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Hohenstein-Ernstthaler Tageblatt : 21.03.1902
- Erscheinungsdatum
- 1902-03-21
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id1841109282-190203213
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id1841109282-19020321
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-1841109282-19020321
- Sammlungen
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Hohenstein-Ernstthaler Tageblatt
-
Jahr
1902
-
Monat
1902-03
- Tag 1902-03-21
-
Monat
1902-03
-
Jahr
1902
- Titel
- Hohenstein-Ernstthaler Tageblatt : 21.03.1902
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Mitthell In der liberalen Presse macht anerkannt wird. 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Ich lege meine Hand ins Feuer für die Rein» srs srmsncki." Sie werden von mir hören!* schrie Jan noch ausüben.* Auch die „Hamb. Nachr." deutlich aus. Tas Blatt führt aus: man auch darauf aufmerksam, daß die „Daily News* seil mehreren Tagen vergeblich fragen, was aus der Ko- lonne Grenfell, mit der Methuen sich vereinigen wollte, geworden sei. ES ist bis jetzt nicht bekannt, ob diese Kolonne ihr Ziel erreichte, ob sie zurückkehrte, oder ob sie, wie Nachrichten aus Brüssel behaupten, eben falls von Delorey angegriffen wurde. Der «Manchester Guardian" ist der Meinung, daß Lord Methuen bedingungslos freigegeben wurde. Wahrscheinlich empfinden die Buren Sympathie für Lord Methuen, weil er mehr als einmal gezeigt hat, daß er nicht nur eine Kriegsmaschine, sondern vor allem ein ehrlicher Mann ist. Vielleicht haben sie auch den Engländern zeigen wollen, daß die Buren ihrer Freundschaft werth und den besten ebenbürtig I Lermuthung, daß der militärische Zusammenbruch Me thuens erst das Ergebniß einer Reihe von englischen Niederlagen gewesen ist, die uns noch zum Theil ver schleiert werden. — In Burenkreis.n.wird die Sachlage nach Telareys Sieg wie folgt beurtheilt: „Durch dieVer- theilung der Rollen haben wir eine Reche von Siegen errungen, denen gegenüber die Ergebnisse des Kessel treibens recht gering sind. Die Siege unserer Leute und namentlich der Delareys haben große moralische und ma- er Hobe den Molch seo. an der Stimme erkannt, als dieser gesagt habe: „Clemens, nimm doch den Bohrer!* (Clemens ist der Vorname des Sohnes; die von den Angeklagten behauptete und von Molch bestätigte Aeußerung Molchs sen. fiel in dem Sinne, Clemen- Molch möchte den Bohrer als W^ffe benützen.) Auf Antrag der Zeugen Molch werden heute noch weitere Haufen, von gesegneter Scholle, die er in öde Wüste verwandelt, in's Elend getrieben hat! Nein, Herr Staatssekretär, Ihr Appell an die Schonung der eng lischen Empfindlichkeit kann und wird beim deutschen Volke keinen Anklang finden. Immer und immer wieder werden wir darauf Hinweisen, daß es ein unge rechter Krieg ist, den England dort unten in Süd afrika heraufbeschworen hat, daß es eine rechtlose und ruchlose Art der Kriegführung ist, die Englands Söld- nerscharen gegen ein ehrenhaftes, tapfere-, freies Volk Das Zirluskiuv Roman von Smma Merk. Pvstsen 1. Apr frarkirt maßen stimmt: mit alb ohne R die im Postwei Postwe: bergisch sich, ai werthze zögerun unrichtig mit ne gemein, Postwe, ohne N Porto I Sendun „O, ich weiß, Sie werden über meinen Ruf/nicht das Vergnügen, oder doch erst zu nachtschlafender wachen, wie ein Bruder es lhun würde,* fügte sielZeit. Gut amüsiert?