60 81. Wie wird die Rinde sortirt und zum Verkauf geformt? Obwohl seither in den Schälwaldwirthschaften ein eigent liches Sortiren der Rinde noch wenig üblich ist, so empfiehlt sich dasselbe doch sehr. Der Käufer kann verlangen, daß Waaren von ganz verschiedenem Werthe ihm auch getrennt dargeboten werden. Geschälte Rinde hat immer einen höheren Werth als geklopfte. Ebenso ist Stammrinde werthvoller, als Astrinde. Man sollte also aus jedem Schlage sortireu: 1) Stammrinde (geschält) I. Qual. 2) Astrinde (geschält) II. Qual. 3) Ast- und Zwcigrinde (geklopft) III. Qual. Die Rinde wird in Gebünde auf dem Bindbock geformt. Der Bindbock besteht aus 4 etwa 0.75 M. langen Schälprügeln, welche paarweis der Art in den Boden geschlagen werden, daß die untere Entfernung jeden Paares etwa 0.3 — 0.4 M. (je nach der ortsüblichen Gebund-Dimension) beträgt. Am besten bindet man Gebunde von 1 M. Länge und 1 M. Umfang. Die Gebunde werden mit Weiden, bei weitem Transport aber mit Stricken 2mal nicht zu scharf gebunden. Ganz unzweckmäßig ist das Aufsetzen der Spiegelrinde in Raummeter. 82. Nach welcher Einheit wird die Quantität der Rinde bestimmt? Nach der Gewichtseinheit (Centner ä 50 Kilogramm). Jede andere Quantitätsbestimmung ist unzweckmäßig. Man bedient sich zur Gewichtsbestimmung einer Dezimalwaage, welche für 50—60 Mark incl. Gewichten zu beschaffen ist. In Orten mit bedeutendem Eichenschälwald-Betricbe sollten von Gemeinde wegen polizeilich kontrolirte Waagen beschafft werden, um allen Streitig keiten zwischen Verkäufern und Käufern vorzubeugen. Die Weiden oder Stricke werden nach Erfahrungs-Gewichts-Sätzen von der Quantität der Rinde abgezogen, da sie nicht als Rinde mitbezahlt werden können. 83. Wie erfolgt der Verkauf der Rinde? Nach Analogie mit andern Produktionszweigen sollte man denken, daß auch in Bezug auf die Produkte der Eichenschälwald- wirthschaft ein geregelter Rindenhandel nach Probe sich bereits entwickelt habe. Dem ist aber nicht so. Man verkauft die Rinde nach Preisen pro Centner oder nach Gesammt-Geboten vielfach auf dem Stocke. Holz und Rinde wird oft noch zusammen ver-