tümliches, sondern entständen ausgewissen Lagen ihrerTeilchen gegen das Auge. Aristoteles führt den Gedanken weiter aus, iudem er vom Lichte als dem bewegenden Momente aus geht. Die Farbe, sagt er, bewege etwas, was durchsichtig sei, wiedieLuft,und diesesEtwasbewegeden fühlenden Sinn. Das Auge könne nicht von der Farbe unmittelbar berührt werden, sondern durch ein zwischenliegendes Mittel; wäre ein leerer Raum dazwischen, so würde das Auge gar nichts sehen. So verhielte es sich auch mit den anderen Sinnen; beim Schall sei das Mittel die Luft rc. Durch das ganze Mittelalter hin durch waren die Ansichten der griechischen Philosophen noch die allgemein geltenden, und in älteren Schriften findet man stets nur Bezugnahmen darauf. Erst Cartesius (f 1650), der wegen des vielen Sonderbaren seiner mathematischen und physikalischen Ansichten bemerkenswert ist, verließ die alten Erklärungen und stellte eine neue Theorie auf: das Licht sei weder eine besondere Substanz, noch eine bloße Eigenschaft der Körper, sondern die Bewegung eines feinen Fluidums, das durch den leuchtenden Körper entstehe. In welcher Weise nun durch diese Bewegung des Lichtes die Verschiedenartigkeit gefärbter Körper entstehen sollte, darüber hat Cartesius durch geradlinige und drehende Bewegung eine Erklärung zu geben versucht, ohne jedoch mit seiner Ansicht durchdringen zu können. Wohl war er der erste, der über die Entstehung der schwarzen und weißen Farbe eine Erklärung gab, indem bei der ersteren die auffallenden Strahlen ausgelöscht oder erstickt würden, während diese von den weißen Farben reflektiert, d. h. zurück geworfen würden; er kam zu diesem Resultate durch die Erfahrung, daß schwarze Körper in der Sonne sich schneller erwärmten als weiße. Diese Cartesianische Theorie, die von Kepler (st 1630) und Boyle (fi 1691) adoptiert und weiter ausgeführt wurde, war Veranlassung zu genauerer Untersuchung der Farben und ihrer Eigenschaften; der letztere hielt Weißes Papier gegen einen Sonnenstrahl, der in ein verfinstertes Zimmer fiel, und beobachtete ein weit stärkeres Zurückwerfen des