* mit ihrem bezaubernden Lächeln hinzu. » Aber MHI. vWtMW ji WM-inWI am 20. März 1902. Vorsitzender: Herr AmtSgerichtsrath Käßberg. Die Verhandlung gegen Hartig und Olscher wird Abend kam da Platzes brachte forderte beträgt Meeran Häuserr insel in des Hei Oertel Walthe, für tzs Stietzel «478 st Bauaus führung beauftra durch ei sicherum spann s deren § stellte, ung de erklärter einverstc und Bo Straße zwar u nächsten der Erb Turnver der Bei Bauplan und die men. T lang wer und übe die Lim -tragen. Die Tur an die Hinter d für einen 200 Tur diesem P Muldentl .großen -t > heute fortgesetzt. Die nochmals aufgenommene Be- ' weiserhebung förderte wesentliche neue Momente nicht zu Tage, höchstens daß durch die Aussage des heute geladenen Zeugen Wolf die Angaben der Angeklagten und ganz besonders die des am ersten BerhandlungS- tage vernommenen Zeugen Schnabel noch gestützt werden. Auch heute bleiben die beiden Angeklagten bei dem, was sie schon gesagt haben. Sie wollen der ange griffene Theil gewesen sein und hätten sich natürlicher weise ihrer Haut gewehrt, als insbesondere Molch jun. mit einer Eisenstange, einem sog. „Bohrer", wie er von den Bergleuten bei der Arbeit benützt werde, auf sie los^egangen sei. Unter ihrem Eide betheuern die Zeugen Molch, sie hätten zur Zeit des Vorganges einen Bohrer bei sich gehabt, der Zeuge Wolf jedoch, der von seiner unweit gelegenen Wohnung aus den Skandal auf der Straße gehört haben will, beschwört, Man wußte „Lams Handl, schästil dort), sich z der Bl großer und L zu Hal Handl, AmtSo Angell Entsch richt l der Ur die sn die gar unmög oder ! worder meine Freunde sollen gut von mir denken. Welt, lassen Sie sie lästern. Ich verachte Berleumduvg." Er antwortete nichts; er zog ihre Hand an Lippen und küßte sie, lange, langsam. Der tiefe Ernst seines Abschieds, der Blick, tige Behandlung des Publikum-. Es kann keinen Einstuß haben, der schädlich sein könnte, wenn man dem Publikum mittheilt, ob Methuen mit oder ohne Bedingungen frei gegeben wurde. Hatten wir für seine Freigabe zu zahlen, so ist es recht und billig, zu er- ahren, was wir dafür zahlten. Handelte General Delarey aus reiner Ritterlichkeit, so sind wir ihm chuldig, daß seine Großmuth in gebührender Weise Gegenwart Karlschach Hofs-Erwt «bei insbes Hierzu erst Lommerh« ' - Z einem hies Lehrling n und dassell silbert". T daß er di -ment durch nach Feier« sitzt jetzt sichen Verl daß im S daß letztere werthvolle werden. E falls, doch - L einige Jtali daß die Po ten, nachde gingen in i Der Krieg «m DranSdaal. Heutige Telegramme aus Kapstadt besagen, da Kitcheners umfassende Operationen dadurch einen schweren Stoß erhalten haben, daß die Buren zw große Proviantkolonnen abfingen, wodurch ein Still stand der Operationen nöthig wurde. Schwärzer als im Augenblick hat c- für die Engländer im schwarzen Erdtheile schon lange nicht ausgesehen. Der Niederlage Methuens folgte soeben eine weitere fehlgeschlagene große Treibjagd. Die Buren unter dem Kommandanten Mentz, dem dieselbe galt, befanden sich in einem Winkel, gebildet von zwei BlockhauSlivien mit den üblichen Stacheldrahthinder nissen. Biele Tausende englischer Truppen, zu einer langen Linie ausgezogen, stellten gewissermaßen die dritte Seite des Dreiecks dar, die sich nach dem ihr gegenüber liegenden Winkel zu vorschob, in dem sie die Buren schließlich fangen sollte. Diese trieben aber einfach wieder eine groß; Rindviehherde an geeigneter Stelle durch die Drahthindernisse und entkamen mit geringen Verlusten durch die so geschaffene Bresche. Das vielgerühmte Blockhaussystem muß also als völlig verfehlt betrachtet werden. Die Nachricht von der Niederlage der Kolonne Greenfrll wird durch die Meldung der Freilassung deS Colonel Townsend bestätigt. Das bestätigt die frühere In Glasgow wurde eine von etwa 2500 Per sonen besuchte Versammlung unter dem Vorsitz des Abgeordneten Dillon abgehalten, welcher eine Sym- pathie-Kundgebung für Delarey