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erfordert. Im allgemeinen verwendet man für Kalbleder das runde, dem natürlichen Narbenkorn sehr ähnliche Dessin. Eine gute Arbeit wird man mit der Chagriniermaschine nun aber nur dann erzielen, wenn die Felle sehr gut gegerbt sind, nur dann kann die Rolle richtig eindringen und infolge der Elastizität des Gewebes das Korn auch gut stehen. Das genaue Gegenteil ist bei ungenügend ge gerbten Fellen der Fall. Hier dringt die Rolle in das nicht elastische Fell nicht ein, drückt vielmehr die ganze Fläche nieder und das Resultat ist ein nur leicht aufgezeichnetes Grain, das bei der späteren Behandlung auch nicht gehoben werden kann. Die Felle werden nun aufgehängt zum Trocknen, aber keines wegs ganz trocken gemacht. In nur äufserlich angetrocknetem Zustande nimmt man sie vielmehr auf die Tafel und kraust sie auf 4 Quartiere auf. Erst dann, wenn man auf diese Weise dafür gesorgt, dafs die Narbe nach dem aufgedrückten Grain sich bricht, trocknet man vollständig auf, zieht auf 4 Quartiere unter sich, trocknet nochmals, krispelt auf 8 Quartiere und tränt die Felle leicht mit Helltran ab. Nachdem die Felle über Nacht auf Haufen gelegen haben, werden sie auf der Narbenseite mit einem weichen Tuche abgerieben, dann mit einem solchen, das leicht mit Berberitzen- oder Sauerachsaft getränkt ist, ausgerieben und schliefslich mit einem Flanelllappen nachpoliert. Der natürliche Glanz kommt dann recht vorteilhaft zum Vorschein. Werden die Felle’mit höherem Glanze verlangt, so trägt man einen künstlichen, etwa einen Leimglanz, auf; in der Regel genügt aber vollkommen der Naturglanz. Es gibt nun natürlich auch andere Zurichtungsarten, die sich ebenfalls ganz gut bewähren, z. B. wird 'sehr häufig chagriniert, ehe die Felle geschwärzt und blanchiert sind. Dann macht sich aber' ein vorheriges Egalisieren mit dem Falz notwendig, aufserdem wird das Grain beim Blanchieren leicht zu sehr niedergedrückt, wenn die Felle noch etwas feucht sind. Blanchiert man aber in zu trockenem Zustande, so wird die Fleischseite nicht so schön glatt. Naturgenarbte Kalbleder. Diese werden im allgemeinen genau so gearbeitet als die chagrinierten. Sie werden nach dem Schwärzen blanchiert, ge trocknet, aufgekraust, wieder getrocknet, dann gekrispelt, leicht