSprokurator dir Verhängung der Todesstrafe, vom Ver- theidiger eine nochmalige Wiederaufnahme des Prozeßverfahrens be antragt. Eine Entscheidung des Gerichtshofes liegt noch nicht vor. Petersburg, 11. Nov. Aus eingegangenen und hier vorliegen den authentischen Berichten aus dem Innern des Reiches ist die be- merkenswerlhe Thalsache zu constatiren, baß die Handels- und Fabrik- Verhältnisse sehr befriedigende sind und dem Anschein nach auch bleiben werden. Die großen Messen in Nischnei Nowgorod und in Charkow (hier besonders in Wolle) sind sehr günstig ausgefallen und die Fabriken im Gouvernement Wladimir haben ein ausgezeichnetes Jahr. Constantinopel, 10. November. Stach Salonichi sind von hier Truppenvcrstärlnngeu abgegangen. Der Gouverneur von Salonichi hat die von ihm bewirkte Bewaffnung von 5000 muselmännischen Freiwilligen mit dem Hinweis auf die Annäherung bulgarischer Banden gerechtfertigt, von welchen Gcwaltthaten und Grausamkeiten begangen werden. Die Russen haben den District von Malgara wieder besetzt. Lokales und Sächsisches. Dresden, II. November. Ihre Majestäten der König und die Königin haben Sich mit Ihren k. und t. Hoheiten dem Großherzoge und der Großherzogin von Toscana und der Erzherzogin Antoinette, sowie Sr. königl. Hoheit dem Prinzen Georg gestern Abend 6 Uhr