veranstaltete. Nach einer Meldung aus Durban schloß dort der Gerichtshof, der die Prozesse wegen Hochvecrathes zu führen hatte, am 14. März feine Sitzungen. Dieser Gerichtshof hat 500 Fälle abgeurtheilt, während die Gesammtzahl der Rebellen aus Natal auf 800 ge- schätzt wird. Das Gericht verhängte im ganzen Geld- strafen in der Höhe von mehr als 32,000 Pfund Sterling. Die höchste Geldstrafe war in einem Falle eine solche von 5000 Pfund (— 100,000 Mk.). Die höchste Gefängnißstrafe lautete auf 10 Jahre. Bon jetzt an werden Prozesse dieser Art vom Kriegsgericht erledigt werden. Unwillkürlich verstummte im Kreise der Offiziere/streng klang feine Stimme, die heitere U terhaltung, al- Wildenau an diesem flauten Kreise: Abende in das Kasino trat, mit einem bleichen Ge> Aber je mehr seine Ueberzeugung durchdrang, Empörung fuhr er fort: /desto unerklärlicher schien Jan- Benehmen. Man besann „Meine Herren, waS haben Sie für Namen für/sich, daß er niemals dem Gerede ernstlich entgegen I unterdrückte einen frivolen Witz, den er Jan hatte zurufen wollen. Aber ein lustiger Oberleutnant konnte sich doch die Bemerkung nicht versagen: „Nun, Stzezanek, gestern hatten wir ja wieder lisirend wirken, well wir ferner in England dem verblen deten, irregesührten Volke zeigen, daß unser Widerstand nicht nur nicht gebrochen ist, wie da- immer glauben ge- macht wird, sondern daß vielmehr erwiesen wird, daß England sich eine Aufgabe gestellt hat, die e- nie wird lösen können. Hierbei ist un- Mr. Chamberlain und das KriegSamt wesentlich zu Hilfe gekommen. Das Wich tigste aber ist für uns der Eindruck, den die Gefangen- nähme Lord Methuens in der Kapkolonie Hervorrufen wird. Nach neuerlich herübergekommenen Meldungen h-ben die Engländer auch m t zwei neuen, nicht zu unter- schätzenden Gegnern zu rechnen, den SwaziS und den BafutoS, welche längst, nachdem sie in der gegentheiligen Absicht von den Briten bewaffnet worden waren, die ihnen gelieferten Waffen gegen die Engländer selbst gekehrt hätten, wenn unsere Generale sie nicht davon abgehalten hätten. Wie lange unsere Generale das allerdings wer- den verhindern können, ist schwer zu beurtheilen; doch ist nicht ausgeschlossen, daß die Kunde von der neuen großen Niederlage der Engländer diesen, unsererseits gewiß nicht gewollten Eingriff verursachen wird." Der Londoner „Manchester Guardian* schreibt: Man sei trotz WolseleyS eigener Erklärung sehr ge neigt, WolseleyS Reise nach Kapstadt mit Friedens verhandlungen in Verbindung zu bringen. Unter einigen Tories bestehe der Wunsch, fast um jeden Preis von dem Kriege loszukommen, und man be haupte sogar, ein Mitglied des Kabinets habe privatim seine Zwe fel darüber ausgedrückt, ob der jetzige Kampf je völlig siegreich für England endigen werde. Me thuens Niederlage habe man zwar sehr ruhig ausge- nommen, aber pessimistisch bleibe die Stimmung doch, und Methuens Freilassung habe diese Stimmung noch eher verstärkt. Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" vernimmt, daß bei der südafrikanischen Gesandtschaft in Brüssel Berichte aus Südafrika eingelaufen sind, die bis Mitte Februar zurückgehen. Aus ihnen geht hervor, daß alle zu Feld stehenden Kommandos gut ausgerüstet und des Oefteren im Gefecht waren. So fand am 15. Januar ein Gefecht unter General Christ. Botha statt, wobei die Buren 3 Todte und 6 Verwundete hatten, während die Engländer 46 Todte, 92 Ver wundete und 150 Gefangene zu verzeichnen hatten und außerdem 15,000 Kleingewehre und 200 Pferde verloren. Am 3. Februar hatte LouiS Botha ein glückliches Gefecht. Fortdauernd seien die Burenver- luste gering im Vergleich zu den englischen. Das Schweigen des Londoner