selben Säure miteinander verglichen, aber noch nicht die Resultate gleicher Konzentrationen ver schiedener Säuren. Führen wir dies aus, so finden wir, dass die zur Erzielung einer genügenden Schwellung erforderlichen Säuremengen ebenfalls sehr verschieden sind. Am wenigsten wird von Essigsäure und Milchsäure gebraucht, dann folgt die Salzsäure und schliesslich in verhältnissmässig grossem Abstande die Schwefelsäure und schliess lich die Oxalsäure, welche an der Spitze steht. Es ist also, um den gleichen Schwelleffekt hervor- zubringen, von der Schwefelsäure wesentlich mehr nothwendig als von der Milchsäure und von der Essigsäure (natürlich auf eine Säure von gleichem Prozentgehalt bezogen); es ist also dann auch die von der Haut absorbirte Menge entsprechend grösser. Die Thatsache, dass unter sonst gleichen Verhält nissen von der Schwefelsäure wesentlich grössere Mengen als von der Essigsäure und Milchsäure (um diese drei Säuren handelt es sich doch im Wesent lichen; die Salzsäure und Oxalsäure finden seltener für Schwellzwecke Verwendung) aufgenommen werden, halten wir für um so bedenklicher, weil die Schwefelsäure an und für sich, wenn sie in das Leder gelangt, eine nachtheiligere Wirkung als die anderen genannten Säuren ausüben wird. Wir können uns in Folge dessen der Ansicht nicht ver schliessen, dass die Verwendung von Schwefelsäure für Schwellzwecke überhaupt nicht sehr räthlich ist, weil selbst bei sachgemässer Verwendung es sich nicht vermeiden lässt, dass das Leder freie Schwefelsäure enthält; selbst geringe Mengen derselben werden aber geeignet sein, einen gewissen schädlichen Einfluss auszuüben; dem Auge wird derselbe sich allerdings nicht ohne Weiteres be merkbar machen. Wir halten es für räthlicher, wenn man in den Fällen, wo die in den Gerbe- brühen gebildete Säure zur Erzielung einer ge nügenden Schwellwirkung nicht ausreicht und wo man zur Erhöhung der Schwellwirkung Säuren zu setzen muss, bezw. besondere für diesen Zweck hergestellte Schwellflüssigkeiten verwendet, hierzu nicht die Schwefelsäure, sondern dieselben Säuren, die sich auch in den natürlichen Sauerbrühen