KriegsamtS über die Niederlage des Generalleutnants Lord Methuen veranlaßte den „Daily Graphic" zu folgenden Aeußer- ungen: „Die Panik der Kavallerie Methuens ist viel leicht der unangenehmste Vorfall des ganzen Krieges. Waren die Leute unausgebildete Rekruten, so sollte das zur Entlastung Lord Methuens bekannt gegeben werden, damit der Tadel an die richtige Adresse ge richtet wird. Waren aber die Kampfbedingungen der artige, daß die Leute dadurch entlastet werden, so haben die Mannschaften ein Rett, zu verlangen, daß man ihre Entschuldigung nicht verzögert. Aber nicht nur in Bezug auf den Kampf haben sich die Militär- dehörden zu einer plötzlichen und geheimnißvollen Ver- chwiegenheit entschlossen. Mr. Brodrick wurde im Unterhause gefragt, unter welchen Bedingungen Lord Methuen frei gelassen worden sei, und anwortete, daß er keine Nachricht darüber habe. Das ist keine rich- /bin," sagte er. diel Aber der Ton der Worte, der Ausdruck seines lGesichts ließen die Ausflucht so wenig glaubwürdig ! die Ehre einer tugendhaften Frau bemäkelt, einer Frau,ssieghaften Stempel der Wahrheit getragen; einer die nichts von ihm wissen will, die ihm die Thüre/Wahrheit, die für alle die Herren etwas Beschämende- gewiesen hat." Ihatte, da sie sich ja alle an der Verleumdung gegen Nur Leo-Stimme beherrschte den still gewordenen/Frau von Lockhardt betheiligt Hutten. Ein peinlicher Raum. Neugierig sahen die Offiziere bald auf sein! Ernst lastete nun über dem Kreise. Man stand in von heiligem Zorn erglühendes Gesicht, bald auflGruppen zusammen; man flüsterte. Leo war um- Stzezanek, der mit der ungeduldigen Frage: I ringt von den ihm befreundetsten Offizieren und sprach „Was soll die Predigt?" sein Unbehagen abzu- in gedämpftem Tone mit ihnen. Nur einmal hörte chütteln suchte, der aber doch grünlich fahl wurde/man wieder seine Stimme zu warmer Begeisterung unter den fest auf ihn gerichteten Augen deS Ritt-1 anschwellen: Meisters. Und nun erhob sich dieser in seiner ganzen! „J7 * „ stattlichen Größe, wie ein Ankläger und Richter zu-/heil dieser Frau, leich stand er Jan gegenüber und mit flammender „Meine Herren," rief er heiser vor Entrüstung,/stürzen, aber die Offiziere waren aufgesprungen, Leut- wir sprachen gestern über da- Thema: Diskretion./nant Strüzel hielt seinen Freund f.st und zog ihn, sind. WaS aber auch die Ursache sein möge, die Frei- lassung Methuens muß fast als ein Akt übertriebenen EdelmutheS erscheinen. . . . Fast alle glaubten, er werde al- Bürge für Erlangung irgendwelcher Bor- theile in Gefangenschaft behalten werden, und nun hört man kein Wort von Verhandlungen und hat kein Anzeichen dafür, daß etwa- andere» als bloßer Edel- muth die Ursache seiner Freilassung war. DaS ist eine der tapfersten und bewunderungswürdigsten Thaten iu der Geschichte dieser Kriege-. — DaS Blatt stellt dann Vergleiche an zwischen dem Verhalten der Buren und dem der eigenen Landsleute, die für die letzteren nicht sehr günstig ausfallen, und schließt den Artikel mit der Mahnung, daß die edelmüthige That Dela- rkys dazu helfen möge, die Sophistereien der Jingo- zu entkräften und die Achtung vor dem Feinde zu stärken. Dann werde die schwere Niederlage, so be dauerlich sie auch sein möge, der Nation einen großen und äußerst nothwendigen Dienst geleistet haben. Zur Freilassung Methuen- hatte die „Deutsche TageSztg." bemerkt: „Der englische Dank wird natür lich großartig ausfallen: er wird in der „Anerkennung der Ritterlichkeit Delarey-" und in der Fortführung des Prozesses gegen Kruitzinger bestehen!" Etwas ähnliches, schreibt hierzu die „Leip;. Ztg.", besürchtev auch wir und schließen uns dem Ausruf des genann ten Blattes über die mit der Freilassung Methuens von den Buren verfolgte Absicht an: „Das verstehe, wer kann!" Jedenfalls können wir nicht mit der „Kreuzztg." diesen Akt nicht nur al- vornehmen und hochherzigen, sondern auch al-klugen und genialen be- zeichnen, der der Burensache „nach jeder Seite hin nur zum Vortheil gereichen wird". Der Hinweis auf ein ähnliches Verhalten der Buren gegenüber dem Raubritter Jameson kann uns noch weniger überzeugen. Was hat den Buren die Sympathie genützt, die sie sich mit dieser Freilassung erworben haben ? Mit der Person Methuens haben die Buren einen wichtigen Bortheil aus der Hand gegeben einem Gegner gegen- über, über dessen Charakter sie Erfahrungen genug allmählich gesammelt haben sollten. Monaten hielt der Reichskanzler Graf Bülow feine bekannte Rede gegen Chamberlain über daS Granit beißen, und die „Rordd. Allg. Ztg.* dementirte die Nachricht von der Einladung des Prinzen von Wales zum kaiserlichen Geburtstage nach Berlin. Damals durfte man annehmen, daß die Beziehungen Deutsch land» zu England seit einiger Zeit, diplomatisch aus- gedrückt, normal, in Wirklichkeit unfreundlich feien. Die jüngste Rede d,S Herrn Richthofen schlägt dagegen einen anderen Ton an, wie die des Grafen Bülow gegen Chamberlain. Der. Staatssekretär hob hervor, wie menschlich und natürlich rS sei, daß im Unglück sich die Empfindlichkeit steigere, wie in der gedrückten Lage daS harte Wort doppelt tief empfunden, der freundliche Zuspruch doppelt anerkannt werde. Und er forderte die deutsche Nation auf, diese Empfindlich keit zu schonen; er nahm die Engländer gegen schwere Borwürfe, die ihnen gemacht werden, in Schutz, er rühmte ihre Fürsorge für die Gefangenen, ihre muster- giftigen Einrichtungen; er drückte fein Mitgefühl mit dem Geschick Lord Methuen's aus; er rief aus, wir dürsten nicht vergessen, „daß wir trotz Allem und trotz unserer verschiedenen Beurtheilung mancher Verhältnisse, doch schließlich Freunde und Verwandte sind". Danach zu urtheilen, scheint abermals ein Umschwung in den Beziehungen beider Länder Platz gegriffen zu haben. Wodurch er hervorgerufeu sein mag, entzieht sich unserer Beurtheilung. Es ist jedenfalls ein politisches Ereigniß von Belang, daß der Staatssekretär die Eng länder jetzt als unsere Freunde und Verwandten be zeichnet und die Volksvertretung auffordert, allent halben sür eine Besserung der Beziehungen zum Insel- reich zu wirken. „Dann kommen wir", so suhr er fort, „vielleicht auch noch weiter. Dann können wir viel leicht noch als Vettern diesseits deS Kanals zu den Vettern jenseits des Kanal- sprechen und ein gutes Wort einlegen für unsere gemeinsamen Vettern in Südafrika." Der Reichskanzler hat noch kürzlich die Mediation wie die Intervention zu Gunsten der Buren entschieden zurückgewiesen. Diese Widersprüche müssen auffallen und drängen zu der Frage: was ist geschehen und wie stehen wir augenblicklich wieder zu England?" Ztg.", aus denen wir das folgende hervorheben: Der Staatssekretär hat seinen Appell an die Schonung der englischen Empfindlichkeit auf die Verwundung deS Generals Methuen exemplifizirt. Für das Mißgeschick deS englischen Generals findet der Staatssekretär rührende Worte des Mitgefühls. Als die tapferen Burenführer, Lotter und Scheepers, wider alles Völker recht von den Engländern standrechtlich erschossen wurden, da fand die deutsche Regierung kein Wort des Mit- leid-, geschweige denn deS Protestes. Warum soll das deutsche Volk für den zerschossenen Oberschenk-l des Lords Methuen mehr Empfindung haben, als für die Tausende und Abertausende von Frauen und Kindern, die dieser englische Gardegeneral auf den glorreichen Säuberungszügen, die den zweiten Theil seiner Laufbahn in Südafrika bildeten, von blühender Farm, die britischer Heldenmuth in rauchende Trümmer- Beifall der englischen Presse gesunden. Mit demselben Athemzuge aber, mit dem diese Presse das deutsche Wohlwollen lobt, spricht sie neue Verdächtigungen gegen unS au», sie streichelt mit der Rechten und kratzt mit der Linken. Natürlich ist e» die so erfolgreich ver laufene Reife des Prinzen Heinrich, die dre Doppel züngigkeit der Vettern wieder einmal in Bewegung setzt. Die Veranlassung dieser Reise, die Tragweite der Absichten, die mit ihr verbunden sind, werden, so einfach sie sind und so deutlich sie in den Ansprachen von deutscher, wie amerikanischer Seite ausgesprochen worden find, der VerleumduugSsucht der Neide» nock manchen dankbaren Stoff bieten. Einen Gipfel der Keckheit zu erreichen, ist soeben den „Times* gelungen, die den deutschen Kaiser und die Deutsch-Amerikaner zugleich verdächtigen. Kaiser Wilhelm, so behauptet nämlich ihr New - Docker Berichterstatter, sei den Deutsch-Amerikanern ungünstig gesinnt, weil sie da» alte Vaterland verlassen hätten, und diese betonten nur dann noch ihre deutsche Abkunft, wenn die Frage deS Lagerbieres und die Oeffnung der Wirthschasten am Sonntags angeschnitten werde! Wenn die Mißgunst sich mit solcher Dreistigkeit breit macht, muß sie schon recht empfindlich auf die Galle drücken. Mit noch häßlicherem Gesichte aber tritt uns diese Mißgunst entgegen, wenn die „Time-", nachdem der englische Versuch, der deutschen Diplomatie die Absicht unter zuschieben, sie habe im Jahre 1898 eine europäische Koalition gegen Amerika zu Stande bringen wollen, längst durch die Veröffentlichung des Protokolls der sogen. Pauncefote-Konferenz durchkreuzt ist, solgendeS in die Welt sitzen: „Die Thatsache, daß es England und nicht Deutschland war, das, wie eine amerikanische Zeitung sagt, wie ein Löwe, der zu Gunsten Spaniens vorgeschlagenen kontinentalen Koalition im Wege stand, ist dem amerikanischen Volke als eine Thatsache bekannt." Und daS war in dem englischen Blatte an demselbeu Tage zu lesen, wo die russische Regierung bestätigte, daß nicht die deutsche Regierung, sondern der britische Botschafter in Washington damals versucht hat, die Mächte zu einer Aeußerung der Mißbilligung des amerikanischen Vorgehens zu veranlassen. Angesichts solcher Leistungen fordert die „Köln. Ztg." in einem sichtlich inspirirten Artikel von England, daß es an uns thue, waS es von uns erwarte, nämlich, daß eS auch unsere nationalen Gefühle, zumal da, wo sie so berechtigt sind, wie bei den jüngsten amerikanisch- deutschen Kundgebungen, schont, „denn auf die Dauer hat niemand Lust, einen Igel zu streicheln, der bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit gegen uns-die Stacheln sträubt". In vorstehenden Ausführungen der „Köln. Ztg." darf man, wie schon angedeutet, den Ausdruck der Meinung unserer leitenden Staatsmänner erblicken. Im deutschen Volke aber denkt man, wie wir bei der Besprechung der Rede des Staatssekretärs v. Richthofen schon hervorgehoben haben, denn doch noch etwas anders. Die Meinung des Volkes deckt sich im großen und ganzen etwa mit den Ausführungen der „StaatSb. muß, zum ersten Male spielte er wenigstens eine Nebenrolle in einer geheimnißvollen Angelegenheit. Zwei Tage später fand in einem nahen Wäld chen, daS von einem hohen Bergrücken überragt, vor den schlimmsten Winterstürmen gedeckt war, da- Duell statt. An diesem Morgen hatte Adele ihren Arzt rufen lassen, da eine ihrer Dienerinnen erkrankt war. (Fortsetzung folgt.) «erirlle Bedeutung. Materielle, weil wir heute in d-e Lage gesetzt sind, das Blockhaussystem über den Haufen zu rennen, wenn wir es für wünschenswerth erachten .r-as heute noch nicht der Fall ist; denn die Blockhäuser haben uns die Siege noch mehr erleichtert, als die Maul esel. Die geringen Verluste, die durch das Ueberschreiten der Linien manchmal bedingt sind, kommen gegenüber den ! großen militärischen Zielen nicht in Frage. Moralisch, sprechen sich recht weil die Sege ebensowohl auf die englischen Soldaten, „Noch vor wenigen'vie des Krieges schon längst herzlich müde sind, demora- sicht und düsterer Stirn, in mühsam beherrschter Er- , regung. Ohne zu sprechen, ohne zu trinken, saß er! Ich sagt -, daß Ich einen Mann für einen verächt-kbeschwichtigend auf ihn einredend, in da-Nebenznnmer. hint r seinem Glase, und nur wenn die Thüre geöff-Ilichen Prahlhans halte, der über die ihm gewordene! „Sie werden von mir hören!" schrie Jan noch net wurde, dann hob er den Kopf und durch seine/Gunst einer Frau nicht zu schweigen weiß, der ihren/mit vor Wuth verzerrten Zügen, mit fahlen Lippen Aug n schoß ein zorniges Aufblitzen. Allmählich! Ruf nicht so hoch achtet, daß er sich lieber zerreißen / und einem Blick, in dem ein verzweifeltes Rachegelüst achtete man seiner unheimlichen, verschlossenen Miene! assen würde, als sie nur mit einer leisesten Miene! brannte. Aber nur der junge Leutnant folgte ihm; nicht mehr und plauderte weiter. /zu verrathen. Aber meine Herren, welchen Namen/man ließ ihn gehen, wie einen Geächteten. Wildenau Stzezanek trat ein, grüßte mit der ihm eigenen,/haben Sie für einen Menschen, der mit einer Gunst/war nicht bei allen beliebt, war manchen zu ernst und raschen Beweglichkeit und nahm Platz. Einer oder/prahlt, die er nicht besitzt, der, der Teufel weiß aus/gewissenhaft; aber er war von allen hochgeachtet, der andere warf einen Blick auf den Rittmeister, er-/w.lchem Grunde, durch sein Lachen, durch sein Halbes/Man wußte, daß dieser Mann sich nicht ohne Ur- jnnerte sich an dessen gestrigen Zorn-AuSbruch und!Eingehen auf Neckereien, seine halben Andeutungen!fache so ins Feuer redete. Seine Worte hatten den mit/erscheinen, daßseine Erklärung mehr als volle-Schwitzen dem er sie verlaffen, stand ihr immerfort vor Äugen./zu Vermuthungen Anlaß geben mußte. Er wehrte sich Es war ihr bang zu Mute, und doch überrieselte sie/auch nur wenig aegen die nun auSbrechende Heiterkeit zuweilen ein seliger Schauer. Ii 7'7 f "7 ' ' " ° ° - Geliebt werden, eS ist doch daS Beste, was die/einer der Offiziere rief: Welt besitzt," dachte sie, sich immer wieder sein Beben, sein Aufathme», seinen heißen Ton zurückrufend. Sie glaubte wieder an Liebe. für solche Niedertracht!" Aber nun richtete sich Leo auf. Strafend und/ Jan taumelte zurück wie von einem Faustschlag Es ward still in dem/getroffen; eine besinnungslose Wuth ergriff ihn; mi /tollen Augen wollte er sich auf den Rittmeister los nur/" Jan zuckte die Achseln, zwickte die Augen zu- Die/sammen, drehte den Schnurrbart und lachte ein wenig: ihre/ „Sie wissen, daß ich studiere, wenn ich abwesend und stieß selbst ein kurzes frivofts Lachen aus, als/einm solchen Verleumder? Ich nenne ihn einen ehr./getreten war, daß er die Neckerei sogar mit einer ge- ,7, 7 losen Schuft — ja Stzezanek, einen ehrlosen Schuft,/wissen Absichtlichkeit herausgefordert hatte. Leutnant „Ja, man weiß auch, was Sie studieren: die/weil unserer Sprache eine bessere Bezeichnung fehlt/Ztrützel war der einzig- Getreue, ter noch an ihn " /und seine Erfolge glaubte; der einzige auch, den der Vorfall mit einer angenehmen Aufreguim erfüllte. Zum ersten Male war er Zeuge eines Ereignisses, oas in dem Leben eines Weltmannes ja vorkommen
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